GietzenerZamilienbMer
Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger
Jahrgang 1935
Montag, den 2. Dezember
Nummer 94
sie nnd) dem langen Wege, den sie hinter sich hatte, zu füttern und zu
£
Z
b°lhs kühh'essig, Tas' ist richtig", fuhr er fort, um zu zeigen, u«B.-
>i-^
oanes picta
Am Abend, als Lars es auf die Diele holte, und in den Stall führen wollte, scheute es ein wenig vor dem ungewohnten Durchgang und
„Mach du nur alles so, wie du es für richtig hältst", sagte Lena, wendete sich um und ging daran, das Abendbrot zu machen.
Eine desto größere Freude hatte Jan an dem Pferd. Er lief den ganzen Nachmittag hinter ihm drein und gewahrte mit seinen kleinen, greisenhaften Augen jeden Halm, den es abbiß.
Ill, «i, reu US. en- icht ret iem
tjen Mr. ies mar ein ften sich Mbl Bergen, mit ifjte,
tun- i zu res um Sem dich nne- . ®r
tränten. , r , ..
Wirklich schob er es noch auf, ein Pferd zu kaufen. Als aber die Arbeit auf dem Felde allmählich drängender wurde und fein Versuch, sich bei einem der Nachbarn ein Pferd für ein paar Tage zu leihen, mißlang — man brauchte die Pferde dort ebenso notig wie er —, kam er eines Tages doch mit einem Gaul auf den Hof gezogen. ,
„Ohne ein Pferd bin ich mit der Arbeit einfach aufgeworfen , sagte L er zu sich selber, „das muß Lena doch einsehen."
B^fc_hanb. das Tier vor demHauje [ejt und ries Lena und Jan her-
22 23
ier I ar ein ■ isburl 10 cm reiten*'■ unW I
»bei He? g er aus
■ ein stier.
res lagen wenn jenen •trug, ganze lerge-
fället djtnis völlig nbelte ingen, tnung Fach* st ein enheil lischee Tisch
ne die idessen miedet :1t und t und n wn alis- junge : habe.
4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21
und wie es möglich gerooroen war, jia, yiei uiuuqc- u-0«—,... — - Wirtschaft in Gang zu fetzen, hätte sie längst keine ruhige Stunde mehr gehabt Gewiß, sie quälte sich auch so, in der Ungewißheit, die für sie mit allem verbunden war Aber es war trotzdem noch besser, sie hinzuhalten als ihr klaren Wein einzuschenken, — wenn es mitunter auch schwierig genug war, ihren Fragen auszuweichen. Aber in der letzten «eit hielt sie sich damit ja auch schon mehr zurück, und wenn sie erst sah, daß alles gut ging, würde sie vielleicht eines Tages ganz über ihre Unruhe wegkommen. So etwas wollte Zeit haben.
Er war beinahe heiter, als er von feinem Schemel wieder aufftanb. die Milch durchfeihte und sie in die tönernen Satten goß, aus denen Lena dann ein paar Tage später den Rahm zur Butter schöpfte.
Lächelnd setzte er sich mit den Seinen hinter d,e Pfanne mit Bratkartoffeln, die Lena auf den Tisch gestellt hatte. Dazu gab cs eine Schüssel mit saurer Milch und für jeden eine Schnitte des derben Schwarzbrotes, das Lars in dem alten steinernen Backofen hinter dem Liaule selber backte. . , .
’ Nun Lena", sagte er, als alle gesättigt waren, und empfand es als ' eine Befreiung, das Schweigen zu brechen, bas zwischen ihnen aeftanben hatte, „ist es nicht herrlich? Nun haben wir eine Kuh und em Pferb, brei Schweine im Stall unb ein Bolk Hühner — bu mußt doch jagen,' daß wir vorankommen?"
en aus.
nb unb tätschelte es begütigend auf die Hinteres auch heißen! Vor allem darum auch, weil ■aus getragen hat!" Dabei schielte er zu Lena ind und Kartoffeln in die Pfanne schnitt.
eb *' iei <* njeiul tebiW’ gebt»
ein* jattfr vd»
gurt
■n 9* end* % ein"”
Pferden'etwas verstände.' „Nun, es soll ja bei uns auch nicht in einem Zirkus auftreten, nicht wahr?"
Aber Lena ging ohne ein Wort zu erwidern ins Haus, und als Lars, der den Kleinen auf das Pferd gefetzt und auf die kleine Weide
neben dem Kartoffelacker gebracht hatte, auf die Diele kam, sah er, daß fie mit zusammengezogener Stirn am Herd stand und sich bu , Das Feuer ein wenig zu schüren.
Da magst das Tier nicht recht leiden? fragte er Lena.
,|0, was bas betrifft", antwortete Lena still, „ich verstehe zu wen g
°Du kannst dich ja ganz auf mich verlassen", sagte Lars, „und wenn Du bedenkst, daß ich das Geschirr ohne jede Berechnung.dazubekommen habe, so muß man doch sagen, daß es wirklich nicht zu M। bejaht «ft Pflug und Egge haben wir schon, und mit der Ze tw,rd auch n Ragen hinzukommen. Aber damit hat es noch bis zum Herbst 3eu Pielleicht habe ich über Sommer mal Gelegenheitz irgendwo o ein .
■auf einer Versteigerung zu erstehen. Da braucht man mitunter n ) Den halben Preis zu bezahlen."
Za°/du°muM doch einsehen, Lena, daß ich den Acker nicht mU den ■Händen umwühlen kann", fuhr Lars fort, gereizt durch die Älelch Lustigkeit, die Lena an den Tag legte.
Yellow
Grey 3
Green
Grey 2
Cyan
Grey 1
Red_______Magenta
Grey 4 Black
Lars der Gerechte
Roman von Wilhelm Scharrelmann
Colour & Grey Control Chart
die Anspielung. Lars wußte nicht, ob es mit hte es damit fein, wie es wallte, er wallte sich derben lassen. Lena verstand nun einmal nichts und mußte erst langsam in das Leben hier | tun, gewiß, sie hatte den guten Willen, Lars sie machte ihm den Anfang nicht gerade leicht.
e auch B sagen. Sonst hätte man in der Stadt Lars hätte weiterhin an jedem Tage, den Gott zehen müssen, um zu sehen, ob Arbeit für ihn |in anderes Ding, wenn die Arbeit auch genau g hier draußen verlangte.
ien Melkschemel, den er sich zurechtgezimmert und den der Kleine bei seinem Spielen verschleppt haben mußte, fand ihn, schon ein wenig ärgerlich, nach einigem Suchen und setzte sich zum Melken unter die Kuh, denn Senn traute es sich noch immer nicht recht. Was war es dach für ein Leben, das er hinter sich hatte, wenn er daran zurückdachte! Da kannte er dach heute stehen und gehen, wie er wallte! Nein, ihm machte es nichts aus, und er wäre auch zufrieden gewesen, wenn alles noch langsamer vorangekommen wäre. Denn nun hatte er doch eine Möglichkeit, zum Satan noch mal, und er war ein Esel gewesen, daß er sie nicht schon längst benutzt hatte. Bedenken hin, Bedenken her! Hätte das Geld vielleicht lieber Schimmel ansetzen sollen? Jahr und Tag hatte es doch einfach dagelegen und darauf gewartet, daß er kam und es benutzte. Und was die Frage betraf, ob Krick vielleicht eines Tages wiederkäm — gewiß, er hatte damals davon gesprochen, und man mußte wohl damit rechnen. Aber hatte er vielleicht in der ganzen Zeit, seitdem er fort war, auch nur ein einziges Mal ein Wort von sich hören lassen? Wenn er nun vielleicht überhaupt niemals wieder- kam? 6, Lars wünschte ihm nicht etwa den Tod, das wäre das letzte gewesen, — aber war es denn so unwahrscheinlich, daß er überhaupt nicht mehr lebte? Möglich war es ja auch, daß er drüben auf irgend eine Weise zu Geld gekommen war, wer konnte es wissen, und nun dachte er qar nicht daran, jemals wieder zurückzukehren, und er saß hier im
<- - —*—■*. oa »■<>•> 6>nnf iihor Möaliwkeiten, die £ein Mensch
II laß mich nur machen. Du wirst dich noch wundern, sage ich dir. Jetzt !muß ich erst sehen, daß ich ein Pferd kriege."
„Nun höre aber auf! Du bist leichtsinnig, Lars. Ich habe dich nie wieder gefragt, woher du das Geld nimmst und will es auch jetzt nicht tun. Ich weiß, daß du es nicht liebst. Aber du mußt zugeben, Lars, dies kann unmöglich mit rechten Dingen zugehen."
„Meinst du?" sagte Lars. „Aber du siehst doch, daß ich bezahle, was ich kaufe, ist das nicht genug?"
Lenau getraute sich nicht, noch ein Wort zu erwidern, und Lars zog die Kuh ins Haus, band sie am Stallpfosten fest und machte sich daran,


