ohne Ende", ant-

die Hände.Ich

Norden der Front in vorderster Reihe Benvenuto eilte gerade, von einem ohnmächtig wurde.

vergessenl" heißt vergessenl

du damals nicht mehr geschrieben?"

Ich hatte Gold gefunden", flüsterte Benvenuto zurück und hob Fre­dericia hoch,viel Gold, aber ich wollte noch mehr finden. Ich glaubte, es mache uns glücklich, ich dachte, Fredericia wird schon stillhalten, bis das ganze große Glück zu ihr kommt. Und jetzt ist es da!"

Er trug sie zur Lazarettstation. Fredericias Wunde erwies sich als harmlos. Benvenuto faß, bis sie gesundete, an ihrem Lager. Dann fuhren sie beide nach Lima, spät, doch nicht zu spät, ihr gemeinsames Leben zu beginnen.

kämpfe eine Frau, und eine nicht mehr junge dazu, mit.

nach Norden, raste zur Vorhut und fand, als sie Pfeil gestreift, niedersank, seine Fredericia. Ehe sie erkannte sie ihn, lächelte und flüsterte:Warum hast

lieben. Fredericia, im Glauben, Benvenuto habe sie verlassen, verließ ihn ihrerseits und heiratete einen gewissen Quadriga, Holzhändler von Beruf. Aber sie hörte nicht auf zu meinen und Benvenuto Briese nach Ottawa, Kanada, zu schicken. Fredericia gebar dem Holzhändler kein einziges Kind. Nach fünf Jahren der Ehe starb er und hinterließ Frede­ricia ein kleines Erbe. Fredericia verkaufte die Holzhandlung und be­gann, vom Erlös aus dem Geld, das ihr Quadriga vererbt hatte, Ben­venuto suchen zu lassen, und bald, da die Mittelsmänner versagten, selbst zu suchen.

Eines Tages, im Jahre 1827, traf in Lima ein vornehm gekleideter sechzigjähriger Herr ein. Kaum hatte er das Weichbild der Stadt be­treten, eilte er zum Molenkopf, stellte sich auf ihn hin und verweilte eine lange Zeit. Immer noch wehte der Ostsüdost, schäumten die Wellen und drang von den Anden grimmige Kälte herab. Hierauf begab sich Benvenuto in den Wald, der in einen Park verwandelt worden war, suchte, am Bach entlang, Fredericia und das Blockhaus, und fand zwar einen Pavillon statt der Hütte, aber keine Fredericia. Doch wußte man von ihr zu erzählen. Man berichtete ihre Heirat Benvenuto fchrak zurück man sprach von ihren Tränen Benvenuto trat rasch näher, man teilte ihm Fredericias Reise nach Kanada mit. Eilends brach Benvenuto nach Kanada, woher er gekommen war, auf.

Kanada war voll Aufruhrs, wie er es verlassen hatte. Die Indianer von Quebec hatten sich erhoben, zehntausend an der Zahl, zu siegen ober zu sterben. Wo mochte Fredericia, in Kanada eingetroffen, ihn gesucht haben, wo anders als auf dem Schlachtfeld, dort, wo die Männer Kana­das, die den Ruhm der Ruhe vorzogen, sich zu dieser Zeit aushielten? Benvenuto eilte zur Front. Abschnitt nach Abschnitt suchte er auf, Frede­ricia zu finden. Man befchied ihn Überall, von einer Frau, die einen Mann suche, niemals und nirgends etwas gehört zu haben. Aber im

An die Sterne.

Von Andreas Gryphius.

Ihr Lichter, die ich nicht auf Erden satt kann schauen, Ihr Fackeln, die ihr Nacht und schwarze Wolken trennt, Als Diamante spielt und ohn Aufhören brennt;

Ihr Blumen, die ihr schmückt des großen Himmels Auen,

Ihr Wächter, die, als Gott die Welt auf wollte bauen, Sein Wort, die Weisheit selbst, mit rechten Namen nennt, Die Gott allein recht mißt, die Gott allein recht kennt, (Wir blinden Sterblichen, was wollen wir uns trauen!)

Ihr Bürgen meiner Lust, wie manche schöne Nacht Hab ich, indem ich euch betrachtete, gewacht?

Herolden dieser Zeit, wann wird es doch geschehen.

Daß ich, der eurer nicht allhier vergessen kann, Euch, deren Liebe mir steckt Herz und Geister an. Von andern Sorgen frei werd unter mir besehen?

Leb wohl", rief Benvenuto,ich werde dich nie Vergessen, vergessen!" schluchzte Fredericia,was

Ich will wissen, warum du wegfährst!"

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken wartete Benvenuto und sprang ins Boot.

Du schreibst mir!?" bat Fredericia und rang

Große Liebe.

Erzählung von Wolfgang Weyrauch.

Am 1. Januar 1790 standen, nachdem sie die Nacht über getanzt, gelacht und gesungen hatten, Benvenuto und Fredericia auf dem Molen­kopf des Hafens von Lima in Peru, sich fürs Leben zu verabschieden. Ein Ostsüdost wehte und schlug die Wellen, daß sie den wohl vierund­zwanzigjährigen Jüngling und das Mädchen, das zwanzig Jahre zählen mochte, vollkommen durchnäßten. Aber das Paar kümmerte sich weder um Wind noch Wogen, wie es auch die eisige Kälte, die der Wind von den Anden herübertrug, nicht beachtete. Stumm und reglos blickten Benvenuto, Sohn eines armen Makrelenfischers, und Fredericia, Tochter eines noch ärmeren Holzfällers, über das Meer zurPazifik" hin, die den Jüngling, der jetzt kein Fischer mehr, sondern ein Matrose war, nach Kanada, dem Lande der Wunder, fahren sollte. In wenigen Minuten mutzte die Schaluppe, die die letzten Gäste und Mannschaften aufnehmen sollte, am Molenkopf vorüberkommen. Benvenuto und Fredericia hatten sich nichts mehr zu sagen. Sie kützten sich zum letztenmal und hörten nicht auf, sich zu küssen. Im Kuß erinnerten sie sich aller Begebenheiten ihrer Liebe.

Vor zwei Jahren hatten sie sich kennengelernt. Ein Holzstoß, den Fredericias Vater abgelassen hatte, zerriß Benvenutos Netze. Zornig stieg er in die Berge, dem Bach nach, der die Stämme hinabgetragen hatte. Er erreichte Fredericias und ihres Vaters Blockhütte, wollte schimpfen, daß der Urwald einstürzen sollte und sah und liebte Fredericia. Später sauste das Mädchen täglich, wenn der Vater schlief, denIa- gur" so hieß der Bach hinab, zu Benvenuto, der es' dann samt seinem Einbaum wieder hinaufritt. Das Paar hatte sich heiraten wollen, aber die Väter verweigerten die Ehe. Arm zu arm, so sagten sie, ergäbe arm, sie aber hielten es lieber mit dem Sprichwort, das von den sich anziehenden Gegensätzen redet. Benvenuto entführte Fredericia; der Hunger trieb beide zurück. Sie schworen sich Treue zu, die niemand, es sei denn der Tod, brechen könne. Aber heiraten, sich nie mehr trennen, Kinder haben das konnten sie nicht. Dies allein aber wollten sie. Doch sie waren so arm, daß sie nicht einmal die zwei Peseten hätten bezahlen können, die nötig waren, sich aufbieten zu lassen.

So gedachten sie der Vergangenheit, da läutete die Glocke der Schaluppe, die, von sechs Matrosen gerudert, zum Molenkopf beidrehte.

schreibe dir auch", versprach sie und sah die Schaluppe sich schon im Gischt verlieren.

Ja!" schrie Benvenuto zurück und flehte die Matrosen an:Fort! Nur fort!"

Zwanzig Jahre vergingen. Zwanzig Jahre lang wurde Benvenuto nicht reicher. Zwanzig Jahre lang schrieben sich Benvenuto und Fre­dericia sehnsüchtige, innige und hingebungsvolle Briefe. Zwar hob das Paar Fredericia im Nähkorb, Benvenuto bald in der Satteltafche, bald im Geldbeutel, bald in einer Felsspalte, bald in einem hohlen Baum sämtliche Briefe sorgfältig auf, doch ist nur ein einziger über- fommen, welcher wie folgt beginnt:

Meine herzlich geliebte Fredericia!

Wie oft und wie sehr denke ich immer an Dich, aber, ob ich an Dich denke ober ob an Dich schreibe, es wird und wird nicht besser. Ich bin immerzu arm. Man könnte fast verzweifeln, wenn nicht eines vom anderen wüßte, daß wir uns nie aufgeben werden. Im letzten halben Jahr war ich Diener, Bader, Seelsorger. Ich komme auf keinen grünen Zweig. Dennoch lasse ich Dich nicht, ob­wohl es hier viele Mädchen gibt, die mich wohl heiraten würden. Ich laste Dich nicht. Ich habe es Dir geschworen. Und es wird noch alles gut werden!"

Dieser Briefanfang gehört zum letzten Schreiben das Fredericia jemals von Benvenuto empfing. Hinfort wer konnte es wissen, wer es feststellen? schien Benvenuto keine Briefe wehr zu schreiben. Ha te er ein kanadisches Mädchen geheiratet? Ging seine Post verloren? Wollte er nicht mehr schreiben? Konnte er nicht mehr schreiben? War er tot.

Fredericia weinte viel. Dann ergriff sie der Trotz, der uns Menschen oft das Böse statt des Guten tun läßt, vornehmlich wider die, die wir

Ein deutscher Arzt Hilst der Menschheit.

Von vr. Hellmuth Unger.

Mit Genehmigung des Verlages I. F. Lehmann, München, entnehmen wir den folgenden Abschnitt dem Buche:Vom Siegeszug der Heilkunde. Großtaten der Medizin", von Hellmuth Unger. (Kart. 2. Mark.) Das Buch zeigt dem deutschen Volke, daß es stolz darauf fein kann, was deutsche Aerzte und die deutsche medizinische Wissenschaft geleistet haben.

Unter den Gelehrten und Forschern von Weltruhm, den wahrhaft großen Aerzten und Helfern der Menschheit gibt es einen, den wir Deutschen besonders lieben und verehren. Als Sohn eines einfachen Bergmanns wurde er 1843 in dem kleinen Harzort Clausthal geboren. Opferfreudigkeit der sparsamen und für sich selbst genügsamen Eltern ermöglichte ihm, einem von vielen Kindern, den Besuch des Gymnasiums und später das Studium der Medizin. In seiner Bescheidenheit verlor er sich nicht an sinnlose Zukunftspläne, er wollte ein guter und tüchtiger Arzt werden, der möglichst bald nicht mehr den Eltern zur Last zu fallen brauchte. Der Beginn seiner Laufbahn war alfo höchst bürgerlich und uninteressant, bis auf einmal der kleine Landarzt und spätere Kreis- physikus in Wollstein durch Schicksalsbestimmung in ein wissenschaftlich so abenteuerliches Leben herausgeriffen wurde, wie es noch keinem vor ihm geschenkt worden war. Es ist Robert Koch, der Bakteriologe.

Am 24. März 1882. In einem Raum des Berliner Physiologischen Instituts sind die Mitglieder der Physiologischen Gesellschaft versammelt. Angekündigt ist der Vortrag eines Rates vom Kaiserlichen Gesundheits­amt, den nur wenige dem Namen nach kennen. Als Kreisarzt in Woll­stein soll er den Erreger des Milzbrandes einwandfrei nachgewiefen haben, eine Seuche, die vornehmlich Tiere befällt. Dieser Leistung hat er wohl die Berufung in die Reichshauptstadt zu verdanken

Dieser 24. März aber das ahnen die anwesenden Zuhörer noch nicht steht seitdem eingetragen im Goldenen Buch der Kulturgeschichte. Er bedeutet Anbruch einer neuen Zeit in der Geschichte der Heilkunde.

Es ist mir gelungen", sagt der Redner in aller Bescheidenheit, ,chen (Erreger der Schwindsucht, der Tuberkulose, zu entdecken, den Tuberkel­bazillus."

In Wollstein, in aufreibender Nachtarbeit zwischen Praxis und wissenschaftlicher Forschung war Koch der erste große Wurf gelungen. Er wäre nicht zum Ziel gekommen, Hütte er sich nicht gleichzeitig unter unsäglichen Mühen eine ganz neuartige Technik ersonnen, die für die moderne Bakteriologie grundlegend wurde. Ihm ist auch die Herstellung von künstlichen Nährböden aus Rinderblutserum und aus anderen tieri­schen Substanzen zu verdanken. Auf einem geheizten Objekttisch, im hohl geschliffenen Objektträger studiert Robert Koch als erster das Wachsen von Krankheitskeimen, erfindet dabei einwandfrei den Erreger des Milz­brandes. Damit ist der erste Schritt in Neuland der Wissenschaft getan und der Weg zu Erfolgen freigelegt, die auch Koch noch nicht abzusehen vermochte. Einen weiteren Fortschritt für seine wissenschaftlichen Versuche brachte dann feine Erfindung der durchsichtigen starren Nährboden durch den Zusatz von Gelatine.