Ausgabe 
22.2.1935
 
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Weg zu dir.

Von Georg Grabenhorst.

Weg zu dir bin ich gegangen, unb ich tat boch keinen Schritt Wie ein Traum, ein oft geträumter, alles mir vorüberglitt.

Unb wie Glanz von junger Kerze abenbhohe Halle füllt hat von fern ein Kinberlächeln meine Seele ganz umhüllt.

Aus dem Leben eines Knaben.

Erzählung von Anbreas ^eitler.

b!Jn einer Januarnacht, ein paar Jahre nach bem Kriege, hatte hrian einen wunberlichen Traum. Es geschah barin, bah unversehens in schmutzigem felbgrauem Mantel, ben stählernen Helm tief in bie Sun gebrückt, ber tote Vater neben ihm stanb unb seine Hanb ergriff. Ei war nicht anbers anzusehen als wie beim Abschieb nach bem letzten - Umub, ba Florian ihn an bie Bahn geleitet batte; genau wie bamals trug er bas Gewehr am Riemen, unb auch ber pralle, abgescheuerte Ir nifter sah ihm auf bem Rücken. Schweigenb zog er ben Knaben mit sie fort, unb biefer schritt ruhig unb voller Freube neben ihm her. S gingen tiefer in bie Stabt hinein, burch leere, weiträumige Liahen unb seuchte, oft gebrochene Gassen, bie Florian allesamt noch rtirt erblickt hatte, bis sie enblich vor bem Portale einer Kirche stauben, bii mit hohem Turm unb steilem Dach sich gebieterisch in bie Winter- ruyt erhob. Die alten Bronzeflügel sprangen geräuschlos auseinanber, ur sie einzulassen; unb bann stiegen sie, ber Vater, ber immer schwieg, voun, Florian bicht hinter ihm brein, bie gerounbene Treppe in bie Wie, bie bis unter ben hölzernen Turmhelm hinaufsührte. Oben sank» fic roieber eine Türe, biesmal nur klein, bie bei ihrem Nahen sogleich au log, unb burch biese traten sie aus einen schmalen Umgang hinaus, gltrian gewahrte aber, neben bem Vater an ber Brüstung lehnend», ne er unter sich bie schweigenbe bunfle Stabt, noch über sich bie in bei Himmel hinein sich oerjüngenbe Turmspitze. Es würbe ihn> statt hpefsn ein rounberbarer Anblick zuteil. Als eine ungeheure Kugelschale umgab sie von allen Seiten ber Himmel. Jeboch, es war auch nicht ber stes-öhnliche ber Nacht mit kleinen, zuckenben Sternen. Auf einem Iptimbe von mattem dunklem Blau schwebten als weihglühende Bäll [ort bie Gestirne auf unb ab, um- ober gegeneinanber wie leuchtenbe piiLerballons, bie von flimmernben Strahlenkränzen umgeben waren. S» tauchten gelassenen Ganges vor ihnen in bie Tiefe nieber, glitten str-rr ihren Füßen hindurch und stiegen festlich leicht hinter ihrem Bitten empor, sanken langsam von oben auf sie herab und umhüllten r« für kurze Weile mit einem kühlen, wolkigen Licht, nach dem Florian s die. Hände ausstreckie, denn es drängte ihn unsäglich, es zu fassen und In galten. Der Vater stand währenddessen ihm zugewandt und sah ein- Dri glich in sein Gesicht. Es dauerte freilich nicht lange, da schoß alles h wilden Strudeln zusammen und verdunkelte

Sils der Knabe anderntags erwachte, sand er sein Kissen von nn list n Tränen genäßt; auch war ihm beklommen und traurig zumute ni nie zuvor in seinem fieben. Er hatte nur selten und meist auch bloß [lingtig des toten Vaters gedacht; denn es gab niemanden, der seine

I Sevalt beschwor und die Erinnerung an ihn ausrechterhielt. Auch seine M.Her war schon gestorben und er wuchs seit vielen Jahren bei Frem­dei heran, die seine Eltern nicht gekannt hatten. Nun schmerzte es ihn, ba> sein Vater nicht mehr lebte Er meinte, unbeschreiblich gut müßte es »ein, wenn er da wäre. Warum er das glaubte, hätte Florian wohl nicl zu sagen gewußt; fortan aber sehnte er sich sehr.

i Er begann heimlich aufzuzeichnen, was ihm selbst von seinem Vater n»r im Gedächtnis geblieben war. Allabendlich, wenn man ihn bereits Nineschlasen glaubte, lag er noch lange im Dunkeln wach und sann sich ii lie Jahre der Kindheit zurück Fiel ihm etwas ein, wovon sich das iSiten des Vaters erhellte, machte er leise Licht und trug es in ein jlriales Heft ein, bas er diesem Zweck bestimmt hatte. Seine Aufschrift ^roete:Der Türmer". Aber die weißen Seiten, die dem Knaben zuerst Wt auszureichen schienen, füllten sich nur langsam, unb in mancher Nacht schloß er entmutigt unb enttäuscht die Augen. Denn es zeigte sich liH allein, wie verschwindend klein unb nebensächlich die Züge des iutjuntenen Lebens waren, die sich auf diese Weise bewahren ließen. Itarlds nämlich Florian gelegentlich das Geschriebene, mußte er er- Micken feststellen, daß der Mensch, ben er mit Worten nachbilden tote, ihm sremder wurde, je länger er es versuchte. Bald wagte er W nicht mehr, eine Eintragung zu machen aus Furcht, den Schein, tir dem der Tote noch umwoben war, vollends zu zerstören. Doch ein

; pbiünftiges Verlangen saß weiter in seiner Brust und quälte ihn.

I Aus dem Dachboden wurde ein alter, verfärbter Koffer aufbewahrt, w vem einst die wenigen Habseligkeiten des elternlosen Kindes ins ftss gekommen waren Er stand staubbedeckt in einem finsteren | Rüttel,' unb fein unterstes Fach enthielt noch einiges, was man ent- Ifelsr herauszunehmen vergessen ober später als entbehrlich wieder fimingetan hatte. Zu ihm schlich sich nun Florian eines Tages ver- liMen hinauf Er hoffte, daß vielleicht auf seinem Grunde, bis dahm ! Mißachtet, noch ein paar Dinge aus dem Besitze des Vaters lägen, wo- «Mich ein Bündel Briefe ober einige Photographien. Aber es kam »Ä-'s Aehnliches ans Licht. Nur zerbrochenes Spielzeug, verschlissene, htrnflectige Schulbücher, blaue Hefte mit feiner eigenen, schon etwas ivic-blaßten Kinderhandschrift, ein rotgebundenes Album mit Reklarne- hrften und ein Kästchen voller schöngemaserter Steine, die er einst auf eiT Reise ihrer seinen Ouarzpunkte und -schnüre willen am Meeres- ftabe aufgelesen hatte.

Jedoch, es hätte auf Florian in dieser Stunde kein Blatt, fettt Gegenstand, nicht einmal ein Bild des Toten heftiger einwirken können, als dieser Fund. Denn es war das erstemal, daß er sich wachen Sinnes in einer srüheren Gestalt begegnete. Betroffen nahm er die alten Sachen in die Hände Zuoberst lag ein kleiner Apselschimmel. Florian lächelte; der pralle hölzerne Pferdeleib war von einer fahlbraunen Farbe überzogen: eines Tages hatte es ihm ein blanker Fuchs auf der -Straße angetan so mußte das graugetupfte weiße Roß sich mit Schuhcreme verwandeln laffenl Unter dem Kopfende seines Bettes war fein Stall gewesen, und wenn er morgens erwachte, griff er mit der Hand hinunter und strich liebkosend über den glatten, geschweiften Rücken. Wie seltsam ihn das nun anmutete! Er blätterte in den Heften. Hatte er wirklich diese Seiten beschrieben? Da war ein Auf­satzDie Sonne". Ach, er erinnerte sich gut, wieviel Mühe der ihm bereitet hatte Zur Mittagszeit war er in den Stadtpark hinaus- gegangen, um die Sonne so recht in ihrer Größe und Pracht vor sich zu sehen und sich alles, alles einzuprägen, was an ihr herrlich und merkwürdig war. Aber als er nun las, was er damals über sie niedergeschrieben hatte, mußte er mitleidig lächeln. Dann schlug er das Album auf. Diese albernen bunten Marken hatten ihm gefallen! Er hatte sie so geliebt, daß er eine sauber und grab neben die andere klebte. Einmal, das wußte er noch, hatte ein Mitschüler, als sie auf der Straßenbahn von der Schule heimfuhren, einige zum Scherz aus dem Fenster geblasen. Lange hatte er den Verlust nicht verschmerzen können. Und die Steine? Er ließ sie durch die Finger gleiten und begriff nicht mehr, warum er sie gesammelt hatte.

Da erlebte Florian an sich selbst das Wunder des großen Werdens. Es befiel ihn eine Freude ohnegleichen. Er meinte, es werde auf einer ungeheuren Orgel gespielt, die Klänge wie Wolken über dem Lande brauen lieh. Was ihn entzückte und berauschte, waren freilich keine vernehmbaren Töne, wie sie sonst aus den Pfeifen strömen. Und mitten in dem Stürmen unb Brausen, bas ihn unenblich bewegte, riß mit einem Male bie Finsternis vor seinen Augen auseinander wie jener Vorhang damals im Tempel, und es glühte und leuchtete gewaltig und jubilierte und brüllte mit Flammenzungen. Er wußte nicht, wie ihm geschah; es war ein Glücksgefühl in seiner Brust, das er nie vor­her empfunden hatte. Er hätte lachen und fingen mögen und nicht fugen können, was ihn dazu trieb. Am liebsten wäre er sogleich aufgebrochen und weit gewandert. Es war in ihm ein Uebermaß an Lust erwacht, auszuschreiten, und sich zu regen.

Am Abend dieses Tages holte er das Heft aus der Lade, auf das er den TitelDer Türmer" gefetzt hatte; aber er schrieb nichts mehr hinein. Er sann ein wenig nach, bann machte er ben Ofen auf und schob es in dis Glut.

Du bist ja in mir!" dachte er, als es verrauchte, und meinte damit den Vater.

Sür^in Eleonore Aeuß-Köstrih.

(Ein Gedenkblatt zu ihrem 100. Geburtstage.

Von Dekan Rudolf Widmann, Schotten.

Am 20. Februar 1935 waren hundert Jahre verflossen, seitdem im alten von gewaltigen Baumriesen eines einzigartigen Parkes umrauschten Stolberger Grafenschlosse zu Gedern die Fürstin Eleonore Reuß das Licht der Welt erblickte, eine Frau, die in der deutschen Literatur­geschichte des vorigen Jahrhunderts eine bedeutsame Rolle gespielt hat. Ihre Stärke war die geistliche Dichtung, und mit Recht darf sie als die größte religiöse Dichterin des evangelischen Deutschlands in neuerer Zeit angesehen werden. Dichterblut pulste in ihren Adern; denn sie ent­stammte dem alten deutschen mediatisierten Dynastengeschlecht des Hauses Stolberg, das vor allem im 16. unb 18. Jahrhunbert bie beutsche Litera­tur beeinflußte unb ihr wertvolle Beiträge schenkte, wobei nur hinge­wiesen fei auf bie beibenWernigeröber Sängerfreife" unb zwar auf benWernigeröber geistlichen Sängertreis", der sich um die Mitte des 18. Jahrhunderts um den im Pietismus wurzelnden Erbgrafen Hen­rich Ernst sammelte, und auf denAnakreontischen Sängertreis" auchWernigeröder Dichterverein" genannt, dessen Haupt Graf Christian Friedrich (1746 bis 1824) war. Unsre oberhessische Hei­mat und besonders ber Vogelsberg barf stolz barauf fein, bah bie be- beutenbe Dichterin Fürstin Eleonore Reuß bem oberhefsifchen Hei- matboben entstammt, unb es ist für ben Heimatfreunb eine Ehrenpflicht, ihrer bantbar zu gebenten. Hat sie sich boch vor allem einen unsterb­lichen Namen gemacht burch bas tief empfunbene, in viele beutsche evan­gelische Gesangbücher aufgenommene unb gerne gesungene Silvesterlied Das Jahr geht still zu Ende". Es bleibt unverständlich, daß dieses Lied leider bis jetzt im Hessischen Gesangbuch keine Aufnahme gefunden hat; es dürfte erwartet werden, daß bei einer kommenden Gesangbuch­reform dieser Fehler wieder gut gemacht und ber heimatlichen Dichterin ber ihr gebührenbe Platz eingeräumt wirb.

Die Eltern ber Dichterin waren ber bamals im ©eherner Schloß wohnenbe Erbgraf Hermann unb seine Gemahlin Emma, eine ge­borene Gräfin von Erbach-Fürstenau. Im Jahre 1838, als bie Gräfin Eleonore erst brei Jahre alt war, siedelte die erbgräsliche Familie nach ber alten Harzheimat Ilsenburg über, wo sie imMarienhos" wohnte. Nach weiteren brei Jahren am 24. Oktober 1841 verstarb (Erbgraf Hermann, unb bie Erziehung Eleonorens unb ihres Brubers Otto würbe nun geleitet von ber Mutter, einer trefflichen Frau, im Verein mit Fräulein von Möllenborf. die beide den inneren Werdegang der jungen Gräfin wesentlich beeinflußten. 20 Jahre alt reichte sie am 13. September 1855 zu Ilsenburg bem bereits 57 Jahre alten Fürsten Heinrich LXXIV Reuß-Köstritz bie Hanb zum Bunbe fürs Leben Sie nahm mit bem Gatten ihren Wohnsitz aus Jänkenborf in ber Ober-Lausitz. Aus ber sehr glücklichen Ehe gingen fünf Kinber hervor, von denen eine Tochter vermählt ist mit dem Pastor Grasen Lütti­chau, dem bekannten Direktor ber Diakonissenanstalt Kaiserswerth am