Ausgabe 
17.2.1936
 
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Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger

Zahrgang 1936 Montag, den Februar Nummer H

eheimnis der ^eide

ROMAN VON FRANK F. BRAUN

l. Fortsetzung.

Er versuchte ein Lächeln, das nicht ganz gelang.Sie sind kühl und Aar", sagte er nachdenklich,das Ist sehr schön. Ich beneide Sie um Ihre Sicherheit."

Sie verstand ihn nicht ganz, fragte aber nicht nach.

Die Grillen zirpten. Es waren doch wohl Grillen? In einem der stzten, also vordersten Bäume der Kiefernschonung mußte ein Vogel tzen. Von Zeit zu Zeit lieh er seinen melodischen Ruf erschallen. Der tzund dagegen war nun endlich verstummt. Der Stehgeiger knipste mit ditzen Fingern prüfend über seine Saiten und warf einen Blick in die Loten. Er schulterte seine Geige, ein altgedienter Soldat und setzte he wieder ab.

Adalbert Steyer und Frau v. Blinkburg sahen sich gleichzeitig um. Was war das für ein Lärm? Woher kam zu dieser Stunde das laute Stimmengewirr?

Auf der Straße, die in das Dorf führte, näherten sich aus der Heide lammend dunkle Gestalten. Der Stimmlage ihrer Rufe nach mußten s Männer sein. Zwei bogen von der Straße ab, liefen dem Hotel zu imb riefen etwas, das nicht verständlich ward. Ein Kellner sprang ihnen mtgegen. Waren es Betrunkene, dann würde er sie am Betreten des jtauses zu hindern wissen. Aber es blieb still. Die Männer, auch der Lettner nun, verhandelten flüsternd.

Da wartete der Geiger nicht länger. Er gab seinen Kollegen das Zeichen, und die Musik setzte ein. Es war nicht der Wiener Walzer, Isen Frau o. Blinkburg prophezeit hatte, aber auch KreislersRose- niorie" hätte gefallen. Da geschah abermals etwas Unerwartetes. Der Kellner schoß über die Veranda heran und trat zu den Musikanten. Er hirach ein paar Worte, und die Musik setzte wieder aus.

Frau v. Blinkburg und Steyer sahen den Kellner an. Er war blaß, i schien verwirrt oder ratlos. Adalbert Steyer winkte ihm zu. Der Kellner zögerte, dann kam er an den Tisch.Meine Herrschaften", sagte r. und war heiser, hob eine Hand und ließ sie planlos wieder sinken, gleichzeitig verstummend.

Was gibt es denn?" fragte der Schriftsteller erstaunt.Warum ^stellen Sie die Musik ab? Was wollten die Leute auf der Straße ivn Ihnen?"

Der Kellner raffte sich zusammen; vielleicht dachte er noch, daß es silsch sei, den Gästen hier Rede und Antwort zu stehen; aber er war M erregt, um rasch eine Ausrede finden zu können.Die Leute brachten tine Botschaft, eine traurige", sagte er.Unferm Herrn Alwien ist in iT Heide ein Unglück zugestoßen."

Was!?"

Der Kellner nickte.Sie fanden Herrn Alwien beim Wegkreuz blut» inerftrömt und leblos."

Steyer erhob sich. Er mußte sich auf den Tisch stützen.Das ist liahrhastig seltsam."

Der Kellner bat leise:Bitte, sprechen Sie nicht darüber. Wir müssen C«roarten. Die Leute holen den Gendarm und den Ortsvorsteher. Die lixehre ist schon unterwegs." Er verbeugte sich und wollte davon, aber Meyer hielt ihn beim Arm fest.Wenn Sie die Panik unter den anderen Gästen vermeiden wollen, es handelt sich ja um zumeist ältere k»rrschasten, die, wenn sie diesen schlimmen Todesfall erfahren, sicherlich hser nicht bleiben wollen, wenn Sie verhüten wollen, daß morgen dies Jmtel leer ist, lassen Sie die Musik weiterspielen."

Der Oberkellner sah den Schriftsteller an.Sie haben recht", sprach e:,,ich danke für den Hinweis." Nun ging er wirklich.

, Wie kann sa etwas geschehen?", fragte Frau v. Blinkburg, mit ent» («Sten Augen Adalbert Steyer anstarrend. Der schrak auf aus tiefem skachdenken.Warum fragen Sie mich?", rief er erregt, verbesserte sich dann aber sofort und meinte gedämpft:Ich war doch hier bei Ihnen an Tisch, gnädige Frau; ich weiß nicht mehr als Sie."

Sie nickte. Die Musik setzte ein und enthob sie einer Antwort. Der Schriftsteller faßte einen EntschlußIch will hingehen", sagte er,ich warde zu erfahren suchen, wie es geschah, und Ihnen berichten."

Sie sah aus.Ich nehme kein persönliches Interesse an unferm Ge- ciästsführer. Es ist nur" Ihre Blicke begegneten sich und hielten sie ftit. Cs war, als ahne er ihre Gedanken, als er sagte:Seltsam. Das if das Wort, welches Sie suchen. Ja, es ist wirklich seltsaml Wenn ein h»nd heult, stirbt ein Mensch. Ich äußerte das im Grunde gedankenlos.

könnte man beinahe Angst vor sich selbst bekommen, nicht wahr?" |

Er nahm seinen Hut; den Stock vergaß er.Da geht ein Mensch über die Heide; er tut vielleicht wie ich vorhin einen kleinen Abendspazier- gang; es ist dunkel; aber er plant nichts Böses. Da steht plötzlich am Wegkreuz ein Fremder vor ihm, und ehe der Ueberraschte den Mund öffnen kann, bevor er die drohende Gebärde recht begreift, saust ein Knüppel durch die Lust und streckt ihn zu Boden. Der Landstreicher erbeutet eine Brieftasche und schleicht davon."

Glauben Sie, daß es so geschah?"

Adalbert Steyer zuckte die Achseln.So ober ganz ähnlich. Wir haben keinen Schuß gehört. Alwien ist also niedergeschlagen oder erstochen worden. Ich werde es erfahren. Dies Wissen macht allerdings den armen Menschen nicht wieder lebendig; es ist im Grunde unwichtig, wie alles Nachher. Aber es mag auf die Spur führen, und man wird den Mörder fangen." Er fah vor sich hin. Leiser noch, als hole er seine Worte von weit her, schloß er:Und der Täter, den man dann fängt, wird nicht mehr der Mörder {ein, sondern ein Mensch; denn nun wiederum bas Nachher ist bie Sekunde, ba er ben Morb beging, vorbei, unb er ist längst ein anberer. Jetzt würbe er bie Tat nicht mehr zu tun vermögen. Jetzt bereut er schon. Denn ber Mensch ist sich in keiner Stunbe gleich; aber er muß einstehen für jebe Minute feines Gebens." Er schaute Frau v. Blinkburg noch einmal ins Gesicht.Gute Nacht", wünschte er. Aber sie antwortete ohne zu zögern:Ich werde auf Sie warten." Da ging er mit einem Kopfnicken.

Die Musik spielte immer noch. Das ältere Ehepaar brach auf und schritt bie Treppe hinauf in sein Zimmer; nicht viel später folgte bas alleinstehenbe Fräulein. Alle brei hatten bem kurzen Geschehen keine Beachtung geschenkt unb gingen ahnungslos unb unbeschwert ihrer Nachtruhe entgegen.

Frau v. Blinkburg blieb sitzen. Es war nicht kühl. Da sie zubem gar nicht mübe mar, beschloß sie, wirklich zu warten. Die Musiker berat­schlagten eine Weile. Dann ließen sie eine längere Pause eintreten. Frau v. Blinkburg war so in Nachdenklichkeit versunken, baß sie die Bewegung übersah. Die drei Künstler verschwanden. Der letzte Kellner war im Saal beschäftigt, bie Tische für ben Morgenkaffee zu richten. Frau v. Blinkburg saß auf ber Beranba ganz allein. Warum warte ich?, bachte sie. Morgen früh kann mir Herr Steyer bas alles genau so gut erzählen. Aber sie blieb sitzen. Vielleicht kam er halb zurück.

Ein Winb hatte sich aufgemacht. Er fegte über bie Heibe und rauschte in den Kiefern. Der Mond warf ein rasch wechselndes Licht herab; zuweilen verdeckten ihn Wolken, und erlosch für eine kurze Zeit ganz.

Adalbert Steyer schritt auf der Landstraße dahin. Er konnte sich gut denken, wo der Kreuzweg, der Tatort, sich befinden würde. War er nicht selber vorhin dort vorbeigekommenl Er sah zu Boden. Die Hut­krempe verdeckte sein Gesicht. Er dachte angestrengt nach.

Der Ortsvorsteher, Herr Pfrundt, kam ihm'mit dem Gendarmen entgegen. Sie grüßten einander; Steyer hatte sich mit Pfrundt bei feinem ersten Besuch bekannt gemacht.

Herr Pfrundt war geschwellt von Wichtigkeit.Sie bringen ihn auf ber Bahre", gab er Auskunft auf Steyers Frage.Ich habe veranlaßt, baß bie Träger ben Richtweg zum Krankenhaus gehen unb nicht hier biefe Lanbstraße. Wo soll ich sonst hin mit ihm, er ist fremb hier."

Sie besitzen im Ort ein Krankenhaus?"

Gewiß. Es ist nicht groß. Aber von ben zwölf Betten finb noch immer einige frei. Die Leute finb hier sehr gesunb, wissen Sie. Ein alter Sachsenschlag mit harten Schübeln." Er zog ben Munb schief, aber das war kein Lachen.Wäre das Unglück, bas Herrn Alwien zustieß, einem Eingeborenen geschehen, es wäre nur halb so schlimm geworben. Der arme Herr Alwien mußte dran glauben. Er hat sich auch einen recht kantigen Stein ausgesucht, als er stolperte."

Sie wissen das bestimmt?"

Was soll ich bestimmt wissen?"

Wie es geschah."

Cs war nicht schwer festzustellen. Er lag noch auf dem Stein, auf ben er gestürzt war."

Wer fanb ihn?"

Glahn, ein Pächter aus ber Umgegenb."

Eine anbere Lesart ist ausgeschlossen? Morb? Raubmorb?"

Herr Psrunbt sah ben Schriftsteller an. Es fehlt weber die Brief­tasche noch Uhr ober Ringe. Zubern war niemanb um die Zeit auf der Heide. Glahn ist keiner Menschenseele begegnet. Wenn Herr Alwien noch hätte aussagen können, als wir ihn aufhoben, würde er uns sicherlich fein Mißgeschick genau in der Form erzählt haben, wie wir es schon erraten hatten."

Ja, ja. Es war nur so eine Idee."

Herr Pfrundt wurde ganz Amtsperson.Es ist nichts versäumt worden", stellte er fest.Die Polizei" und er wies auf den Gendar­menwar zugleich mit mir zur Stelle. Es handelt sich zweifellos