'toiiori" kommandierte der Admiral, neben seiner eingestürzten Kam-
w°Me bemühten wir uns, sein Gewinsel durch V.ktor.a-Rufen zu über. brÜ“ein Viktoria dem Admiral Deckeltopf," röchelte Erwin ,,der seinen fflSÄPSä* KW mu
WJÄS: schrien wir und sprangen wie di- Tollen aus den ^°"Ein^n Rettungsring auswersen für den Schiffsjungen!" kommandierte
DeHnIwortHch Or. HanS Thtzrtöt. — Druck und Derlag: Brühl',ch- UniversitätS.Buch. und Steindruckerei. R. Lange, Giebe«,
Elli.
Bon Bruno Brehm.
Kaum waren die Eltern fort, so verwandelten sich Vaters Reitstiefel in Kanonenrohre, die Sporen in Visiere, das Bügelbrett in eine Kommandobrücke, der lange Besen in einen Mastbaum, die Matratzen in die Panzerung und die Ehebetten in die den Ozean kreuzenden Schlachtschiffe. Karl der Aelteste, wollte immer wieder der Admiral Tegetthoff sein. Aber keine Würde ohne Bürde. Seine Erfindung, den Kanonendonner durch das Zusammenschlagen zweier Topsdeckel nachzuahmen, hatte ihm den Namen Deckeltopf eingetragen, dawider hals kein Strauben. Wollte er sich nicht mit zuckendem Herzen Deckeltopf nennen lassen, dann spielte unser Jüngster, Erwin, nicht als Schiffsjunge mit. Erwin legte nicht besonders viel Wert auf das Schiffsfpiel, aber er brauchte uns für fein Theater, wo hinwiederum der Admiral die niedrige Rolle eines Beleuchters und Lampenputzers innehatte. Admiral Deckeltopf, schritt vorsichtig auf der über dem Bettgestell liegenden Kommandobrücke auf und ab, schaute durch eine Pappendeckelröhre und befahl: „Feindliches Geschwader in Sicht! Anrammen und zum Sinken bringen! .
; Alles auf die Gefechtsstationen!" brüllte Heinz, der Erste Offizier. Heinz und ich schoben schnell die Stiefelröhren durch die Matratzenpanzerung, drehten die klirrenden Sporenräder, und Heinz meldete. „Feuer- bCrerroin, der nicht nur unter die Betten zu kriechen und dort 'm Kessel-
raum zu heizen, sondern auch die Elementargewalten und den Ge chutz- donner darzustellen hatte, tauchte aus der Tiefe auf, schlug seine Topfdeckel zusammen und sprang dann so wild aus den Federmatratzen umher, daß die Kommandobrücke samt dem eben „Feuer!" kommandierenden Admiral in das schlingernde Bett purzelte.
„Admiral gefallen!" brüllte Heinz, der Erste Offizier. „Ich übernehme
'sich""»" dem Bllgclladen und einer übelwollenden Handbewegung des Admirals zu retten, ließ sich der Schiffsjunge, der zu stark gerüttelt hatte, über Deck auf den Ozean des Fußbodens gleiten
„Mann über Bord:" brüllte ich, der die Aufgabe hatte, alle Matrosen in meiner Person zu verkörpern. , ....
„Admiral Tegetthoss lebt noch!" stieß unser Admiral mühsam hervor, „Herr Erster Offizier, kümmern Sie sich um Ihren Dienst, ich werde den
^^"^Deckeltopf, o du blöder, gemeiner.Deckeltops! Du hast die Seeschlacht verloren und willst dich an mir dafür rächen." . . „
Genug!" brüllte der Admiral. „Achtung! Ich zahle: eins, zwei, drei.
"Elli! Elli' Elli!" schrien wir drei nun aus vollem Halse, um das Aus »'"'LLmNÄK". »Ä * I.« M.»« ML y ein "tapferer Seemann Elli geheißen. Wir wollen kein Weib an Bord der .Lissa'I Ein Weib namens Elli soll unsere Flagge nicht schänden.
Wir banden Erwin los, und er rannte weinend davon. „Feiger Deckei- ^°b!,Ellü blöder","envwertt"der Admiral, „und du darfst mich Deckeltopf nennen? Weine ich deshalb?" . .... .
Mit Mühe gelang es uns, den Schiftsjungen wieder zu versöhnen, ja, er schloß sogar mit dem Admiral ein Abkommen nach welchem es verboten wurde, sowohl Decke,tops wie Elli jemals mehr zu rufen. Aber lange bat es nicht vorgehalten, denn in dieser geheimnisvollen Art fchimvfen, lag ein allzu großer, ein unwiderstehlicher Reiz, — und was hatte den das für ein Schiffsfpiel fein sollen, bei dem der Schiffsiunge keine Prügel bekam?
f-^e, Hilfe!" brüllte der Schiffsjunge, mit Armen und Beinen um sich schlagend und dem Ersten Offizier die beiden Topfdeckel, reichend, damit das Feuer keine Unterbrechung leide.
Zn Federpolster wurde zusammengedreht und Erwin zugeworfen, mit mlt’diaer Stimme ?,das Seegericht wird sogleich zusammentreten. Bis SÄ?»»« Ä SStt "W£t" »«t ültour-l Brf.llopf-, |a«le b.r ed>lff.iun«< |l* '‘tÄÄÄ’Ä to »bmlr«l. auf. A.°b»U- >"'•
sÄSÄ'm, sich Ob«. S-«Nsw-h, umlegen, unb »ein«
"“SÄ -ch» Soaireffer?" ftngle »bnilral T-g-lch-Ii noch fll"F"Ä”Ä »« SchM-lunge mit ««.«
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Kfl^«ln<« Schl,, »m üb« Leben unb Tob' ich kann Sie zu Tod peitschen lassen, wenn Sie mit dieser lächerlichen I und'bübischen Namensverdrehung nicht endlich einmal «ushorenw , .
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baß der Schiffsjunge nicht durch ein heftiges Emporfchnellen einen See sturm verursachte und die Kommandobrücke wieder herunterfege.
„Seegericht gestellt, Herr Admiral."
„Deckeltopf!" höhnte der Schiffsjunge
„Schon gut", erwiderte der Admiral, „wir werden gleich fertig sein mltÄC™ Schweigen Auch dem Schiffsjungen verging anscheinend die gute Lne dlnn ihm stand Furchtbares bevor. Die Ehrfurcht vor dem Un9^rrmSerUDff£er,ri4 frage Sie vor Gott und Ihrem Gewisfen, ob 'e? Ihnen bekannt ist,,daß bei einem gewissen Namen meist kleine Modchen^geru^en^we bje Bastonade ohne Laut über sich ergehen hatte lassen wand sich bei dieser Folter dritten Grades, die er nun zu erdulden
Ä?.‘S*”äbmw T.g«b.ir, b., 6* °M|--. sich'an der Qual des Schiffsjungen weidend, „fo werden nur kleine ^°Der "Mmira? verließ die Kommandobrücke unb beugte sich über den Gefesselten: „Schiffsjunge Erwin, warum halten Sie meinem Blick nicht stand? Sind das nicht gar Tränen, was sich da über Ihre Wangen fheb Warum meinen Sie denn? Es muß wohl fürchterlich ein einen solchen Mädchennamen zu haben, wie? Schiffsjunge Erwin, soll ich mein Flagg fthiff soweit schänden unb biefen Namen laut aussprechen.
„Nein! Nein! Bitte, nein! Bitte nicht!" schluchzte ber Sch.sssiunge auf, das barfft bu nicht, bas ist gegen bas Spiel, ich hab ruhig bie Basto nabe ertragen, aber das kann ich nicht hören, bas will ich nicht Horen, bu barfft, wenn bu bas nicht fagft, nächstes Mal beim Theaterspielen dir ^,b^V^^^fNulngee6rroV^eertr>iberte ber Abmiral kalt, ,cheläftigen Sie uns nicht mit Ihren Privatangelegenheiten. Wir spielen nicht, ,etzt ist s voller
SB
MZNNB künde die Fackel deutend uns voran".
Oer Wirtin Töchterlein.
Bon Ludwig Uhlanb.
Es zogen drei Burschen wohl über den Rhein, Bei einer Frau Wirtin, da kehrten sie ein:
„Frau Wirtin, hat Sie gut Bier und Wein? Wo hat Sie Ihr schönes Tochterlem? —
Mein Bier und Wein ist srisch und har., „ Mein Töchterlein liegt auf der Totenbahr.
Und als sie traten zur Kammer hinein, Da lag sie in einem schwarzen Schrein.
Der erste, der schlug den Schleier zurück
Und schaute sie an mit traurigem Blick:
,Ach, lebtest bu noch, bu schöne Maib!
Ich würbe bich lieben von bieser Zeit.
Der zweite beckte ben Schleier zu
Unb kehrte sich ab unb meinte dazu:
„Ach, bah bu liegst auf der Totenbahr'!" Ich hab' dich geliebet so manches Jahr.
Der dritte Hub ihn roieber sogleich
Unb küßte sie an den Mund so bleich:
Dich liebt’ ich immer, bich lieb’ ich noch heut’
Unb merbe bich lieben in Emigkeit."


