Nummer 68
Montag, -en 2. September
Jahrgang 1955
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oanesZx n und natürlich! Ob in seinem Hause, rr pictäxy cde, oder bei den Proben im Konzertb i ein Orchester, ein Chor zu ihm auf,
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dann die behaglich erwärmten Räume betrat. Wenn sie auch noch für eine gute Tafel gesorgt haben...
Seine Kraft war in ihm mächtig
würdig zeigen. Es bedurfte dieser Mahnung lselig. Die Leute fühlten sich bei dieser Musik rag erhoben,' und manche wagten nach Konzert- #/lt\ es wäre ihnen gewesen, als sei Gott nicht
ohnedies nur auf ein Jahr lautete, rückgängig zu machen. Er rechnete fest damit, die Stadt seiner Opernsiege und -Niederlagen für immer zu verlassen. Darum traf er auch alle Vorbereitungen, veräußerte Stücke aus dem Hausrat der gemieteten Wohnung, die er sich selbst im Lause der Jahre angeschafst hatte, und bald begann das Verpacken.
üsterte Menschen waren, Wohltäter der Armen - Händel brauchte wenig zu rügen, und wo er i mußte, tat er’s anders als in London. Gewiß
i -«per Hansel dachte nicht daran, seinen Dubliner Vertrag, Der zunächst ' ' Jahr lautete, rückgängig zu machen. Er rechnete
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Mit weiten Gefühlen verbrachte Händel den letzten Teil der Reise an Bord des Schiffes, das ihn der irischen Hauptstadt nahersuhrte. Cr stand allein aus dem Deck, da die anderen Fahrgäste vor der kühlen Novemberlust sich zurückzogen in den Bauch des Schiffes Handel aber dessen abgehärteter Leib seit den Roßkuren von Aachen jeder Witterung standbielt hatte Freude an den beißenden Windstößen, nach denen ,edes- mal We!l"n hoch über die Schisssränder klatschten. Und wenn es stiller wurde, glich die Wasserfläche dem Leben nach einem Siege breit und wenig bewegt und feierlich ... Die Segel blähten stch in günstiger Richtung ' narb Stunden abwechslungsreicher Fabrt und das Schiff, jaberte sieb in kräftigem Gleiten dem Lande. D,e Stadt Dublin mit Turm und und Dach und Haus und Hafen kam heran und wuchs aus dem Wasser.
Erwartung und Ehrfurcht stand aus den Gesichtern der Menschen. Ein Vertreter des Herzogs von Devonshire trat ihm Hegern die
Dubliner Musikfreunde begrüßten Handel festlich. Der vom ^ch'cksal
in den lebten Monaten nicht Verwöhnte kam sich vor wie inemem
Märchen. Ein schöner, bequemer Wagen nahm ihn mit und hielt vor
einem freundlichen Hause. , .
„Abbeystreet", sprach der herzogliche Begleiter des Komponisten „Hier wohnen Sie, Herr Händel, künftighin als Gast meines hohen
Großartig, dachte Händel, als cr über die breiten Stufen schritt und
Beweis, daß ein Mensch, wenn er Gott in sich trägt, bei ganz rückhaltloser Weitung der Seele ihn auch nach außen bringen lassen kann, den eigenen Körper und die Welt in Strahlen setzend ...
Zuerst war Schweigen bei den Proben. Händel erklärte knapp, wie Ordnung zu bewahren sei, wenn die Stimmen zusammenströmen wurden sagte auck, daß keiner der Mitwirkenden mit Ausdruck sparen dürfe. Und Vorsicht bei den ersten Schritten! Er selbst übte sie. Den Musikern blieb das Bild „Schritte" haften, als Händel begann. Es war ihnen, als setze sich ein Elefant in Bewegung, erregt und kraftgesammelt. UeberaU aber suchte er zunächst noch zu schonen, oder er wartete ab, bis das Dickicht sich teile ... Doch bald kam er ins Trampeln. Er suhlte: von ihm aus mußte das Zeichen kommen, und Einhalt durste es bann keinen mehr geben. Die ersten Chöre breiteten sich aus. Hänbel sucht bas Maß. Doch bann lag es nicht am Umfang ber einzelnen Stucke, fonbern am Verhältnis zum Mittelpunkt hin. Eine seltsame Wirkung wohnten bwsen Musiknummern inne; sie zogen unb zogen. Je klarer Handel bas Werk nicht nur auf Papier, in Roten, fonbern auch schon einstubiert unb auf« aefübrt sah besto lückenloser trieb er sich unb bie Mitwirkenben zur Arbeit an Der Elefant tarn ins Rasen. Er stampfte alles nteber, was hem Werk im Wege stanb. sogar bie Essenszeit, bie freilich herzhaft nach- aebolt wurde Doch er suhlte auch bald das Essen und bie anberen Verrichtungen bes Alltags nicht mehr, wenn er sie ausführte. In seinen
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Aber kräftig oerftanben bie Dubliner zu kochen, mit einem Schuß heimatlicher Würze, unb verlllkelten es keinem, wenn er hoppelte Men- ah. Sie erfreuten sich selber schöner ßeibesrunbungen. Unb als ahen, bah ber berühmte Mann mächtiger als sie nicht.nur im Geiste,
Jetzt sah man, baß er wirklich ging, unb laut erhob sich bie Klage ber Freunbe in ber großen Stadt. Run sprach auch mancher rückhaltlos bei Hof für den Freund, und König Georg der Zweite hätte Händel beinahe durch ein Machtwort zurückgehalten. Davon riet man ab. „Einmal", sprachen bie Freunbe, „haben unserem Riesen schon Monate außerhalb Londons geholfen ..."
Aber auch diese Treuen wußten nichts von der neuen Partitur, die der Komponist bei seiner Abreise aus London mit sich führte Herzlich, aber wortkarg, verabschiedete sich Händel von seinen Bekannten, nur bei Jennens begoß man die Zukunft unter vielerlei Gesprächen. Der Schriftsteller kannte von des Tondichter Hausspiel und rauhem Gesang her schon den ganzen „Messias". Und er ahnte, was für Handel von r- ----la- inorflhmnrr Seines Rubins.
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Und dann kam er wirklich, kam so, daß die Menschen sagen mußten: er war d a, wir schwören es! Ehe diese Stunde schlug, nahm Gott der Herr von ihm, in dessen Werk er mächtig wurde, alle Erdenschatten, alle Sorge und Scham. Aus den Erträgnissen der zwölf Konzerte zu Dublin zablte Händel auf das Pfund genau und ohne ein Wort, außer dem Rechenzettel, an Strabo unb anbere Gläubiger in Lonbon feine Schul- ben. Zugleich verlangte er, baß Anwürfe gegen seine Person, bie er sich im letzten Jahr als scheiternber Opernunternehmer hatte sagen lassen müssen, vor ber Welt zurückgenommen würben von ben Verleumbern.
Feierlich erklärte Hänbel banach, als sein Haupt sich völlig über ben Staub ber Erbe erhoben hatte, ben Musiksreuben Dublins, daß er ihren Grunbsatz, nur für Wohltätigkeitszwecke zu spielen ober zu singen, ehren wolle, indem er noch ein dreizehntes Konzert gebe. Dessen Einnahmen müßten ungeschmälert in edler Weise Verwendung finden nach seinem Wunsche. Freudig stellten sich die Musitvereine Dublins abermals zur Verfügung. Roch wußten sie nicht, welches Werk er einstudieren wollte. Händel selbst sprach nur von einem neuen Oratorium, den Titel nannte 4s ""hl Erst als er die Orchester- und Singstirnrnen
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Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger
[ie sahen, daß der berühmte Mann mächtiger als sie nicht.nur im Geiste, ionbern auch im Fleische war, vertrauten sie seiner Kunst um so mehr.
Wie frei unb hoch konnte hier ber König feiner Kunst bas Haupt n unb natürlich! Ob in seinem Hause, wo jeder “ faal ber
:l Leistung unb hielt sehr streng Zucht. Doch bie •n ihn keinen Unterbrücier, wie es bie Opern« n Hänbels Vefehlstöne so selvstverstänbllch, baß ;mpfinben konnte. Unb auch bas Publikum ging i Hänbel fast keine Pause ließ unb in einem jab. Begeistert schrieben bie Blätter ber Stabt, unb bie Bürger sollten sich ber Nähe seiner
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