Ausgabe 
25.10.1935
 
Einzelbild herunterladen

M »itb,

lien; tti

h-ut- bas uuch nirfjt ,ld) nity b°n @iüd »e unser,

W'chq rl- Außer, ger Sauf. r Spezis, durch,a, mn. Dian oeheimul, !t Cpezi,. ®anj ein.

..twtzdeni

)r, obwohl tann jun ti ... ent« ileljrt. Sie ien länget ult. Trotz, reicht ich möchte

ie Atmum n Slnblii tonn nun

egen. Di* cht (ei« i, grünlich, n. Es find , wird es gründliche Mich sieht ein wenig warum« imml eint die W

uttjammet chter? 6ii wenn 61t

j aus det Krönungen

i haß m hm In* ind si- N ihm * Was t»il

iueren.

'aufeibene» lerjtran»

t sich nW nr*» -as N ein -* auf L , geeicht 'M*,** lert "j Jrt* >reiu rf !uch-u 61 rin.-* -b-/ L |> , br-u^

Beherzigung.

Don Johann Wolfgang von Goethe.

Feiger Gedanken Bängliches Schwanken, Weibisches Zagen, Aengstliches Klagen Wendet kein Elend, Macht dich nicht frei.

Allen Gewalten

Zum Trutz sich erhalten, Nimmer sich beugen. Kräftig sich zeigen, Rufet die Arme Der Götter herbei.

Oie Seeschlacht von Trafalgar.

Von L. Grießbauer, Gießen.

jhundertdreißig Jahre find verflossen, seit an der Südwestküste Spa­niens die englische Flotte unter Admiral Nelson die vereinigte stonzösisch-spanische Flotte unter Admiral V i l l e n e u o e vernichtete. Es war ein Sieg von weltgeschichtlicher Bedeutung, durch ihn wurde Eng­lands weltbeherrschende Stellung aus dem Meere auf Jahrzehnte befestigt, Napoleons Plan, die Stellung für Frankreich zu erringen, zunichte gemacht.

Der Friede von Amiens vom 27. März 1802 bedeutete In dem Jahr- ente dauernden Ringen zwischen Frankreich und England nur einen issenstillstand. Englands Haß gegen das französische Uebergewicht auf dem Kontinent und Frankreichs unersättliche Eroberungssucht mußten zu neuen kriegerischen Auseinandersetzungen führen.

England besetzte schon im Juli 1803 ungeadjtet der Neutralitäts­erklärung Hannover (es ist nicht ohne Reiz, damit die angebliche Ver­letzung der Neutralität Belgiens durch Deutschland im Jahre 1914 zu vergleichen, die angeblich England zum Kriege veranlaßte) und Napoleon faßte den gigantischen Plan, nach England überzufegen, um es dort niederzuringen. Mit einer Umsicht, Taskrast und Weitsichtigkeit ohne­gleichen sammelte Napoleon in Boulogne und den Nachbarhäsen ein j)eer von etwa 150 000 Mann und erbaute eine sehr große Zahl flacher und ruberbarer Schisse, um sein Heer mit diesen nach dem Jnselreich über» e;en. Ferner beabsichtigte Napoleon, um die Aufmerksamkeit der Eng­er abzulenken und ihre Flotte aus dem Kanal herauszumanövrieren, mit (einer und der spanischen Flotte (Spanien trat unter dem Einfluß Frankreichs im Jahre 1804 dem Kriege gegen England bei) einen groß- angelegten Angriff auf die überseeischen Besitzungen der Engländer.

Im Jahre 1804 wurde Napoleon zum Kaiser der Franzosen erhoben. In England übernahm William Pitt der Jüngere die Regierungs- «e? Diesem hervorragenden Staatsmann gelang es, im Jahre 1805 tte Koalition (England, Schweden, Rußland und Oesterreich) gegen Napoleon zustande zu bringen und sich dadurch für die kommende Aus­einandersetzung eine starke Rückendeckung zu schassen. England hat es immer meisterhast verstanden, andere vor seinen politischen Wagen zu spannen. ,

Die französischen Vorbereitungen für den großen Schlag gegen Eng- land nahmen die Jahre 1803 und 1804 in Anspruch. Dem in Rochesorl liegenden französischen Geschwader unter Admiral Missiessi gelang es im Jahre 1805, ungehindert auszulausen und nach den Antillen zu gelangen. Das größere im Mittelmeerhafen Toulon liegende sranzosstche Geschwader unter Admiral V i l l e n e u o e sollte sich mit dem vorgenann­ten Geschwader vor den Antillen treffen.

Der Hauptieil der englischen Flotte unter Nelson, dem Sieger von ülbutir, lag im Mittelländischen Meer, südlich der Insel Sardinien au^ der Lauer, um die Franzosen, von denen man vermutete, daß sie nach Aegypten fahren würden, abzusangen.

Im Januar 1805 versuchte die französische Flotte aus Toulon aus- zulaufen, muhte aber Infolge eines gewaltigen Sturmes wieder um­kehren. Endlich aber gelang es Villeneuve am 30. Marz 1805, mit 1 Linienschiffen und 10 000 Soldaten unbemerkt von den Engländern Toulon zu verlassen und durch die Straße von Gibraltar nach t-adix zu gelangen, wo er mit einem weiteren französischen und (pani|chen ®e|d;roa- der zusammentvaf. Am 11. Mai 1805 langte die vereinigte Flotte vor Martinique (Kleine Antillen) an. hnfc

Erst nm 11. April erfuhr N e l s o n zu seinem größtenErstaunen ° Me französische Flotte ihm entwischt sei und er en schloß^sich fofort bie Verfolgung aufzunehmen, obwohl bie Sranjojen einen Sorfpr g einem Monat hatten. Auch das in Brest l,egende sranzostsche Geschwader unter Admiral Ganleaumes hatte von Napoleon den Befehl sich bei den Antillen mit Villeneuve zu vereinigen um dann sofort wieder mit der gesamten Flotte nach Europa zuruckzukehren. Napoleon nahm mit Recht an daß die Engländer ihre Kriegsschisse aus dem Kanal heraus .ziehen und zum Schutze ihrer westindischen Kolonien dorthin senden wur den. Auf diese Weise hasste Napoleon die von 'hm geplante Landung in England ober Irland ohne besondere Störung d"nh die englische Flotte durchführen zu können. Ein grandioser Plan der nurimHirne f^nes Napoleons entspringen konnte. Der Anfang dieser Unternehmung lieh auf einen günstigen Ausgang für die Franzosen hoffen. .

Falls, so lautete der Befehl Napoleons an Bil eneuve das Brester Geschwader nicht bis zum 21. Jun bei Martinqueemirefsen -wurde, sollte Villeneuve nach Europa zurucksegeln im Hasen von, FerrM '(an der spanischen Küste) bie dort liegenden 11 bis 15 stanzos'lchen Kriegsschiffe ausnehmen und auf Brest segeln, um Ganteaumes z

befreien.Von dem Gelingen Ihres Eintreffens hängt tzas Schtckfak bet Welt ob", so hieh es in dem Befehl an Villeneuve.

Inzwischen war Nelson am 4. Juni 1805 mit seiner Flotte vor Bar- bados angelangt. Villeneuve entschloß sich, als er dies erfuhr, sofort mit seinen Schissen nach Europa ziirückzusegeln. Noch einmal schien den Franzosen bas Glück zur Seite zu stehen. Jnsolge einer Falschmelluing war nämlich Nelson nach Südwesten abgebogen, wodurch er wertvolle Zeit verlor. Erst in Antigua hörte er, daß die Franzosen nach Europa zurückgesegelt seien. Daraufhin fuhr auch er schleunigst zurück, um sich wieder nach dem Mittelmeer zu begeben.

Inzwischen war der sranzösische Admiral Misst esst, da er Vil­leneuve nicht getroffen hatte, nach Rochefort zurückgekehrt. Ville­neuve sollte, wie erwähnt, nach Brest segeln und von dort mit der vereinigten Fiotie Boulogne antaufen.Sind wir vier Tage Herr der Meerenge, so werden 150 000 Mann, die in 2000 Schissen eingeschifft sind, das ganze Unternehmen zu Ende führen."England", so lautet es in einem Bries Napoleons,hat ausgehört zu existieren."

Tatsächlich waren die Engländer ratlos, sie muhten nicht, wohin sie sich mit ihrer Flotte wenden sollten, sie waren vollkommen in Abhängig­keit von den Entschlüssen Napoleons geraten. Mit einer ungeheuren Spannung verfolgte man die weitere Entwicklung der Dinge. Da kam den Engländern ein Zufall zu Hilfe.

Nelson hatte auf seiner Fahrt von den Antillen nach Europa eine Fregatte unter Admiral Bettesworth nach England vorausgeschickt. Dieser sichtete nun die ebenfalls nach Europa (Ferrol) segelnde franzö­sische Flotte und zog aus ihrer Fahrtrichtung den richtigen Schluß, dah sie nicht, wie N e l f o n annahm, nach dem Mittelmeer, sondern nach Norden, Richtung Kanal, segelte. Sofort trafen die Engländer Gegen- maßregeln. Sir Robert Calder erhielt den Auftrag, mit 15 SckMen den Franzosen nach Westen entgegenzufahren. Napoleon nahm die Mel­dung hiervon mit großer Freude auf, denn er glaubte daraus schlichen zu müssen, daß die Engländer Rochefort und Ferrol freigäben, um noch Westindien zu segeln.

Nelson war inzwischen nun wieder vor Gibraltar angelangt, wo er zu seinem großen Erstaunen die französische Flotte nicht vorfanb. Bor Cadix kreuzte der englische Admiral Callinwood, der auch zu der Ueberzeugung kam, daß die französische Flotte nach England ober Irland segeln wurde Auf diese Nelson gemeldete Vermutung hin entschloß sich dieser, seine Flotte mit der C o 11ingwoods vor Cadix zu vereinigen.

Inzwischen wartete Napoleon mit Spannung auf die Rückkehr Vil- leneuves nach Europa. Am 21. Juli Iras dieser etwa 150 Seemeilen von Cap Finisterre aus hoher See mit dem englischen Geschwader unter Calder zusammen. Es kam zu einem kurzen durch Nebel stark behin­derten Gefecht, wobei die Franzosen zwei Schiffe verloren. Die englischen Schisse, die auch einige Havarien aufzuweiten hatten, wurden abgetrieben. Beide Gegner kamen nicht mehr in Gefechtsberührung.

Durch die Wiederherstellung der in diesem Gefecht beschädigten Schiffe und durch widrige Winde gingen den Franzosen wieder einige wertvolle Tage verloren. Wieder erhielt er den dringenden Befehl, sofort nach Brest weiterzusegeln. Das französische Geschwader von Rochefort befand sich noch auf hoher See.

Nelson war inzwischen nach der Küste von Irland gesegelt, in der Hoffnung, dort die französische Flotte anzutresfen und schlugen zu können. Dort erst erhielt er die Nachricht von der Rückkehr Billeneuves und dessen Gefecht mit Calder.

Es läßt sich nicht leugnen, dah Napoleon die Initiative an sich gerissen und die Engländer gezwungen hatte, sich nach seinen Mahnahmen zu richten. Es ging um Englands Herrschaft zur See und um bie Grund­lagen seiner Macht. Napoleon traf am 2. August 1805 in Brest ein. Alles war in fieberhafter Tätigkeit, man fühlte bie Stunde der Entscheidung herannahen.

Ein Schatten fiel allerdings auf die hoffnungsfreudige Stimmung Napoleons. Dadurch, dah die Engländer bie Fahrt der Franzosen unter Villeneuve bemerkt hatten, war bas Moment ber Uederraschung oer­torengegangen. Es tarn noch hinzu, dah Oesterreich und Rußland aus der gewaltigen Truppenansammtung der Franzosen an der Kanalküste Nutzen für ihre kontinentalen Pläne zogen. Die Stimmung Napoleons wurde immer gereizter, voll Spannung wartete er Tag für Tag auf feine Flotte sie blieb aus. Ihm standen in diesem Augenblick welt­geschichtlicher Spannung nicht die Unterführer zur Verfügung, um seine kühnen Pläne zu verwirklichen. Villeneuve konnte nicht die (Ent- schluhkrast aufbringen, feine Flotte den Engländern entgegen zu führen. Das Gefecht bei Finisterre hatte ihm die Mängel seiner und namentlich der spanischen Flotte zu deutlich vor Augen geführt. Endlich, am 22. Au­gust, lies bei Napoleon die Nachricht von Villeneuve ein:Wir sind auf der Fahrt nach Brest". Napoleon antwortete ihm:Verlieren Sie nicht einen Augenblick und segeln Sie mit Ihrem vereinten Geschwader nach dem Kanal England ist in unseren Händen. Wir sind alle bereit, alle sind eingeschisst, erscheinen Sie, 24 Stunden und alles ist vollbracht." Aber wieder wurde Napoleons Hoffnung zunichte. Krankheiten und Aus­fälle verminderten die Flotte Billeneuves von 34 auf 29 Schiffe, auch wartete er vergeblich auf die Nachricht, dah die französische Flotte aus Rochefort ausgelaufen fei. Die Engländer beobachteten aus ber Ferne bie Fahrt Billeneuves. Napoleon packte eine namenlose Wut, er nannte Billeneuve einen Feigling unb Verräter. Sein gigantischer Plan, Englanb auf ber See zu besiegen unb im eigenen Laube auhu- suchen, war bamit gescheitert. Er warf bas Steuer herum, zog seine Truppen von der Küste weg und setzte sich nach dem Rhein und der Donau in Bewegung.

Nun nahm das Schicksal schnell feinen Laus. Der schlechte Zustand ber Flotte unb widrige Winde oeronlohten Villeneuve, Cadix onzu- lausen. England hatte seine Handlungsfreiheit wieder. Am 14. S-ptember »ach Nelson, von dem Jubel der Engländer umrouscht, in See. Aus ihm dem Schwerverwundeten (er hatte in früheren Seefchb-^ten den rechten Arm unb ein Auge verloren) ruhte vertrauensvoll ber Blick eines