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Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger
Jahrgang 1957 Montag, den 20. September
Nummer 75
Eugenie ©raubet
ROMAN von Honore de Balzac 2. Fortsetzung.
Das Dutzend ist ein alter Brauch, der noch in einigen Ländern Mittelfrankreichs im Schwange ist und heilig bewahrt wird. Wenn sich in Berri oder Anjou ein junges Mädchen verheiratet, muß ihr die eigne oder des Gatten Familie eine Börse geben, in der sich, je nach Vermögen, ein Dutzend oder zwölf Dutzend oder zwölfhundert Gold- oder Silbermünzen befinden Das ärmste Hirtenmädchen wird sich nicht ohne ihr Dutzend verheiraten, und wenn es aus bloßen Sous bestünde. Man spricht noch in Jssoudun von irgendeinem Dutzend, das einer reichen Erbin mitgegeben wurde, und das hundertvierundvierzig portugiesische Goldstücke enthielt. Papst Clemens VII., der Onkel von Katharina von Medici, schenkte ihr, als er sie mit Heinrich II. verheiratete, ein Dutzend antiker Goldmedaillen von aröb- tem Wert.
Beim Essen hatte der Vater höchst vergnügt darüber, seine Eugenie so hübsch in einem neuen Kleid zu sehen, ausgerufen:
„Weil heute der Geburtstag von Eugenie ist, wollen wir Feuer machen. Das ist ein gutes Vorzeichen."
„Unser Fräulein wird sich in diesem Jahr verheiraten, das ist mal sicher", sagte die lange Nanon, als sie die Reste einer Gans abtrug, des Fasans der Böttcher.
„Ich wüßte keine Partie für sie in Saumur", antwortete Frau Gründet, wobei sie ihren Mann mit furchtsamer Miene ansah, die, bedenkt man ihr Alter, die völlige eheliche Unterjochung verriet, unter der die arme Frau seufzte.
Grandet sah seine Tochter an und rief heiter aus: „Sie wird heute dreiundzwanzig Jahre alt, das Kind; man muß sich bald mit ihr beschäftigen."
Eugenie und ihre Mutter warfen sich heimlich einen Blick des Einverständnisses zu.
Frau Grandet war eine dürftige, magere Frau, quittengelb, linkisch und langsam; eine von den Frauen, die dazu gemacht scheinen, tyrannisiert zu werden. Alles an ihr war derb: Knochen, Nase, Stirn, Gesicht, und sie erinnerte aui den ersten Blick an solche schrumpfigen Früchte, die weder Saft noch Süße haben. Ihre Zähne waren schwarz und spärlich, ihr Mund war runzelig, ihr Kinn nach oben gekrümmt. Sie war eine ausgezeichnete Frau, eine echte la Bertelliöre. Der Abbe Eruchot hatte ihr öfters zu verstehen gegeben, daß sie gar nicht so übel ausgesehen hätte, und sie glaubte es. Eine engelhafte Milde, die Resignation eines von Kindern gequälten Insekts, eine seltene Frömmigkeit, eine unerschütterliche Gemütsruhe, ein ^gutes Herz erwarben ihr allgemein Mitleid und Achtung. Ihr Gatte gab ihr nie mehr als sechs Franken auf einmal für ihre winzigen Ausgaben. Bei der Lächerlichkeit ihrer äußeren Erscheinung war diese Frau innerlich so, daß sie, die Herrn Grandet durch ihre Mitgift und ihre Erbschaften mehr als dreihunderttausend Franken eingebracht hatte, ihre Abhängigkeit und Knecht- ichaft als eine so tiefe Demütigung empfand — gegen die ihr sanfter Charakter doch sich aufzulehnen verbot—, daß sie nie einen Pfennig verlangte, noch eine Bemerkung über die Urkunden machte, die ihr der Notar Eruchot ?um Unterzeichnen vorlegtc. Dieser törichte heimliche Stolz, diese Vornehmheit der Gesinnung, die beständig von Grandet verkannt und verletzt wurde, beherrschten das Benehmen dieser Frau. Frau Grandet zog tagaus, tagein 'in Kleid aus grünlicher Halbseide an und brachte es fertig, daß es fast em Jahr hielt; sie trug ein großes Fichu aus weißem Baumwollstoff, einen genähten Strohhut und hatte fast immer eine schwarze Tassetschürze um. ~a sie wenig ausging, verbrauchte sie wenig Schuhe. Kurzum, sie bean- chruchte nie etwas für sich selbst. Weil Grandet doch manchmal Gewissens- »lsse fühlte, wenn er sich erinnerte, wie lange es schon her war, daß er seiner Frau sechs Franken gegeben hatte, machte er immer beim Verkauf seiner Fahresernte ein Taschengeld für seine Frau aus. Diese vier oder fünf Louisdor von dem holländischen oder belgischen Käufer der Grandetschen Weinernte bildeten das Hauptjahreseinkommen von Frau Grandet. Aber 1Denn sie ihre fünf Louis erhalten hatte, sagte ihr Mann oft zu ihr, wie Venn sie gemeinsame Kasse hätten: „Kannst du mir vielleicht ein paar Pfennige leihen?", und die arme Frau, glücklich, etwas für den Mann tun M können, den ihr Beichtvater ihr als ihren Herrn und Meister hinstellte, iab ihm im Laufe des Winters einige Taler von ihrem Taschengeld zurück. p>enn Grandet das Fünf-Frankenstück aus der Tasche nahm, das er monatlich Ur die bescheidenen Ausgaben, das Nähzeug und die Kleidung seiner Tochter
ausgesetzt hatte, unterließ er es niemals, nachdem er seinen Geldbeutel zugemacht hatte, zu seiner Frau zu sagen:
„Und du, Mutter, brauchst du etwas?"
„Mein Lieber", antwortete Frau Grandet in einer Aufwallung von mütterlichem Stolz, „das hat Zeit."
Verschwendete Vornehmheit! Grandet hielt sich für sehr freigebig zu seiner Frau. Haben die Philosophen, die eine Nanon, eine Frau Grandet, eine Eugenie antreffen, da nicht recht, die Ironie für den Hauptcharakterzug der Vorsehung zu halten? Nach dem Essen, wo zum erstenmal von der Verheiratung von Eugenie die Rede gewesen war, sollte Nanon eine Flasche ^ohannisbeerlikör aus Herrn Grandets Zimmer holen und wäre beim Herunterkommen beinahe gefallen.
„Dumme Trine", sagte ihr Herr zu ihr, „fällst du wie die erste beste?" „Das hegt an Ihrer Treppenstufe, Herr, die nicht mehr hält."
„Sie hat recht", sagte Frau Grandet, „du hättest sie längst ausbessern lassen sollen. Gestern hätte sich Eugenie fast den Fuß verstaucht."
„Na", sagte Herr Grandet zu Nanon, als er sah, daß sie ganz blaß ge« worden war, „weil es Eugeniens Geburtstag ist und du fast gefallen wärst, trinke ein Gläschen Likör, um dich zu erholen."
„Weiß Gott, ich hab's auch verdient", sagte Nanon. „Mancher hätte an meiner Statt die Flasche zerbrochen; aber ich hätte mir lieber den Arm gebrochen, nur um sie in die Höhe zu halten."
„Die arme Nanon", sagte Grandet, während er ihr den Likör eingoß.
„Hast du dir weh getan?“ jagte Eugenie und sah sie teilnahmsvoll an.
„Nein, weil ich mich noch gehalten habe, denn ich habe mich auf die Seite geworfen."
„Also, weil es Eugeniens Geburtstag ist", sagte Grandet, „will ich euch eure Stufe ausbessern. Ihr versteht es eben nicht, ihr alle, den Fuß in die Ecke zu setzen, auf die Stelle, wo sie noch fest ist."
Grandet nahm die Kerze, ließ Frau, Tochter und Magd ohne anderes Licht, als das vom Kamin, der helle Flammen ausstrahlte, und ging ins Waschhaus, um Bretter, Nägel und Handwerkszeug zu holen.
„Soll ich Ihnen helfen?" rief Nanon, als sie ihn im Treppenhaus hämmern hörte.
„Nein, nein, fo was verstehe ich", antwortete der ehemalige Böttcher.
Im Augenblick, als Grandet eigenhändig seine wurmstichige Treppe ausbesserte und dazu in Erinnerung an seine jungen Jahre aus vollem Halse pfiff, klopften die drei Cruchots an die Haustür.
„Sind Sie es, Herr Eruchot?" fragte Nanon und blickte durch das kleine Gitter.
„Ja", antwortete der Präsident.
Nanon öffnete die Haustür, und der Feuerschein vom Kamin, der sich an der Deckenwölbung widerspiegelte, machte es den drei Cruchots möglich, den Eingang zum Saal zu finden.
„Ah, Sie sind Gratulanten", sagte Nanon zu ihnen, als sie die Blumen roch.
„Entschuldigen Sie, meine Herren", rief Grandet, als er die Stimme seiner Freunde hörte, „ich komme gleich. Ich bin nicht stolz, ich bessere eigenhändig eine Stufe meiner Treppe aus."
„Recht, recht so, Herr Grandet. Jeder ist Bürgermeister in seinem Hause", entgegnete der Präsident anzüglich und lachte ganz allein über diese Anspielung, die niemand verstand.
Frau und Fräulein Grandet erhoben sich. Der Präsident machte sich die Dunkelheit zunutze und sagte zu Eugenie: „Erlauben Sie, Fräulein, daß ich Ihnen heute zu Ihrem Geburtstag eine Reihe glücklicher Jahre und den beständigen Genuß Ihrer Gesundheit wünsche?"
Er überreichte einen großen Strauß von in Saumur seltenen Blumen, bann faßte er die Erbin an den Armen und küßte sie quf beide Seiten des Halses mit einem Behagen, das Eugenie rot machte. Der Präsident, der einem großen verrosteten Nagel glich, dachte, er mache ihr auf diese Weise den Hof.
„Tun Sie sich keinen Zwang an", sagte Grandet und trat ein. „Wie Sie sich aber ins Zeug legen an Festtagen, Herr Präsident."
„Aber mit Fräulein Eugenie", sagte der Abbe Eruchot, mit seinem Bukett bewaffnet, „würden für meine Neffen alle Tage Festtage fein."
Der Abbe küßte Eugenie die Hand. Der Notar Eruchot küßte das junge Mädchen ganz einfach auf beide Wangen und sagte: „Wie das schmeckt, was? Das möchte man alle Jahre zwölf Monate!"
Indem er das Licht wieder vor die Wanduhr stellte, sagte Grandet, der nie von einem Scherz herunterkam und ihn bis zum Ueberdruß wiederholte, wenn er ihm witzig schien:
„Da es Eugeniens Geburtstag ist, wollen wir die Lichter anzünden."
Er nahm sorgfältig die Zweige von den Armleuchtern ab, setzte auf jedes Fußgestell die Lichtmanschette, nahm aus Nanons Händen eine neue, mit einem Stück Papier umwickelte Kerze, steckte sie in das Loch, drückte sie fest, zündete sie an und setzte sich neben feine Frau; abwechselnd schaute er seine Freunde, seine Tochter und die beiden Kerzen an.


