!, was
sagen es im stillen auch."
s Rückkehr aus Ostpreußen, daß
doppelten Fehler. Denn erstlich ist Klatschen überhaupt nicht inferior und9Zweitens klatschen Sie gerade so gern wie ich und vielleicht noch em bikchen lieber. Sie bleiben nur immer etwas stsiser dabei, lehnen meine Frivolitäten zunächst ab, warten aber eigentlich darauf. Im übrigen, denk ick wir lassen all das aus sich beruhn und sprechen lieber von der jMuptsache. Ich sinde, wir können unserm Freunde Stechlin nicht dankbar aenua dafür sein, uns mit einem st liebenswürdigen Hause bekannt aemackt zu haben Den Wrschowitz und den alten Malerprosessor, der vor dem Engel des Gerichts nicht loskonnte - nun die beiden schenk ich Ihnen (ich denke mir, der Maler wird wohl nach Ihrem Geschmack. fein), aber die andern, die man da trifft, wie redend alle rote Obenan dieser Fromme!, dieser Hofpreoiger, der mir am Teetstch fast noch beder gefällt als auf der Kanzel. Und dann Liese bayrischeBaronin. Es ist 9 od) merkwürdig, daß die Süddeutschen uns im Gesellschaftlichen immer um einen guten Schritt vorauf sind, nicht von B'ldungs-, aber von glücklicher Natur wegen. Und diese glückliche Natur, das ist doch die "'"^Äch^Czako9 Sie überschätzen das. Es ist ja richtig, wenn Sie da so die Würstel aus dem großen Kessel herausholen und irgendeine Loni oder Toni mit dem Maßkrug kommt, so sieht das nach was aus und ww kommen uns wie verhungerte Schulmeister daneben vor. Aber eigentlich ist das, was wir haben, doch das Höhere."
Gott bewahre. Alles, was mit Grammatik und Examen zusammenhängt, ist nie das Höhere. Waren die Patriarchen e$anumert, oder Moses oder Christus? Die Pharisäer waren examiniert. Und da sehen Sie was dabei herauskommt. Aber, um mehr in der Nahe zu bleiben, nehmen Sie den alten Grasen. Er war freilich Botschaftsrat, und das klingt ein bißchen nach was; aber eigentlich ist er doch auch bloß em unexaminierter Naturmensch, und das gerade gibt.hrn seinen Charme Beiläufig, finden Sie nicht auch, daß er dem alten Stechlin ähnlich sieht?
in seinen Mußestunden hierher intrigiert und einen etroaigen Rivalen ans dem Sattel geworfen haben. Und unser Oberst! Der ist doch auch nicht der Mann dazu, sich irgendwen ausreden zu lassen. Der kennt seine Pappenheimer. Und wenn er sich den Stechlin aussucht, dann weih er, warum. Uebrigens, Dienst ist Dienst; man gehtnicht, weil man will, sondern weil man muh. Spricht er denn Gnglilch.
Ich glaube nicht", sagte von Grumbach. „Soviel ich weiß, hat er vor kurzem damit aNgesangen, aber natürlich nicht wegen dieser Mission, die ja wie vom blauen Himmel auf ihn niedersällt, sondern der Barbys wegen, die beinah zwanzig Jahre in England waren und sialb englisch sind Im übrigen hab ich mir sagen lassen, es geht drüben auch ohne die Sprache. Herbstfelde, Sie waren ,a voriges Jahr da Mit gutem Deutsck und schlechtem Französisch kommt man überall durch. .
Ta" sagte Herbstfelde. „Bloh ein bißchen Landessprache muh doch noch daz'ukommen. Indessen, es gibt ja kleine Bademekums und da muh man denn eben nachschlagen, bis man s hat. Sonst sind hundert Vokabeln genug. Als ich noch zu Hause war, hatten wir da ganz in un ter Nachbarschaft einen verdrehten alten Herrn, der - eh ihn die Gicht unter, kriegte — sich jo ziemlich in der ganzen Welt herumgetrieben hatte. Pro9 neues Land immer neue hundert Vokabeln. Unter anderm mar er auch mal in Südruhland gewesen, von welcher Z-'/ ab -- und Zwar nack vorgängiger, vor einem großen Likorkaften stattgehabter Anfr.un- dung mit einem uralten Popen — er das Amendement zu stellen pflegte: .Hundert Vokabeln; aber bei nem Popen bloß fünfzig. Und das muh ich sagen, ich habe das mit den hundert in England durchaus bestätigt gesunden. ,Mary, please, a jug of hot water, Jomel muß man »eg. haben, sonst sitzt man da. Denn der Naturenglander weih gar nichts.
Wie lange waren Sie denn eigentlich drüben, Herbstselde?
'/Drei Wochen. Aber die Reisetage mitgerechnet" ,
Und sind Sie so ziemlich auf Ihr« Kosten gekommen? Einblick ins Volksleben, Parlament, Oxford, Cambridge, Gladstone?
Herbstfelde nickte. . , s s
„Und wenn Sie nun so alles zusammennehmen, was hat da st den meisten Eindruck auf Sie gemacht? Architektur, Kunst, Leben, die Schisse, die großen Brücken? Die Straßenjungens, wenn man in einem Cab vorübersahrt, sollen ja immer Rad neben einem Herzschlägen, und die Dienstmädchen, was noch wichtiger ist, sollen sehr hübsch sein, kleine Hauben und Tändelschürze."
Ja, Raspe, da treffen Sie's. Und ist eigentlich auck) das Inter- I effantefte. Denn sogenannte Meisterwerke gibt es Mietzt uberach von Kirchen und dergleichen gar nicht zu reden. Und Schiffe haben wir ja jetzt auch und auch ein Parlament. Und manche sagen, unsres sei noch besser. Aber das Volk. Sehen Sie, da steckt es. Das Volk ist alles.
„Na, natürlich Volk. Oberschicht überall em und dasselbe. Was da !°S ,Und "eigentlich hab ich die ganzen drei Wochen auf nem, Omnibus aesefsen und bin abends in die Matrosenkneipen an der Themse gegangen. Ein bißchen gefährlich; man hat da seinen Messerstich weg, man weiß nicht wie, ganz wie in Italien. Bloß in Italien gibt es vorher doch immer noch ein Liebesverhältnis, was in Old-Wapping — jo hecht nämlich der Stadtteil an der Themse — nicht mal notig ist. Und bann, wenn ich zu Hause war, sprach ich natürlich mit Mary. Viel war es nicht. Denn die hundert Vokabeln, die dazu nötig sind, die hatte ich damals noch nicht voll."
„Na, 's ging aber doch?" ,
So leidlich. Und dabei hott ich mal ne Szene, die war eigentlich das Hübscheste. Meine Wohnung befand sich nämlich eine Treppe hoch in einer kleinen stillen Querstriche von Oxford-Street. Und Mary war gerade bei mir. Und in dem Augenblicke, wo ich mich mit-dem hübschen Kinde zu verständigen suche ..."
9Borübet^"
"IN demselben Augenblicke sieht ein Chinese grinsend in mein Fenster Iji.iein, so daß er eigentlich eine Ohrfeige verdient hätte."
„Wie war denn das aber möglich?"
„Ja, das ist ja eben das, was ich das Londoner Volksleben nenne. Alles mögliche, wovon wir hier gar keine Vorstellung haben, vollzieht sich da mitten auf dem Straßendamm. Und fo waren denn auch an enem Tage zwei Chinesen, ihres Zeichens Akrobaten, in die Querstraße von Oxford-Street gekommen, und der eine, ein dicker starker Kerl, hatte einen Gurt um den Leib, und in der Oese dieses Gurtes steckte ne Stange, auf die der zweite Chinese hinaufkletterte. Und wie er da oben war, war er gerade in Höhe meiner Beletage und sah hinein, als ich mich eben bemühte, mich Mary klar zu machen.
„Ja, Herbstfelde, das war nu freilich ein Pech, und wenn Sie wieder drüben sind, müssen Sie nach hinten hinaus wohnen oder höher hinaus. Aber interessant ist es doch. Und ich bezweifle nur, daß Stechlin in eine gleiche Lage kommen wird."
„Gewiß nicht. Daran hindern ihn seine Moralitäten."
,Jlnb noch mehr die Barbys."
Zweiundzwanzigstes Kapitel.
Waldemar von der ihm bevorstehenden Auszeichnung unterrichtet, kürst« seinen Aufenthalt in Ostpreußen um vierundzwanzig Stunden ab, hatte trotzdem aber, nach seinem Wiedereintreffen in Berlin, nur noch zwei Tage zur Verfügung. Das war wenig. Denn außer allerlei zu treffenden Reisevorbereitungen lag ihm doch auch noch ob, verschiedene Besuche zu machen, st bei den Barbys, bei denen er sich für den letzten Abend schon brieflich angemeldet hatte. ■
Dieser Abend war nun da. Di« Koffer standen gepackt um ihn her, er selber aber lehnte sich, ziemlich abgespannt, in seinen Schaukeiftuhl zurück, nochmals überschlagend, ob auch nichts vergessen sei. Zuletzt sagte er sich: „Was nun noch fehlt, fehlt; ich kann nicht mehr'. Und dabei sah er nach der Uhr. Bis zu seinem am Kronprinzenuser angesagten Besuche war noch fast eine Stunde. Die wollt er ausnutzen und sm) vorher nach Möglichkeit ruhn. Aber er kam nicht dazu. Sein Bursche : trat ein und meldete: .Hauptmann von Czako."
i 1 (Fortsetzung folgt.)
Sorte von Vornehmheit, die sich den Liberalismus glaubt gönnen zu können. Und der alte Dubslav, nun, der hat dafür das tm Leibe, was die richtigen Junker alle haben: ein Stück Sozi aldemokralle. Wenn sie gereizt werden, bekennen sie sich selber dazu."
Sie verkennen bas, Czako. Das alles ist ja bloß Spielerei.
Ja was heißt Spielerei? Spielen. Wir haben schone alte Fwel- vers'e die vor der Gesährlichkeit des Mit-dem-Feuerspielens warnen. Aber' Lassen wir Dubslav und den alten Barby. Wichtiger sind doch zuletzt immer die Damen, die Gräfin und die Komtesse. Welche wird es? Ich glaube, wir haben schon mal darüber gesprochen, damals, als wir von Kloster Wutz her über den Gremmer Damm ritten. Viel Vertrauen ju Freund Waldemars richtigem Frauenverständnis hab ich eigentlich nicht, aber ich sage trotzdem: Melusine." „
„Und ich sage: Armgard. Und Sie sagen es tm stillen auch.
Es war zwei Tage vor Waldemars Rückkehr aus Ostpreußen, daß Rex und Czako dies Tiergartengespräch führten. Eine halbe Stunde später fuhren sie, wie verabredet, vom Bellevuebahnhof aus wieder in die Stadt zurück. Ueberatt war noch ein reges Leben und Treiben und Leben war frertn auch in dein aus bloß drei Zimmern verschiedener Grütze sich zusammensetzenden Kasino der Gardedragoner. In dem zu- nächst am Flur gelegenen großen Speisestale, von dessen Wanden die früheren Kommandeure des Regiments, Prinzen und Nichtprinzen, herniederblickten, sah man nur wenig Gäste. Daneben aber lag ein Eckzimmer, das mehr Insassen und mehr flotte Bewegung hatte. Hier über dem schräg gestellten Kamin, drin ein kleines Feuer flackerte, hmg seit kurzem das Bildnis des „hohen Chefs" des Regiments, der Königin von England, und in der Nähe eben dieses Bildes ein ruhmreiches Erinnerungsstück aus dem sechsundsechziger und siebziger Kriege: die Trompete, daraus derselbe Mann, Stabstrompeter Wollhaupt, erst am 3. Juli auf der Höhe von Lipa und dann am 16. August bei Mars-la-Tour das Regiment zur Attacke gerufen hatte, bis er an der Seite seines Obersten fiel; der Oberst mit ihm.
Dies Eckzimmer war, wie gewöhnlich, auch heute der bevorzugte kleine Raum, drin sich jüngere und ältere Offiziere zu Spiel und Plauderei zusammengefunden hatten, unter ihnen die Herren von Wolfshagen, von Herbstfelde, von Wohlgemuth, von Grumbach, von Raspe.
„Weih der Himmel", sagte Raspe, „wir kommen aus den Abordnungen auch gar nicht mehr heraus. Wir haben sreilich drei Sendens im Regiment, aber es sind der Sendbotschaften doch fast zuviel. Und diesmal nun auch unser Stechlin dabei. Was wird er sagen, wenn er oben in Ostpreußen von der ihm zugedachten Ehre hört. Er wird vielleicht sehr gemischte Gefühle haben. Uebermorgen ist er von Trakehnen wieder da, mutmaßlich bei dem scheußlichen Wetter schlecht ajuftiert, und dann Hals über Kops und in großem Trara nach London. Und London ginge noch. Aber auch nach Windsor. Alles, wenn es sich um Schick handelt, will doch seine Zeit haben, und gerade die Vettern drüben sehen einem sehr auf die Finger."
’ „Laß sie sehn", sagte Herbstfelde. „Wir sehen auch. Und Stechlin ist nicht der Mann, sich über derlei Dinge graue Haare wachsen zu lassen. Ich glaube, daß ihn was ganz andres geniert. Es ist doch immerhin was, daß er da mit nach England hinüber soll, und einer solchen Auszeichnung entspricht selbstverständlich eine Nichtauszeichnung andrer. Das paßt nicht jedem, und nach dem Bilde, das ich mir von unserm Stechlin mache, gehört er zu diesen. Er sicht nicht gern unter der Devise, .nur über Leichen', hat vielmehr umgekehrt den Zug, sich in die zweite Linie zu stellen. Und nun sieht es aus, als wäre er ein Streber."
-„Stimmt nicht", sagte Raspe. „Für st verrannt kann ich keinen von uns halten. Stechlin sitzt da oben m Ostpreußen und kann doch unmöglich
Auch innerlich. Natürlich ne andre Nummer, aber doch derselbe Zwirn — Pardon für den etwas abgehaspelten Berolmismus. Und wenn Sie vielleicht an Politik gedacht haben, auch da ist wenig Unterschied. Der alte Graf ist lange nicht so liberal, und der alte Dubslav lange nicht so junkerlich, wie's aussieht. Dieser Barby, dessen Familie, glaub ich, vordem zu den Reichsunmittelbaren gehörte, dem steckt noch so was von .Gottesgnadenschaft' in den Knochen, und das gibt dann die bekannte ’_ ° rv-. ' < <. !i v.!. n j. S O.tltAvnftümiis nlnirnr ^ÖnilßTl JU


