Ausgabe 
19.8.1938
 
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Schritt für Schritt geht es vorwärts, der Löwe immer eine kurze Spanne voraus, aber nie unmittelbar vor der Löwin her. So langsam und vorsichtig bewegen sie sich, daß die Grashalme nur leicht zittern, kaum starker, als wenn der Wind sie bestriche. Da als sie noch keine fünfzig Meter mehr vom Ziel entfernt sind, bleibt der Löwe auf einmal liegen und die Löwin schlüpft an seine Seite--

In der Bodensenkung vor ihnen ist fast kein Wasser mehr und rings­umher ist die Erde durch die Fußspuren vieler Tiere aufgewühlt. Von dem bißchen Wasser, das noch da ist, trinkt eben eine Elenantilope, ein über anderthalb Meter hohes herrliches Tier mit schönen teilweise spiral­förmig gedrehten Hörnern. Sie ist überaus nervös. Jeden Augenblick hält sie im Trinken inne, um den Kopf zu heben und in die Dämmerung hinauszuspähen; sie wendet sich hierhin und dorthin, hält Ausschau nach beiden Seiten und dreht sich manchmal auch ganz um es könnte ja unbemerkt ein Feind von hinten her nahen. Plötzlich sie hatte den Kopf wieder zum Trinken gesenkt stutzt sie; und im selben Augenblick beginnen die beiden Löwen wieder, mit unendlicher Vorsicht vorzu­schleichen; denn zum Springen sind sie noch nicht nahe genug.

Aber nicht sie find der Gegenstand des Argwohns. Die scharfen Ohren der Antilope haben einen Laut aus der Ferne vernommen, der sich all­mählich dem Tümpel nähert. Sie wartet nicht erst ab, was das fein mag. Mit einem Satz und einem Schnippen ihres Schwanzes ist sie fdrt und läßt den Tümpel zwischen sich und den beiden Löwen liegen.

Da drücken Löwe und Löwin sich wieder ins Gtas zurück und bleiben still auf der Lauer liegen. Auch sie haben jetzt den immer näher kom­menden Laut gehört. Ein oder zwei Minuten vergehen da erscheinen zwei Nashörner auf der Bildfläche. Bei der herrschenden Windrichtung können sie die Löwen nicht wittern, und im Gefühl vermeintlicher Sicher­heit kommen sie heran friedliche Geschöpsel Ihr Futter, ein Trunk aus Tümpel oder Fluß, ein erfrischendes Bad im kühlen Schlamm mehr wollen sie gar nicht!

Um die Freuden eines Bades zu genießen, find sie heute herabge­kommen zu diesem halbausgetrockneten Wasserloch. Ueberbies möchten sie auch etwas gegen ihren Durst tun. Das Letztere besorgen sie zuerst. Dann stehlen und wälzen sie sich genießerisch im Schlamm am Wasser­rand, bis eine feuchte rötliche Schmiere den größten Teil ihrer Leiber überzieht, stehen schließlich auf und fangen an zu spielen. Schwerfällig und stolpernd jagen sie einander rund um den Tümpel und schnaufen und quieken in freudiger Aufregung. Sonder Furcht und Sorge überlassen sie sich ganz der Heiterkeit des Augenblicks.

Die beiden Löwen haben sich gleich nach Ankunft der Nashörner aufgemacht. Der Tümpel hat ihnen heute nichts zu bieten; denn zwei Nashörner auf einmal anzugreifen, haben sie keine Lust und voraus­sichtlich würden in dieser Nacht weder Zebras noch Gazellen dem Wasser­loch ihren Besuch abstatten. Unter diesen Umständen ist es besser, fein Glück in der Gegend des Flusses zu versuchen!

Wieder durchqueren die beiden ein Stück Steppe, kommen unter Akazien vorüber, in denen die Assen hocken, scheuchen eine Gruppe Giraffen aus und gelangen endlich an den Rand des dichten Buschwerks, das den Fluß säumt. Sie müssen da noch etwa fünfhundert Meter ent­lang laufen, bis sie auf den ersten der Pfade stoßen, die zur Sandbank führen sie kennen sich schon aus. Die Löwin schreitet geradeaus außer­halb des Dickichts weiter; der Löwe schlüpft seitwärts durchs dichte Unterholz und läuft parallel mit (einer Gefährtin am Flußufer entlang.

Eben kommt eine kleine Zebraherde über die Ebene. Die zunehmende Finsternis macht es den Tieren unmöglich zu merken, daß da dreißig Meter entfernt von ihnen eine Löwin im Grafe lauert. Eilig kommen sie näher, voran eine Wache mit scharfen Augen und guter Nase. Am äußersten Saum des bewachsenen Streifens angelangt bleibt das Leit­tier stehen, um dann beruhigt, weil alles in Ordnung ist, wieder in Trab zu fallen; die andern folgen in gedrängtem Haufen hinterher.

Als der Pfad zwischen den Büschen sie eingeschluckt hat, kriecht die Löwin langsam und bedächtig vor, bis sie nah genug am Wechsel liegt, um jedes vorüberkommende Tier anspringen zu können. Es ist ihr gar nicht darum zu tun, daß jetzt noch eine andere Herde des Weges kommt; denn sie weiß: eins der Zebras, die da vorbeigekommen sind, ist ihr sicher! Denn bald wird die ganze Herde in hellem Entsetzen denselben Pfad zurückjagen, dann ist ihr Augenblick gekommen.

Die Zebras sind inzwischen weiter durch den Busch gezogen, ohne zu ahnen, daß der Weg hinter ihnen abgeschnitten ist. Bald können sie schon vor sich kleine Fleckchen Himmel und Wasser zwischen den Bäumen am Ufer hindurchschimmern sehen. Wenige Schritte noch und sie stehen auf der Sandbank. Da erschüttert plötzlich das fürchterlicheRrach Rrach Rrach" des Löwen die Nacht. Den Kopf an den Boden gedrückt, läßt er Laute aus feiner Kehle dringen, die ganz eigentümlich bald aus dieser, bald aus jener Richtung zu kommen scheinen.

So sind auch die Zebras im Zweifel, ob das Gebrüll von rechts, von links, ober gar von vorn kommt; aber es erfüllt sie mit derartigem Schrecken, daß sie alle mit einem Schlag kehrtmachen und auf ihrem Pfad zurückhetzen. Da aber beinahe schon hat das erste Tier das offene Grasland gewonnen schießt aus dem Hinterhalt gleich einem gelben Blitz die Löwin durch die Luft, landet auf dem Rücken eines Zebras, schlägt die Krallen der einen Pranke in die Schulter des Tieres, während die andre die Schnauze packt und den Kopf gewaltsam nach hinten zwingt; mit einem dumpfen Knurren gräbt sie dabei ihre Zähne tief in den Hals ihres Opfers.

Die Vorderbeine des Zebras knicken plötzlich zusammen tot stürzt es quer über den Pfad. Der Rest der Herde ist nach links ausgebrochen und rast angstgepeitscht davon.

Im Augenblick stellt sich der Löwe beim Riß ein. Mit einem tiefen mummenden Laut läßt er sich nieder, um das warme Blut zu schlürfen; >ann beginnt er, das Tier zu zerreißen. Die Löwin selbst ist noch so rregt, daß sie ihn anknurrt, wenn er ihr zu nahe kommt.

Eine Stunde lang liegen sie da und fressen. Im Dunkel hinter ihnen schleicht es umher: Schakale und Hyänen, die warten, bis die Reihe an ihnen ist. Und als die Löwen endlich chr Mahl beendet haben und sich zum Fluh aufmachen, kommen die Hyänen gehuscht, um sich am Aas zu laben, während die Schakale, im Halbkreis geschart, sich noch im Hinter­grund halten. Zu feige, sich vorzutrauen, hoffen sie doch, daß am Schluß noch ein paar Leckerbissen für sie abfallen.

Das Löwenpaar, vollauf gesättigt, ist unterdessen am Fluß angelangt, um seinen Durst zu löschen. Am Rand der Sandbank stellt sich der Löwe erst einmal auf und erhebt ein mächtiges Triumphgebrüll. Immer wieder und wieder dröhnt es, erst immer stärker anschwellend, dann langsam schwächer werdend. Alle Tiere, die es hören, sollen wissen, daß der Löwe wieder einen Sieg zu verkünden hat. Und alle Tiere, die noch untere wegs zur Tränke sind, kehren voller Schrecken um.

(Fortsetzung folgt.)

Oie Magd.

Von Hedwig Forst reute r.

Sie küßte den Ring an seiner Hand. So muh ich von bannen gehn. Eine junge Frau in Schleier und Band wird dir zur Seite stehn, am Herde werden die Funken sprühn um ihr erglühtes Gesicht, sie wird mit den Flammen selig blühn, an mich denkt ihr beide nicht.

Deine Stirne so sinster, als ich tarn, und so finster war dein Haus, ich lächelte fort den bittren Gram und hellte die Winkel aus.

Nun leuchten Gesimse und Fensterbank von Blumen fo hell und frisch, gebleichtes Seinen füllt deinen Schrank, eine Decke hüllt deinen Tisch.

Die guten Geister gehn aus und ein und segnen dir Brot und Ruh und weihen dir Predigt und Sonntagsweiu; doch die beste Weihe gibst du.

Ich stand so verzagt an deinem Tor, zwölf Monde rannen seither, du stießest das eiserne Schloß nicht vor, denn Waisenbitte wiegt schwer.

Zu jung, um allein in die Fremde zu gehn, von verratener Liebe matt, zu schwach, um im Felde Garben zu drehn, und zu heimatgebannt für die Stadt, so kam ich in deine Einsamkeit, e und sie wurde wie Sommerluft warm, und wir schafften und planten und schwiegen zuzweit .. doch du hieltest mich nie im Arm.

Ich kniete im Garten und brach das Kraut, da wäre es fast gefchehn, die Drosseln sangen so frühlingslaut, du bliebst in den Wegen stehn und riefst meinen Namen, in Sehnsucht, tief, wie er noch niemals erklang Ich kam und bebte, denn wer so rief, dem war wie norm Sterben bang.

Wie sahst du mich an einen Herzschlag lang o Zauber, so heiß gespannt!

Dann riß es dich fort, und das Haustor klang, ich lauschte, von Scham verbrannt.

Die Drosseln fangen so friUjIingslaut, und ihr Lied hat dich angeklagt ... Sie fingen morgen für deine Braut Ich bin eine arme Magd.

Meine weichen Wangen küßtest du nicht und nicht meinen roten Mund, sahst nicht, wie die Zöpfe schwer und dicht mir niederfielen zum Grund.

Besonnte Schlangen in Gartenruh, so lagen sie neben mir, und ich zog sie würgend am Halse zu und (pielte, das tät ich dir.

Und ich spielt es so lang, bis das Grauen kam Deine Braut ist so jung und rein, und wenn ich bliebe, ich säte Gram in euer Glück hinein--"

Sie stürzte zu Boden und atmete schwer und lag, seinem Schlag bereit, doch er riß sie empor, und sie weint« nicht mehr und ging, schweigend, und ohne Geleit.

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