Das Leben eines Hindumädchens.

ich Ihnen sagen, Sperrt

gebracht wurden...

verschwunden.

Der Chauffeur fragte, wo er den Schrank hinschafsen solle.

Zum Teusel, knurrte Hasenau und machte sich auf den Weg zu seinem Hotel.

Verantwortlich: vr. Hans Thyriot. Druck und Verlag: Drühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Dieben.

loren. Kann ich Ihnen sagen, Herr!

Hasenau, dem es an Schlagfertigkeit selten im Leben gemangelt, blieb der Mund ossenstehen. Ehe er ihn wieder zu bekam, war der Knecht

c-ni .. ,in# 0(te Truhe gesehen. Geschnitzte Eiche, ein wunder«

Ls Stück Und dann war da noch ein Schrank, da ist ihm das Herz

Schöner Schrank sagte er so obenhm zu dem Alten, aber er verr.ei '»kM S »»- «n» HM. sich eta-WM-

du,-7m Li» um L. P!-i!?. di- -. sich Mich «.flop ,

Haben Sie ihn schon lange, fragte Hasenau vorsichtig und ärgerte | firh hoch soaleich über die Offenheit seiner Frage. , ,

ßväSat S sind da mutz ich doch

"'"Dem'Hasenau klopfte das Herz vor Aufregung. Ein echtes altes Erb« ^ano im Dreißigjährigen Krieg, erzählte der Alte, da ist das Haus mal abäebrannt gewesen. Mit allem, was dazu gehört. Aber dann hat mein Urahn gleich wieder gebaut. Klein natürlich. Aber so um 1700, rum ist es dann wieder besser gegangen und dann hat der Sohn vom Urahn dieses Haus hingestellt. Er hatte gut geheirat't, und aus der Zeit sind auch die Möbel, die hier herumstehen. _

Haienau stand auf, um sich den Schrank naher anzusehen. Es war kein Zweifel, der Schrank war aus der Zeit und auch deute noch seine 300 Mark wert. Das würde er dem Hinterwiefer natürlich nicht auf die Nase binden. Dem würde er achtzig Mark geben, und der Trottel würde glauben, daß er noch ein gutes Geschäft gemacht habe. Hauptsache allerdings war, den Alten soweit zu kriegen, datz er überhaupt ver­kaufte und nicht merkte, wie sehr ihm an dem Schrank gelegen war

Haben Sie nie die Absicht gehabt, den Schrank zu verkaufen, und Nck einen neuen hinzustellen? fragte er vorsichtig.

Den Schrank? Wer sollte den wohl kaufen? s kommt ja das ganze Jahr kein Mensch her. Ich glaub auch nicht, daß ihn einer haben mochte. Er ist ein bißchen schwer. Eichenholz. _

Nun, wenn es Ihnen nichts ausmacht, ich wurde ihn wohl gerne besitzen, sagte Hasenau. Was wollen Sie denn haben für den Schrank.

Den Schrank wollen Sie? Das kann doch Ihr Ernst mcht sein. Und überhaupt, den brauch ich doch für mei' Sach.

Ich gebe Ihnen achtzig Mark. Bedenken Sie achtzig Mark, dafür können Sie sich einen schönen neuen Schrank kaufen.

Nein, das kann ich nicht machen. Wenn der Urahn das sehen wurde. Und wo ich schon als kleines Kind ...

Also hundert Mark, sagte Hasenau.

... Damals hab ich das Laufen gelernt, fuhr der Alte fort. So klein war ich, und er zeigte mit den Händen, wie klein er damals gewesen sei, während Hasenau roie aus heißen Kohlen saß. Er erhöhte sein Angebot noch einigemale, aber der Alte schien gar nicht hinzuhoren, sondern er­zählte Geschichten aus seiner Jugend. Lauter Geschichten, die nut dem Schrank zusammenhingen und die den Wunsch Hasenaus, den Schrank zu besitzen, nur noch steigerten. ,

Ich gebe 200 Mark, sagte Hasenau endlich und er war rot vor Auf-

Soviel Geld für den alten Schrank! Aber da sitzt ja der Wurm schon drin! antwortete der Alte endlich aus die Zahlen Hasenaus. Der Schrank fällt ja zusammen, wenn sie ihn nur von der Stelle rücken! Ne, behalten Sie nur Ihr Geld. Ich bin alt. ich brauche es nicht. Und der Schrank 9 ^Jch geb? Ihnen zweihundertundfünfzig Mark. Aber das ist mein letztes Wort! schrie Hasenau.

Aber Herr, regen Sie sich doch nicht auf. Ich will Ihnen den Schrank ja geben, wenn es auch sicher ein Unrecht ist, was ich tue. Sie können einen richtig schwach machen mit ihrem ewigen Bitten. Wenn das der Urahn müßt... . _ ..

Dem Hinterwieser standen die Tränen in den Augen, als der Knecht den Schrank von seinem Platze rückte, denn Hasenau hatte darauf bestan­den, den Schrank gleich mitzunehmen. Und das Geld hatte er auch gleich ^'"Mühsam war der Weg ins Tal. Herr Hasenau, der den Schrank keinen Augenblick aus den Augen ließ, half dem Knecht bei seiner Arbeit. Er ärgerte sich, daß er sich selbst so hoch gesteigert hatte, aber immerhin, wenn er an den regulären Wert des Schrankes dachte, hatte er ihn noch billig gekauft. Und es war ein Stück, von dem er wußte, wo es gestanden. Das war doch etwas anderes, als im Laden zu kaufen, wo sie es fertig bekamen, Stücke, die alt scheinen ohne alt zu sein, als alt zu verkaufen. Er schmeckte richtig die Tradition, die von dem Schrank ausging und war glücklich, datz er nicht nachgegeben hatte.

Endlich waren sie unten. Hasenau gab dem Knecht ein gutes Trink­geld und während sie den Schrank gemeinsam auf ein Auto luden, meinte er leutselig: War doch ein schweres Stück Arbeit, den Schrank herunter­zuschassen? ,

Aber der Knecht wehrte ab. Das war nicht so schlimm, Herr. Aber wie ich ihn im Frühjahr raufgeschafst habe, da hab ich Schweitz ver-

Don Frieda Hauswirth.

Die Verfasserin, eine geborene Schweizerin und Frau eines Inders, hatte acht Jahre Gelegenheit, das Familienleben m fast allen Kreisen der indischen Bevölkerung aus nächster Nahe kennenzulernen. Ihre früheren Werk^ d.e bereits em wesent« kicher Beitrag zu Frauensrage und Eheproblem sind, werden durch das im3 Rotapfel-Berlag in Zürich erschienene Buch Schleier vor Indiens Frauengemächern fortgesetzt.

In einem Alter, wo in Europa die kleinen Mädchen noch lustig, unbe­hindert und unbewußt sich vollster körperlicher Bewegung un Sp,e er- freuen wo ihr Geist sich zu entfalten beginnt, wird dem kleinen S)mou« mädchen auf einmal jede- Spielen untersagt und sie selbst dem Anblick aller Fremden, besonders dem aller Manner, entzogen. Zu Ende ist es mit dem Tummeln in frischer Luft und Sonnenschein. Im Alter von zwölf Jahren hat so ein kleines Mädchen in der Regel schon ganz das Wesen und Gebaren einer erwachsenen, gesetzten Frau. So kommtes, unfrei und in sich selbst unsicher, nicht fähig, sein Gefühlsleben zu meistern oder geistigen Widerstand zu leisten, mit geschwächtem, unreifem Körper als jüngste Ehefrau in ein fremdes Haus. Dort ist sie zunächst eni Haupt­gegenstand der Neugier; Kleider, Schmuck, Benehmen, alles an ihr wird auk Genaueste untersucht, verglichen, kritisiert. Sie muß gegen all« unbedingt gehorsam sein, aus der Stelle bereit, jedem alteren ^amUten« Mitglied9jeden verlangten Dienst zu leisten darf nur sprechen, wenn sie anqeredet wird, darf nicht tragen, was ü)r_gefallt, nichts eigene Faust kaufen, aussuchen oder bestellen. Ihre Schwägerinnen passen pe n l,ch auf alles auf, was sie tut, und ,eder Mangel an ihr.wird scharf gerügt. 3n armen Familien mutz sie schwerer arbeiten als eine Magd.

Am weitesten reichend in ihren letzten Auswirkungen jedoch ist wahr« scheinlich die Form, die die Beziehung solch einer jungen i^au zu ihrem Manne in einem Gemeinschaftshaushalt annehmen mutz, wo nichts, w sie tut ihre Privatangelegenheit bleiben kann, wo sie meistens nicht ein mal ein ebenes Zimmer hat, und wo sich das Hauptinteresse aller auf ihr Geschlechtsleben und ihre Fähigkeit, Sohne zu Sebaren, konzentriert.

Ick spreche jetzt nicht von solchen Ehen, wo em übermäßiger Sliters unterschied besteht, sondern von jenen, wo die Frau zwölf bis sunfzehn Jahre zählt und der Altersunterschied zwischen ihr und ihrem Manne nickt mehr als zehn Jahre beträgt. Aus dem eigenen Munde indischer Frauen habe ich genaue Berichte über ihre Erfahrungen vernommem Gewöhnlich roaren ihnen dieFlitterwochen im Hause Gatten in leidenschaftlichem Heimweh, verstärkt durch em tiefes Berlassenhettsgefuhl, scheue Verängstigung und peinvolle Befangenheit hmgegangen. Die kmd hafte Frau "at nie den Mund auf, auher wenn sie etwas gefragt wurde, und war mehr als ein bloßes Ja ober Nein notwendig, so wand sie sich ärmlich in verlegenem Unbehagen. Sie war die erste, die, morgens aus- tand denStaub von ihres Gatten Fußen nahm und bann abwartete, was man sie zu tun heißen werbe. Saß sie im Lause bes Inges mit ben anberen Frauen zusammen, unb der Schritt ihres Gatten erklang। in einem ber anberen Räume ober auf der Veranda, fo m"ßte sie sich augen­blicklich in eines der Jnnenzimmer zuruckziehen, wollte sie wegen ihres Zögerns nicht strengen Tadel auf sich laden. Nie war es ihr gestattet, $ren Mann während des Tages zu sehen. Ihre Mahlzeitenburftesie erst entnehmen, nachdem alle anderen nn Hause bedient worden waren dann atz sie, was gerade übrig war. Kamen unerwartet Gaste, so ver­blieb ihr manchmal nichts mehr. Dennach durste es ihr mcht emfallen, sich je zu beklagen. Obwohl ihr gesagt worden war, ihre besondere Pflicht und Freude werde es fein, täglich eigenhändig wenigstens einen Teil der Speisen für ihren Mann zu kochen, wahrte ihre Schwiegermutter dieses Vorreckt eifersüchtig für sich selbst und beraubte sie so dieser begehrten Tröstung des Dienens. Zu Bett gehen durfte sie erst, wenn sich alle ande­ren zurückgezogen hatten, mochte sie sich auch noch so müde oder elend fühlen. Erst bann bekam sie jenen Fremden, ihren Gatten zu Gesicht. Ehrfürchtige Schüchternheit und ihr Geschlechtsbewußtsem hinderten sie, freier mit ihm zu reden als mit den übrigen Familienmitgliedern Dann tarnen die strengen Monate der Schwangerschaft, die unendliche Er­mattung, die das Ausfragen eines neuen, kraftraubenden Lebens m dem schwächlichen jungen Körper zur Folge hatte. Und schließlich die Qual1 ber Geburt in einer unsauberen, luftlosen Kammer, wahrenb alle Frauen bes Hauses sie als unrein mieben, wie sehr ihr Herz auch nach Teilnahme verlangte. Eine schmutzige Alte aus nieberer Kaste war ihre rauhe Heb- amme unb selbst bie Stimme biefes verachteten Geschöpfes >> Gering­schätzung unb völligen Mangel an Mitgefühl erkennen, wenn sie der kmb- Heben Wöchnerin mitteilte, das Neugeborene sei ein Mädchen Dann fühlte die kleine Mutter, datz sie eine unverzeihliche Sünde begangen habe. unO ber schneibenbe Hohn ihrer Schwiegermutter war bie Bestätigung dafür.

Erst wenn sie einen Sohn geboren hatte, wurde das Leben erträglicher für sie Die Ankunft ihres ersten Knaben war mie-ein großes, warmes Erglühen- sie verschaffte ihr sofort allgemeine Beobachtung und verlieh ihr ohne weiteres das Recht, den Kopf etwas höher zu tragen und ihre Stimme lautwerden zu lassen. Der Stolz auf ihren Sohn wurde nun zum größten Trost in ihrem Dasein, seine Erziehung und das Abhorcheni des leisesten Wunsches ober Bebürsnisses ihres Gatten ihre oberste Pslichb Wie aber sollte sie, selbst kaum mehr als ein Kinb, imftanbe fein, einen Sohn aufzuziehen? Wie konnte ihre unwissenbe unb abergläubische

. Schwiegermutter sie klug anweisen unb leiten? So würbe ber Kleine

unregelmäßig unb unverstänbig ernährt, zu beliebigen Stunben schlafen gelegt und wieder ausgeweckt und in jeder Weise verwohnt. Bekam das etwa feiner Gesundheit schlecht, so wurde zu allerhand Zaubermitteln gegriffen; endlose religiöse Bräuche und Riten. Gaben an Brahmanen und Bettler aller Art das waren die Methoden die bei der Auf­ziehung des wimmernden, kraftlosen Stückchens Mensch, der dem Korp einer nicht voll entwickelten Mutter entsprossen war, in Anwendung

i

s

8

Cop'

L römi1 3tali über; gleiä obrot |el)r unb Spie

I Stin in e jfrör mar Schi liehe in b ben, i tat," nid) Wei ihm nur trie

sch Opi ' gkh lun Bei bet

rer Se fai bi, K 6)1

in In b, d, di in

!i n I

e s

I