kleines Lager für Käfige, Kisten, Gläser, Schachteln.
„Pong! Pong!", loaie jchmeichUnv üer untn. „jwmm, mein Pongchen!"
So lockt man Hühner, vachte ititd, aber kerne Äs,en.
Pong war nirgends zu entdecken, mochte der Hujtenonkel auch mit seinem Regenschirm alle Spinnenwtnkel ausstochern. Keine Spur des Flüchtlings. Sticht der leiseste Afsenge.uch in der Lust oder auf dem Stiegengeländer, das zu Lagerräumen im Hinterhaus nach oben kleckerte. Aber wahrend der Hustenonkel und Ali herumguckten, hatte Klick einen sehr guten Einfall. Er behielt ihn jedoch bei sich.
„Affen steigen wie Luftballone in die Hohe", meinte der Onkel, die staubige Sckege betrachtend.
„Geh du mal die Stiege hinauf, Onkell", riet Klick. „Ali kann in den Nebenhaufern nachsehen."
„Recht!", sagte der Onkel. „Aber ..er legte den Finger zum Zeichen des Stillschweigens auf den Mund und blickte das Mädchen streng an. Ali nickte.
„Ich will die Dächer nehmen", fuhr Klick fort seinen Plan zu entwickeln. „Von drei Seiten wollen wir versuchen, Pong zu umzingeln."
„Zingle nurl", spottete der Hustenontel. „Erst mußt du doch wissen, wo er steckt."
„Wenn ich das weiß, habe ich ihn auch", versetzte Klick.
„Hurra!", rief der Hustenonkel mit unterdrücktem Stolz. „Pfotenspuren auf der Stiege ..."
Tatsächlich, im dicken Staub der seit langem nicht mehr benützten, zu den leeren und zu vermietenden Lagerräumen hinaufführenden Treppe zeichneten sich Spuren von Tierpsoten ab. Sechs Augen neigten sich darüber. Als erster richtete Klick sich wieder auf.
„Katze!", sagte er.
„Meinst duk", fragte der Hustenonkel enttäuscht.
„Ganz gewöhnliche Katze!", behauptete Klick mit aller Bestimmtheit.
Aber der Hujtenonkel war von diesem Befund nicht so recht überzeugt. Er wippte mit den dünnen Beinen wie jener Kapitän im Haifischwalzer, und den Regenschirm wie eine Fahne schwingend, nahm er die Treppe im Sturm. Gleich einem mageren Vogel hüpfte er von Stufe zu Stufe und las Spuren. Nachdenklich schaute ihm Klick einen Augenblick zu. Dann setzte er feiner Freundin nach, die den Hof verließ. Auf der Gasse wandte er sich nach links, sie rannte nach rechts.
Auf die Dächer! Das Abenteuer ausgekostet. Selten genug ereignete sich was Gescheites in der Webergasse. Dort oben hatte die Jagd auf Pong erst ihren wahren Reiz und Geschmack. Was im Urwald die Vaum- wipfel, stellte er sich vor, das sind in der Großstadt die Dächer. Hinauf! Durch Alis Haustür eilte er und sprang die Stiege hinan.
Als er im zweiten Stock anlangte, trat aus der Wohnungstür der Stadtsekretär Nipperklein, der auf das Rathaus ging. Seine Beamtenwürde begleitete ihn. Argwöhnisch musterte er den hastigen Klick.
„He, Bursche, wohin? Was willst du hier? Klauen?", fuhr er den Heraufstürzenden an.
Grober Klotz!, dachte Klick. Seh ich so aus? Unverschämt, da ich doch Tierdetektiv bin, Affenjäger.
„Ich suche einen Affen!", sagte er zornig. „Sahen Sie einen?"
„Außer dir keinen!", schimpfte der Stadtsekretär. „Was sind das für freche Reden, ha?"
„Sie haben also keine Ahnung, wie einer aussieht", erwiderte Klick, mit einem Schwung entwischend.
Die Grollstimme schallte ihm nach. Er hatte aber bereits den Dachboden erreicht. Durch eine Luke kroch er hinaus, das Dach war flach und mit Blech beschlagen. Wind sauste, Rauch und Ruß wirbelten durch die Lüste. Aber der Himmel über der Gasse des Hustenonkels war sonnenklar. Keine Wolke drohte. Die Laubfrösche hatten sich getäuscht, sie hatten ihren Wettersinn in dem diistern Laden des Onkels eingebüßt. Man sollte auch ihnen grüne Regenschirme in die Pfoten drücken. Aber wohin war Pong entkommen, und welchen Unfug stellte er an?
Aufmerksam spähend kletterte Klick von Dach zu Dach. Platt wie ein Nudelbrett war die blecherne Gegend. Hinter jeden Ranchfang schaute er, aber nirgends machte Pong: Kuckuck! Er war nicht da. Klick schlüpfte durch offene Luken und zerschlagene Scheiben in fremde Böden und Kammern. An Seilen hingen alte Kleider und steifgefrorene Hemden. Er zählte Rundfunkantennen und hatte jeden Eigentümer der Drähte in Verdacht, ein verwünschter Rückkoppler zu fein, der abends die Sendungen störte. Bei einem neuerlichen Einstieg erschreckte er ein junges Dienstmädchen, das einen Schrei ausstieß — affenbehend schwang er sich davon, turnte über Dachrinnen, und das Blech knackte unter seinem Gewicht. Pong war nicht da. Die kalte Luft hätte ihm auch kaum behagt.
Klick schaute in die Gasse; wie an unsichtbaren Schnüren liefen die Leute. Die Wurstladen blinkten, das Spielwarengeschäft der Frau Trockenhut schimmerte. Bälle nahm er wahr, Puppen, Karren, Kästen und einen verschwimmenden Scheibenglanz. Auch einen braunen Pliischasfen konnte er erkennen; still hockte der in der Auslage und richtete Kopf starr emvor, al? ob er Klick, den Affenjäger auf den Dächern, belauere. Klick sah: Ali wedelte von einem Haus zum andern. Auch sie hatte also Pong noch nicht gefunden.
Wie stand es auf der Rückseite der Häuser? In den Höfen? Was trieb der Hnltenonkel?
Klick schlich zur andern Dachkante, und sich an einem Schneefänger anhaltend, lugte er in die tiefen Höfe. Er beobachtete, wie der Husten- ontel über eine Mauer schaute; gleich einer schwarzen Fliege (lebte er an der Wand, die Fußspitzen in einen Sprung der Mauer eingeklemmt. Der Schirm, dessen Griff in die Rocktasche gesteckt war, Munterte uhrpendelgleich hin und her.
„Onkel!", rief Klick. „Gib acht, daß du nicht ausrutschst!"
Der Schirm erschrak und knallte zu Boden. Das verzerrt angespannte Gesicht des Angerufenen starrte heraus. Krampfhaft hielt der Onkel sich fest.
„Hast du ihn?"
..In meinem Kops!", antwortete Klick, gegen feine Stirn tippend.
Der Tierhändler sackte von der Mauer. Weiß beschmutzt waren seine schwarzen Knie.
„Wenn es ein Vogel wär, tat ich's glauben, daß du ihn iu deinem Kopf hast!", schallte es unmutig an Klicks Ohr. „Such! Aber brich dir nicht den Hals und setz dich nicht so sehr der Zugluft aus!"
Er verschwand. Klick kroch zurück. Das Revier war abgesucht, die Jagd auf den Dächern ergebnislos gewesen. Einzig Rußsinger hatte der Assen- jäger erzielt. Er stieg in ein Haus und benützte den beliebten Kinderlift, den es in allen Stockwerken gab, das Stiegengeländer. Mit saufender Eile fuhr er abwärts und fchnellte zur Tür hinaus.
Der Asse i m K1 e i d e r s ch r a n k.
Aus der Gaffe blieb Klick nicht lange untätig. Er ging nun feinem Einfall nach, den er den andern verschwiegen hatte. Schnell wischte er vor das Kolonialwarengeschäft Küblers Erven und pfiff. Einen spitzen, abgehackten und austrillernden Pfiff flötete er, den Geheimpfifs, uen niemand so leicht nachahmen konnte. Es war der Bundespfijs der Gafsen- freunäe. Bei Fleifchermeister Grasmann und bei Bäcker Muntz fuhren die Köpfe der Lehrlinge aus den Türen. Mit neugierig vorgereckten Nafen spähten sie. Was gibt's?
Klick winkte ab. Sie waren nicht gemeint. Blitzschnell verschwanden ihre Köpfe. Er wartete auf Bernhard, den Stift bei Küblers Erben. A>s der nicht sogleich erschien, angelte der eilige Klick mit dem Fuß nach der. großen schwarzen, an dem Fensterpfoften stehenden Preistafel und warf sie um. Durch ihr lautes Poltern aufgestört, flitzte Bernhard aus dem Laden, die Tafel wieder aufzuftellen.
„Endlich kommst du!", wisperte Klick ihm zu.
„Hab dich nicht gehört. Ist was los?"
„Eine dringende Sache. Habt ihr vielleicht frische Bananen hereinbekommen?"
„Und ob!", antwortete der Stift. „Frische Bananen, Apfelsinen und auch kalifornische Speiserosinen, kernlos, das Pfund zu fünfuni) ..."
„Schon gut!", unterbrach Klick. „Dachte mir’s. So! In meinem Kopf hab ich ihn ..."
Verständnislos starrte Bernhard ihn an.
„Was? Wen hast du? Mensch, red doch! Was willst du mir sagen?"
„Daß dem Herrn Dräsecke fein ausgeriffener Asse Pong von euren frischen Bananen verrückt gemacht worden ist. Seit ein paar Stunden ist er weg. Er muß die Sendung gewittert haben und meinte vielleicht, er sei in feinen Negerländern. Da schwirrte er ab. Verstanden?"
„Und ...?"
„Und frißt sich in eurem Lager an den Bananen dick und fett, wette ich!", sagte Klick.
„Ja, du lieber ...!"
Bernhard wollte in den Laden rennen, die Sache zu melden. Er wurde festgebalten.
„Bist du verrückt geworden? Willst du ihn verscheuchen? Die paar lumpigen Bananen zahlt Dräsecke. Hier, nimm! Zehn Pfennig. Sperr die Haustür auf und laß mich ins Lager. Schweig aber und laß mich machen. Vorwärts!"
Bernhard erhielt einen Knuff in die Seite und schlüpfte in den Laden. Es verging noch keine Minute, da knarrte die Haustür und ließ Klick ein.
„Ich muh überdies Apfelsinen auspacken, da paßt es gerade ...", sagte der Stift.
Mit verstohlenen Schritten gelangten sie ins Lager. Der süße Dust von Südfrüchten strömte ihnen entgegen. Sie lauschten an der Tür. Horch! Hörte man Schmatzen, Schlitzen, Grunzen? Nichts. Mäuse raschelten.
„Du öffnest vorsichtig die Tür!"
Bernhard nickte.
„Wieviel Fenster?"
„Sins!"
„Wo?"
„Links!"
„Geöffnet?"
„Ja!"
„Höhe?"
„Lehrlingsmaß!"
„Wenn er drinnen ist, keine Aufregung bitte! Zittre nicht, Feigling! Was ist schon ein Asse? Noch lange kein Ches. Brauchst keine Angst zu haben."
„Hab keine Angst!"
„Du machst hinter mir rasch die Tür zu, aber leis. Ich geh zum Fenster und schließ es. Hoffentlich hüpft er nicht vorher hinaus!"
,jawohl!", sagte Bernhard.
So flüsterten sie miteinander.
„Wenn er nur auch drin ist!", wünschte Klick.
Behutsam öffnete Bernhard die Tür, Klick schob sich an ihm vorbei und in das Gelaß hinein. Auf der rechten Seite lagerten Halbdunkel und ein ungewisser Goldglanz. Ohne zu zögern, gewann Klick das Fenster, dellen Flügel er zuwars. Bernhard hatte die Tür geschlossen. Mucks- mäuschenstill blieb er stehen. Der Schatten auf dem golbe^en Hügel war ein Tier. Es regte sich, und eine Apfelsine floa durch die Lust.
Da hockte er auf dem Fruchtberg. Pong! Gefunden. Klick atmete auf. Ader Bernhard im Hintergrund wagte nicht zu schnaufen.
„Geh an deine Arbeit, Bernhard!", sagte Klick. „Tu, als ob er gar nicht da rohre. Er soll nicht scheu werden."
Zugleich bückte er sich und begann, dem Lehrling beim Auspacken der Früchte helfen. Die Augen des Affen funkelten und beäugten miß-
traullch die beiden. Da sich aber nichts Feindseliges ereignete, machte er sich ein Vergnüaen daraus, Apfelsinen von seinem Berg herimterzurollen. Er hatte eine Menge gusaeluticht und grob Banan->n entfchält. Schalen und Rekte tagen auf dem Baden herum. Wird eine Mark kosten, Hukt-n- onkel schält» Mick Mehr nicht. Wenn er nicht auch Gardinen zerrissen hat. Er hat sich gütlich getan, hat ein bißchen Heimat geflaut.
(Fortsetzung folgt.)


