wollen.
In den Wäldern, die zum Himmel brausen. Wenn der Märzsturm um die Berge weht. Unterm Wipfeldach der Bäume draußen, Ueber denen sich der Sternkreis dreht. Sind wir seßhaft, schaffen wir und Haufen, Bis die Werkelwoche stille steht.
Wie die Stämme, die wir Haun und schneiden, Wie des Staudenwerkes Vielgestalt, Wie die Kräuter, die uns Rast bereiten, Wenn die Nacht sich überm Berge ballt, Unbedürstig, zähe und bescheiden Wurzeln wir in unserm Heimatwald.
Geheimnisreichster Erdenraum
Voll Vogellied, Gebraus und Schweigen, Wo über Ranken, Strauch und Baum Die Wipfel ineinander zweigen
Im Himmelsraum.
An taufend Stämmen haft du Halt.
Dem Grund vermählt und nah der Wolke
Wächst du verjüngt und ewig alt Im Heimatland gleich unserem Volke, Du Vater Wald.
So lesen wir in dem Gedichtbuch „Der Baum", das wir als eine der icköniten Gaben junger deutscher Dichter preisen wollen. Es ist em Lobaeiana auf Baum und Wald und jedwedes Ding, das dem ewigen Baum entwuchs. Und so ist dieses Buch zugleich das große Dankbekennt. Nis lur Heimat und ihren Menschen. Nur ein Dichter, der d,e Menschen des Waldes von Jugend auf kennt und sich eins mit ihnen fühlt m ihrem Denken und Handeln konnte diese Verse^reiben. von denen we hier noch zwei Strophen aus dem großen Gedicht „Holzfäller anfuyren
bar, das mich in eine Zeit hineinflellt, die diesen Dienst am deutschen Volke als erste Mannestugend fordert. Meine Wurzeln habe ich im Böhmerwald geschlagen. Nie wieder hat mich eine Landschaft bewegt wie dieses wei't und mächtig dähinflutende Waldmeer mit seinen Trum- mergipfeln, Steinriegeln, Filzen, Seen und Urwäldern, das noch nicht von der atemlosen Technik vergewaltigt wurde und überall den Ursprüngen nahe blieb. Hier offenbarte sich nur auch das Volk die Not- und Lebensgemeinschaft, verflochten mit Ahnen und Ungeborenem, ver- Kunden durch Erde, Arbeit, Sprache, Sitte und Glauben. Heimaterde und Volk wurden Lebensgrund und Stoff meiner Dichtung, der Erzählung sowohl als auch der Lyrik."
Das erste Buch, das von Linke erschien und seinen Namen bekanntmachte, heißt „Ein Jahr rollt übers ® e b i r g. Es ist em Bauernroman oder besser ein Waldroman. Es ist schwer, den Inhalt zu erzählen. Nicht wie meist in Romanen handelt es sich hier um ein vorherrschendes Einzelschicksal, sondern um das eines Dorfes, lä einer qanzen Landschaft. Linke schildert den Ablauf eines runden Jahres Not und Leid Freude und Arbeit. Es lebt nicht einer außerhalb dieser Gemeinschaft. Das einzelne Schicksal und Leben seiner Menschen inter- eistert den Dichter nur im Zusammenhang mit dem Lebensablauf aller. So wird die Landschaft zum Helden: Mensch, Tier und Wald sind unlösbar miteinander verbunden, und da Linke die Menschen seiner bayerischen Wahlheimat genau kennt, kann er uns ihr Dasein auch wirklich echt und währ erzählen, ohne Pathos und falsche Romantik. Innerhalb dieses Jahres werden die einzelnen Begebenheiten mit Hingabe geschildert, so daß uns die vielverzweigten Geschehniise Dieser epischen Darstellung bis in alle Einzelheiten vertraut sind. Das macht vor allem I die ungemein plastische Gestaltung von Landschaft und Menschen. Und I dann der stille Humor, der aus diesem Buch strömt. Wir erhalten auch I einen tiefen Einblick in das entsagungsreiche und mühevolle Leben der Holzfäller und Holzschnitzer, bei denen Armut und Hunger keine seltenen Gäste sind. Aber kraftvoll und lebenszugewandt werkeln und schaffen tue Menschen in diesem Notstandsgebiet, wenn auch groß ihre Mühsal ist und spärlich Freude und Lust. Deutsches Volkstum in reinster Verkörperung wird hier durch die Gestaltungskraft des Dichters sichtbar.
Johannes Linke hat sich selber einmal über Art und Haltung seines Schaffens geäußert. Wir wollen diese wenigen Worte hier anfuhren, denn sie führen zum Kern seines dichterischen Wollens „Wu. der Bauer seinem Acker, der Krieger seinem Feldherrn, der Arbeiter Seinem Werk bient und damit dem Volk und seinem Lande, so suche ich 's" Werke der ~ «• ........: _ ™ tit htonnn imh mH hPHI (rXTHClfll OCtHl1
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Schon vor diesem Roman schrieb Linke die schöne Erzählung „Lohrn asser", die das alte Thema vom Schatz im Acker behandelt. Man sollte dieses schlichte aber doch sehr zeitnahe Buch nicht übersehen. Der Dichter zeigt hier klar und eindringlich den Scheideweg zwischen wahrem Bauerntum, von den Vätern ererbt, und dem spekulativen Abenteurertum! Wer zum Werke Linkes geführt werden möchte, der lese vielleicht zuerst das kleine Bändchen „Der Wald und seine Kinde r", das schöne Proben aus allen seinen Büchern darbietet. Ein für Linkes An typisches Werk ist sein Bilderbuch aus dem Bayern- und Böhmerwb Wälder und Wäldler", zu dem seine Frau 60 wundervolle Aüp nahmerr beigesteuert hat. Ties hinein führt Linke uns in seinen geliebten Wald, schildert in vielen kleinen Episoden Leben und Wirken der Wald bauern, erzählt in der klaren und herzwarmen Sprache, durch die Linü uns immer wieder ganz gefangen nimmt. Ein Hauch von Stifter wti>- uns an und damit haben wir wohl das größte und schönste Lob su diesen Dichter ausgesprochen, auch wenn man sich hüten soll, erlaucht' Namen ins Feld zu führen.
u n s^sch e in? '"le i ch/z u' b'e h a tt e n ^Joh an ne CHi ke. Er verdient es sehr, . dient und damit dem Mit uno jemem «anue, ,u iuu;c "" viel Sn' /werden. Aber, im Lärm desTages erschsieh sich di^er Sprache, dem ewigen D^nb^ub nnen un^bm^em Schicksal^a^nk
nung, die ihm unlängst durch Verleihung des Berliner Llteraturpreyes zuteil wurde.
Pintes Voriahren waren Handwerker in Mitteldeutschland, sein Vater BSiffi S.ML.A.WM » NM lahr'stan/er an "her Wes/will^ He/a/siudierteer
wieder wurde Fabrikarbeiter, Schreiber, wanderte in den Bohmerwald orbeitete taasüber auf dem Feld bei Bauern und bei der Nacht an leinen Gedichten, heiratete als blutjunger Kerl 1922, Schlug sich als Ueber- ieher Nachtwächter und Tagelöhner schlecht und recht durch, bis ihm ein Häuschen und ein Stück Grund zusiel. Er lernte die Schreinerei und hungerte von neuem. Mit 28 Jahren bezog er noch einmal die Un - uerjität und lebt jetzt mit seiner Frau und vier Kindern als Dorsschullehrer in Oberfranken.
Aber lassen wir Linke selber erzählen: „Mein erstes Wort so hat mir die Mutter oft gesagt, sei ,Baum gewesen, und dieses erste Wort ist | in mir fortgeklungen und erfüllt mich noch heute verheißungsvoll wie das brausende Geläut einer Domglocke. Allzu viel Baume gab es freilich nicht in der Dresdner Vorstadt, doch genügten sie mir vollauf, die Straße, an der wir wohnten, war mit Linden bestanden, in un(erm Gärtchen hinter dem Hause entfaltete sich ein Holunderbusch zum Baume und der Sauertirschbaum daneben war auch schon groß genug, daß ich nurm feinen Aesten eine Bank bauen und als Schulbub meine Lernaufgaben zwischen Blüten, Blättern und Früchten machen konnte. Baumstamme aber lagen zu Hunderten unter unfern Fenstern, in dem Hose einer Klavierfabrik und als ich größer war, trieb ich täglich sUmdenlang zwischen den Holzstapeln, in der Brettersäge und bei den Tischlern mich herum, denen ich die Anfaiigsgründe meiner Schreinerkenntnisse verdanke. Die meiste Zeit aber verbrachte ich in der Wüste und Steppe des Stadt- randes, die'wir die „Prärie" nannten, und wo täglich Hunderte von Müllwagen ihre Schätze abluden. Als Einzelgänger und in Wandervogelgruppen lernte ich später aus immer größeren Fahrten die Heimat kennen und vertiefte mich zwischendurch in die vielen Bucher der Dichtimg. Daneben besuchte ich auch die Schule, wo ich bet den Lehrern Sprachen und Rechenkünste, bei Öen Mitschülern aber neue Streiche, lernte, z B. das Katapultschiehen, das ich so trefflich beherrschte, daß uh. zur Veloh- nung mit einemmal eine Stunde Karzer erhielt, weil ich meinen Lehrer, der gerade eine Formel an die Wandtafel schrieb, genau an die kahle Stelle feines Hinterkopses getroffen hatte. Mit achtzehn> Jahren hatte ich das Zeugnis der Notreife, trat ins Heer em, wurde Beobachter, Fern- sprecher Meldegänger und Gefreiter und marschierte mit meiner Truppe, nach de'n.Rückzugskämpsen von Frankreich bis nach Sachsen, wo wir kurz vor der lichtlosen Weihnacht des Jahres 1918 eintrafen. Früh erkannte ich baß alles, was einer tut, in einem sinnvollen Zusammen- | bang stehen muß. Danach hanble ich auch in.meiner Dichtung. Von den Bäumen und Wäldern habe ich gesungen, und von den Menschen der Wälder erzählt, und wenn mich heute auch andere Dinge bewegen Io sind doch auch sie letzten Endes in den Wäldern daheim, wo das Vaterhaus meiner vier Kinder am Berghange steht."
fallen konnte und schleuderte ihn mit heftigem Schwung gegen die Blechplatten, die an der Hinterwand des Ladens lehnten und als Unter fetzer für das Schaufenster dienten. Klirr! Klirr! Klirr! Der toame ftmihto nnb fvrikte» Und daß wir jetzt gekommen waren und ihm Kau/ i/e/ibm in feinem Tun' noch zu beflügeln, als wäre es
Man hätte ihn doch nicht einfpetren dürfen.
ZWSMWiWW MMMsW-MZ war in dieser Geschichte, seine vierte und beste Nummer.
fürr Blachfeld schloß sofort die Tür. Darauf listete er Willy den
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wieder, wie sie mindestens sein sollte.
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$)err Blachfeld verkaufte sie als Vogelfutter.
Der Dichter Johannes Linke.
Von Hastns Arens.
Derantwortlich: Dr. HanS Thhrivt. - Druck und Verlag: Vrühlsche Unibersitätsdruckerei A. Lange. Gießen.
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