Ausgabe 
1.7.1938
 
Einzelbild herunterladen

'ach 3ai i Sibni

ti 's einil dieser Z Nge ttor] hatten fj eitet, uj sten T« gesehen

SiehenerZamilienbMer

Unterhaltungsbeilage zum Giehener Anzeiger

-r er s, r Morde

Jahrgang (938

Zreitag, den Juli

Nummer 50

irets not nicht nii Bild bt hübsch

u Sasch i. Snblii »en hott, ) erzähl! Mite »

Lady Hefter Stanhope EINE FRAU OHNE FURCHT Von Maria Josepha Krück von poturzyn

als bie|t blich sei« ib hübst ,u kenn« ;e Bries rürf. De und jus n zweit rank, ui in. ®rai >ie so ut e ziemls

h sein - nicht nut ier grohi

nmer vc gewahr 16 ist nii i, der b und d »ollstänblj der Si er ist i : ich trat nodjtna!

es Sin? iten Das Zingapok sich M«

ft sie nur nit Arth' esgesahre' ninien.

r Freund öibney g bann «' Hierin liffige °b würde, f

ire E trasJJ11 MacInV Camp » Sie h°> St pS redet- ' 5» S*

un» na , das M ' nun fr<

Copyright by Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart

10. Fortsetzung.

Gewiß, Mylady, außerordentlich scharmant ... Ganz George Brum­met ... Wo er jetzt wohl sein mag?"

Niemand antwortete. Von draußen klang ernst und feierlich, feurig und jauchzend, das Singen der Beduinen herein, Mondlicht umwob die zerschnittenen Säulen des Sonnentempels ... Bruce stützte den Kopf in die Hand. Jemand anderer sollte diese Frau verstehen!

Noch ehe der Morgen dämmerte, wurde Hefter geweckt. Sie hatte längst die Gewohnheit angenommen, sowie die Türken halb angekleidet zu schlafen. Nassr stand in der Tür:

Königin! Zwei der Gefangenen vom feindlichen Stamm Faydan sind in der Dunkelheit entkommen ... Sie werden ihren Stamm benach­richtigen, daß du noch in unserer Mitte bist. Sie werden uns angreisen. Wie müssen fliehen."

Meryon bedauerte, Bruce glaubte nicht. Meryon wollte doch un­bedingt noch die Speise kennenlernen, die ihm versprochen worden: Soße von Hasenfleisch mit Zwiebeln und Trauben! Bruce wollte warten, ob Nassr nicht im Tageslicht einen neuen Scherz bekenne.

Nassr tobte wie ein Irrsinniger, er wolle den Scheich von Palmyra töten, weil er die Gefangenen entkommen ließ, er wolle sein eigenes Leben gerne für die Königin geben ... Aber schon stieg die Sonne über den Wüstenhöhen vielleicht hatten die feindlichen Faydan bereits die Stadt umzingelt. In rasender Flucht nur liege die Hilfe ... Reite die Königin nicht so gut wie ein Araber?!

Hefter läßt sich den letzten gefangenen Faydan vorsichren: er schwört, sein Stamm werde nur Nassr bekriegen und dann die Melika könig­lich empfangen!

Sie wendet sich an Bruce:

Also fliehen wir um Nassrs willen ... Haben Sie nicht gestern erzählt, auch Zenobia sei aus Palmyra geflohen?"

Bruce lächelt:

Ja, Hefter. Und auf dieser Flucht hat sie einen ihrer Ratgeber ge­opfert ..."

Frauen und Kinder umringten die weiße Herrin weinend und klagend, nahmen Geschenke in Empfang; und die Männer verkündeten mit großer Miene:

Königin! Wir erklären dich zur Angehörigen unseres Stammes. Du sollst als einzige Fremde das Recht haben, Karawanen anzuhalten, wo immer du willst! Du sollst aber auch uns deine Freunde empfehlen können, wir werden sie hüten wie dich selbst."

Einer warf sein Fez in die Luft:

Gebt mir einen Hut und ich gehe mit ihr nach England."

Das war viel für den Angehörigen eines Volkes, in dem ein Fluch heißt: Daß Allah dir einen Hut aufsetze!

Dann ritten sie westwärts, der goldene Sand wirbelte unter ihren Hufen. Dreihundert feindliche Reiter vom Stamm der Faydan waren gesichtet worden; sie folgten den Spuren der Königin. Zwei Tage hetzte Nassr die Kavalkade von zehn Uhr morgens bis Mitternacht, ohne Wasser für die Pferde, ohne Speise für die Menschen. In der Nachhut gab es Gefechte, sogar Nassr entfernte sich eines Tages, um mit fliegendem Haar gegen Feinde zu reiten.

r Hefter befahl Meryon zur Pflege der Verwundeten. Aber er kam oald wieder entrüstet zurück. Was war mit Patienten zu machen, die ihre iochüsse in Kamelharn badeten und wenige Tage darauf kaum mehr Narben besaßen?-

An einem Apriltag voll Glanz grüßten die Berge herüber, die grünen Triften von Hamah. Die Wüste war zu Ende, der Traum einer Königin oon Palmyra. Nach einem großartigen Festmahl nahm Nassr mit könig- 'cher Geste zweitausend Piaster aus der Königin Hand.

Du wirst wiederkommen, Hefter, Stern des Morgens! Du wirst die Wüste nicht vergessen, wie wir dich nicht!"

. Zwei junge Beduinen ließ er ihr zurück, als Pfand für ihr König- ">ch. Aber die Jungen siechten dahin in den saftigen Triften von Hamäh;

noch ehe der Sommer kam, mußte Hefter sie nach dem goldenen Sand­meer ihrer Wüste entlassen.

Unser Reich war bald zu Ende", sagte Bruce beim Frühstück.

Es hat noch gar nicht angefangen", erwiderte Hefter, während sie mit den langen, gepflegten Händen Butter auf Toast strich, genau wie in England.

Wie meinst du das?"

Eines Tages werden Tausende von Menschen Obdach bei mir suchen, ich werde für ein ganzes Volk zu sorgen haben."

Doch nicht für die Beduinen?" Hinter Bruces korrekter Frage lag ein mühsam unterdrücktes Lachen.

Hefter blieb unbeirrt:

Welches Volk es fein wird, weih ich noch nicht. Aber ich sehe das alles vor mir, so gut wie du da auf dem Stuhl sitzest."

Bruce senkte das Gesicht auf den Teller und hütete sich, zu wider­sprechen. Er liebte an Hefter Stanhope das mutige, stolze, schöne Weib, die Maßlosigkeit ihrer Phantasie und Leidenschaft; er liebte den klugen Kameraden, der scherzen und schweigen und alle Strapazen ertragen konnte. Jenen Teil aber an ihr, der zuweilen in Rätseln sprach und Geheimnisse liebte, nahm er hin in lächelndem Verstehen als kleinen Schönheitsfehler an einem tadellosen Geschöpf. Nur wenn sie mit einer absurden Prophetie recht behie^ konnte er sich ärgern.

1 Die P e st.

1813! Wohl ist die Nachricht vom Rückzug der Franzosen aus Ruß­land nun bis an die syrische Küste gedrungen, aber niemand glaubt, daß Napoleons Kraft- gebrochen ist. Wird er nicht doch eines Tages nach Asien ziehen?

Hefter hat Levantiner am Rand der Wüste erkannt, die als franzö­sische Agenten das Land durchstreifen und wohl den Zug nach Indien vorbereiten sollen.

Pierre", sagt sie eines Tages zu ihrem Koch, dem alten Veteranen Napoleons,glaubst du, daß Bonaparte durch die Wüste nach Indien marschieren könnte?"

Ja, Herrin. Er hat zu Unrecht Europa als Schauplatz erwählt. Wenn Napoleon zu uns kommt nach Asien, werden Millionen mit ihm marschie­ren, die Welt wird ihm untertan sein und sein Reich Jahrtausende dauern!"

Palmyra, die Perle der Wüste, hat Hefters Sinn betäuben können, es hat sie nicht das Vergessen gelehrt. Indien! Es gehört zum Letzte», was Pitt ihr mit feiner warmen, geliebten Stimme anvertraut:Das Schicksal Indiens hängt an Wellesley ich hoffe, es ist gesichert für England!"

6in blauer Sommer zieht übers Gebirge, während Hefter mit Bruce unter Sykomoren und Oliven nach Gazellen jagt. Ein Erwachen zieht durch ihre Seele. Indien soll es verloren fein für England?

Die Welt steht in Flammen vielleicht vor dem Anbruch einer neuen Zeit und sie soll in den Wäldern Syriens jagen?

Nein, im Herbst wird sie zu Schiff nach Indien reifen. Vielleicht gibt cs dort zu tun. Oder soll sie der Einladung des Wahabitenkönigs folgen, der über Arabien herrscht, dem Mann mit den riesigen Palästen und achthundert Frauen, der Mekka erobert hat? Auch Arabien wird eine Rolle spielen, wenn Napoleon Indien erobern will. Sie kann helfen, den Weg nach dem Osten für England zu sickern.

Hefter Stanhope liegt in Bruces Armen, während sie plant und träumt.

Vielleicht auch sollte man Rußland unerkannt durchforschen, denn Rußland ist die Gefahr für das Gleichgewicht des Kontinents..

Es ist Pitts Schülerin, die spricht, nicht mehr die Königin von Pal­myra; aber in dem Mann neben ihr lodert keine Flamme nach großen Taten. Mit verschleierten Augen sucht er nichts als ihre Lippen und spricht höchstens von den Summen, die solche Reise kosten würde, die weder sie noch er bestreiten könnte.

Hefter versteht; Michael Bruce ist her Müdigkeit des Ostens verfallen es wird Zeit, daß sie ihr Opfer bringt.

Briefe kommen aus England. Freunde rufen Bruce zu den Herrlich­keiten von Brighton und Bällen in Carlton House; Crawsord Bruce, der Vater, Inhaber des großen Bankhauses, ist krank und verlangt nach dem Erben.

Ich gehe nicht, wenn du nicht mittommft", sagt Michael störrisch.

Soll ich vielleicht in England Handarbeiten machen und Haushalt führen Bälle besuchen?"

Gibt es in England nicht eine andere, glänzende Stellung, hie auf hich wartet?" fragt er dagegen, mit bittendem Blick.

Bruce kennt dies Gesicht, jede Linie hat er gesehen in Frohsinn, Grübelei und Gefahr. Er kennt den Abgrund in diesen Augen, die er liebt aber her Blick, mit dem sie jetzt an ihm vorbeisieht, ist ihm fremd.