Ausgabe 
25.3.1935
 
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SiehenerZamilienbliitter

Unterhaltungsbeilage zum Giehener Anzeiger

Nummer 24

Montag, den 25. Marz

Jahrgang 1935

(Fortsetzung.)

schwarzen länglichen StempelAus n ihr letzter Brief an Otto.

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Eines Tages kam ihr Vater zu ihr. Er hatte ihren Aufenthaltsort er- ihren und tat nun so, als fei zwischen ihnen nie etwas vorgesallen. wahrend er sein mitgebrachtes Frühstück auspackte und zu essen begann, fjäfyltC Ct K:'1 WoittnPoii-on ftnnfi mnr hnlh nam .wriCGSQUS8

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Die Hochzettskuh

Roman einer jungen Liebe von Aosef Magnus Mehner

Copyright 1928 b y Georg Müller Verlag A.-G., München

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torben. Kaum aber hatte er sich auf seinem Hose weeoer emger.n)ier, uu iurbe er ausgehoben und ins Feld geschickt. Er fiel um die Weihnacht es ersten Kriegsjahres, als sein Regiment über ein Minenfeld stürmte, keine Verwandten, denen das Erbe zufiel, ließen Haus und fiof oer- kigern und Friedrich kaufte das Ganze. Plötzlich fiel der Name Hott, t»obei der Vater die Tochter von der Seite ansah.

Hott war nur einige Wochen Soldat gewesen und hatte sich dann regen eines plötzlich auftretenden Herzfehlers empfohlen. Es war ihm plungen, sich einen Posten als Viehaufkäufer für das i)eer zu ver- lhaffen. Er schwimme im Geld, sagte wohlgefällig der Vater. Und er if(e das Geld arbeiten. Friedrichs Hof sei neu aufgebaut, das verdanke er diesem Gelde. Da es an Handwerkern gefehlt habe, sei Hott; zu den omtlichen Stellen gegangen und habe es durchgesetzt, daß Friedrich pnügend Arbeitskräfte bekam. Hott sei uberhaup jetzt ein kleiner Herr- rjtt in seiner Heimat. Alles komme zu ihm und lasse sich Gesuche schrei- len und er habe schon manchen, darunter Birges Bruder, vor dem Felde bewahrt. Uebrigens frage er oft nach Birge.

Birge hatte die gekaufte Rede regungslos angehort Sie wußte jetzt, warum der Vater gekommen war. Run sah sie still aus dem Stein neben lern Ofen; sie hielt ihre Lider gesenkt und flocht die Hande um ihre £nie. Auch als der Vater sie nach langem Schweigen fragte ob Bertold il»r noch nicht geschrieben habe, er würde ihm gern etwas schicken, sandte fie nur ein leisesRein!" gegen ihn.

Dann kam die Tante herein. Sie hatte rotgeweinte Augen. Birge lachte sofort, es sei schlimme Post aus dem Felde gekommen Aber als sch die Frau nun schützend neben das Mädchen stellte, und ihr über den «alben Scheitel strich, während Friedrich lauernd zu den beiden hm ah, ia wußte Birge, daß es jetzt einen Kamps geben werde, um tze selbst. : Sie stand auf und küßte die Tante. Dann sagte sie fest zu ihrem Vater* Weiht du jetzt, wer dir den Hof angezundet hat, oder soll ich es dir

schüttelte Friedrich den Kopf, als fände er die Frage außerordent­lich verwunderlich. Dann kniff er die Lider und Lippen zusammen wie eener der das Ergebnis aus einer langen Rechnung zieht, und sprach ll"Sr».""nWrelS,lll&ülüg. w., mi, b« M

er steht doch wieder, mein kleines Kindchen! Das ist die Hauptsache. H nb baß bu keinen falschen verdacht hast ..'

Er zog einen Bries aus der Tasche und «"b ihn Birge^ Es waren iie lebten teilen eines schwer verwundeten Soldaten aus irgend -mein sranzösischen Lazarett. Der Soldat bekannte vor seinem Tode, er labe den Hos angezündet, nicht aus elgenem Antrieb sondern ein Mann ien er nicht nennen dürfe, habe ihn mit Geld dazu angestlftet. Das E labe er nicht mehr verbrauchen können, weil der Krieg dazwischen tarn, er habe es a7f der Sparkasse sichergestellt, dazu seine ganze Lahnung /le?t Run da er sterbe Überweise er alles - es seien Über zweitausend Nark dem Bauern Friedrich, den er um seine Verzeihung bitte. Cs folgte ein halb leserlicher Name. , . . .. r njlann

Birge gab dem Vater den Brief zuruck und sprach hart.,Der -Wann, ter das geschrieben hat, ist von Hott angestiftet roorben-

Maa lein" ivrach Friebrich, mbem er langsam auf.tanö.ich wiU las oeraefien haben auch bu wirst nicht mehr daran denken, wenn du wieder bei mir auf dem Hofe bist. Ich brauche eine Frau für das neue

Geständnis in die Arme _. , .

Je besser es Bertold ging, desto fröhlicher wurde Birge. Sie konnte nicht glauben, daß nun noch ein Hindernis zwischen sie und Bertold treten könne. Und eines Tages erhielt sie einen eiligen Brief vom Vater mit der Mitteilung, Bertold fei bei ihm angelangt, er habe nach ihr ge­fragt und werde sie, da der Vater ihren Aufenthalt nicht mehr langer habe verhehlen können, morgen besuchen. Weiter habe er aber bei feiner Seligkeit nichts verraten. v .

In dieser Nacht schlief Birge nicht. Sie hatte bas Haus rein gefegt vom Koben bis zum Keller. Sie hatte sich selbst schön gemacht und das blaue Seidenkleid bereit gelegt. Ihr Herz klopfte so heftig, daß sie sich oft auf die Lippen biß, um nicht laut zu rufen .. .

Aber am nächsten Morgen war fte dennoch hell wach. Sie tat ihre Arbeit wie immer, nur der Hochzeitskuh, die demütig und etwas gealtert im Stalle stand, hängte sie einen frischen Kranz um die Hörner.

Am Mittag zog sie ihr Seidenkleid an und trat vor die Tür. Der Himmel war rein. Wie ein Gewitter donnerte der Zug heran.

Birge mußte sich am Zaun des Gartens, der voller Blumen stand, anhalten, als sie Bertold die Straße herabkommen sah. Er schien unver­ändert, nur bleicher und höher das Gesicht.

Als er sie sah, blieb er stehen, als ob sie ein Bild sei. Sie hatte den Kopf aus den Arm geneigt und kämpfte mit den Tränen. Als er ihr dann die Hand gab, wandte sie sich ab und eilte wie eine Flamme in bas $aUDie gute Tante legte dem Ankömmling zu essen vor. Aber Bertolb erklärte er rühre keinen Bissen an, wenn Birge nicht komme. Da tröstete ihn bie Frau und erzählte ihm, wie sehr Birge an ihm hange

Doch da kam sie selbst herein und fragte ihn tapfer und heiter, wie es lI,m<g0enau fo wie dir, Birge", antwortete Bertold und schöpfte ihr den Teller fo voll, daß ihm die Tante abwehren mußte.

Am Nachmittag, als sie allein waren, sprachen sie nur über Otto. Aber jedes Wort bas sie sagten, war getränkt von heimlichem Gluck. Nur ein einziges Mal sprachen sie von ber Zukunft. Bertold erzählte, er habe im Lazarett tüchtig studiert und werde in den nächsten Wochen sein Examen machen. Und zu Pfingsten .. ob sie da nicht mit ihm wandern wolle in die Berge? Birge sagte leise ja. Da war die Stube voll Gold. Ehe der Abend kam, schied Bertold. , , v ..

Mancher Brief kam und ging. Bertold bestand fein Examen, und die liebliche Bfingfttaube kreiste immer näher um fein Haupt. Und am Sams­tag vor diesem Feste trafen sie sich am verabredeten Orte.

Die letzten Worte waren rote ein Befehl an die Tante 0cn$tca ® ® (ute Frau zitterte am ganzen Leibe, doch sand sie die Krast zu chg n. Birge ist großjährig." Und scherzend fugte sie hinzu.Mtch wirst ou ji nicht als deine Frau gemeint haben. .. Miene

Friedrich aber ging lächelnd auf Birge zu. Gr ma^te gute JRten zum bösen Spiel, streckte beide Arme au- und suchte Birge ^u chngem Sie floh hinter den Rücken ihrer Tante. Heimweh und Trotz kamps i»r einen furchtbaren Kampf. In diesem Augenblicke half ihr das Sch

ihr die größten Neuigkeiten. Hans war bald nach Kriegsaus­egen mangelnder Beweise aus der Untersuchungshaft entlassen Kaum aber hatte er sich auf feinem Hofe wieder eingerichtet, da

fal Der Briefträger, ber braußen vorbeiging, klopfte an die Scheiben und legte einen Brief auf die Bank des offenen Fensters. Birge stürzte fort ergriff den Brief unö las einen schwarzen länglichen StempelAus dem Felde ber Ehre gefallen". Es war ihr letzter Brief an Otto.

Nun mürbe es still in ber Stube. Als Friebrich feine hochgewachfene kalkweiße Tochter mitten im Zimmer stehen fah, wie fie auf ben Brief starrte ba wußte er, baß ihm das Mädchen völlig entwachse, wenn er es jetzt noch mehr bedränge. Stillschweigend nahm er seinen Hut und ging hinaus, zu Hott, der ihn im Dorfwirtshaus erwartete.

In den nächsten Monaten fühlte fie sich zum ersten Male völlig ein­sam, und doch drängte fie ihre unbefiegliche Kraft wieder zum Leben zurück. Von Bertolds Vater, ben fi- insgeheim besuchte, erfuhr sie, bah er schwer verwunbet im Lazarett liege und bah er sich vorbereite, ben Sohn zu besuchen. Es war bie größte Tapferkeit ihres Lebens, daß sie ben alten Herrn, ber so gut zu trösten wußte, auch jetzt bat, er möge bei seinem Besuch nichts von ihr verraten. Sie hörte bann vom Vater, Ber­told habe nach ihr gefragt, und er fei in die größte Verlegenheit gekom­men, was er ihm antworten falle. Er habe schließlich gesagt, sie halte sich bei einer Verwandten auf, und es gehe ihr gut. Auch Bertolds Ver­wundung fei nicht ganz fo schlimm. In einem halben Jahre werde er wieder gehen können. Da gestand sie dem Vater, sie habe im oorigen Jahre einmal zwei Tage und Nächte auf dem Hauptbahnhof der Stadt zugebracht, weil Otto ihr geschrieben habe, Bertolds Regiment werde um diese Zeit durchfahren. Der Stationsvorsteher, der ihre Ausdauer be- rounberte habe sich erboten, ben Namen bes Solbaten, ben sie erwarte, am Zug entlang zu rufen; fie habe sich aber nicht entschließen können, Bertolbs Namen zu verraten. Der alte Herr schloß Birge nach diesem

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