Ausgabe 
12.9.1938
 
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Schwanz fährt wie ; Wasser, rührt die

stoßen auf Knochen und adelten sich bis an die Stelle durch, die Kopf n^Wenige?'©e'tunden verharrt es in dieser Lage. Langsam schließen sich seine Kiefern durch das zermalmte Fleisch und die zersplitterten Knochen hindurch zusammen, während der Riese in Todesqual das Wasser peitscht. Als das Krokodil merkt, daß der Riese erledigt ist, zieht 'ä nb_ ,

Der tödlich Getrosfene erneuert seinen Anguss nicht. Noch mehrere Minuten lang läßt sein Schwanz nicht nach, das Wasser^ zu Gischt aus Zuschlägen- dann werden seine Bewegungen plötzlich unsicher. Mühsam schwimmt er zum Ufer bei der Sandbank; der Schwung fe.ne- Schwan- von Augenblick zu Augenblick kraftloser. Knapp einen Meter von der Sandbank entsernt, ist er schon säst keiner Dewegung mehr fähig; noch einmal bewegt sich derSchwanz-langsam z°S^dw>eüer etzte Schlag eines Pendels. Der Körper legt sich aus die Seite, rE über

Sa liegt der.Riese - totl Der gewaltige Rumps ragt m seiner ganzen Länge aus dem seichten Wasser.

Die Paviane, die aus ihrem Felsen kauern erheben ihr übliches Geschrei als sie den Körper des Krokodils ans Ufer treiben sehen Dann, als ihnen die völlige Leblosigkeit ausfällt, gestikulieren sie ausgeregt. Ihr Lärmens Schreien und Schnattern geht noch eine Welle so weiter bis schließlich die gänzliche Regungslosigkeit des toten Körpers h 3ntUnberoeraS'e6i!a gelbe -aut des Bauches zu oberst gekehrt liegt der Tote da Ein einzelner Schakal kommt zum Trinken sieht ihn liegen, I ffünt Zurück ins sichere Gebüsch, ohne erst seinen Durst zu ftiUen. Ein Geie! hoch oben in den Lüften wird aufmerksam und ^;Acn° Sie^ ellen (=pjn D[nb[idier Sturz in die Tiefe ist für andre das Zeichen. Sie eilen herbei flattern einen Augenblick über der Stelle, schwingen sich dann herab' und landen. Eine kurze Weile hocken sie abwartend. Dann als sie ganz sicher sein können, daß das Krokodil da vor ihnen wirklich tot ist kommen sie näher. Milans und Marabus gesellen sich zu ihnen, cmck der Schakal stellt sich in Gesellschast andrer Gefährten wieder e.n Alle Angst ist weg; bürgt ihm doch der Anblick der Ge.er dafür, daß bet (Befürchtete tot ift. Das |oll ein Freien geben. ~ »

Bald ist der ganze Kadaver von einer lebendigen gesiederten -ecke umgeben- das wogt aus und ab, als die Schakale sich 3" nähern ver­suchen und die Bogel sie nicht heranlassen wollen, das ^"ert wirbAt und plustert sich, als die Geier sich abmühen, die zähe -aut zu durch­backen als sie sich alle untereinander um kleine Brocken zanken und die besonders Betriebsamen geschäftig über den toten Körper hin- und her

sich an der Geschwindigkeit zu ergötzen, mit der sie vor ihm Wuchteten, I das Gesicht der eigenen Macht und Ueberlegenhe.t ^auszukosten. Aber spielerei^ Äen Ende? ihr? Wirkun7??schtte"' daß diese beiden er- s nichl mehr er bekri"b die Verfolgung jetzt mit bestimmten -.nterge- danken.---

Als das Krokodilweibchen wieder einmal durch das Becken schwimmt, merkt es plötzlich, daß mit dem Riesen, der wieder hinter ihr her ist, etwas Besonderes los sein mutz. Sonst schwamm er immer yernli$ g- 'lassen hinter ihr her, ein kurzes Stück entfernt von ihrem Schwanzende, sie mochte sich wenden ober ihren Kurs andern, -eute aber machte er lick, mit einem Male seine größere Schnelligkeit zunutze, treibt sich neben b> 7d r vor ihr her umkreist sie, und in seinen Augen, die er unab= läffia aus sie gerichtet hält, lieft sie deutlich eine Drohung, -at sie sich no» vor kurzem dabei beruhigt, daß er allem Anschein nach keinen andern Zweck verfolgt, als sie zu belästigen, so fühlt sie letzt. ihre alte Anait in voller Stärke wiederkehren. Ist er doch mehr als hoppelt so arost w"e sie und auch ihrem männlichen Gefährten an Große weit über. Wohl weih sie, daß auch er nichts andres ist als em Krokodil wie fie selber; aber sie betrachtet ihn voll Ekel und Widerwillen als ein abscheuliches Ungeheuer. Als sie nun die Drohung versteht, die ihr höhnisch aus seinen kleinen bösen Augen entgegenblitzt, wahrend er sich im Kreis um sie herumtreibt, macht sie plötzlich kehrt und slieht aus ihren Gefährten zu; die Angst steigert ihre Schnelligkeit.

Sofort dreht auch der Riese bei, schwimmt ihr zu Seite. kreuzt vor ihr her, bleibt zurück, holt sie schnell wieder em und peitscht in wackiiender Wut das Wasser auf. .

Das andre Krokodil, das eben geschäftig 'st, den Körper eines lungen Sebras unter den überhängenden Zweigen fortzuziehen, sieht den durch den Riesenschwanz hochgeschleuderten Gischt und weih sofort: die Ge- sähriin ist in Rot! Im Nu läßt es den Kadaver fahren und schwimm zur Mitte des Beckens. Bei feinem Nahen halt der Riefe»sofort mit Kreisen inne. Kaum einen Meter vom Schwanz des Krokodilwelbchens entfernt stößt er jetzt plötzlich vor, kommt von der Seite dicht an sie heran und schnappt gehässig zu; seine Zahne bohren stch °ber- und unterhalb ihres linken Vorderbeines in die -aut ein, bringen durchs Fleisch bis auf die Knochen, die sie krachend zermalmen, um sich meim onbergreifenb wieder zu schließen. Dann re,ßt der Wütende sich plotz uh mit einem Ruck los, Blut sickert ihm zwi chen den Zahnen hindurch, und n groß? roter Fleck breitet sich auf dem Wasserspiegel neben dem verwundeten Krokodil aus. k

Das zweite Krokodil hat das hastige Zuschnappen wohl bemerkt und im Näherkommen sieht es noch kleine Tropfen Bluts aus des Riefen Gebiß sickern. Wuterfüllt haut es mit dem Schwanz ms Waffer und ^"^An Stärke" und Schnelligkeit ist es kein ebenbürtiger Partner für den Riefen. Wenn es jetzt die Flucht ergriffe, wenn es versuchen wollte, sich in die sichere Bucht zu retten der Riese wurde es einholen und ihm die mörderischen Zähne ins Fleisch hauen, noch ehe es imstande wäre, zu wenden und sich zur Wehr zu setzen. Es gibt nur eine Mög­lichkeit, mit dem Riesen fertig zu werden: es selber muh zum Angriff vorgehen! Denn in einem Punkt ift es seinem Gegner überlegen: kleiner von Gestalt, ist es wendiger und kann den Feind schneller und mühe­loser an einer empfindlichen Stelle packen.

Der Riefe stellt sich sofort und schwimmt dem Angreifer mit aus- gerissenem Rachen entgegen. Doch dem kleineren Gegner fallt es nicht ein den Zusammenstoß abzuwarten; er wendet, schwimmt "ach l'n® hinüber, wendet wieder und schießt dann mit Blitzesschnelle vor, um mit seinen Zähnen einen weniger geschützten Körperteil außerhalb der Reich­weite des feindlichen Rachens zu bearbeiten. Aber auch der Riese wendet und entschlüpft so, wenn auch weniger behende, der ihm drohenden Ge- fahr. Dem Gegner, der seine Absicht durchkreuzt sieht, bleibt letzt nichts andres übrig als gewaltig mit dem Schwanz auszuholen und ihn krachend aus dem Schädel des Riesen etwas unterhalb und hinter dem

llct^r"! ftreftaelaae hält den ganzen Tag über an, ungeachtet der Somienhitze, die sich allmählich zur unerträglichen Glut steuert, um bann langsam wieder bahinzuschwinben und schließlich der Abendkuh m weichen Au? den Büschen tritt eine -erde Pallahs; am Rande der Sandbank bleiben sie stehen, halb in Erwartung des Warnrufs der Vaviane Als nichts erfolgt, trippeln sie vor, um beim Anblick der freffenben Geier da am Ufer abermals stehen zu bleiben. Die Bogel,. aufgescheucht durch das plötzliche Erscheinen der -erde, erheben sich flotte rtib für einen kurzen Augenblick in die Luft. Und da, als es |e unvermutet des toten Riefen ansichtig wirb, durchzuckt es das 3ungfte ber cherbe die reizende kleine Pallah, noch einmal wit heißem Schre . Die älteren Gefährten bleiben regungslos fteben0^0^^ »war, doch ohne Furcht, da die Geier sich roicber zum Mahle mebergelaffen haben. Da nähert bie kleine Pallah sich facht und stellt sich dicht neben den L^ll bock Derselbe Sinn, ber den Pavianen verraten hat, daß der V00 au? der Sandbank erschienen ist (was sie dann von der Schar meben gehender Geier bestätigt sanden) derselbe Sinn sagt auch ihr, warum

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geradeswegs zum Wasser sührt, und schreitet zu einer Ecke der Sanbbank, wohin ihm feine Anvertrauten folgen. Noch einmal schaut er nach dem tvte?Kntkodil"hin? dan?senkt er den Kopf zum Trinken, Andre^-e^en, Zebras, Kuhantilopen und Gazellen, einige Perlhühner, Strauße, War zenschweine und Elenantilopen drängen sich gleichermaßen an den Sei en- rändern der Sandbank und meiden die Spitze m.t ihrem grauenhaften Freßgelage -ie und da wendet ein zum Platzen ooUgefreffcner ® 8 ga um AU trinken; danach torkelt er mit verzweifeltem

Fstigelfchlaget?über die Sandbank und versucht, den überschweren Körper nom Ä"u erheben. Allmählich begeben sich d.e ®e.er emer nach bem anbern fort, schwingen sich enblrch in die Luft und fliegen ihren Niftplätzen zu, die sie zwischen den Felsen oder in den Baumen h Später folgen Marabus und Milans langsam nach.

Die Döllerei des Tages ist beendet^ Aber in der Nacht werden-yänen und Schakale kommen und sich um die Reste scharen, dann wen neue Tag dämmert, werden die Geier s'.ch "Em ^"^11^0 u 1

bei dem nun stark verminderten Aas mederlasien wahrend noch andere von weither herbeieilen, zu denen tue Nachricht durch den Wald ge brU11 nb" an diesem zweiten Morgen werden nur noch ein Knochen - achtlos am Rande der Sandbank verstreut - non bem zeugen, dessen Raubgier so lange Zeit das ganze Tal m Furcht unv

I Schrecken gehalten hat. Aegeni

Die unheimliche Still«. Donner, Blitz und Wasser- ftröme. Das neue Leben. Pallah ist gluckl ch- Die Sonne gebt an einem finster blickenden -immel unter, der voll blaugrauer Wolken hängt. Als der letzte rötliche Streft zu Weiß verblut das wiederum von Grau verdrängt wird, legt sich «ne Stt r Tal, die nur durch das leise Klagen eines auskommenden Windes unte Lr°?r wirkn »ill dahin, ganz unter dem Druck ber lastenden I Schwüle und des drohenden Unheils, das in der Lust liegt. Tue P '

Wäre ber Fall umgekehrt verlausen: hätte der Schwanz des Riesen mit voller Kraft ben anbern getroffen, so wäre dieser umgehend betäubt worden und ber Tob burch bie scharfen breieckigen Zahne wäre ihm sicher gewesen, noch bevor er das Bewußtsein wieder erlangt hatte. Ader die Wucht dieses kleineren Schwanzes reicht nicht aus, den Riesen zu betäuben, und hat nur die Wirkung, daß dieser leicht ins Schwanken gerät noch mehr in Wut kommt und feft entschlossen ist, dem andern (o- schnell wie möglich den Garaus zu machen. Sem «chwanz fahrt wie rasend von einer Seite auf die andre, peitscht das Wasser, rührt die glatte Fläche zu Wogen auf und versendet nach allen Richtungen ganze Wolken von Sprühregen. Auch das kleinere Krokodil ist ganz ein- gehüllt in einen steigenden und faUenben Nebel von Schaumspritzern, den es mit bem wild hin- und herschlagenden Schwanz selber hervorbringt. So gleicht das Wasser um die beiden herum einem tosenden Strubel.

Wieder wendet ber Riese *ünb. beschreibt bazu einen weiten Bogen, roicber stürzt er vor mit ungeheurer Schnelligkeit Zwar, aber man- gelnber Gewandheit im Manöveneren. Es ist ber Kamps Zwischen Go­liath und David: dort die ungeschlachte Riesenstärke hier Behendig­keit gepaart mit List. Das kleinere Krokodil schwimmt wieder vor, um bem Ängriss bes Großen zu begegnen; so streben sie Rachen gegen Rachen aufeinanber zu. Da, ehe ber Riese noch begreift, was geschieht, breht der andre scharf links ab und maast bann bfttz chnell eine Wen- bung, inbem er die vorwärtsfchleßenbe Bewegung plötzlich abftoppt. Bon der' Triebkraft feiner ungeheuren Geschwindigkeit vorgeschnellt, schießt der Riese an ihm vorüber und kann erst beginnen zu drehen als es schon zu spät ist. Diesen Augenblick benutzt das andere Krokodil:unge- söhrdet durch Zähne und Schwanz des Feindes stoßt es Ach vor und beißt den Riefen in den -als. Die Zahn« schlagen durch die -aut,