SiehenerZamilienblätter
Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger
8 Mrgang 1955 8«it«g, den 1. Marz Nummer 17
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Wenn Ihr mtr nur em wenig nachgeven wolltet, brauchtet Ihr Euch von Matthies nichts gefallen zu lassen."
Sie zog ihn in die Küche und redete auf ihn ein. Friedrich aber, der merkte, daß ihr Herz noch an Bertold hing, versteifte sich immer mehr und sprach endlich: „Den einen willst du nicht und den andern bekommst du nicht, solange ich lebe."
Das war ein feierlicher Spruch und an dem harten und finsteren Gesicht ihres Vaters sah Birge, daß es nun bald Nacht werden müsse mit ihrer Liebe zu Bertold Sie sah noch lange, als ihr Vater gegangen war, in schmerzlichen Gedanken am Herd.
So ging sie zum Vater, der finster auf feinem Schaffell saß, zündete die Lampe an und sagte: „Vater, ich habe es mir überlegt. Ihr könnt mit dem Fasse tun, was Ihr wollt. Es ist so gut, als ob Ihr mir nichts versprochen hättet. Ich will Euch in allen Stücken gehorchen."
Der Vater rührte sich kaum. Er sagte vor sich hin: „Ich weiß schon, was ich tue, Birge; wenn sich einer zu viel einbildet, bann tut's nicht gut. Ich werde mit dem da drüben schon fertig werden."
Da konnte sich Birge nicht mehr halten. Sie kniete vor ihren Vater und weinte. Friedrich aber stand auf, stellte sich mit dem Rücken ans alte Uhrgehäus und sprach: „Die Sache hat jetzt einen anderen Boden,
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Ignus Wehner
45., München
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Die Hochzettskuh
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cht das Wort Liebe für ihr Gefühl, aber Tag i schönen Burschen, der ihr Bild stets bei sich je sich, und es kam ihr vor, daß sie irgendeinen >n fest umschloß oder an ihre Brust drückte, en sprach.
)em Besuch im Nachbarhaus nicht mehr von im stillen die Vorbereitungen zur Heirat, er Stück für Stück bestellte und im Beihaus ler weiter von Friedrich zurück, je öfter dieser rächte ihm Freude, den hageren, reichen Nach- Tochter zu demütigen. Der Teufel trug ihm
eines Tages das Gerücht von Friedrichs Versprechen ins Haus. Das vergrößerte feinen Zorn auf Birge.
Es war einige Tage vor Weihnachten. Friedrichs Knecht tarn wieder mit einer glänzenden Fuhre, auf der oben rosige Betten schimmerten, aus der Stadt. Matthies stellte sich auf die Gasse, um beim Abladen zuzuschauen.
Friedrich und Birge eilten zu gleicher Zeit aus dem Hause. Das Gesinde trug die Betten ins Beihaus, es war schon alles abgeladen, bis auf eine Lage Stroh im Grunde des Wagens. Friedrich, und der Knecht wollten den Wagen in die Scheune schieben. Als es nun schon ein Stück bergauf gegangen war, da rollte auf einmal ein gelbgestrichenes Faß mit Blechverschluß aus dem Stroh. Friedrich suchte es in verzweifelter Hast mit einigen Strohhalmen zu bedecken; es war vergebens, Birge hatte schon erspäht, daß es ein Schnapsfaß war. Sie stand lächelnd auf dem Pflaster. Friedrich ließ den Wagen stehen, wo er stand, ging zu ihr, klopfte ihr auf die Schulter und sprach: „Was meinst du wohl, was in dem Faß ist?"
„Sicher keine Wagenschmiere", lachte Birge.
„Nein. Schnaps ist drin, verteufelt noch eins", rief Friedrich. „Und weißt du, was ich damit anfangen will? Deinem Schwiegervater will ich ihn schenken."
„Du weißt ja, was du mir versprochen hast."
„Ich trinke keinen Tropfen davon", beteuerte Friedrich.
„Dann laß ihn nur gleich hinüberfahren", sagte Birge.
In diesem Augenblick mischte sich Matthies ins Gespräch. Er lehnte Striohri-’ho Nioiohonk rimhmozi nht -äx—in hör tmrinon SHlnAo £»Ih»r
ru^griegi, unu uiciui j/uns cu|i yui, jcgi emiiiui uiijuiiugcit, untu ri icht daneben tappen." .
„Das kann er machen, wie er will", entschied Matthies kurz, aber st-undlich, und sah Friedrich fest in die Augen.
Friedrich drehte sich um, griff an den Hut, ohne zu grüßen, und mg heim Der Dicke pfiff sofort seinem Hans und teilte ihm das 8-spräch mit. Hans wäre am liebsten gleich zu Birge gelaufen, aber dir Vater puffte ihn in bst Seiten und sagte, das fei ganz verkehrt, hier gehöre hart auf hart; man müsse die drüben jetzt warten lassen, di mit vor lauter Ungeduld die Aussteuer wachse und die Schränke und Truhen von selber zu Hans hereinspazierten. Dann könne er spater »ich der Heirat immer mit gutem Grund den Herrn im Hause spielen. Spns sah betrübt alles ein und lieh seine.Ungeduld in den nächsten lagen am Vieh aus.
Mit Birge aber ging eine Aenderung vor. Sie suhlte, daß ihr Vater tof dem Nachbarhof gebemütigt worben war, wenn er sich auch so stellte, als ob alles im Lot sei. Das kränkte sie, benn sie liebte ben Vater. Mit 3 ttern sah sie jetzt leben Tag heraufkommen, denn nun, da der Vater 1 dj n einem Fremden beleidigt war, hätte sie ihm unbedenklich ihr Herz »opfert, um ihn wieder gut zu stimmen. Anderseits trug sie Bertolds Trief immer bet sich. Er brannte von Tag zu Tag immer mehr über
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Matthies stand vor dem Tisch, er hatte Friedrich längst kommen sehen. ,.JIn stummer Kamps entstand, wer zuerst Guten Tag bieten werde. Da | keiner dazu entschließen konnte, brach sich endlich Friedrich ein $brt vom Mund ab, das so klang wie „tüchtig geschneit".
„Wie nicht recht gescheit" antwortete Matthies.
Friedrich schwoll vor Zorn an wie eine Tonne. Seine Wut galt, in euer kühnen Gedankenverbindung, weitläufig wie eine bäuerliche Ver- mndtensippe, keinem anderen als Bertolds Vater. Wäre dieser nämlich in überspannter Mensch gewesen, bann hätte er Bertolb nie stubieren [en, hätte Bertolb nie ftubiert, bann hätte er keinen Liebesbrief ge- ;rieben, bann brauchte er, Friebrich, hier nicht in sichtlicher Demütigung tut Matthies zu stehen.
Er zerrte mütenb an biefer Gebankenkette unb riß schließlich das Hgenbe ©Heb los: „Ich pfeife auf bie Stubierten"
Dieser Ausspruch hatte mehr Sinn, als Friebrich itn ersten Augen- bid wissen konnte. Er war bas unmittelbare Sprungbrett zu Bertolb, Ötm Nebenbuhler Hansens, unb bamit war man ja im Mittelpunkt aller Stagen. Matthies war klug genug, vorsichtig auf biefes Sprungbrett sj i. treten. Wenn auch bas, was er nun sagte, einem Stabtrnenfchen Mig abroeijenb geklungen hätte, so wußte hoch Friebrich recht gut, wie e< gemeint war, unb baß er jeberzeit herüberkommen könne, wenn sein Tchnapsfaß zur Neige ging. Matthies aber antwortete so: „Es wirb wrklich halb Zeit, baß mein Hans eine Frau kriegt. Ich wußte ihm ja i manche stehen, aber er hat sich nun einmal bie Birge in ben Kopf gefetzt. '" meine aber, bas wirb sich schon geben, wenn sie ihn immer abfahren
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