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Schönheit, sich tritt der ganzen Gewalt ihres weiblichen Scharms auf ihn zu stürzen, wohl bemerkt. Er kannte diesen Typus der Filmdiva zur Genüge und ging ihm am liebsten ganz aus dem Wege, da er weder geschäftlich noch persönlich etwas damit ansangen konnte. Doch die beste Verteidigung bestand nach seiner Erfahrung darin, sich hinter anderen Frauen zu verschanzen, und zwar hinter solchen von dem gerade entgegengesetzten Typus, und ein lebhaftes Interesse für sie an den Tag zu legen. Damit hatte er ähnliche Angriffe, denen er allzu häufig ausgesetzt war, meistens im Keim erstickt.
Gerda Sterner wurde von seinem offensichtlichen Interesse geradezu sasziniert und verlor in der Anstrengung, sich von der allergünstigsten Seite zu zeigen, den letzten Rest von Natürlichkeit. Was Grolmans geschulten Augen nicht entging. Selbst der Journalist geriet auf die falsche Fährte und begann, sich romantischen Hoffnungen über seine Freundin hinzugeben, die allerdings wieder von seiner privaten Resignation getrübt wurden. Doch hatte er nicht vom Anfang ihrer Beziehungen an damit rechnen müssen, die Freundin eines schönen Tages auf diese Weise zu verlieren? War das nicht das üble Ende aller solchen Beziehungen? Konnte er also in diesem Falle etwas Besseres für sie tun, als ganz hinter ihre große Karriere zurückzutreten?
Nur Mira von Alten ahnte etwas von dem, was den mächtigen und verwöhnten Mann bewog, sich ihr und der Gruppe um sie für eine Zeitlang besonders und ausschließlich zu widmen. Sie selbst spürte ein gewisses Interesse für ihn. Da dieses Interesse frei war von jeder Absicht, konnte sie sich nicht darüber täuschen, daß seine Haltung auch ihr gegenüber gerade durch ihre betonte Liebenswürdigkeit eine durchaus unpersönliche blieb — wenigstens bis zu einem bestimmten Augenblick. Dieser Augenblick aber — kurz bevor sie die Gruppe wieder verließ — genügte, um sie zu überzeugen, daß es ihrer Erscheinung und ihren wenigen Worten doch noch gelungen war, seine inneren Vorbehalte zu durchdringen und jenen Funken in ihm zu entfachen, wie sie es bei Männern in seinem Alter und von seiner Haltung gewohnt war. Hier war noch etwas mehr als nur ihre weibliche Eitelkeit mit im Spiel gewesen.
Sie war mit sich sehr zufrieden, vor allem auch deshalb, weil sie sich im richtigen Moment wieder losgelöst hatte, und hing sich darum mit einem heiteren, beschwingten Lächeln an den Arm Thieles, als er ihr nach feinem Gespräch mit Hartl entgegenkam.
„Ich glaube, du hast heute ein unerhörtes Glück gehabt. Aus ein paar Worten dieses Herrn Grolman, die er zu Steinten sagte, konnte ich erraten, daß man dich für eine große Filmsache halten möchte. Er ist doch der leitende Mann von der Hollywooder Gloriä-Corpora- tion?" fragte sie, während er sie wie im Triumph durch den ganzen Saal führte.
„Natürlich ist er das. — Willst du mir nicht auch verraten, was er zu Steinten sagte? Das interessiert mich einigermaßen. Aber nur im Wortlaut", antwortete er und tat mit Absicht geheimnisvoll herablassend, was ihm gar nicht gut zu Gesicht stand.
„Ich werde mich hüten, dir vielleicht falsche Hossnungen zu machen. Aber möglicherweise kann ich dir dabei nützen."
„Du ...? Wieso gerade du? Was hast du damit zu tun?"
„Ich meine das allgemein, da ich den Eindruck mitgenommen habe, dem Direktor Grolman gefallen zu haben."
„Das dachte ich mir gleich, als ich dich neben ihm sah. Daß du nichts anderes im Schilde führst, als Männern den Kopf zu verdrehen! Warum? Wozu? Was hast du für Absichten, Mira?
„Man kann nie wissen ... Du siehst ja: Vielleicht kannst du mich bei Gelegenheit brauchen."
„Ernsthaft, Mira! Ich bitte dich: Bleib aus dem Spiel! Es geht tatsächlich ums Ganze, um meine ganze nächste Zukunft!" sagte er ver- ändert, eindringlich und preßte ihren Arm an sich.
„Das ist es ja. Da lehnt man doch die geringste Hilfe nicht einfach ab. Ober bist du schon so perfekt mit ihm?"
Ich bitte dich nochmals: Sprich nicht mehr davon und misch dich, um Gottes willen, nicht da hinein! Das könnte mir alles im letzten Augenblick kaputtmachen."
„Sei doch nicht kindisch, Ludwig! Was fürchtest du?"
„Daß ich meinen klaren Kopf verliere, wie immer, wenn ich dich in etwas verwickelt sehe, was nur mich angeht."
„Du weißt doch, daß ich nie etwas täte, was dir im entferntesten schaden könnte."
„Komm, Mira!" flüsterte er ihr hastig zu. „Machen wir einen Gang durch den Garten! Ich hab' dir so vieles zu sagen. Aber sprechen wir nicht mehr davon! Ueberlaß das mir ganz allein — Hier liegt dein Pelz. Den nimmst du um, und wir gehen ein paar Schritte. Draußen ist eine schöne, dunkle, ganz laue Nacht ... Komm!"
„Und du ...? Du bist so erhitzt!" sagte sie, mit einem schwachen Versuch, sich gegen sein Drängen zu wehren.
„Ich .. .1 Glaub mir, mir tut diese Nacht nichts! Im Gegenteil. Ich brauche jetzt Luft und Kühle und dich. Dich allein, deine Nähe, Mira" , „
(Er hatte im Vorbeigehen ihren Pelz ergriffen und drängte sich rasch mit ihr durch die Paare, die wieder zu tanzen begonnen hatten, nach der Tür zur Terrasse zurück, die immer noch halb offen stand. Draußen half er ihr in den Mantel und ging voran die paar Stufen hinab, die in den Garten führten.
Sie folgte ihm langsam, ein wenig zögernd. Die frische Nachtiust tat ihr wohl. Sie atmete sie ein mit Hefen, durstigen Zügen. Er ging noch immer einen halben Schritt vor ihr her, schweigend, den Kops gesenkt, schon auf dem Gartenweg. ,
Die dichtstehenden kahlen Säume und Sträucher rechts und links sahen in der Dunkelheit aus wie ein Spalier aus schwarzen, gesp^isti- schen Skeletten, an dessen Ende ein bleiches, riesiges Bahrtuch schimmerte, der Spiegel des Sees.
Mira ging rascher und hängte sich wieder an seinen Arm.
(Fortsetzung folgt.)
jammer erwacht. Aber auch dieser Katzenjammer war Im Grunde nichts anderes als das Erwachen aus dem Traum unserer Jugend. Wir waren ganz einfach aus schwärmerischen Kindern Männer geworden. Das ist nichts weiter als ein biologisches Gesetz. Ich weih noch genau, daß du dich nie damit abfinden, nie etwas davon wissen wolltest und immer wieder in den Rausch deiner großartigen Schauspielerei geflüchtet bist. So ist es noch heute mit dir, lieber Ludwig. Du weißt es nicht, in welchen wirklichen Zusammenhängen du stehst und spielst. Du willst nichts davon wissen und brauchst es im Grunde auch gar nicht. Du spielst eben und fpielft auch dich selbst. Das ist dein Berus und deine Berufung. Was die Menschen um dich herum tatsächlich bewegt, was sie von dir wollen, wozu sie dich brauchen oder auch mißbrauchen, geht dich nichts an und berührt dich nur ganz von außen. Darum muht du in allen Dingen das tun, wozu„es dich innerlich treibt, auch wenn du und andere daran zugrunde gehen.
„3a, ja. Das wird schon so sein. Das ist deine Psychologie oder Soziologie oder wie man das nennt. Ich versteh davon nichts", antwortete Ludwig unbehaglich. „Irgendwo bin ich sicher, daß du recht haft. Aber wenn ich das alles so auseinanderklauben müßte, dann wurde ,ch „elenD danebenhauen und mir vorkommen wie eine Mücke im Spinnennetz!"
„Vorhin, als du noch nicht hier warst, hörte ich zufällig ein Gespräch mit an, das dir und deiner Kunst gegolten hat..."
„Erzähl mall Das interessiert mich!" unterbrach ihn Ludwig, sofort angeregt. „Wer war es denn?"
„Das ist gleichgültig. Aber es ist ein gutes Beispiel. Man ging von der allgemeinen Krise des Theaters aus und kam dabei logifcherweife auch auf die Politik. Nun bin ich im Grunde fest davon überzeugt, daß auch du dich innerlich sehr gewandelt hast, obgleich du ein durchaus unpolitischer Mensch bist; daß du auch über alle die absoluten, internationalen künstlerischen Ideen hinausgewachsen bist, die wir einmal brennend verteidigten. Du hast es, wie wir alle, erlebt, daß aus Deutschland erst einmal eine klare, festgefügte Nation werden mutz, bevor man überhaupt daran denken kann, auf diesem Fundament weiterzubauen — auch rein künstlerisch. Und nun hörte ich, wie man gerade deine erdhafte. selbstverständliche Kunst zum Exponenten einer Parteipolitik machte, einer Politik, der ich aus meinen jetzigen Erkenntnissen heraus keineswegs fernstehe. Trotzdem scheint mir das vollkommen falsch. Bei deinem Direktor Steinlen und der Gründung des Deutschen Volkstheaters, von der ich natürlich auch in Dresden gelesen habe, mag das zutreffen. Er ist ein kluger, kühler und fcharssichtiger Rechner. Aber bei dir? Ich bin sogar der Ansicht, daß deine persönliche Wirkung in einem linksradikalen Parteitheater genau die gleiche wäre. Mit dem gleichen Schein von Recht könnten beide, könnten sogar alle Parteien dich für ihre Tendenzen reklamieren und würden es sicher tun. Dir würde das gleichgültig sein."
„Allerdings, lieber Otto! Aber ganz fo naiv, wie du mich hinstellst, bin ich nicht. Ich weih genau, für was sie mich in der letzten Zeit ausgeben; daß man mich für gesinnungslos Höll, weil ich früher dort gespielt habe, jetzt hier spiele und morgen vielleicht ganz woanders spielen werde. Das ist nun mal so, wenn man Erfolg hat! Da wird man ebensosehr mit Dreck beworfen wie mit Lobeshymnen. Ich mach' mir aus beiden» nicht so viel!"
Er schnippte mit den Fingern und stand auf. „So kommen wir nicht weiter, Otto. Man kann sich nicht damit abgeben, was die andern denken und wollen. Man hat genug mit dem eigenen bitzchen Gehirn zu schaffen. Du kannst dir das leisten. Aber wenn du zum Beispiel kein Geld hättest, würden die Menschen dir kein Stück Brot geben für deine Psychologie. Gott sei Dank hast du mehr als du brauchst. Aber mit dem Leben kommst du doch nicht so ganz zurecht. Das liegt sicher mit daran, daß du zuviel weißt oder wissen willst. Mach dir nichts draus! Ich habe einen kleinen prächtigen Rausch ... Aber so ist auch dein Stück, das du mir einmal gegeben hast." ...
„Hast du es jetzt gelesen?" fragte Hartl rasch und wurde rot dabei, wie ein Mädchen.
„Natürlich hab' ich es gelesen!"
„Und du könntest die Hauptrolle spielen?"
„Ich weitz nicht recht ... Das Ganze scheint mir gut und dann wieder ebenso schlecht. Nimm mir’s nicht übel, alter Junge! Ich hab' ja kein Urteil. Es gefällt mir, und auf der anderen Seite kann ich wieder nichts damit anfangen. Genau wie mit deiner Weisheit, und dabei hab' ich dich doch feit Jahren gern ... genau so, wie du bist!"
„Vielleicht lieft du es gelegentlich noch einmal?"
„Selbstverständlich! ... Verlaß dich drauf!" rief Thiele eifrig und hatte sich schon ein paar Schritte entfernt Denn er sah Mira allein nach der Flügeltür gehen, die er nicht mehr geschlossen hatte.
15.
Gleich nachdem man vom Tisch aufgestanden war, hatte Direktor Grolman seine Unterredung unter vier Augen mit Steinlen gehabt, die, so kurz sie auch war, ihn dennoch befriedigte. Er wußte jetzt ganz genau, unter welchen finanziellen Bedingungen er seinen Willen durchsetzen konnte, und diese Bedingungen waren so, daß er sie bequem von sich und von seiner Gesellschaft abwälzen konnte.
Henschkes Bedenklichkeit in bezug auf den Enderfolg der Verhandlungen Thiele betreffend, die ganz in seinen Händen ruhten, stieg, als er diese Unterredung, von der er ausgeschlossen war, aus der Ferne beobachtete. Er witterte, daß der Schauspieler und damit auch er selbst die Leidtragenden sein würden, wenn es überhaupt noch zum Vertragsabschluß kommen sollte — woran er auch schon zu zweifeln begonnen hatte. Der Agent beschloß, unter allen Umständen heute nacht noch selbst mit aller Entschiedenheit mit dem Filmdirektor zu sprechen. Denn von der Kunst, eine solche Verhandlung zu sühren, verstand Thiele herzlich wenig — selbst in vollkommen normalem Zustand.
Grolman war einigermaßen froh, als Steinlen ihm Frau von Alten und gleich darauf Gerda Diemer mit ihrem Freund, dem Journalisten Ollendorf, zuführte. Denn er hatte die mehrfachen Versuche der blonden
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