Ausgabe 
29.11.1935
 
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Gießener AmilienbMer

S Jahrgang 1935

Freitag, den November

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Nummer 85

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Liebesroman

GESCHICHTE EINER HOCHZEITSREISE Von Walther von Hollander topytlgljl 6y August Scherl G.m.b.tz., Berlin

atmend im Grase.Wo bleiben denn eigentlich alle Männer?" murrt er.Müssen am Abend so lange reden, bis sie am Morgen nicht auf­stehn können. Als ob jeden Tag Sonne wäre. Nicht wahr?"

Wo bleiben denn die Männer?" lacht Barbara, als sie die Hütte

nach Stuttgart heute", sagt Meimberg,ich Berlin angemeldet. Die Sache scheint brenz- ; Telegramm!"

bittet Barbara,ich möchte so gern mit." .Ich bin am Spätnachmittag wieder da. nir hier! Du würdest dich auch wieder über neiner Stelle das Floh mitbaun." liederholt Barbara. Aber Meimberg findet iwalt sitzen, bei der Arztfrau. Es ist sicher » außerdem doch nicht so schlimm, wenn man

ist nicht so schlimm. Sie kann ihm auch ächt allein Zurückbleiben will, weil sie einen 't gesehen hat. Das sieht wie ein Druck aus. uthammer war ... dann ist die Sache ret-

r Kuw" -»euei ?>njug wie er. uas oejagi uueiuu.M=

t b Anzüge^ Aber jetzt hebt er dw Hand zum Hu.. Grüßt.Wen

reicher Mann war. Nur leider yalnos. atonrue yv«c mc. --

viel Frauen nicht leben. Wurde schließlich Morphinist. Die Fabrik ver­kam Dann kam der Krieg. Alles schien besser zu werden. Die Fabrik kriegte riesige Aufträge. Görnewitz mußte als Hauptmann ins Feld. Hielt sich sehr gut. Aber drei Monate später siel er. Kurz bevor man ihn reklamieren konnte.Tragisch, wie?"

Barbara nickt obwohl sie das gar nicht tragisch findet, sondern höch­stens traurig. Und als Schicksal, trotz des versöhnlichen Ausgangs, eher ein bißchen abstoßend. Sie muß noch hören, wie Frau Görnewitz die Fabrik während der Inflation verkaufte und alles verlor bis auf dieses Pensionshaus. Und daß sie froh ist. nach soviel schweren Erinnerungen noch ein Stück von einem helleren Leben, wenigstens auf der Zufchauer- bank zu erwischen. Und wie das Zuschauen weise macht und triebfertig. Da ist sie also enbü* wo sie hin wollte. Sie bietet Barbara ihre Hilse an. Barbara soll nur Vertrauen zu ihr hoben, wenn sie in eine schwierige ßane kommt Sie. die Görnewitz, hat für alles, aber auch alles Verständ­nis und weiß meist einen Ausweg. Sie steht immer aus der Seite der Fra'len die als der passive Teil der M-mschheit allzuviel zu leiden hoben.

Barbara bedankt sich. Im Augenblick geht es ihr großartig. Sie kann

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|o einen Panamahut wie ... ja, wie Rdutbammer. <ir yar n i- Heden ?'n,zug wie er. Das besagtallerbings^nichis^ Hier^iragen^

------ ... X,o doch lieber sprechen? Unsinn. Es ist doch nicht Raulhammer gewesen. Unsinn.

Während sie noch überlegt, kommt das Gespräch aus Berlin. Weppen ist am Apparat.Hallo, alter Junge! Weiberknecht, Honigmondler, Hoch­zeit-reisender!! Müssen bald zurückkommen. Ist nichts hier mit dem Trio zu zweien. Kleesand ist schon ganz mufflig."

Hallo", ruft Meimberg zurück,alte Asphaltknechte! Verbrennen euch die Gummisohlen in der Hitze? Schwimmt ihr Sonntags als Fett­augen auf der Wannseebouillon? Mir geht's großartig. Gehe spazieren, esse Kuchen, tanze und baue ein Floß. Wie? Ja ... ein Floß ..."

Jetzt kommt Kleesand:... Wohl ins Gehirn geblasen? Macht mit eurem' überflüssigen Geschrei die Reickispost reich. Sind 700 Kilometer Draht zwischen euch! Also können Sie die Sache machen? Ja? Natürlich? Weppen meinte, wegen der Hochzeitsreise könnten wir Sie nicht be­lästigen. Ist doch Unsinn. Seid ja schon ein uraltes Ehepaar. Zankt euch doch sicher schon. Also. Denn man los. Aber ein bißchen vorsichtig natür­lich. Kennen Sie nicht irgendeinen Arzt ... Sie haben doch da Ihren Freund Fehr ... Kann vielleicht vermitteln. Also fahren Sie los! Baut euer Floß morgen fertig. Geht in Ordnung! Schluß ..."

Bnlb nach dem Frühstück rollt der schöne graue Hochzeitswagen aus ber Garage. Alfred fitzt drin, städtisch gekleidet. Jetzt erst sieht man, wie unstädtisch verbrannt und gesund er gewovdeiz^^^ine^luger^länzen

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Green

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schon so alt war. Daß sie schon ein ganz selbständiger Mensch war. Sie k hat es doch ihrem Alfred immer wieder warnend gesagt. Sollt also die

Ehe nichts mehr für selbständige Frauen sein? Sollen die allein bleiben?

Barbara schüttelt den Kopf. Nein, sie sollen nicht allein bleiben. Nein, sie wird mit Alfred noch ganz zusammenkommen. Sie liebt ihn jetzt ganz selbstverständlich. Sie hat ihn durch die körperliche Liebe wirklich erst -ganz kennengelernt. Da ist er ganz klar, ganz selbstverständlich und ganz herzlich. Da erlaubte er seinem Herzen mitzuschwingen, wahrend doch sonst, nicht wahr, ein Mann kein Herz haben darf.

JWohin käme der Mann, der ein Herz zeigte", hat er neulich nachts gejagt,ins Gefängnis oder ins Irrenhaus oder ... na ja ... ans Kreuz .oder ..

Oder", hat Barbara geantwortet,ober er könnte die Welt umgeftal- ten." Alfred hat gelacht. Die Welt umgestalten ... das will er gerade nicht. Er findet sie ganz gut, so wie sie ist, und vollkommen soll sie ums Himmels willen nicht werden.

Ums Himmels willen ja!" hat Barbara geantwortet und dann ist .Ibas Gespräch nicht weitergegangen. Muß auch noch weitergefuhrt wer- iden, wie so vieles, wie soviel Wichtiges.

!M°br <=;;> balanciert überfein paar Steine bis in

,nnen- . teuf' "!* ifäl"

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wieder betritt.Es ist Sonne, Heuernte und Floßbau angefetzt."

Meimberg sitzt und rasiert sich. Er nickt Barbara zu.Siehst schön aus", sagt er,man muh wirklich zufrieden sein mit dir."

Draußen trommelt Hauptmann (Beriete an das Gong.Aufstehn, die Floßbauer!" schreit er.Antreten!" Und oben im Fenster erscheint Kör­ners Kops. Die Backen hat er wie Meimberg eingeseift. Er schwingt ein a._ rr 2,"'ntreten, die Flohbauer", singt er,alles an-

o ue Anzüge. AVer jegi yeui vi ------ h

igrüßt er? Er steht, den Hut etwas über dem Kopf gehoben. Wie da 'Mals Rauthammer in Berlin. Er ... .__.. ronh.

Barbara steigt langsam aus dem Wasser. Sie nimm t> 'Mantel. Sie geht ziemlich schnell fort. Rauthammer? Sie sieht sich noch ^einmal um. Der Mann ist verschwunden Sie Rüttelt den Kopf. Da ;tommt davon, wenn man eine Auseinandersetzung n i ch z

Warum hat sie nicht mit Alfred den Fall fertig berebet. Jetzt stekst er zwischen ihnen. Jetzt beschäftigt er sie beide über Gebühr, und fte। roirD 'Noch unter jedem 'Panamahut Rauthammer suchen. Sie lacht Hel rote »«- -i-

Zwingend, über die Wiese. Jemand ruft: -'^au jmeimb«fl Örau Deimberg!" Eine merkwürdig Helle Stimme. Es ist der^ elfchhr'ge I . 'der kleine Körner. Er »ersucht auf der Wiese den Handstand , 'Mal Herkommen und ihm die Füße festhalten, wenn er hochschwing . 6o ... Uchtuna ... so ... sehr gut. Noch mal? Ja. noch mal. w.yr gur. INun noch mal9 allein. Na ... es geht ja schon. Der Junge sitzt sch

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