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Nuf brm See ziehen die winzigen weißen Stäbchen der Dampfboote buech die tiefblaue Seide eine kaum bemerkbare Bahn, die sich hinter ihnen schließt ohne Schmerz und Trübung. Denn alles bleibt ungetrübt. Der Rauch großer Industriegebiete ist diesem Lande so fremd wie Nebel des Nordens.
Auf den Hügeln wächst Wein. Er verleugnet sich nicht. Er fetzt sich bald zu uns. Er ist gekeltert, wie eine schöne, vornehme Frau, die sich zu uns gesellt um nichts als um uns zu entzücken. Einzig uns e ne vornehme, feine Gesellschaft zu leisten ist sie da, und bildet sich durchaus nichts ein. Und doch soll man erst einmal eine suchen wie sie: so licht und anmutig, so fröhlich und frisch, fo wohlig und warm.
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Es ist Markttag in einer der kleinen Städte am See. Die Luft ist sehr frisch von der Nacht. Die Welt, Dinge und Menschen klingen im Morgen, Die Sonne ist heiß und keck, aber jeder kleinste Schatten wie eisgekühlt. Auf dem zu geräumigen Quadrat des Platzes breitet sich ■unbefangen der Ueberfluß. Der Markt liegt natürlich am See, nur eine behäbige Lindenallee, die zugleich Strandpromenade ist, trennt ihn vom Wasser, das langsam auf dem Kiesrand atmet. Die- Fische habens nicht Weit. Sie blitzen, in dichte Lagen gereiht, frisch und sättig im Licht vor ien Ständen. Die Hühner, die Tauben hängen sauber gerupft, die Brüste
Oer Freiherr vom Gtekn.
Bon Robert Hohlbaum.
Wenn ich an meine Jugend zurückdenke, so weiß ich, daß die Namen Blücher, Schill, Körner, ja fogar ©neifenau und Scharnhorst für mich sehr frühe feststehende Begriffe waren, daß ich Arndt und Schenkendorf sehr bald aus den Lesebüchern, wenn auch nicht eben aus ihren schönsten Gedichten kennenlernte. Und wenn ich von einer späteren Zeit sprechen will: um Bismarck kreisten die Gedanken des Knaben unablässig, Moltke und Roon waren mir aus zahllosen Bildern vertraut. Als ich zum erstenmal den Namen des Freiherrn vom Stein hörte war ich schon ein erwachsener Mensch, und — ja, das muß ich gestehen — daß ich eine genaue Vorstellung seines Wesens erwarb, das liegt kaum ein paar Jahre zurück. Erst im Verlaufe der Vorarbeit für meinen Stein- Roman versenkte ich mich ganz in das Wesen dieser großen reinen Gestalt, und heute — da die ersten Stein-Kenner und Forscher sich zu meinem Buche bekannt haben — darf ich es vielleicht wagen, von dem großen Führer der Jugend etwas zu erzählen.
Woran liegt es, daß Stein fo wenig ins tiefste Volk gedrungen ist? Wohl in erster Linie daran, daß er weder Dichter noch Soldat war, sondern Staatsmann. Ein Vergleich mit Bismarck ist hier nicht zu ziehen. Der lebt als der Reichsfchmied — jeder wird sich an das Bild erinnern — weiter durch seinen greifbaren Erfolg, aber nicht nur dadurch, auch durch feine Verbindung mit den Militärs, mit den Heldentaten des Heeres. Und trug Moltke die Uniform als Feldmarschall, fo ist uns auch Bismarck, der Halberstädter Kürassier, unvergeßlich geworden, obwohl er keine anderen militärischen Erfahrungen besaß als die eines bescheidenen Reserveoffiziers, und obwohl er, wie wir wissen, gar oft mit den Feldherren in fachlicher Fehde lag.
Stein hat nie eine Uniform getragen, alle Bilder zeigen ihn in schlichtem grauem Rock, selten im Staatsrock mit dem einzigen — preußischen — Orden als Schmuck. Obwohl er sein Leben vielfach in die Schanze schlug, obwohl er den Krieg von 1813 in einer besonderen Sendung mitmachte, ist er doch für den Nachfahren nicht mit dem glänzenden militärischen Bild verbunden. Und vor allem, sein äußerer Erfolg war weit geringer als der Bismarcks, er war in allem Anreger, nicht Erfüllung. Dazu kommt, daß der erste Teil feiner Laufbahn eine mehr oder minder ruhige Beamtenkarriere ist. Ein wunderbares Erleben in den Koalitionskriegen — er fchlug an der Spitze von Frankfurter Hand- werksburfchen eine Abteilung französischer Revolutionstruppen in die Flucht — dann ist er Chef der Bergwerke, Oberpräsident von Westfalen, bis endlich Friedrich. Wilhelm ihn als Finanzminister beruft. So ist Stein am häufigsten von der Ueberlieferung uns bewahrt worden: als preußischer Staatsmann und als Erneuerer dieses Staates. Das war er gewiß. Er hat in äußerlich stiller, innerlich bewegter Arbeit drei große Werke begonnen und durchgeführt, soweit ihm dies die karge Zeit feiner Amtstätigkeit erlaubte, die Bauernbefreiung, die Selbstverwaltung der Sädte und Gemeinden und unmittelbar durch feinen Anhänger Wilhelm von Humboldt die Wiedergeburt der Hochschule und der deutschen Wissenschaft. Büro- und Schreibtischarbeit für den oberflächlichen Blick, und auch sie ist anzustaunen, bei einem Feuergeist, der sich der Sache zuliebe zur Nüchternheit zwang. Aber eben das unterscheidet ihn ja von den Herren vom grünen Tisch, — daß er sich erst an diesen setzte, wenn er seine Erfahrungen auf grünem Felde gesammelt hatte. Stein kannte den Bauern seiner Heimat und des kargeren Preußen nicht nur, er kannte auch, was damals mehr als selten war — den Arbeiter in der Gestalt des Bergmanns der westfälischen Gruben, und er kannte den schlichten Handwerker, seine Wünsche und Nöte. Er war ein preußischer Staatsmann, gewiß, einer der allergrößten, aber dieses Land war ihm nicht Selbstzweck wie den andern, er sah es nur als Keimzelle für Größeres. Bismarck ist preußischer Junker im größten und schönsten Sinne. Stein war Reichsritter, einer jener Adeligen, die niemand als den Kaiser über sich hatten, die, wenn sie dienten, dies freiwillig taten, aus einem inneren Drange heraus, nicht in äußerlich umriffener Stellung. Er hat es ganz offen gesagt, daß er Preußen nur zu seinem Arbeitsfeld erwählt habe, weil er in diesem Staate den künftigen Erneuerer Deutschlands sah. Hätte er ihn in Oesterreich geglaubt, wie damals noch viele, er hätte nicht einen Augenblick gezögert, diesem Lande feine ganze Kraft zu weihen. Und ebensowenig wie die einzelnen deutschen Staaten galten ihm die Dynastien. Er hat die Fürsten, die im Kampfe gegen Napoleon getreu geblieben waren, anerkannt, er hat die ungetreuen Könige und Herzöge des Rheinbundes als das bezeichnet, was sie waren, als Verräter an der großen deutschen Sache. Es gibt da — Arndt erzählt sie in feinen (Erinnerungen — eine sehr bezeichnende Anekdote. Als er am russischen Zarenhofe als Berater Alexanders lebte, zu einer Zeit, da die Franzosen im Jahre 1812 Moskau eingenommen hatten und für die Kleinmütigen der Krieg zu Ende schien, da stand Stein in viel angefochtener Einsamkeit in den Augen der Friedenspartei als der böse Geist und Unruhestifter da. Als aber die Franzosen den Rückzug antraten und die ersten Anzeichen der furchtbaren Katastrophe sich zeigten, die über Napoleon hereinbrach, schlug die Stimmung der Wetterwendischen um, und die Zarinmutter, eine württembergische Prinzessin, konnte sich nicht genug tun in ihrem neuen Franzosenhaß. Bei der Hoftafel äußerte sie einmal: „Wenn nun noch ein Franzose unangefochten durch Deutschland kommt, schäme ich mich, eine Deutsche zu fein!" Da erhob sich Stein und sagte: „Majestät, Sie tuen sehr unrecht daran, ein so braves Volk zu schmähen. Schämen sollen Sie sich, aber schämen Sie sich Ihres Bruders und Ihrer Vettern, der deutschen Rheinbundfürsten, die Deutschland verraten haben!"
Wer ihn deshalb als Rebellen mit der französischen Revolution in Verbindung bringen wollte, der würde sich grundlegend irren. Er wollte alles eher als das sog. „souveräne" Volk, er war kein Verfechter der Freiheit des einzelnen, sondern sah diesen immer nur als Glied der großen Volksgemeinschaft, für die Opfer zu bringen jeder bereit fein müsse. Das sagte und dachte er nicht nur, bas hat er im eigenen Leben durch die Tat bewiesen. Nach der Schlacht bei Jena, nachdem er dem König den Staatsschatz gerettet hatte, war Stein auf kränkende Weise
zeigend, die Köpfe über den Rand der langen Bretter. Sicher hat jeder im Städtchen ein Huhn heute im Topf und zartere Mägen die Taube. Das Fleifch von Ochsen und Kälbern weiterhin wartet dennoch der Käufer. Die Gemüse sind anreizend zu Arrangements geordnet — saftige Gebirge. Die Tomatenpyramiden streuen ein bestimmtes durchsichtiges Rot in die Gänge zwischen den Zelten. Denn jeder Stand hat ein kleines und eigenes wehendes Leinendach, ein hängendes Plantuch, ein schirmendes Segel, weiß und schon rotbraun von Sonnenrost, hinter und über sich, unter dem dem Blick der Herannahenden verborgen, die Verkäufer stehen. Nur die ausgelegte Ware darf in der Sonne prangen; aber das leichtbewegte Zelttuch wehtchie tiefe Kühle der Schattenluft darüber hin. Mächtige Räder verschiedener Größe bilden Säulenstümpfe von Schweizer Käse in unbegreiflicher Vielheit. Man kauft hier den Käse nach Reise und Alter, wie Wein nach Jahrgängen. Und überall Blumen und Früchte. Blumen gepackt, gebündelt, gepreßt in Körben - was kosten die Blumen! — sie sind nur zum Mitnehmen. Armvoll bewegen sich Käufer von Stand zu Stand. — Der Markt- ist ganz ruhig: ein leises, freundliches Geräusch von Stimmen.
Hinter den Bertaufsftänben in einer abgegrenzten Parade, stehen zweiräderige Karren aufgefahren, die Pferde angefchirrt nach außen gerichtet, mit Bündeln von Reisig hoch und reichlich beloben, eine harmlose Wagenburg: das Brennholz für das Herdfeuer. Und ein jeder geht hin, und irgendwie angehängt, unter den Arm geschoben, auf den Kopf genommen wandern zum Schluß die fest zufammengezogenen Reisigbündel mit den Blumen und Früchten, mit den Tauben und Fischen, mit dem Gemüse und Käse die Straßen entlang.
Ein Käsestand lockt. Als wir näher treten, folgt ein gutmütiges großes scharfes Messer, so groß wie das Schwert Davids, unter dem Zelthang hervor uns zu jedem der Käse, den wir ins Auge fassen. Die Hand, die es führt, ist unsichtbar wie der Mensch, der sie bewegt. Das Messer erwartet unseren Wink. Schließlich, um mich nicht zu blamieren, beute ich auf einen gelblichen Käse. Sofort fährt es hin. Aber man muß sich sehr eilen und die Hanb fchnell unter bie faUenbe Scheibe halten, bamit bie Probe richtig hineinfalle. Denn schon roieber roanbert wortlos das Messer. Uns war die Probe genügend für ein ganzes Frühstück.
Die Dent du Midi steht ganz bleich und allein, nach Osten gewandt, im ersten Dämmer der Frühe. Sie ist weiß und sehr zart. Der See ift ganz dunkel. Die Berge Savoyens sind dunkler als blau, wie ruhendes Gewölk, doch mit der klarsten Säumung gegen den Himmel. Darüber, dahinter die lauteren Schneefelder des Montblanc.
Die Dent steht noch weißer. Da fchmilzt aufflammend ein goldener Tropfen von der höchsten Zacke hernieder, schwer und voll, und fließt langsam, wie aus dem Innern des Berges kommend, die Konturen der Spitze hinab. Die Sonne hat sie erfaßt. Der Berg erstrahlt wie beglückt, in die Rechte des Tags, des Lichts, der Farben, des Lebens eingesetzt.
Der Himmel wechselt ins zärtlichste Blau. Das Gestirn aber geht den Weg seines Tages kaum sichtbar vor Glanz. Cs läßt der Landschaft unter ihm das ganze Spiel des Tages allein. Aber immer wirft es tiefe Reflexe der Berge, der Wolken — ganz ferner unsichtbarer — bis in den Grund des Wassers: Becken und Ströme von blauem Cmailfluh im Weiteren Fluidum, goldbraune, grünliche, bronzene Schatten farbiger Cr- tegung über die Fläche. Der erste Strahl gehörte den Bergen, die Glut Des Tages dem Wein, der Abend aber gehörte ihm, gehört der Sonne «allein. Dann ist das ganze Reich des Sees einbezogen in das Trfumphale iihres Untergangs. Denn dort, im Westen, ist eine offene Lucke für sie ge- Haffen; dort verstellen ihr kleine Berge den letzten Blick, dort^versinkt der «goldene Globus frei im offenen Feuertor des Horizonts. Erne flüssige ibreite Brücke von Gold läuft über den See, aus ihr heraus, tn ihr «endend. Lange Geländer von violetten und roten Bändern schwingen meben ihr her: wer über sie hinschritte, liefe ins Herz ber Sonne hinein. Lange ruft sie dem Sehnenden. Ihr Scheideblick macht trunken. Unser Herz sinkt ihr nach.
Dann zieht sie langsam die goldene Brücke hinter sich ein. Die Berge «werden fahl. Die Gipfel verfallen in Tod. Die Maske der großen Starre ffteigt von ihnen nieder und legt sich über Land und See.
Gegen Untergang ahnen wir Genf, die Stadt mit der sonderbar ttiefen Teilung: Die Strenge Calvins, die Leichtlebigkeit Frankreichs mntermifcht nebeneinander. —
Wunderbare Landschaft der Mitte: Südlicher See dort zwischen «Süden und Norden; ohne die Tragik des Südens, ohne die Trauer des Nordens.


