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ikchrieben In bräunlichen Tönen unter spürbarem Einfluß Altmeister

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, Die notwendigsten Vorkenntnisse holte er sich zunächst an der Kunft- ikverbeschule, dann trat er in die Akademie ein, aber dort gefiel es ihm dr wenig. Es ist bezeichnend für feine festverwurzelte Bauernnatur, i ioj er in Paris, wohin er schon nach kurzem Aufenthalt an der Munche- r Akademie übergesiedelt war, noch weniger für seine Kunst holen i lernte nicht nur, weil ihm die Sprache nicht eingehen wollte nein, it; er erst von einem Studiensommer in seiner Heimat me Skizzen uno t Ihträts mitbringt, die ihm die Aufnahme als Pilotys Meifterschuler j ernöglichen. Das schon erwähnteSpeckbacher"-Bild, eine Szene aus beti Tiroler Befreiungskrieg, ist vier Jahre nach seinem Eintritt bei k? oty geschaffen und begründete bereits seinen Ruf.

Reben dem bäuerlichen Leben seiner Heimat stellen Defreggers Lüder lin Befreiungskrieg der Seinen gegen französische Unterdrückung dar. I .165 letzte Aufgebot",Die Heimkehr der Sieger , "Der Speckbacher , |lteibreas Hofer" sind die Werke, die ihm auf der Wiener Weltausstellung h Jahre 1873 Weltruf brachten. Weniger bekannt sind dagegen die auf Wc gleichen Ausstellung gezeigtenItalienischen Bettelsanger' ; gier t> - Fschaulicht Defregger den nationalen Gegensatz von Deutschtum und

Aschtum in Tirol und schärft so in der Kunst zum erstenmal den Smn t nationales deutsches Bewußtsein in Tirol. -. t _ . _ r

In der Geschichte der deutschen Malerei steht Franz von D e f r e g g e r - dem echt Tiroler Namen wurde später vom bayerischen König der Ülelstitel hinzugefügt dicht neben Hans T h o m a; gelegentlich wurden Bubten* und Charakterköpfe seiner Bauernmädchen auch L ei b l g -

" Defreggers Heimat ist die seiner stolzen bäurischen Charakterköpfe, feier Mädchenstudien und seiner schönen Landschaftsbilder. In Tirol, auf tirem einsamen Bauernhof im Dölsachtal, wurde er am 30. April 1835 fl|; der einzige Sohn eines wohlhabenden Bauern geboren.Als Kind ton formte ich aus dem Teig, aus dem man die Krapfen backt, aller*

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iter Vorbilder gemalt, unterscheiden sich seine Bilder vortellhaft von der Wen Konvention derDüsseldorfer" Knauß und Bautier^Seme Blzzen fesseln immer wieder durch die zielsichere Art des Zug ff lr reine Koloristik. Keiner von den Hunderten deutscher Maler, die nach Dfreggers Erfolgen (und durch diese angespornt) nach Tirol zogen, um .fi mmungsvolle" undechte" Interieurs zu malen bat auch nm enp iennt die Beseeltheit und Echtheit von Defreggers frühen Meisterwerken weicht. Später fteilich läßt die Energie der Anschauung nach, das Auge herrscht nicht mehr, sondern unterwirft sich der Empfindung, damit

zugleich mit der Sucht, keine Lücke in der Komposition aufkommen lu lassen, verfällt der Maler schließlich einem nach Schillers Wort ln-chtischen Realismus. , h.n»p

Die Verflachung des älteren Defregger (er starb ^^1) man denke tr die Galerie stereotyp hüdfcher Bauerndlrndk oder auch noch an me ? alontiroler" ist nicht zuletzt auf den Einfluß .L^^Ä^tuch ©er ki nsthändler zurückzuführen, denn der inzwischen reich und berühmt kwordene Künstler benötigte immer größere Summen, allem schonfür fehe zum Teil schloßähnlichen Häuser in München, Bozen und madersww § malte er immer mehr nach Publikumsgeschmack und duchs, stnebte malende Geschichtenerzählen (Die getötete Gans ,Der Besuch .Der Liebesbrief") ging die gute Malerei und der ferne Kolori-mu- so Wir verloren, daß darüber die schönen Fruhwerke allzuleicht vergessen

sl!»n formte ich aus dem Teig, aus dem man Ihrtb Figuren und Tiere..."

Bis zu feinem 24. Jahre blieb feine künftlerifche Entwicklung ohne te Einwirkung und» Förderung von außen. Die meiste Zeit verbrachte (t draußen auf der Alm beim Viehhüten, nach dem Tode des Vaters w-ibe er Hofbesitzer, ungeschickt in allem, was Kaufen und Verkaufen, g"verben und Zusammenhalten anging. Deshalb verkaufte er auch bald [ieii Erbe, um endlich ganz der Kunst zu leben.Bildhauer wollte ich i »eben, das fiel mir wie der Blitz auf einmal ein. Doch zum Gluck erlennt der Meister, zu dem er nach Innsbruck in die Lehre geht, bald jtite Malbegabung und bringt den 26jährigen zu Piloty nach München, ki erzählt selber, wie erstaunt ihn der berühmte Meister anfah, da er ich seine Tiroler Lederhosen und den Gurt trug und schon so groß

werden. Gerade diese späteren Bilder haben aber eine sehr große Ver­breitung gefunden, sie machen es ja auch dem Beschauer so leicht; aber indem sie ihm jede Kleinigkeit des Vorgangs zu erklären und zu deuten suchen, lassen sie jene Tiefe vermissen, die, wie Goethe sagt, bei einem Kunstwerk darin besteht, daß es zu denken gibt.

Wer jenseits von solchen kunstkritischen Betrachtungen werden Defreg­gers völkische Verdienste ungeschmälert bleiben: ähnlich wie die gleich­zeitige Dorfgeschichtenliteratur der Hebel, Gotthelf, Rosegger und Anzen­gruber in der Literatur hat Defregger zum erstenmal das Bauerntum, feine Lebensweise, Tracht und Sitten zum Gegenstand der deutschen Malerei gemacht und so in der Kunst den Boden bereitet für die Erkennt­nis und Pflege der Kräfte, die im Bauerntum ruhen.

Das Fähnlein der sieben Aufrechten.

Novelle von Gottfried Keller.

(Schluß.)

Doch geschah es, daß die Frauenzimmer sich in der Menge aus den Augen gerieten und Hermine zuletzt mit Karl allein blieb und getreu­lich mit ihm zog von Scheibe zu Scheibe. Er begann am äußersten Ende, wo kein Gedränge war, und schoß ohne sonderlichen Ernst zwei oder drei Treffer gleich hintereinander. Nach Herminen sich umwendend, die hinter ihm stand, fagte er lachend:Ei, das geht ja gut!" Sie lachte auch, aber nur mit den Augen, mit dem Munde sagte fie ernsthaft: Du mußt einen Becher gewinnen."Das geht nicht", antwortete Karl,um fünfundzwanzig Nummern zu schießen, mühte ich wenigstens sünszig Schüsse tun, und ich habe gerade nur fünfundzwanzig bei mir. __ Ei" sagte fie,es gibt ja genug Pulver und Blei hier zu kaufen!

"Bas will ich aber nicht, da tarne mir der Becher mit dem Schub­geld teuer zu stehen! Manche verpuffen allerdings mehr Geld, als der Gewinn beträgt, aber ein solcher Narr bin ich nicht."

Du bist ja hübsch grundsätzlich und haushälterisch , sagte sie bei­nahe zärtlich,das gefällt mir! Aber das ist'erst recht gut, wenn man mit wenigem fo viel ausrichtet, wie andere mit ihren weitläufigen An­stalten und ihren schrecklichen Anstrengungen! Darum nimm dich zu­sammen und mache es mit fünsundzwanzig Kugeln! Wenn ich ein Schutze wäre, so wollt' ich es schon zwingen!"

Nie, es kommt gar nicht vor, du Närrin!"

Drum seid ihr eben Sonntagsschützen! Aber so fange nun endlich wieder an und probiers!"

Er tat einen weiteren Schuß und hatte wieder eine Nummer und dann noch eine. Wieder sah er Herminen an, und sie lachte noch mehr mit den Augen und sagte noch ernsthafter:Sieh du? Es geht doch, jetzt sichre fort." Unverwandt fah er fie an und konnte den Blick kaum wegwenden, denn noch nie hatte er ihre Augen fo gesehen; es glühte etwas Herbes und Tyrannisches mitten in der lachenden Süßig­keit ihres Blickes, zwei Geister sprachen beredt aus seinem Glanze: der befehlende Wille, aber mit ihm verschmolzen die Verheißung des Lohnes und aus der Verschmelzung entstand ein neues geheimnisvolles Wesen.

Tu mir den Willen, ich habe dir mehr zu geben, als du ahnst! sag­ten diese Augen, und Karl schaute fragend und neugierig hinein, bis sie sich verstanden mitten im Geräusch und Gebraufe des Festes. Als er feine Augen in diesem Glanze gesättigt, wandte er sich wieder, zielte ruhig und traf abermals. Jetzt fing es ihm selbst an möglich zu scheinen; doch weil sich Leute um ihn zu sammeln begannen, ging er weg und suchte einen ruhigeren und einsameren Stand, und Hermine folgte ihm. Dort schoß er wiederum einige Treffer, ohne einen Schuß vergeblich zu tun; und fo fing er an, die Kugeln bedächtig wie Goldstücke zu be­handeln, und jede begleitete Hermine mit geizigen leuchtenden Bucken, ehe fie im Laufe verschwand; Karl aber, eh er zielte, ohne Hast noch Unruhe, schaute jedesmal dem schönen Wesen ins Gesicht. So oft sein Glück auffiel und die Leute sich um ihn sammelten, ging er weiter üor eine andere Scheibe; auch steckte er die erhaltenen Zettel nicht auf den Hut, sondern gab'sie feiner Begleiterin zum Aufbewahren; die hielt das ganze Büschel, und nie hatte ein Schütz einen schöneren Nummern­halter besessen. So erfüllte er in der Tat ihren Wunsch und brachte nach und nach die fünfundzwanzig Schüsse so glücklich an, daß nicht einer außerhalb des vorgeschriebenen Kreises cinschlug.

Sie überzählten die Karten und fanden das seltene Gluck bestätigt. Das habe ich einmal gekonnt und werde es in meinem Leben nie wieder machen!" sagte Karl;item, das hast du mit deinen Augen bewirkt. Es nimmt mich nur wunder was du noch alles damit durch- ^^^Das^muß/du abwarten", erwiderte sie und lachte jetzt auch mit dem Munde.Geh jetzt zu den Alten", sagte er,und bitte sie, sie mochten mich aus dem Gabensaal abholen, damit ich ein Geleit habe, da sonst niemand bei mir ist, ober willst du mit mir marschieren?'Ich hätte fast Lust", fagte sie, ging aber doch eilig davon. m .

Die Alten saßen in tiefen und fröhlichen Gesprächen; das Volk in der Hütte , hatte sich zum größten Teil verändert; sie aber hielten fest an ihrem Tische und ließen das Leben um sich, wogen. Lachend trat Hermine zu ihnen und rief: ,F)hr sollt den Karl abholen, er hat einen Becher'" ,

®ie was?" riefen fie und brachen in Jubel aus;so treibt ers?" "Ja"', sagte ein Bekannter, der eben herzutrat,und zwar hat er den' Becher mit fünfundzwanzig Schüssen gewonnen, da? kommt nicht alle Tage vor! Ick habe das Pärchen beobachtet, wie sie's miteinander gemacht haben!" Meister Frymann sah erstaunt auf sein- Tochter: Hast du etwa auch geschossen? Ich will nicht hoffen; denn dergleichen Schützinnen nehmen sich gut aus so im ganzen, aber nicht tm beson-

C Sei nur zufrieden", sagte Hermine,ich habe nicht geschossen, son­dern nur ihm befohlen, daß er gut schießen soll." Hediger aber erbleichte vor Berwunderung und ©enugtuuna. daß er einen Sohn haben sollte, rebebegabt und berühmt in den Waisen, der mit Handlungen und I Taten aus seiner verborgenen Schneiderwohnung heroorfrote. Er zog

ta'bie ersten Sterne aussteckte. Drunten floß die Oos mit ihren Schnee- L crn, und Brückchen an Brückchen führten von einem Ufer zum am Krim, wie vom zeitlichen Leben in die Ewigkeit, die vorwärts zu den Maschen ein nächtliches Aussehen hat, wie der nächtliche Schwarzwald, au der Himmelsfeite aber so ostermäßig licht sein muh, baß wir es gar Lct ausbenten unb messen können.

Franz von Defregger.

Ium 100. Geburtstage des Maiers am 30. April.

Von Jürgen Rauch.

Heute, wo bie Werte unseres deutschen Volkstums, vor allem des Buerntums, als lebendigste und tiefste Kraftguelle deutschen Wesens bs.aßt geworden sind, verdient der zu Unrecht säst vergessene Franz tun Defregger als erster Maler und Schilderer deutschen Vauern- tef ns ein besonderes Wort. Man vergißt leicht, daß -das Wissen um lutere besten nationalen Güter erst bie Frucht einer noch gar nicht so ai n Entwicklung ist unb bah gerabe bie Kunst wie unter vielen ar ern bie Silber Defreggers zeigen in sehr hohem Maße an einer [tlfjen Entwicklung, b. h. an ber Formung von Kulturbewuhtsein unb Jfc tur überhaupt, beteiligt ist.

... bas Bilb machte mir nicht mehr Einbruck als ein Trunk frischen Drhroaffers, nachbem man eben Champagner genossen." So urteilt ein i »chenöjsischer Kritiker über bas später so berühmt geworbene Frühwerk Fieckbacher" bes bamaligen Piloty-Schülers Defregger. Champagner, W waren bie farbenglühenben und sinnverwirrenden Gemälde Ma- f(i ts- er war zur gleichen Zeit Meisterschüler Pilotys. Aber allzu- bc) schon war der Champagner Makarts schal geworden, während das DRwasser Defreggers erst anfing zu sprudeln und zu ersrischen. Einige »rüge einer Bilder haben diese erfrischende Wirkung noch heute nicht