Ausgabe 
25.6.1937
 
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sie besitzt und bringt es herbei. Auf dem Marktplatz ange- »on all dem Elend, das sie gesehen, überwältigt worden und

gerosst, was

langt; ist sie von all dem Elend.

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Se bstbildnis Tilmann Triemenschneiders.

Von Lina Staab*.

Aus der Jahrhunderte verworrener Wildnis herüberdämmcrt sein gedunkelt Bildnis:

Die Schaube fließt von Schultern schmächtig, zart. Sie sinken müde, wie nach langer Fahrt. Ins weiche Antlitz grub des Wissens Pflug die Furchen bangen Zweifels Zug um Zug. Der Locken Schwall, der aus der Kappe rauscht, hat Sturm des Aufruhrs heimlich schon gebauscht. Die Lippe kerbte wilder Fluch und Kuß so tief, daß sie sich schmerzhast schließen muß. Doch dieser schrägen Augen stille Sterne öffnen sich ernft und groß der Bilderferne. Es neigte in iyr träumerisches Schauen sich hold die süßeste der Erdenfrauen, und lächelnd durch den reinen Spiegel hin schritt hoheitsvoll die Himmelskönigin.

Das runde Lid barg wie ein gut Visier die Bischofsmitra und die Ritterzier. Es barg sie treu bis zu dem Tag, da jach des Schaffens Flamme aus den Händen brach.

Jetzt schließen sie sich sinnend um ein Buch, jetzt neigt sein Ohr sich einem frommen Spruch: Inmitten einer stolz-ungläubigen Schar von Priestern stellt er demutsvoll sich dar, und den Begehren und Verzicht geprägt, und dessen Antlitz zweifelnd prüft und wägt, er lauscht, ein Hoffender im neuen Bund, der Weisheit aus des Heilands Kindermund.

in grenzenloser Verzweiflung zu Boden gesunken.

Frisch und sröhlich war er gewesen, der junge Goldschmiedgeselle, der voriges Jahr in ihres Vaters Haus diente. Herrlich war es, an seiner Seite über diesen selben Marktplatz zu wandern, wenn der Mond hinter den Giebeln hinanstieg und den Glanz von Visby beleuchtete. Stolz war sie auf ihn gewesen, stolz auf ihren Vater, stolz auf ihre Stadt. Und nun liegt sie da, von Jammer gebrochen. Unschuldig und doch schuldig! Er, der kalt und grausam auf dem Throne sitzt und alle diese Verheerung über die Stadt gebracht hat, ist er derselbe, der ihr zärtliche Worte zu- geslüstert hat? Schlich sie sich zum Stelldirhein mit ihm, als sie in der vorigen Nacht ihres Vaters Schlüssel stahl und das Stadttor öffnete? Und als sie ihren Goldschmiedegesellen als einen gewappneten Ritter traf mit einem stahlgepanzerten Heere hinter sich, was dachte sie da? Wurde sie nicht wahnsinnig, da sie die stählerne Flui sich durch das Tor wälzen sah, das sie geöffnet hatte? Zu spät deine Klagen, oh, Jungfrau! Warum liebtest du den Feind deiner Stadt? Gefallen ist Visby, vergehen wird sein Glanz. Warum stürztest du dich nicht mitten im Tore nieder und liehest dich von den eisernen Hufen zu Tode treten? Wolltest du leben, um den Verbrecher von des Himmels Blitzen getroffen zu sehen?

Oh, Jungsrau, an seiner Seite steht die Gewalt und schützt Um. An heiligern Dingen als einer leichtgläubigen Jungsrau vergreift er sich. Nicht einmal Gottes heiligen Tempel schont er. Die leuchtenden Karfunkel­steine bricht er aus der Kirchenwand, um die letzte Kufe zu füllen.

Da ändern alle Gestalten des Bildes ihre Haltung. Blindes Entsetzen packt alles Lebende. Der wildeste Kriegsknecht erbleicht, die Bürger wen­den ihren Blick zum Himmel, alle erwarten Gottes Strafgericht, alle erbeben, außer der Gewalt auf den Stufen des Thrones und dem König, der ihr Diener ist.

Ich wünschte, der Künstler lebte noch, so daß er mich hinab zum Hasen von Visby führen und mir diese selben Bürger zeigen könnte, als sie mit den Blicken der fortsegelnden Flotte folgten. Sie rufen Verwün­schungen über die Wogen hin.Vernichtet sie", rufen sie,vernichtet sie! Oh, Meer, du unser Freund, nimm unsre Schätze wieder! Tue deine er­stickende Tiefe aus unter den Gottlosen, unter den Treulosen!"

Und das Meer donnert dumpf Bllifall, und die Gewalt, die auf dem königlichen Schiffe steht, nickt zustimmend.So ist es gut", sagt sie,ver­folgen und verfolgt werden, so lautet mein Gesetz. Möge der Sturm und das Meer die räuberische Flotte zerstören und die Schätze meines könig­lichen Dieners an sich raffen! Desto früher ist es uns beschieden, auf neue Berheerungszüge auszuziehen!"

Aber die Bürger auf dem Strande wenden sich um und sehen zu ihrer Stadt empor. Feuerslammen sind dort aufgelodert, Plünderung ist über sie hingezogen, hinter zersprungenen Scheiben gähnen verwüstete Wohn­stätten. Geschwärzte Giebel sehen sie, geschändete Kirchen, blutige Leichen liegen in den engen Gäßchen, und vor Schreck wahnsinnige Frauen durch­eilen die Stadt. Sollen sie alledem ohnmächtig gegenüberstehen? Gibt es niemanden, den ihre Rache erreichen kann, niemanden, den sie ihrerseits quälen und vernichten können?

Gott im Himmel, seht doch! Des Goldschmieds Haus ist nicht geplün­dert, nicht verbrannt. Was ist das? War er im Bunde mit dem Feinde? Hat er nicht den Schlüssel zu einem der Tore der Stadt in feinem Ge­wahrsam? Oh, du, Jung-Hansens Tochter, antworte, was soll das bedeuten?

Dort auf dem Königsschisse steht die Gewalt und betrachtet ihren königlichen Diener, unter dem Difier lächelnd.Höre den Sturm, Herr, höre den Sturm! Das Gold, das du geraubt, bald wird es dir unerreich­bar auf dem Meeresgründe ruhen. Und sieh zurück auf Visby, mein hoher Herr! Das Weib, das du betrogst, wird zwischen Priestern und Krcegsknechten zur Stadtmauer geführt. Hörst du den Volkshaufen, der ihr folgt, fluchend und wehklagend? Sieh, sieh, die Maurer kommen mit Kalk und Maurerkellen! Sich, die Frauen kommen mit Steinen! Alle tragen sie Steine, alle, alle!

Oh, König, wenn du nicht sehen kannst, was in Visby vorgeht, mußt du doch hören und wissen, was dort geschieht. Du bist ja nicht von Stahl und Eisen wie die Gewalt an deiner Seite. Wenn des Alters düstre Tage kommen und du unter dem Schatten des Todes lebst, dann wird das Bild von Jung-Hansens Tochter vor deine Erinnerung treten.

Bleich wirft du sie unter ihres Volkes Hohn und Verachtung zusam­mensinken sehen. Du wirst sie dahinziehen sehen zwischen Priestern und Kriegsknechten unter Glockengeläute und Hymnengesang. Sie ist schon tot in den Augen des Volkes. Tot fühlt sie sich in ihrem Innersten, getötet von allem, was sie geliebt. Du wirst sie in den Turm steigen sehen, sehen, wie man die Steine einfügt, vernehmen, wie die Maurerkellen scharren, und das Volk hören, wie es mit [einen Steinen herbeieilt.Oh, Maurer, nimm meinen, nimm meinen! Bediene dich meines Steines zum Rachewerk! Laß meinen Stein mit dabei sein, Jung-Hansens Tochter von Licht und Luft abzuschließen! Gefallen ist Visby, das herrliche Visbnl Gott segne eure Hände, Maurer! Laß mich mit dabei [ein und die Rache vollziehen!"

Und Hymnengesang erklingt, und die Glocken läuten wie über einer Toten.

Oh, Waldemar, König von Dänemark, auch dein Los wird es sein.

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Ein Bild erzählt.

Von Selma ßagerlöf.

In dem Frühling, in dem Hellquists großes BildWaldemar Atter- iag brandschatzt Visby" im Kunstverein ausgestellt war, kam ich an einem stillen Vormittag hinaus, ohne zu ahnen, daß dieses Kunstwerk sich da befand. Die große, faÄenreiche Leinwand mit den vielen Ge­stalten machte schon beim ersten Anblick einen außerordentlichen Eindruck. Ich konnte kein andres Bild ansehen, sondern ging geradeswegs auf dieses zu, setzte mich nieder und versank in stille Betrachtung. Eine halbe Stunde lang lebte ich das Leben des Mittelalters.

Baid war ich mitten in der Szene, die sich auf dem Marktplatz von Visby abspielte. Ich sah die Bierbottiche, die sich mit dem goldnen Trank tu füllen begannen, den König Waldemar begehrt, und die Gruppen, die sich rings um sie ansammelten. Ich sah den reichen Kaufherrn mit dem ßagen, der unter seinen Gold- und Silberschüsseln fast zusammenbricht, den jungen Bürger, der die Faust gegen den König ballt, den Mönch mit dem scharfen Antlitz, das forschend die Majestät betrachtet, den zer­lumpten Bettler, der sein Scherflein opfert, die Frau, die neben der (inen Kufe hingejunken ist, den König aus seinem Thron, das Kriegs- Heer, das sich aus dem schmalen Gäßchen heranwälzt, die hohen Haus­giebel und die zerstreuten Gruppen trotziger Soldaten und halsstarriger Bürger. .

Aber plötzlich merkte ich, daß die Hauptgestalt des Bildes nicht der König ist, nicht einer der Bürger, sondern der eine der eisengepanzerten Schildträger des Königs, der mit dem gesenkten Visier.

In diese Gestalt hat der Künstler eine seltsame Kraft gelegt. Man sieht nicht das geringste von ihm selbst, der ganze Mann ist Eisen und Stahl, »nd doch macht er den Eindruck, der wahre Herr der Lage zu (ein.

Ich bin die Gewalt, ich bin die Raublust", sagt er.Ich bin es, der Visby brandschatzt. Ich bin fein Mensch, ich bin nur Eisen und Stahl. Ich habe meine Lust an Quoten und Grausamkeit. Mögen sie einander nur peinigen. Heute bin ich der Herr aus dem Marktplatz zu Visby.

Sieh", spricht er zu dem Betrachter,kannst du nicht sehen, daß Ich hier Herr bin? Soweit dein Auge reicht, gibt es nichts andres als Men- Ichen, die einander quälen. Seufzend kommen die Besiegten und liefern lhr Gold aus. Sie hassen und drohen, aber sie gehorchen. Und die Be­gierde der Siegesherren wird immer wilder, je mehr Gold sie hervor­pressen können. Was sind Dänemarks König und seine Soldaten andres als meine Diener, wenigstens für diesen Tag? Morgen werden sie zur Kirche gehen oder in friedlicher Zwiesprache in den Schenken sitzen oder pielleicht auch gute Väter [ein im eignen Heim, doch heute dienen sie mir, heute sind sie Bösewichte und Gewalttäter."

Und je länger man ihm zuhört, desto besser versteht man, was das 8ild ist: nichts andres als eine Illustration der alten Mär, wie Menschen tinanber quälen können. Kein versöhnender Zug ist da, nur grausame Bemalt. Und trotziger Haß und hoffnungsloses Leiden.

Es ist doch so, daß diese drei Bräukusen gefüllt werden müssen, aus luf; Visby nicht geplündert und eingeäschert werde. Warum kommen sie nicht, diese Hanseaten in stammender Begeisterung? Warum kommen tie Frauen nicht herangeeilt, mit ihren Geschmeiden, der Trinker mit Seinem Becher, der Priester mit dem Reliquienschrein, eifrig, gwyend von Opfermut?Für dich, für dich, unsre geliebte Stadt! Wozu uns Krieger schicken, wenn es sich um dich handelt! Oh, Visby, unsre Mutter, unser tiuhm! Nimm zurück, was du uns gegeben hast!"

Aber so wollte der Maler es nicht sehen, und so war es auch nicht. Keine Begeisterung, nur Zwang, nur gebändigter Trotz, nur Januner. Das Gold ist ihnen alles, Frauen und Männer seufzen über dies Gold, ton dem sie sich trennen müssen.

* Aus einem Zyklus um Würzburg:Die festliche Stadt".

ISieh sie an!" spricht die Gewalt, die auf den Stufen des Thrones steht.Es geht ihnen tief zu Herzen, es zu opfern. Mag, wer da will, mit ihnen Mitleid haben! Geizig, gewinnsüchtig, übermütig find fiel Sie sind um nichts besser als der gierige Räuber, den ich gegen sie aus« gesandt habe."

Eine Frau ist vor der Tonne zusammengebrochen. Kostet es ihr so großes Leid, ihr Gold herzugeben! Oder ist sie vielleicht die Schuldige? Ist sie des Jammers Urheberin? Ist sie die, welche die Stadt verraten hat? Ja, sie ist es, die König Waldemars Liebste gewesen. Es ist Jung- Hansens Tochter.

Sie weiß wohl, daß sie ihr Gold nicht auszuliefern braucht. Ihres Vaters Haus wird dennoch nicht geplündert, aber sie hat zusammen-