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AnweMngen über Me gepkanken 8rd Filme. Ich kappe Sa noch fast ganz im Dunkeln. Cs bleibt mir nicht allzuviel Zeit zur Vorbereitung."
„Dazu haben wir noch Gelegenheit, wenn Sie drüben bei uns sind, lieber Herr Thiele. Wir haben ganz andere Methoden der Produktion, als ich sie jetzt hier in Europa kennenlernte. Sie werden die Manuskripte erhalten und sich daraus in großen Umrissen ein Bild machen können, um welchen Typus es sich handelt. Sie werden sehen, er ist Ihnen gewissermaßen auf den Leib geschrieben. Die Einzelheiten der Ausführung jedoch stehen noch keineswegs fest. Das geschieht erst in engster Zusammenarbeit mit Ihnen selbst, wenn Sie drüben sind. Mehr kann ich Ihnen heute nicht sagen."
„Ich fahre also am ersten April", sagte Thiele ein wenig enttäuscht und nachdenklich. „Das ist mit Direktor Steinten vereinbart."
Grolman beugte sich zu ihm vor. „Es wäre gut, wenn Sie schon in den ersten Tagen des April drisben wären, also sich in der letzten Märzwoche einschiffen wollen. Steinlen wird zwar einige Schwierigkeiten machen, aber das tut nichts. Kabeln Sie mir rechtzeitig, und es wird alles in Ordnung gebracht. Sie werden dann in Neuyork am Schiss erwartet. Auf unsere Organisation können Sie sich verlassen. Außerdem kennen Sie ja Neuyork, wie man mir sagte. Um die Weiterreise brauchen Sie sich nicht zu kümmern. — Haben Sie daran gedacht, lieber Thiele, Ihre Gattin mitzunehmen?" fragte er plötzlich und lehnte sich wieder' zurück. „Nein!" „Das ist gut. Ich hätte Sie sonst dringend bitten müssen, davon abzusehen. Sie würden in Hollywood kaum Zeit für sie haben. Sie hätten sie wohl in Neuyork zurücklassen müssen. Es freut mich, daß wir auch hierin einig sind."
„Ihr Propagandabüro scheint sehr tüchtig zu sein", sagte Thiele nach einer Pause. „Selbst der rührige Henschke ist erstaunt, daß feit acht Tagen die Notizen über unseren Abschluß und meine Tätigkeit drüben in der gesamten Presse nicht abreißen."
„Er würde sich vielleicht noch mehr wundern, wenn er den Filmtest unserer Zeitungen zu Gesicht bekäme. Ich habe am Tage meiner Abreise unsere Vertretung hier angewiesen, unseren gesamten Reklameapparat in Bewegung zu setzen. Das ist doch kein Kunststück."
„Es sind Bilder von mir erschienen, von denen ich selbst nicht mehr weiß, wann und wo sie gemacht wurden!" lachte Thiele geschmeichelt. „Es ist rätselhaft, woher Ihr Büro diese Bilder so rasch aufgetrieben hat."
„Seine Sache. Wenn ihm nicht einmal das gelungen wäre, wäre ich gezwungen, es neu zu besetzen!" antwortete Grolman. „Ich erwarte, daß meine Leute noch ganz andere und wirksamere Waffen in Reserve haben."
In diesem Moment erblickte Thiele Mira von Alten, die mit ihrer Kusine durch die Halle ging und an der offenen Glastür zum Teeraum Haltmachte. Er erhob sich rasch und blieb in einer ungeschickten, unentschlossenen Haltung stehen. Mira sagte etwas zu ihrer Kusine, die sich entfernte, und schritt langsam quer durch den Raum auf den Tisch der beiden zu. Thiele beugte sich über ihre Hand und küßte sie. Seit der Nacht in Nikolassee war sie für ihn verschwunden gewesen. Wie kam sie gerade heute und zu dieser Stunde hierher? Wußte sie, daß er hier war, und war sie gekommen, um ihn wiederzusehen? Alles Blut schoß ihm zu Kopf bei diesem Gedanken. Er stand wortlos vor ihr und hielt noch immer ihre Hand in der seinen.
Auch Direktor Grolman hatte sich erhoben und begrüßte Mira mit einer korrekten Verbeugung. Aber schon aus seinen ersten Worten konnte Thiele feststellen, daß sie sich in der Zwischenzeit gesehen haben mußten. Diese Feststellung verwirrte ihn dermaßen, daß er plötzlich und in rauhem Ton fragte: „Was tust du hier, Mira?" „Ich wohne doch hier mit meiner Kusine!" antwortete Mira und setzte sich mit ihrer sicheren und reizenden Unbefangenheit in den Sessel zwischen beide. Grolman bot ihr Tee an und bestellte ein neues Gedeck. Thiele ließ sich schwerfällig in die Lederpolster seines Stuhls zurückfallen.
„Du bist also vollkommen einig mit Direktor Grolman und fährst Im Frühjahr nach Hollywood!" sagte sie. „Ich hatte noch keine Gelegenheit, dir zu gratulieren, Ludwig. Du bist wirklich über Nacht ein großes Tier geworden, wie man in eurer Sprache zu sagen pflegt!"
„Danke!" brummte Thiele und sah sie an. „Also hier wohnst du? Warum hast du mir nichts davon gesagt? Ich habe dich gesucht!"
„Du übertreibst natürlich! So schwer ist das nicht, mich zu finden. Wie du siehst, kommst du ganz von selbst auf den richtigen Weg!" sagte Mira in einem schwebenden Ton, der ihren Worten für ihn einen doppelten, vielleicht auch dreifachen Sinn verlieh.
„Wie lange bleibst du hier?" fragte er unsicher.
„Das weiß ich nicht. Aber lange auf keinen Fall. Ich bin mit mir nicht zufrieden. Daher kommt es wohl, daß es mir diesmal in Berlin nicht ganz gefällt. Das einzige, was mir einen geschloffenen und tiefen Eindruck gemacht hat, war dein Götz und der Abend draußen bei dir."
„Und wenn ich dich bitte: Bleib...?"
„Tu es nicht, Ludwig! Ich müßte nein sagen!" antwortete Mira lächelnd. Dann drehte sie ihren Blick zu Grolman hinüber. „Aber vielleicht sehen wir uns im Frühjahr — drüben. Direktor Grolman hatte die Freundlichkeit, mich aufzufordern, mir Hollywood anzufehen. Das hat mich schon immer interessiert. Vielleicht werde ich in diesem Frühjahr endlich die Zeit finden, hinüberzufahren und fein Angebot anzu- nehmen, mir dort alles vor und hinter den Kulissen zu zeigen. Eine bessere Gelegenheit wird sich mir kaum bieten."
„Es freut mich, zu sehen, daß Sie im Ernst daran denken, gnädige Frau!" sagte Grolman. „Du wirst drüben sein...?" murmelte Thiele und sah mit nach innen gewandtem Blick vor sich hin. „Und wo — bis dahin?"
„Das weiß ich noch nicht genau. Vielleicht werde ich nach Wien zurück- kehren, vielleicht nach Paris. Du darfst mich jetzt nicht danach fragen."
Ludwig hob den Blick und suchte ihre Augen. Aber sie wichen ihm aus. Da stand er plötzlich auf und reichte Direktor Grolman zuerst die Hand. „Sehe ich Sie noch vor Ihrer Abreife, Herr Direktor?"
„Das wird nicht gut möglich fein. Ich bin morgen früh in Hamburg und an Bord."
„Dann — auf Wiedersehen drüben!"
(Fortsetzung folgt.)
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„Me meknst Bu bas?* fragte der Architekt gedehnt.
„Ich brauche rund fünfzigtausend. Die werden doch auf diesen Vertrag zu haben sein?"
„Ein stattliches Sümmchen!" antwortete Bernau nachdenklich. „In bar wohl kaum. Aber vielleicht ist es möglich, daß man dir einen Kredit aufmacht."
„Für die Anzahlung auf das Haus und die ersten Anschaffungen! Für dich und für das, was du zu bauen hast, werde ich dir einen Wechsel geben. Der Kredit wird zu schassen sein mit deiner Hilfe. Du kennst doch alle reichen Leute von Berlin und hast Lieferanten zur Verfügung für alles, was du willst!"
„Ich will sehen, was sich für dich tun läßt!"
„Wenn du den Vertrag brauchst, kannst du ihn natürlich gleich mitnehmen."
„Das wird ganz gut fein. Und einen schriftlichen Auftrag."
„Setzen wir auf, und zwar sogleich! Die Hauptsache ist, daß alles so schnell wie möglich geht. Du kennst jetzt den äußersten Termin: Ende März, und muht ihn einhalten. Das mußt du mir jetzt feierlich versprechen. Alle Kosten spielen dabei die zweite Rolle!"
„Sie können sicher sein, Herr Thiele, daß er es schafft... Alles!" rief plötzlich die blonde Inge Graf, die bisher vor Staunen und heimlicher heißer Anteilnahme geschwiegen hatte, und alle lachten über ihren begeisterten Ausbruch.
„Jetzt kannst du nicht mehr zurück! Dein ganzes Prestige steht auf dem Spiel! Bravo, kleine Inge!" sagte Thiele. „Und unten in den großen Saal kommt meine Büste von Martin auf einen schönen, breiten Sockel. Da fällt mir ein: Auch Martin muß jetzt sein Geld haben!"
„Hat er nicht schon das meiste bekommen?" fragte Elisabeth.
„Ich glaube nicht. Wir müsfen einmal ernsthaft mit ihm abrechnen." „Das wird reichlich schwierig sein!" meinte Bernau.
„Nein!" antwortete Thiele. „Er bekommt, was seine Arbeit mir wert ist. Das ist allerhand!"
„Wenn du so weitermachst, wie du heute anfängst, wirst du in ein paar Monaten pleite sein. Gott sei Dank, daß Elisabeth da ist! Sie wird die einzige sein, aus die du noch hörst."
„Aber nicht, bevor alles fertig ist!... Nicht wahr, Lisa?" rief Thiele, sprang auf und beugte sich über den Stuhl feiner Frau.
Elisabeth schüttelte leicht den Kopf. „Ich werde es versuchen, Ludwig. Vorläufig freue ich mich genau fo roie du."
20.
Doktor Hartl war in Nikolassee wohnen geblieben auf Veranlassung Thieles. Man hatte ihm das Zimmer gegeben, in dem Mira von Alten die Nacht nach der Premiere geschlafen hatte.
Thiele, der eine unheimliche Geschäftigkeit entfaltete, legte vollkommen Beschlag auf ihn. Er nahm ihn mit bei seinen täglichen Fahrten in die Stadt, wo sie von einem Kunsthändler zum anderen jagten, Althändler aufstöberten und eine Menge von schönen echten Möbeln und Kunstgegenständen erwarben. Dabei waren Hartls Rat und Erfahrung von größtem Nutzen. Denn Thiele flog auf einen Sessel, einen Schrank, ein Bild gewissermaßen beim ersten Blick und ließ sich dabei oft täuschen, obwohl er einen Geschmack zeigte, der Hartl imponierte. Doch konnte Hartl es nicht verhindern, daß man ihn auch übervorteilte. Denn wenn Thiele ein Stück besonders gefiel und Hartl ihm bestätigen konnte, daß es tatsächlich alt und wertvoll war, lieh er sich auf keine langen Verhandlungen ein — die ja nur Zeit kosteten, die er nicht hatte —, sondern erklärte sich sofort mit dem Preis einverstanden und zahlte bar oder gab bei kostbaren Objekten eine Zahlungsanweisung auf ein bestimmtes Konto.
Der Agent Henschke hatte ihm die verlangten zehntausend Mark besorgt, und zwar schneller als nach feiner Aeußerung zu erwarten gewesen wäre. Auch Bernau war einige Tage später wieder in Nikolassee erschienen und berichtete von einer Transaktion, die er mit dem Vertrag vorgenommen hatte, die jedoch so kompliziert war, daß Thiele die Einzelheiten nicht verstand. Thiele hielt es auch nicht für notwendig, sie sich näher erklären zu lassen. Es genügte ihm, daß er über einen Kredit von vierzigtausend Mark verfügen konnte. Selbst eine Wohnung für den alten Herrn hatte Bernau mit Hilfe feiner Beziehungen ausfindig gemacht, fo daß mit dem Umzug begonnen werden konnte.
Das Haus am See wurde leer, und am nächsten Tage traf Bernau in aller Frühe mit feiner Arbeitskolonne ein. Die Leute wurden in Niko- lasfee einquartiert und der Umbau sofort in Angriff genommen. Auch Bernau blieb jetzt mit seiner blonden Sekretärin öfters in Nikolassee über Nacht, um den raschen und präzisen Fortgang der Arbeiten zu überwachen.
Am eifrigsten betätigte sich Billy. Sie verbrachte jede freie Minute drüben im neuen Haus, kletterte auf den Gerüsten umher, brachte den Arbeitern Bier und belegte Brote, um sie bei dem gesteigerten Tempo in Laune zu erhalten. Sie war schon nach den ersten Tagen bei ihnen beliebt und wegen ihrer überall mitansassenden Tüchtigkeit sehr geschätzt. Sie wußte um Thieles besondere Wünsche besser Bescheid als jeder andere im Haus, selbst als Elisabeth, und Bernau konnte sich ganz auf sie verlassen, wenn er in irgendeiner Kleinigkeit im Zweifel und Thiele im Augenblick nicht zu erreichen war.
Eine Woche war vergangen, als Thiele von Henschke die Nachricht erhielt, Direktor Grolman sei zurückgekommen und erwarte ihn um fünf llfyr im Hotel. Thiele fuhr hin und traf den Direktor im Teeraum an einem reservierten Tisch.
„3d) mußte damals leider sofort verreisen und bitte um Entschuldigung, daß ich alles mit Ihrem Agenten abmachte. Aber er hatte ja ausreichende Vollmachten, und so ging es am schnellsten!" saqte er nach der Begrüßung.
„Ich glaube, Sie völlig verstanden zu haben", antwortete Thiele und setzte sich ihm gegenüber. „Darüber brauchen wir kein Wort zu verlieren. Der Vertrag ist unterschrieben, und Sie sind schon im Besitz des Originals, wie mir Henschke sagte. — Nun aber möchte ich von Ihnen noch genauere
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