’ da
um für Für Men,
iren. ninel «für.
das und
Dorf ; t auf > mit rußte chützt ! das froh
l sich : Be-
non t Kß auch fdem t be- Zeld. b /»
all rück, mmt
eben, jenen lenen nnoch nach
'eitet alte
ilte'm ®e- Kopf (eiter.
mein djöner tz mH »durch"
n, die findet l Die ft, sich üfinier leil- rteiten
mdien auch schon einem
dringen
> tehr» ufnabm
xv eigenen
jar °1P da«
■t habet einiget*.
Maultiet'
>ch -2 nier°"L ■iqre. ieifa^J SZ LÄ »3; gefll»" K-!'
GietzenerZamilienbMer
Unterhaltungsbeilage zum Giehener Anzeiger
Jahrgang 1956 Zreitag. den H. Zebruar Nummer
eheimnis der ^eide
ROMAN VON FRANK F. BRAUN
Das Hotel ,Zur Heide" lag wirklich mitten in der Heide. Man fuhr von Hamburg zwei gute Stunden bis zur kleinen Station Lünefeld. Dort standen, auf jeden ankommenden Zug wartend, die beiden Automobile des Heidehotels: eines für die Gäste, dos zweite für die Gepäckstücke.
Vom Bahnhof Lünefeld ging der Weg vielleicht zehn Minuten lang durch eine wunderschöne alte Kiesernwaldung; dann fuhr man am Gut Pfenningshos vorbei, das mit seinem Turm auf dem Herrenhaus rote eine alte Raubritterburg aussah; nach wenigen hundert Metern durch dichte, unberührte Heide war man bann angelangt.
Das Hotel „Zur Heide" hielt nur bis zum Herbst seine Pforten geöffnet. Herr Alwien, der neue Geschäftsführer, plante allerdings, es auch für Winterfportler dies Jahr versuchsweise offenzuhalten, aber es hing wohl davon ab, wie sich diesmal das Sommergeschoft anlassen würde. Der Mai war nicht besonders gewesen. Der viele Regen hatte die Leute in den Städten zurückgehalten. Jetzt Mitte Juni, war das Hotel zwar auch nur mäßig besetzt, ein Zustand, der Herrn Alwien bedrückte; aber da das Wetter sich gut hielt, wollte er auch den Kops nicht allzu sehr hängen lassen. Seinen Gästen jedenfalls zeigte er ein strahlen- bcs (9efid)t.
Er glänzte, wie mit Speckschwarte eingerieben, stellte Adalbert Steyer fest, als er in das Haus (einen Einzug gehalten hatte. Adalbert Steyer sagte das nur zu sich, es war niemand im Zimmer, während er feine Koffer auspackte. Das Mädchen hatte er weggeschickt.
Man könnte nun annehmen, dieser Adalbert Steyer sei ein besonderer Mensch, ein Mann, der zumindest von sich recht eingenommen war. Aber Steyer war ein sehr simpler Schriftsteller. Seine ganze Besonderheit bestand darin, daß er Kriminalromane erfaßte. Sie gehen noch am besten, pflegte er zu erklären, wenn man ihn fragte.
Er trat an fein einziges Fenster. Die Heide lag ausgebreitet wie ein mattgetönter Teppich, die hellen Wege, sandfarben, bildeten das Schnörkelmulter. Im Hintergrund stand die Burg des Pfenningshofes.
Er atmete tief die frische Luft ein, die ihm gewürzt erschien, anders als in Hamburg; nicht mit Rauch aus Schiftsschornsteinen und ewigen Nebeln; sondern durchtränkt vom Duft des Heidekrautes und dem Geruch frischer, unverbrauchter Erde. „Bezaubernd", sagte er, „glattweg bezaubernd", und räusperte sich; „ich bin in tiefster Seele vielleicht überhaupt ein Lyriker?" Hierauf schloß er das Fenster und ging hinunter, irgendwo in der Halle, auf der Veranda oder im Garten den Nachmittagskaffee einzunehmen.
Und hier nun fängt die Geschichte eigentlich erst richtig an. Denn auf der Veranda des Hotels, hingestreckt im gepolsterten Korbstuhl lag Frau o. Blinkburg und rauchte eine Zigarette, trank ab und zu einen kleinen Schluck Kaffee, den der fürsorgliche Herr Alwien hatte vor ihr auf den kleinen Tisch hinbauen lassen, und las ein Buch.
Adalbert Steyer sah sie schon von der Treppe aus. Er dämpfte sofort feine Schritte, ging, auf der Veranda angelangt, einen kleinen Bogen, dieser Dome Gesicht zu sehen, bevor er selber bemerkt werden wurde und erreichte sein Ziel. Frau v. Blinkburg sah nicht auf. Er konnte sie betrachten, ohne lästig zu werden. Ihr Haar war blond, weißblond, wie es die Frauen der Dftfeetüften häufig haben. Ihre Augen mußten blau sein. Steyer konnte das nicht genau feststellen, aber er war gewiß, sich nicht zu täuschen. Ihre Nase, in der Form edel, sprang ein bißchen vor. Aber gerade das, fand Steyer, fei eine reizende Abweichung. Es gab dem Gesicht den Ton, nahm ihm das Süßliche. Diese Frau würde nicht irgendeinen albernen Liebesroman lesen. Sie war eine Persönlichkeit.
Er sah sie eine ganze Weile an. Ihr Kleid war blau; die Strümpfe glänzten hellfarben gelblich. Hieß es nicht fettfarben? Das war ja gleichgültig, aber daß sie gutgeformte Beine hatte, war wichtig. Er legte den Kopf schräg. Er sah so gerne hübsche Frauen; und zum zweitenmal in ganz kurzer Zeit sagte er: „Bezaubernd, glattweg bezaubernd" und wiederholte sich, ein Fehler, der ihm als Schriftsteller eigentlich nicht hätte unterlaufen dürfen.
Sich räuspernd, trat er näher.
Frau ö. Blinkburg sah kurz auf, bann blickte sie wieder in ihr Buch, ehe Steyer eine Verbeugung hätte anbringen können.
Er blieb stehen, lehnte sich an und hielt eine der Holzfäulen fest. Dabei sah er das Buch der Dome an. und seine Mundecken bogen sich aufwärts. „Es taugt nicht viel", äußerte er halblaut, aber gut vernehmlich
Frau v. Blinkburg hob den Kopf. Sie sah Steyer ins Gesicht; dann schaute sie ihm auf die Krawatte und zuletzt auf die Stiefel; von hier kehrte ihr Blick in das Buch zurück. Sie war sich klar, dieser Mann sah ganz sympathisch aus, aber solche Frechheit, sie hier auf der Veranda, wo keifte zehn Schritte entfernt andere Gäste beim Kaffee saßen, derart formlos anzusprechen, empörte sie. Gewiß, man wohnte im selben Hotel, man würde sowieso über kurz oder lang bekannt werden; aber hier unerwartet neben ihr zu stehen, wildfremd, und mitten in eine Konversation hineinzuspringen, war denn doch unerhört. Was dachte sich dieser Mann?
Steyer hielt die Säule mit beiden Händen in seinem Rücken. „Mögen Sie es denn, gnädige Frau?", fragte er nochmals.
Da gab sich Frau v. Blinkburg einen Stoß. „Mein Herr!", sagte sie scharf und verweisend. Mehr zu sagen war ja wohl nicht erforderlich, der Ton der Worte redete deutlich.
Adalbert Steyer nickte freundlich in den empörten Blick. Also doch blaue Augen, natürlich! „Das Buch meine ich", erläuterte er.
Sie starrte ihn verblüfft an. Im Augenblick — wollte sie nicht den Skandal — wußte sie sich nicht zu helfen. Dovongehen. Gewiß. Aber sie lag mehr, als daß sie saß in dem Faulenzerstuhl. Das empörte Davonlaufen war nicht ganz einfach. Und dann gefiel es ihr hier sehr gut. Mochte er doch sich fortscheren, der Frechling! Sie beschloß, ihn mit stummer Abwehr zum Rückzug zu bringen. »
„Es hat einen Fehler", sagte Steyer, und er war noch oder wieder bei dem Buch. „Auf welcher Seite sind Sie?", er beugte sich vor, las ab: „Seite 56, hm ..., da liest es sich noch ganz gut; aber im nächsten Kapitel geschieht der Mord. Sehen Sie, gnädige Frau, das ist der Fehler. Ein Kriminalroman mit dem Mord erst auf Seite 60, das ist ein Unding."
Dieser Ton ärgerte sie. Entgegen ihrer Absicht entfuhr es ihr: „Was verstehen Sie davon!"
Steyer lächelte trübe. „Sehen Sie", sagte er, „nachher erkennt man immer die Fehler. Aber da ist es zu spät. Wenn man den nötigen Abstand von dem Werk hat, — ein Werk, verzeihen Sie, das Wort ist gebräuchlich und nicht meine Anmaßung, — dann liegt es als Buch vor einem auf dem Tisch, und man kann sich nur noch ärgern."
„Ich finde diesen Roman reizend", sagte sie ärgerlich, hauptsächlich, weil sie nun doch redete, „kennen Sie denn das Buch?"
„Doch", versicherte er, „wie könnte ich sonst Kritik üben."
„Ich weiß nicht, was Sie da herausgelesen haben", sagte Frau v. Blinkburg und nahm ihren Blick wieder zurück, „mir gefällt es. Aber", und ihre Mundwinkel kräuselten sich spöttisch, „Sie können ja dem Verfasser einmal Ihre Mißbilligung ausdrücken."
„Das habe ich schon oft getan; aber er nimmt nicht an: er ist geradezu auf feine Fehler eingespielt und kultiviert sie."
Frau v. Blinkburg schlug die Titelseite ihres Buches auf. Lieber Himmel, wer merkt sich den Autor! „Kennen Sie denn den Schriftsteller Adalbert Steyer?", fragte sie noch immer spottend.
Steyer brauchte im Augenblick nicht zu antworten. Gerade ging der Geschäftsführer Alwien vorüber. Er klappte die Hocken zusammen, nahm bas Einglas aus dem Auge und lachte: „Guten Tag, gnädige Frau, Tag, Herr Doktor, gute Fahrt gehabt?"
„Danke, Herr Alwien. Es ging rasch; das war die Hauptsache."
„Sehr richtig", gab Herr Alwien bedingungslos zu. „Wir haben eine vorzügliche Verbindung. Und das Wetter macht sich auch."
„Ganz famos", räumte nun seinerseits Steyer ein.
Herr Alwien zog mit einer Doppelverbeugung heiter an den nächsten nicht fernen Tisch.
Frau v. Blinkburg sah Steyer auf den Mund. Sie wollte etwas sagen, vielleicht sogar fragen, aber Adalbert Steyer tarn ihr zuvor. „Sie meinen, ich kenne den Geschäftsführer gut und nenne ihn beim Vornamen? Ich kenne Herrn Alwien so gut wie gar nicht. Sie dürfen auch Alwien zu ihm sagen, gnädige Frau. Es ist nicht sein Vorname, sondern sein Familienname. „
„Das weiß ich natürlich", sagte Frau v. Blinkburg, „den Namen des Geschäftsführers kenne ich..."
Wie betonte sie denn das? Steyer ließ die Säule los; er tastete dafür mit den Fingern der freigeroorbenen fjanb einmal an feine Krawatte. „Mich kennen Sie auch", sagte er schüchtern mit der Andeutung einer Verbeugung.
„Sie? Nicht, daß ich wüßte."
„Dann lesen Sie sehr flüchtig, gnädige Frau. Mir hat einmal eine Dame, eine Lektorin im Verlag gesagt, als ich ihr gelegentlich vorgestellt wurde, sie kenne mich besser als hundert Menschen, mit denen sie täglich umgehe. Und bas muß wohl so sein. Denn bei aller Technik unb allem Handwerklichen, die dazu gehören, am Ende gibt man immer sich selbst, vielleicht sogar sein Wesentliches in so ein Buch hinein."
„Wie denn? Sie ..."


