Ausgabe 
31.1.1936
 
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Giehener ZaimlienblStter

________Unterhaltungsbeilage zum Giehener Anzeiger ( r i )

Freitag, den 3. Januar

Jahrgang 1936

t) einem Won, was er ver Frau über das

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Bild sagen könnte, aber er findet keins.

Ob er sich wohl darauf besinnen kann, daß er Martin schon einmal ?gesehen hat? Vielleicht, daß er ihm schon einmal begegnet ist, wenn er eine Tochter im Hotel besucht hat?

Doch, ja, daraus kann er sich wohl beginnen. Er meint wenigstens, daß er ihn einmal gesehen hat, aber er hat ja nicht weiter darauf geachtet, nicht wahr? Er hat ja damals noch nicht gewußt, daß sie sich vielleicht einmal heiraten werden

Wie?" fragt die Frau und muß sich in ihrer Ueberraschung einen Stuhl nehmen. Was sagt Lars da? Die Kinder? Das hat sie wohl eben nicht recht verstanden?

Da kann Lars ja nicht gut anders, nun er soviel verraten hat. Also kurz und gut, er weiß, daß Martin Dorte liebt und es ist eine Beruhi­gung für ihn, daß er nun weiß, ein wie guter Sohn er ist. Denn so wie einer seine Mutter hält, wird er auch einmal seine Frau behandeln. Aber mehr kann er unmöglich darüber sagen, denn er weih ja bislang auch nur erst durch Zufall davon, daß es die beiden auseinander abgesehen haben. Es ist ja alles noch ganz heimlich zwischen ihnen. Darum ist es wohl am besten, wenn auch Frau Lohmann sich noch nichts davon merken lassen wird, nicht wahr?

Nein, wenn es so damit steht? Da werden sie also wahrscheinlich noch einmal verwandt miteinander? Bis jetzt hat Martin allerdings noch kein Wort davon gesagt, daß er es mit Dorte hat, aber wenn Lars es nun weiß und so davon sprechen kann, muß es ja schon seine Richtigkeit damit haben. Nun, ihr kann es zuletzt recht sein. Sie kennt Dorte ja nicht, abeiw

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sortri »«nicht ihm in den Ohren, ein immer wiederholtes, stoß­weises Brausen, und er hört nicht einmal den Abschiedsgruß der Frau mehr, nun er die Tür hinter sich zum Laden zuzieht.

Ja, ob er denn nun doch das Paket mitnehmen will? ruft ihm die Frau nach, als er schon auf der Landstraße steht und davongeht, und sie schüttelt verwundert den Kopf, als er sich nicht einmal nach ihr um­wendet.

Hört er denn gar nicht, daß sie ihn ruft?

Nein, er hört es nicht. Auch eine stärkere Stimme als die ihre hätte ihn nicht erreicht, und alles um ihn versinkt in dem Brausen, das in ihm ist.

Als Lars am Abend dieses Tages wieder auf die Diele seines Hauses tritt, will Lena beinahe das Herz stillstehen, nun er nach der langen Zeit, in der er unterwegs war, plötzlich wie aus der Erde gewachsen wieder vor ihr steht.

Nein", stammelt sie fassungslos, und trotz ihrer Freude steigen ihr Tränen in die Augen.Das kannst du so bald nicht wieder gutmachen, Lars. Drei Tage und ohne ein Wort!"

Ja, du hast wohl recht", nickt Lars, und eine merkwürdige Ruhe spricht aus ihm, als wäre alle Verstörtheit und aller Druck, der auf ihm gelegen, nun von ihm gewichen.Aber gräm dich nicht länger darum, Lena. Es war nötig so, siehst du. Ich hatte viel in Ordnung zu bringen, wenn ich es sagen soll... Ist Krick vielleicht da in der Stube?" setzt er hinzu und deutet mit dem Kopf aus die Tür zu dem Zimmer, das Lena dem Besuch eingeräumt hat.

Nein, er ist vorhin weggegangen. Er sagte ja niemals, wohin er' aebt. nnd wirb scban mieherfnmmen Piru-a_hith_ nur-jiiAt. um ihn(fr. ilt

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auch von ihrer Mutter... So kann Lena zu Hause schon alle einmal betrachten und Martins Familie kennenlernen.

Aber die Frau findet seine Bitte gar nicht so wunderlich, wie er angenommen hat und ist gern einverstanden. Es kommt nur alles so oanesA schnell über sie, nicht wahr, und es ist ja einfach ein pictaxJT ,n nicht schon längst mit ihr über Dorte gesprochen hat, n sobald vorangehen soll damit.

sie wohl nun doch nicht ganz richtig, und Lars muß mig in Schutz nehmen. Es soll durchaus noch nicht so damit und bis zur Hochzeit wird wohl noch mancher ist ja nur Lars Freude, wenn er jetzt schon davon d er wird ihn gewiß nicht drängen. Dorte ist ja noch rhre, nicht wahr, und auch Martin hat wirklich noch kann man es doch verstehen, wenn er bisher noch von hat, nicht wahr?

rau die Bilder dann eingewickelt hat und er sie in die wältigt ihn die Erregung beinahe.

Gerechtigkeit in der Welt, als du wohl glaubst, Lars js wieder in ihm auf, und eine Empfindung ist in ihm, teuem in Traum und Unwirklichkeit versunken, als er

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es ist richtig, sie hat sonst keinen Erben, und was ihr gehört, gehört auch Martin, aber Lars soll nicht glauben, daß das von Belang ist. Sie hat nämlich eine Hypothek auf das Haus aufnehmen müssen, und hier draußen etwa mit dreien von dem kleinen Laden zu leben ist ganz un­möglich. Sie hat es vorhin ja schon gesagt, nicht wahr?

Lars nickt nur. Ja, darüber soll sie sich nur keine Gedanken machen. Die jungen Leute werden sich vielleicht mal ganz anders einrichten, und überhaupt ist es ja noch zu früh, über solche Dinge zu reden.

Er hat wohl überhaupt schon zuviel gesagt und ist zwischen seinen Worten so mit sich selber beschäftigt, daß er kaum hinhört, was ihm Martins Mutter auseinandersetzt. Denn der Gedanke, der ihn durchzuckte, will ihn nicht wieder loslassen ...

Er muß dieses Bild mithaben, das mag nun gehen, wie es will!

Seine Stimme wird rauh und heiser unter der Erregung, als er mit seinem Anliegen herausrückt. Aber er fängt es durchaus nicht so un­geschickt an, wie er selber meint, als er noch einmal Martins Bild in die Hand nimmt, das noch vor ihm auf dem Tische liegt.

Sie hat wohl nur dieses eine und gibt es nicht gern her? Denn wenn er es sagen soll, so möchte er es wohl für ein paar Tage mithaben und es seiner Frau zeigen... Ja, auch von ihr hätte er gern eins mit, und

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Wie?" fragt Lena verwundert und kommt Lars nach.Jetzt bist du kaum über die Schwelle getreten und willst schon wieder fort? und mit dem Wagen?"

Ja, Lena. Du mußt nicht lange fragen, siehst du. Was meinst du, ich habe sogar vor, dich und den Kleinen diesmal mitzunehmen."

Lena traute ihren Ohren nicht. Jetzt am Abend und bei der Kälte und dem Schnee, zumal Lars sonst immer so besorgt um das Pferd ist? Nein", sagt sie,was für ein Einfall! Denn wenn wir jetzt wegfahren, Lars, werden wir ja noch in der Nacht in der Stadt ankommen? Das hast du wohl nicht bedacht, wie?"

Oh, so dumm ist Lars nun doch nicht. Aber ist es nicht am besten, er sagt ihr jetzt die ganze Wahrheit? Erfahren muß sie ja nun doch, und so hat sie doch ein wenig Zeit, sich in alles zu finden, was ihnen bevor- fteht... Denn für ihn selber bedeutet der Abschied von hier draußen ja nun keinen Schmerz mehr. Im Gegenteils ihm ist feit langem nicht mehr so leicht und frei zu Sinn gewesen, nun alles für ihn entschieden ist und ihn in seinem Entschluß nicht mehr wankend machen kann. Alles wird ja jetzt richtig werden, wenn er auch weih, daß ihm das Schwerste noch bevorsteht.

Ich soll dich übrigens grüßen von Dorte", sagte er, um die Aus-