Ausgabe 
23.9.1935
 
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Im Sommer 1866 brach der Deutsche Krieg aus; er versetzte die Sil qenb in neue Spannung. Vom Verlauf erfuhr man indessen in dem Wi ziehungsheim wenig; nur die Briese der Mutter brachten ihm teilen von den Geschehnissen. Im 5)er6ft wurde er als Dritter nartl Obersekunda versetzt. Nun erwog man zu Hause, was weiter mit geschehen sollte. Der Vater war längst entschlossen, ihn Zürn LandwiNi au-bilden zu lassen; das entsprach der Tradition der Familie. Die Pru»^ reise schien dafür ausreichend. Wohl waren die militärischen Neigung.:«! des Sohnes erkannt worden. Ihn jedoch zum Offizier zu bestimmen, dapl hatte der Vater nicht die von ihm für nötig gehaltenen Mittel. Ziuffl zweifelte er an der Möglichkeit, in diesem Berus vorwärts zu komnM! da es anBeziehungen" fehlte. In dieser Hinsicht täuschte er sich. eine ganze Reihe mit August Mackensen etwa Gleichaltriger in die ArE eingetreten, die auch feineBeziehungen" befaßen, sie haben sich deanc»! schon im Frieden angesehene Stellungen errungen, und manch einer i>° I ihnen ist im Weltkriege ebenfalls zu hohen Ehren aufgestiegen. Der V°° ] glaubte jedoch, nicht in der Lage zu sein, die Wunsche des Jünglings 1 berücksichtigen. So verließ dieser zu Ostern 1868 die Stiftung und roucM zunächst Eleve auf dem väterlichen Gute in der Lausitz. Damit war J vorerst wieder einmal- zu Hause, und das bedeutete für ihn eine groll Freude. Die Sehnsucht nach der Kavallerie stellte er mit zusammen, gebissenen Zähnen zurück und tat entschlossen seine Pflicht. Nach einig-, Zeit wurde er zu einem Verwandten geschickt, der unweit Leibmtz e'"1 Besitzung hatte. Auch dort zeichnete er sich durch größte Gewissenha j keil aus Die von ihm geführten Wirtschaftsbücher konnten als mu M gültig angesehen werden. Das strenge, aber gerechte Ur eil des -Bat» I erkannte die Bemühungen des Sohnes an, und er gestattete ihm, sen Bitte entsprechend, das Jahr als Einjährig-Freiwilliger bei dem 2.-.- 1 Husarenregiment zu dienen. August hatteum seiner glorreichen Geschi» willen" dieses Regiment gewählt, welchemmit dem schwarzen w ^ betonürten Attila die preußischen Farben auf den Leib geheftet sind o» welches das Zeichen der Treue bis in den Tod vor der Stirn tragt

^Ick^böNe zu und war ganz still geworden, ich hatte keinen Willen mehr in mir als Öen bes fremben Mannes. Sein Blick ruhte auf nur, ftiff nnb mit einer gewissen traurigen Güte, und seine grauen Augen Len voll vom Weh9 7nd von der Schönheit der Wett. Er lache le muh an und da fakte ich mir ein Herz und bat IN meiner Not.Ach, laß uns umkehren du' Mir ist bange hier in der Nacht, und ich mochte^zuruck und dahin gehen, wo ich Brigitte finden tonn, ober heim zu meinem

2>rer Mann stand auf und deutele in die Nacht, und feine Laterne schien hell auf fein mageres und festes Gesicht.Zurück gehl kein Weg, aQte er ernst und freundlich,man muß immer vorwärts gehen, wenn man die Well ergründen will. Und von den Mädchen mit den braunen Augen hast du das Beste und Schönste schon gehabt, und je weiter du von ihr bist, desto besser und schöner wird es werden. Aber sahre du immerhin wohin du magst, ich will dir meinen Platz am ®^euer geben.

Ich war zum Tod betrübt und sah doch, daß er recht halte. VollHeim- web dachte ich an Brigitte und an die Heimat und an alles, was eben noch nahe und licht und mein gewesen war, und was ich nun verloren I hatte. Aber jetzt wollte ich den Platz des Fremden nehmen und das <5teu#r führen So mußte es fein.

Darum stand ich schweigend auf und ging durch das Schiff zum I Sleuerfitz, und der Mann kam mir schweigend entgegen, und ast wir bei- einander waren, sah er mir fest ins Gesicht und gab mir seine Laterne.

Aber als ich nun am Steuer saß und die Laterne neben mrr stehen hatte, da war ich allein im Schiff, ich erkannte es »mt emem tiefen Schauder, der Mann war verschwunden, und doch war ich nicht erschrocken, ich hatte es geahnt. Mir schien, es fei der schone Wandertag und Brigitte unb mein Vater unb bie Heimat nur ein Traum gewesen und ich e> all unb betrübt unb (ei schon immer unb immer auf btefem nächtlichen ^^Jch Ägrift" daß ich den Mann nicht rufen dürfe, und die Erkenntnis der Wahrheit überlief mich wie ein Frost. _

Um zu wissen, was ich schon ahnte, beugte ich mich über bas Wasser hinaus unb hob bie Laterne, unb aus bem schwarzen Wasserspiegel sah mir ein scharfes unb ernstes Gesicht mit grauen Augen entgegen, em altes, wissendes Gesicht, unb bas war ich. I

Unb da kein Weg zurückführle, fuhr ich auf dem dunklen Wasser I weiter durch die Nacht.

Aus derIugend desGeneralfeldmarschattsv. Mackensen.

Von Freiherrn Rüdt von Collenberg.

Demnächst erscheint im Verlag Karl Siegismund, Berlin, eine Biographie über Mackensen, aus der wir den folgenden Abschnitt bringen.

Lag in bem Wesen bes Vaters eine gewisse Unnahbarkeit, so war j bas Verhältnis zur Mutter ein besonbers herzliches. Sie halte ihre Kindheit in der nahe der Mulde gelegenen Oberförfterei Söllichau ver­lebt unb war in Gottesfurcht unb Einfachheit erzogen worden. Tiefe Frömmigkeit war der Leitstern ihres ganzen langen Sehens, unö ihr Gotloertrauen hat sie auf den Sohn zu übertragen gewußt. Man kann feiner, wie häufig bei großen Männern, nicht gedenken, ohne die Mutter zu verehren.Ein fo freier Geist herrschte in ihrem Hause , schrieb em Besucher,daß sich niemand dem Zauder dieser liebenswürdigen Familie entziehen konnte." Dem Beispiele ihres Vaters folgend, hat sie in der Stille viel Gutes getan. Nachdem ihr 1890 der Tod ihren Mann entrißen hatte, übernahm sie die Leitung des Gutes Geglenfelde und galt als aus- gezeichnete Verwalterin des Besitzes, den sie aus der Höhe zeitgemäßer Bewirlsckiaflung zu hatten verstand. Die im hohen Atter sich einslellenden körperlichen Schwächen überwand sie mit ungewöhnlicher Willenskraft. Sie Hal den Weltkrieg noch erlebt, und am 27. Juni 1915 Hal ihr der Sohn folgenden Brief geschrieben:Nun ist Dein Junge Generalfeld­marschall geworden, Hal die höchste Würde erlangt, die einem Soldaten in seinem Berufe beschieden fein tonn, hat sie sogar vor dem Feinde, also in Betätigung des Zweckes seines Berufes, erworben. Der liebe Goll Hal meine Berufswahl und damit mein Leben sichtbar gesegnet. Weil über mein Verdienst und mein Erwarten Hal er mich mit Glück überhäuft, von Stufe zu Stufe emporgetragen unb mich zum Werkzeuge der Siege gemacht, mit benen er unser Volk begnobigt. Ich vermag es oft gar nicht zu fassen, baß bas alles Wirklichkeit ist, unb warum gerabe ich es bin, den bas Solbatenglück sich ausgesucht hat. Meine Dankesschuld ist uner­meßlich. Und welch ein weiteres Glück, liebe Mutter, daß Du diesen Auf­stieg Deines Sohnes, diese Erfüllung seines Berufes noch erlebst. Wenn etwas meiner Freude noch eine besondere Weihe geben kann, so ist es diese ungewöhnliche Tatsache. Ich erblicke in ihr eine ganz besondere Gnade Gottes und messe Deinen Gebeten einen großen Anteil an den Erfolgen, die sich an meinen Namen knüpfen, bei. Wieviel Männer in meinem Atter können noch an eine Mutter schreiben, wie wenige sich noch ein Kind nennen hören und sich damit jung fühlen! Ich glaube, Du bist bie erste nichtsiirstliche Frau in unserem Vaterlande, die einen Sohn als Generalseldinarschall auf betendem Herzen durchs Leben tragen tonn." Dieses Schreiben spricht für den Heerführer gleichermaßen wie für die

Wnnn am Steuer fang nun vom Tode, und er sang schöner, als ick st hMe fing7nLen Aber auch der Tod war nicht das Schönste Ü7d liöcki le es war auch bei ihm kein Trost. Der Tod war Leben, und das Leben 'war Tob, unb sie waren ineinander verschlungen 'N em em emiaen rafenben Liebeskampf, unb bies war bas Letzte unb der Sinn der Wett, und von dorther kam ein Schein der alles^Elend noch zu presien vermochte und von dorther kam em Schalten, der alle Luft unö alle Schönheit' trübte und mit Finsternis umgab. Aber aus ber ö infterm s brannte bie Luft inniger unb fchoner, unb die Liebe glühte tiefer

Trotz der starken inneren Verbundenheit mit dem Etternhaufe unb der Liebe der Mutter war die Kindheit des Knaben hart, -an ber Dorf, schule des nahegelegenen Dahlenberg verbrachte er die ersten Schuljahre.? Der Platz dortzwischen Bauernjungens und Tagelohnerkindern hat mn nicht geschadet", schrieb er später einmal,unb wie ich mich damals hab,.. durchvrugeln müssen, so habe ich mir meinen Berus erkämpfen muß er j unb, in diesem ganz auf mich selbst gestellt, mich durchkampfen muffen Soldalenspiele, denen er eine bessere Form zu geben wußte, als es sonst | wohl bei Kinder der Fall ist, füllten feine und ber Stamey roden freie Zeit. Der Vater halte seine Freude an dem handftsten Tret ben. Mit neun Jahren kam der Junge nach Torgau, um das Gymnasiuni zu besuchen. Er war ein guter Schuler, doch nicht einer, dem die Arbei leicht wurde; er mußte sich anftrengen und gewohnte sich früh an ehi gewissenhafte Pflichterfüllung. Körperlich erwies er sich als nicht bejon. bers kräftig und nach einer heftigen Erkrankung an Masern entwickelt! ! sich nur'langsam Um so wohltuender war die Erholung zu Haus, während der Ferien, wo er nun auch die Gutspferde zur Schwemmi reiten durfte. Die erste Husarenbegeislerung hatte er aus Torgau mit gebracht, wo er von Zielens Taten im (Sieben,adrigen Krieg gehört hatte. Die Luft am Soldatischen begann in ihm zu erwachen. Sie erhi- neue Nahrung, als 1864 der Krieg gegen Dänemark ausbrach. Er sah du Torgauer Artillerie unb Pioniere ins Selb rucken; balb trafen bteerfteri gefangenen Dänen ein. Er fanbte einen recht eingehenden Bericht nach fiaufe9 über ihre Bekleidung und inwiefern sich darin bie einzelnen Waffengattungen unterschieden. Als ein Verwandler ihm einen Granat fplitter von Düppel schenkte, war feine Freude grenzenlos.

Indessen war er noch weil davon entfernt, die beginnende militarisH Begeisterung zur Tat ausreifen lassen zu können. Ernstoieilen trug er uvlb die Schülermappe, und seine Ettern bestimmten, ohne nach seinea Wünschen zu fragen, ben weiteren Weg. Es schien geboten, den n-ch Untersekunda Versetzten in einen festeren Rahmen zu bringen; auch foUie er von nun an das Realgymnasium besuchen. So wurde er Ar Francki- schen Stiftung in Halle angemelbet unb im Herbst 1865 zusammen mit feinem Bruber dorthin gebracht. Der Pensionspreis war niedrig, und. die Eltern hatten bas in Betracht Ziehen müssen. Die Sohne tarnen in eine strenge Zucht, und als erste soldatische Tugend lernte August un bedingten Gehorsam, später alsSenior" seiner Stube auch Anordnungen zu treffen und die ihm Anverlraulen in Ordnung zu halten. Um /«5 ui. im Sommer um %6 Uhr im Winter wurde geweckt Bann folgten fofort eine Arbeitsstunde und nach kurzer Pause fünf Unterrichtsstunden. 21m der Nachmittag war voll besetzt. Der Sonntag bestand im wesentlichen aus Kirchgang und wieder aus Arbeitsstunden. Mit Licht und Heizung während der kalten Jahreszeit wurde man knapp gehalten, die Ko st ir.ii spartanisch einfach. Er lebte sich auch hier schnell em, aber Fröhlichkeit konnte nur schwer gedeihen. Er mußte noch früher aufstehen als dop gesehen war, und ging später schlafen als die anderen um seine Arbeit.» gewissenhaft zu beenden. Neben Mathematik und Erdkunde zog ihn schichte besonders an, und er sand Anregungen, jetne Senntmße o if diesem Gebiet zu verliefen. Das sollte später seine Fruchte tragen den als Generalstabsoffizier zog er durch einen überraschend gut gehatten.» kriegsgeschichtlichen Vortrag die Aufmerksamkeit des Kaisers auf sich. Es mar aber erklärlich, daß feine an sich nicht feste Gesundheit von brt Leben in Halle stark beansprucht wurde. Wahrend seiner Sonfirmahrn e$ar im Frühjahr 1866 fiel er in Ohnmacht. Das war die Folge korperlichil Anstrengung, aber auch seelischer Erregung, unb dies letztere ist em J»>- chen seines liefen Empfindens. Das militärische Leben hat ihn spa» rasch gestärkt, und der Armeeführer bei Lodz konnte Ende 1914 bekenne . Der Körper ist widerstandsfähig und läßt die Nerven nicht zu 2Borli|