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Nummer 88

Geigen Wasser

________Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger

Jahrgang <958 zr-«°g, de» jj. November

Der Zollbeamte wandte sich höflich an Meroven:Verzechen Sie, Herr Kapitänleutnant, können Sie etwa über den Wert dieser beiden Hunde aussagen?"

Christine sah Meroven flehentlich an:Ich habe die Hunde von einem Bekannten geschickt bekommen, Herr Lebensretter! Man will hun- dertfünfzlg Mark Zoll von mir haben pro Stuck. Bitte, sagen Sie doch, daß diese Hunde dort in Aegypten so häufig wie anderswo die Hammel sind!"

Meroven wandte sich an den Beamten:Gibt es denn da keine Vorschriften?"

Es gibt schon Vorschriften, aber solche Hunde hat ja noch kein Mensch hier gesehen!"

Wieviel wollen Sie denn gutwillig zahlen?" fragte Meroven.

Gutwillig? Also schön, zehn Mark für den Hund."

Meroven sah den Zollbeamten an:Ich glaube, das wird in Orb- nunfl gehen", sagte er.Wir haben ja mit solchen Dingen viel zu tun! Solche Hunde sind ja nicht einmal zur Zucht zu gebrauchen! Ich glaube. Sie können die gnädige Frau mit zwanzig Mart davonkommen lassen.

Gott ja, die Enkelin", sagte Christine.

Dann habe ich Sie einmal, als der Himmel noch voller hmg ... oh, gnädige Frau, dann habe ich Sie einmal aus dem gezogen!"

Er sah sie prüfend an als stelle er sich die schmale, zarte Mädchen­gestalt vor, die da im Badeanzug vor ihm gestanden hatte, mit blauen Lippen und merkwürdig großen und erfahrenen Augen.

Auch Christine sah das gleiche Bild. Sie sah einen sonnenbraunen -Kann mit der weißen Seglermütze, der sie frech musterte/ Wer konnte den Tag vergessen! Es war der Tag, da der Krieg ausbrach.

Sie sehen sich beide in die Augen.

Christine reichte ihm die Hand. Er drückte die Hand kräftig, aber er gab ihr keinen Handkuß.Es ist lange her, Frau ..."

Von Milotti , sagte Christine.

Damals wollten Sie über die Elbe schwimmen, Frau von Milotti! Inzwischen sind Sie verheiratet, inzwischen haben wir den Krieg ver­loren ... ach, was ist inzwischen olles geschehen!"

an"ml§" irgendwelche Schwierigkeiten haben sollten, wenden Sie sich ihrer Börse einen Zwanzigmarkschein und stellte sitz vorhanden "war. Si?be°rgeld 7ls"einz1ge/'L

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helfen!°"""°" 6iC' 0näbi0c brau, ich darf Ihnen doch ein bißchen

Hunde kurz und fragte über die Schulter:

Haben Sie draußen einen Wagen?" '

3a, meine Freundin wartet auf mich."

. ?ius halbem Aiege blieben die Hunde stehen und stemmten ihre Keine hüt>mir2h°ben^n^ine .tra,[te 'hre Köpfe und klopfte sie leise?, Kinder tut mir das nicht an, wir können hier nicht übernachten!" '

Meroven duckte sich neben ihr nieder und sprach leise auf die fiunbe Mch-BaNchisK^ l°gte « u"b "«nn führte er »h B

Die Hunde spitzten die Ohren.

Was ist das für eine Zauberformel?" fragte Christine.

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aRerooen blieb weiter in der Hocke. Sein Gesicht war dem von Chrl- st'ue ganz nahe:Es ist das ewige Wort von Aegypten, es heißt Trink- mrft r ^0°," £ort?- wie man in änderen Ländern

Abend und ,Papa sagt, oie Horen es vom Morgen bi- zum . . ,^'itine erhob sich:Herr Meroven, ich glaube, die Hunde aehen 1 tzt wieder weiter, ohne daß mir Gewalt anzuwenden brauchen!"^ sie eUetzlich teuer.^" ".zenb!" sagte Meroven.Im übrigen sind

So hätten Sie gelogen? Das glaube ich nicht!" ^i^s7°^"c.^aniwortete die Frage nicht. Er sagte:Gnädige Frau, wie ist es -ihnen inzwischen ergangen? Ich habe oft an Sie denken müssen, w'e Sie da standen! Wie eine junge Flußgöttin aber eine febr fkhrnh9C .blußÄottm. Es war ja der letzte Tag des Friedens, man prägt

i be ^unde em. Ich glaube, ich habe Ihnen auch einmal von Konstantinopel geschrieben. Ich war auf einem ganz großen Kasten."

='5a"'«Ja0te ^hristlne, Sie haben mir geschrieben. Ich war (ehr stak, auf d,e Karte. Aber Sie haben recht: Es ist sehr langi he^" 10 13

'^?rs sch mir als Lebensretter die Frage erlauben ..."

,lSie dürfen! Mein Mann ist Maler."

Sie wohnen natürlich hier in Berlin?"

. ä sagte Christine,wir haben eine kleine Villa draußen in ffohb und "Wald'" ,eflt bei Neubabelsberg mitten zwischen Eisenbahnen

Wenn es Ihnen recht wäre, Frau von Milotti würde ich Ihnen gern einmal einen Besuch machen und Sie bitten, mich Ihrem Herrn

^',?U nd "wo "sind^S i efo n ft ?'?" TO°nat ein paar Ia9e *" Berlin."

3n Hamburg an der Elbe, hinterm großen Ozean . "

"S>e hatten eine entzückende Schwester!"

Die habe ich noch Sie hat inzwischen große Kinder, aber sie ist noch immer puppenlustig. Sie müßten uns einmal besuchen "

Uns?" fragte Christine.

Tja, es ist eine ziemlich große Villa da auf der Elbhöhe, und da ich Junggeselle bin, wohne ich in der ersten Etage, und das Schwester­chen nut ihrem rotweinnasigen Mann wohnt unten." '

ftCrt>Mncn prüfenden Blick. Ihr Kostüm war etwas ab- ^°H°ndschuhe waren nicht in Ordnung, sie hatte es außerdem feit acht Tagen immer wieder verschoben, zum Friseur zu gehen Sie merkte, daß sie vor Merger rot wurde. Sie wandte plötzlich ihren Kopf voll zur Seite und sah Meroven an. p

Die Hunde drängten jetzt nach vorwärts. Sie hielt sie zurück: .Herr Meroven es ist merkwürdig, daß ich Sie immer treffe, wenn sich irgenb

!d,leben ?Eals war ich sehr kindisch, ich wollte über die stimmen und hatte mir das als Zeichen gestellt. Ich hatte mir gedacht. Wenn ich glatt heruberkame, dann würde ich als Kranken­schwester m den Krieg dürfen, statt dessen bin ich beinahe ersoffen. Sie holten mich dann von dieser widerlichen glitschigen Kette fort. Aber Se haben mir übrigens nicht das Leben gerettet, das hat dieser alte Ewer getan, der da ankert«."

Und jetzt" fragte Meroven.

Christine von ^Milotti

Roman von Rolf Brandt

Copyrkght by August Scherl Nachfolger, Berlin

15. Fortsetzung. eweÄFiÄiiär* 8r'b,nn mn6 * mM> ÄiWÄä re «

ÄSÄi'* **" Wu N - ,f>n an:Sehen Sie, das ist es, man muß sich ent- gegenkommenl Was sollte ich mit so teuren Hunden machen?"

Sie wandte sich an den jungen Herrn von der Lufthansa- Sie feben mir aus als ob Sie Hundeverltand hätten"

hnfii*ra.UfrJCUCk ich die Bestien ja nicht", sagte der junge Herr £eben!" "® f " l)abe ,d) fo ctroa3 überhaupt noch nicht in meinem

Bon der Tür kam eine Stimme:Es sind Armand-Hunde!" Viecher/ " m n^er" Gr ftrei*ette die beiden Hunde.Prachtvolle /Aber sehr billig, mein Herr", sagte Christine

Sie bekam einen prüfenden Blick, sie bekam einen zweiten Blick sichr"irre?"° "®rtm(eht von Rucktasch, wenn ich mich nicht

Christine suchte in dem fremden Gesicht. Sie hatte den Mann ge- ±n'r mÄn0c bcr s»n, es war nicht in der kurzen Zeit, da sie ®elUtoafue»m-tmachte es mußte lange her fein! Er hatte ihr gefallen, aber er hatte sie in einer unangenehmen Lage getroffen

Erlauben Sie daß ich mich vorstelle? Meroven! Sie sind doch Fräu- lein von Rucktasch? 7 u

-"AS- ^,'ße* Milotti, ich bin verheiratet. Aber es ist riditia mein Mädchenname ist Rucktasch." 01

Die Enkelin ..."