Ausgabe 
1.11.1937
 
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Jahrgang 1937

Montag, -en 1. November

Nummer 85

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Sofort gab Nonon ihrer Herrin den Arm, dasselbe tat (Eugenie, aber nur mit unendlicher Mühe konnten sie sich nach oben in ihr Zimmer Hingen, denn bei jeder Stufe drohte sie ohnmächtig zu werden. Gründet Hieb allein. Jedoch nach einigen Minuten stieg er sieben bis acht Stufen hinauf und schrie«

(Eugenie, wenn die Mutter im Bett ist, kommst du herunter."

Ja, Vater."

Sie kam ohne zu zögern, nachdem sie ihre Mutter beruhigt hatte.

Tochter", sagte Grandet zu ihr,du wirst mir sagen, wo dein Schatz ist."

Vater, wenn Sie mir Geschenke machen, über die ich nicht völlig Herrin bin, nehmen Sie sie zurück", antwortete kaltblütig (Eugenie, holte len Napoleon vom Kamin und hielt ihn hin.

Gründet riß den Napoleon an sich und ließ ihn in seine Tasche (leiten.

Ich glaub's wohl, daß ich dir nichts mehr schenken werde. Nicht » viel!" sagte er und knipste mit dem Daurnennagel gegen seinen Eck- phn,Du verachtest also deinen Vater? Du hast kein Vertrauen zu hm? Du weißt also nicht, was ein Vater ist? Wenn er nicht alles für !ich ist, ist er nichts. Wo ist dein Gold?"

Vater, ich liebe Sie und achte Sie trotz ihrem Zorn« aber in aller Bescheidenheit mache ich Sie darauf aufmerksam, daß ich zweiundzwanzig fahre alt bin. Sie haben mir zu oft gesagt, daß ich mündig bin, als iaß ich es nicht wissen sollte. Ich habe mit meinem Geld getan, was Air beliebte, und feien Sie sicher, daß es gut angelegt ist

Wo?"

Das ist ein unverbrüchliches Geheimnis. Haben Sie nicht Ihre Ge- leimniffe?"

Bin ich nicht das Oberhaupt der Familie? Dars ich nicht meine Ge­schäfte haben?"

Das ist auch mein Geschäft."

Das muß ein übles Geschäft fein, wenn du es deinem Vater nicht I- gen kannst, Fräulein Grandet." .

Es ist ein ausgezeichnetes Geschäft, und ich kann es meinem Vater icht sagen."

Wenigstens, wann hast du dein Gold weggegeben?"

Eugenie schüttelte den Kopf.

Du hattest es noch zu deinem Geburtstag, was."

Eugenie, die durch ihre Liebe so schlau geworden war, wie ehr Vater d«rch (eine Habgier, wiederholte ihr Kopfschütteln.

Aber hat man je einen solchen Eigensinn, einen solchen Diebstahl 8 sehen?" sagte Grandet mit Krescendo-Stimme, die schließlich durch das ginze Haus tönte.Was! Hier in meinem eigenen Haus, bei nur, soll Ifinanb dein Gold genommen haben, das einzige Gold, das es hier gob, und ich sog nicht wissen, wer? Das Gold ist eine kostbare Sache. Die aiftänbigften Mädchen können Fehltritte begehen, ich weiß nicht, was, b»geben, das kommt bei den Aristokraten vor so gut wie bei den Burgern; "'er Gold hingeben! Denn du hast es doch jemandem gegeben, was?

Eugenie blieb ungerührt. .

»Hat man je eine solche Tochter gesehen! Bin Ich dein Vater oder M)t? Wenn du es angelegt hast, hast du eine Quittung bekommen ... .Stand es mir frei, ja oder nein, damit zu machen, was mir gut Wien? Gehörte es mir?"

--Aber du bist ein Kind."

»Ein großjähriges."

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Verblüfft von der Logik seiner Tochter, erbleichte Grandet, stampfte mit den Füßen, fluchte; dann, als er endlich die Sprache wiedergefunden hatte, schrie er:

Verwünschte Schlange von einer Tochter! du schlechter Same, du weißt, daß ich dich lieb habe, und mißbrauchst es. Sie erdrosselt ihren Vater! Bei Gott, du wirst am Ende unser Vermögen diesem Barfüßler in Safran- schuhen vor die Füße geworfen haben. Beim Winzermesser meines Vaters I Enterben kann ich dich ja nicht! aber ich verfluche dich, dich, deinen Vetter und deine Kinder. Du wirst sehen, daß nichts Gutes aus all dem heraus­kommt, hörst du? Wenn es Charles wäre, der... Aber nein, das ist nicht möglich. Was, dieser elende Windbeutel sollte mich ausgeplündert haben?"

Er sah seine Tochter an, die stumm und kalt blieb.

Sie rührt sich nicht, sie zuckt nicht mit der Wimper, sie ist mehr Grandet, als ich Grandet bin. Du hast doch wenigstens nicht dein Gold für nichts weggegeben. Was, sag' doch?"

Eugenie warf ihrem Vater einen ironischen Blick zu, der ihn verletzte.

Eugenie, du bist in meinem Haus, bei deinem Vater. Du mußt dich, wenn du hixr bleiben willst, meinen Befehlen fügen. Die Priester befehlen dir, mir zu gehorchen."

Eugenie senkte den Kopf.

Du kränkst mich in dem, was mir am teuersten ist", fuhr er fort,und ich will dich nut sehen, wenn du dich mir fügst. Geh in dein Zimmer. Du wirst da bleiben, bis ich dir erlaube, herauszukommen. Nanon wird dir Brot und Wasser hineinbringen. Du hast mich verstanden. Marsch."

Eugenie brach in Tränen aus und flüchtete zu ihrer Mutter. Nachdem er ein paarmal rund um seinen verschneiten Garten gegangen war, ohne die Kälte zu bemerken, argwöhnte Grandet, daß seine Tochter bei seiner Frau wäre; und da es ihn reizte, sie bei der Uebertretung seiner Befehle zu ertappen, erklomm er die Treppe mit der Behendigkeit einer Katze und erschien im Zimmer von Frau Grandet, als sie gerade Eugeniens Kops streichelte, die ihr Gesicht in den mütterlichen Schoß gelegt hatte.

Tröste dich, mein armes Kind, der Vater wird sich beruhigen."

Sie hat keinen Vater mehr", sagte der Böttcher.Ist ein so ungehor­sames Kind, wie das da, wahrhaftig von Ihnen und mir, Frau Grandet! Eine nette Erziehung und besonders eine sehr religiöse. Was? Du bist nicht in deinem Zimmer? Marsch, marsch ins Gefängnis, mein Fräulein."

Wollen Sie mir meine Tochter rauben, Herr Grandet?" sagte Frau Grandet und wandte ihm ein vom Fieber gerötetes Gesicht zu.

Wenn Sie sie behalten wollen, bringen Sie sie weg, räumen Sie mir alle beide das Haus. Donner, wo ist das Gold? Was ist aus dem Gold geworden?"

Eugenie erhob sich, warf ihrem Vater einen stolzen Blick zu und ging in ihr Zimmer zurück, das der Alte abschloß.

Nanon", rief er,lösch' das Feuer im Saal."

Er setzte sich auf einen Sessel in eine Ecke am Kamin seiner Frau und sagte zu ihr:

Sie hat es ohne Zweifel diesem verdammten Verführer Charles ge­geben, der es nut auf unser Geld abgesehen hatte."

Frau Grandet fand bei der Gefahr, die ihrer Tochter drohte und in ihrer Liebe zu ihrem Kind so viel Kraft, daß sie dem Anschein nach kalt, stumm und taub blieb.

Ich weiß nichts von alledem", antwortete sie und drehte sich im Bett nach der Wand zu, um nicht die funkelnden Blicke ihres Mannes ertragen zu müssen.Ich leide so seht infolge Ihrer Heftigkeit, daß, wenn mich meine Ahnung nicht täuscht, ich dies Lager, die Füße vorneweg, verlassen werde. Sie hätten mich in dieser Zeit schonen können, Gründet, die ich Ihnen doch niemals Kummet gemacht habe, denke ich wenigstens. Ihre Tochter hat Sie lieb; ich halte sie für unschuldig wie ein neugeborenes Kind; also tun Sie ihr nicht weh, nehmen Sie Ihren Befehl zurück. Die Kälte ist sehr streng, Sie könnten schuld an einer ernsten Krankheit werden."

Ich will sie weder sehen noch sprechen. Sie wird in ihrem Zimmer bei Wasser und Brot bleiben, bis sie ihren Vater zufriedenstellt. Zum Teufel! Ein Familienoberhaupt soll doch wohl wissen, wo das Gold in seinem Haus hinkommt. Sie besaß die einzigen Rupien vielleicht in ganz Frankreich, außerdem Genueser, holländische Dukaten ..."

Grandet, Eugenie ist unser einziges Kind, und selbst wenn Sie sie ins Wasser geworfen hätte ..."

Ins Wasser!" schrie der Alte.Ins Wasser! Sie sind toll, Frau Grandet. Was ich gesagt habe, dabei bleibt's, das wissen Sie. Wenn Sie Frieden im Haus haben wollen, so nehmen Sie Ihre Tochter ins Gebet, ziehen Sie ihr die Würmer aus der Nase; darauf verstehen sich Frauen untereinander besser als wir. Was sie auch immer getan hat, ich werde sie nicht fressen. Hat sie Furcht vor mir? Wenn sie ihren Vetter vom Kopf bis zu den Füßen ver­goldet hat, er ist ja auf offnem Meer, nicht? Wir können nicht hinter ihm her rennen ..."

Nun also, Grandet..."

Mit geschärftem Blick, infolge der nervösen Krise, in der sie sich befand, oder infolge des Unglücks ihrer Tochter, das ihre Liebe und Klugheit noch

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Grandet, dein Zorn wird mein Tod sein", sagte die arme Frau.

Ta, ta, ta, ta, ihr sterbt alle nicht so schnell in eurer Familie. Eugenie, was hast du mit deinen Goldstücken gemacht?" schrie stürzte auf sie los.

Herr Vater", sagte Eugenie, die neben Frau Grandet kniete, Mutter leidet sehr ... wie Sie sehen ... töten Sie sie nicht.

Gründet bekam einen Schreck über die Blässe, die den eben gelben Teint seiner Frau überzog.

Nanon, hilf mir ins Bett gehen", sagte die Mutter mit schwacher Stimme,ich sterbe ..."

Eugenie ©raubet ROMAN

von Honore de Balzac

14. Fortsetzung.

Guter Heiland! guter Gott! sehen Sie Maidame an, sie wird kreide­weiß", schrie Nanon.

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Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger