Ausgabe 
18.10.1935
 
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Jill war immer eine Un-

ein

un-

ihre

kleine Keusche kamen, tn

" und ging ohne Gruß

ins Haus.

Eine Zeit lang war alles gut. Zwar, mit stimmigkeit da. Er konnte den Buben nicht

Herbstgefühl.

Don Johann Wolfgang von Goethe. Fetter grüne, du Laub, Am Rebengeländer Hier mein Fenster heraus! Gedrängter quellet, Zwillingsbeeren, und reifet Schneller und glänzender voller! Euch brütet der Mutter Sonne Scheideblick; euch umsäuselt Des holden Himmels Fruchtende Fülle;

Euch kühlet des Mondes Freundlicher Zauberhauch, Und euch betauen, ach! Aus diesen Augen Der ewig belebenden Liebe Vollschwellende Tränen.

, leiden, so sehr ihm auch Sebastian wohlwollte... Er brachte ihm von seinem Vesperbrot die

Es wurde aber anders, als Sebastian gedacht hatte Sie war zwar jung und dünn und trug kurze Haare wie ein.J® n Qnrrfien um in mit Sebastian, w,e gehofft, aus d.e flechtenbeh°ngenen Larch-n um n die Krähennester zu schauen. Das war eine Küpp° m der Freundschat aber gerade in der Zeit war das sommerliche Wunder fallixJ. Bit JSauern aus dem Nachbardorf kamen und spielten Theater. 1

hause der falsche Bart des grausamen Grafen stammte, unv wegen

am Bach entlang, an blühendem Hollunder " - ;trgmfen nur so

Von den Gehöften kamen d.e Theaterbesucher sie str°m«n » herbei, und dazwischen schritten die Musikant (orqen hatten.

dicker Trommel, die in der Pause für d.e Unterhaltung zu^ sorgen yanen

Es war erhebend für Sebastian, mit ffÄi K Aus-

Zahlen. Veronika hatte ihm das Geld ausgehand g . Er^«ch i

AB Siegenden mit ihrem

Freundschaft mit Sebastian.

Erzählung von Fernande Prisss.

Wir stellen in Fernande P r i s s 6 eine junge süddeutsche Erzählerin vor, die in St. Veith in der Steiermark daheim ist.

Veronika lag in der Hängematte. Unter ihr lag Jill, der Hund. Beide blinzelten hinauf in den Kirschbaum, in dem pünktlich wie alle Tage der strohköpfige Jemand hockte. Veronika schloß die Augen und bald knurrte Jill, sein kurzer Keilschwanz klopfte den Boden.

Gsss..." kam es aus dem Kirschbaum,Gsss..." Jill heulte gereizt auf. Das Mädchen in der Hängematte setzte sich plötzlich auf und ließ die Beine baumeln. Im Kirschbaum schlugen die Zweige wieder zusammen. Weg war das Gesicht. Jill tobte, er tanzte um die Hängematte und lief hinüber an den Stamm, kläffte, raste.

Platz!" sagte Veronika entschlossen zu Jill; dann ging sie hinter die Bienenhlltte und wartete ab.

Jill saß unter dem Kirschbaum, geduldig und voll Rachegedanken. Jetzt angelte von oben ein nackter Fuß herunter... Jills Ohren standen steif. Der Fuß hatte an einem der unteren Aeste Halt gefunden, langsam kam der zweite nach, zwei braune Bubenbeine kamen in die Reichweite des Hundes. Jill sprang zu und aus dem Geäst kam Geheul und ein ellen­langer Fluch. Veronika hinter der Bienenhütte kicherte.

Unter dem Kirschbaum war Zuwarten auf beiden Seiten. Jill hatte sich aus die Hinterbeine gestellt und schnupperte in die Luft. Er wedelte hinterhältig, denn aus dem Baum klangen schmeichlerische Worte. Dann schneuzte sich jemand. Jill zeigte sich uninteressiert und wandte sich zur Hängematte. Auf den Augenblick hatte der Bub im Kirschbaum gewartet, mit einem Satz sprang er aus dem Baum und rannte in wetten Sätzen durch den Grasgarten. Hinter ihm aber kam Jill her, kurzbeinig und kohlschwarz hing er dem Buben an der Hose.

Tuifele, du damischer!" schimpfte der Bub, er drehte sich im Kreis. Aber Jill ließ nicht los.Endlich" dachte der Hund endlich dachte auch das Mädchen Veronika hinter der Bienenhutte. Dann kam sie 6em@kuef*:durch^den Grasgarten und rief dem Hund ZU, aber Jill hörte Nichts, der Bub und Jill balgten sich am Boden und Veronika packte ent- lcblolien au und hielt Jill am Racken und den Buben am Henio.

,We/bist du?" fragte das Mädchen; sie schllttelte den zehniahngen

Der Sebastian", sagte der Bub nach hinten; denn dort klaffte Od,TQQ für Tag hockst du im Kirschbaum und sekkierst den Hund."

"Wenn das Fräulein sonst nit heraufschauen!" sagte Sebastian rolU!Dto Loch war übrigens größer, als er gedacht hatte.

Mistbub!" sagte Veronika. Sie war noch recht jung. So begann Freundschaft mit Sebastian.

dunkelbraunen Speckschwarten, für die Jill nicht mehr als ein mitleidiges Nasenrümpsen hatte. Kein Zweifel, Jill war eifersüchtig. Aber das alles wäre für Sebastian ertragbar gewesen. Rur Veronika sie sprach nicht mehr, sie hatte das Grammophon weggesperrt, sie lud die Kinder Sonn­tagnachmittags nicht mehr zum Spiel. Sebastian dachte hin und her. Manchmal sahen sich der Hund und der Bub betrübt an. Eines Morgens hängt an der Türschnalle Veronikas ein Bund Almrausch, aber auch das hilft nichts. Rein, sie fitzt wie alle Tage nach Tisch in der Hängematte und schreibt langsam uno überlegend mit steilen Buchstaben aus dickes Papier.

Lieber Thomas!" so ist die Ueberschrift.

Vor dem Schulgang holt Sebastian die Briese von Veronika, um sie beim Kaufmann in den gelben Briefkasten zu werfen. Er kontrolliert die Briese. Rein, einer an einen Thomas ist nicht darunter. Kein Brief an diesen Thomas auf dickem weißen Papier. Also schickt sie die Briese nicht ab.

Sebastian geht öfter als sonst zu Veronika. Er kümmert sich und zeigt ihr die drei kleinen Wiesel unter der Straßenböschung, das Nest der Goldammer, er bringt ihr eine junge Krähe, deren Federn noch in Röh­ren stecken wie Bleistifte in einer Hülse Veronika sagt nur:Scheußlich!" Aber Sebastian verzeiht ihr und führt sie in die moorigen Wiesen, wo duftend der violette Türkenbund steht, von dem niemand weiß.

Aber es nützt nichts, Veronika schreibt weiter diese tepperten Briese an den Thomas und schickt sie nicht ab. Sebastian ärgert sich. Das schöne Papier, das dicke, das man so gut zum Butterliefern brauchen könnte. Sein Aerger über Thomas wächst.

Sebastian ist bekümmert wie Jill, und wenn er könnte, er ließe seine Ohren gerade so wie dieser hängen. Immer sitzt die Veronika in der Hänge­matte, und Sebastian weiß, ihre Augen sind nah.

Einmal muß Sebastian hinunter zur Bahnstation. Der Rotkappelte unten hat drei kleine Ferkel gekauft, die muß jetzt Sebastian in einem Korb hinuntertragen.

Unten ist gerade der Zug weitergefahren, der aus der fernen Haupt­stadt kam. Sebastian übergibt die Ferkel. Auf dem Bahnsteig steht ein junger Herr mit einem Koffer. Wo denn der Weg nach Eibl gehe? Aber der Beamte hört nicht, es sind jetzt die Schweine da, und das ist wichtig.

Hilflos steht der Fremde da, aber Sebastian nimmt sich seiner an: Grad über den Berg hinauf."

Ob er ihm den Koffer hinauftragen würde?

Sebastian hebt den Kofser schätzungsweise auf. Schon schwer ist et nicht, und Sebastian sagt zu. m _ r

So gehn sie gemeinsam hinaus über den Berg. Sebastian ist immer voraus. Der Fremde gefällt ihm. Zünftige Schuhe, und die Lederhose ist auch nicht neu...Er schaut was gleich", schließt Sebastian bei sich ab. Manchmal muß Sebastian warten, der Fremde schaut sich die Gegend an. Dann stellt Sebastian den Koffer ab und setzt sich daraus und erklärt dem jungen Mann die Gipfel, die da alle in der Runde stehn.

Wieder einmal muß Sebastian warten, und neugierig, wie er ist, lieft er die kleine Karte, die am Soffergriff hängt.

Thomas Welti."

Sebastian erstarrt wieso woher? Veronika und die Briefe? Sebastian knallt den Soffer auf den Boden.

So", sagt er und wischt sich die Hände an der Hose.Jetzt kann ihn der Herr selber tragen. Aus ist's."

Und er läßt Herrn Thomas Welti stehn und flitzt hinauf über den Hang. Aus halber Höhe ruft er zurück:

©lei immer grab aus und der Soffer ist eh nit schwer.

Dann verschwindet der Sebastian.

So was da muh was geschehen. Ganz klar ist sich Sebastian nicht, warum. Er rennt und oben an der Waldkreuzung, wo die Wegweiser stehn, vertauscht er die Tafeln.

Geradeaus geht es jetzt nach (Buttarmg und links hinüber, wo einer lang zu keinem Haus kommt, gehts nun nach Eibl.

So, Herr Thomas Welti.

Dann eilt er heim, er ist voll Beruhigung, jetzt kann nichts mehr geschehener [Qng hjter der Suppe, da kommt der Gendarm

Daierl herein diese hochnotige Persönlichkeit, und dem Sebastian wird leicht übel und haut dem Sebastian eine Dachtel hinter die Ohren und redet was vom Fremdenverkehr und geht wieder.

Dem Sebastian ist es ungut. Und wie er hinaufkommt zur Veronika richtig ist die nicht allein, sie weint und lacht und hangt am Hals von diesem Herrn Thomas Welti.

Du bist schuld", sagt sie und Sebastian erwartet das gleiche wie vom Gendarm Daierl und zieht den Sopf ein.

Aber es kommt nichts. ,

Und Herr Thomas Welti gibt ihm einen Schilling, und dann kann Sebastian gehn er merkt das schon und Jill trottet Zum erstenmal und ohne Nötigung neben ihm her, bekümmert und mit hangenden Ohren.

Geläut den Vorhang aufgehen hießen, sah sie den Sebastian in der ersten Reihe sitzen. Er starrte verzückt auf die Bühne und seine Tränen kotiertem als der verlorene Sohn am Grabe der Mutter siarb. (Das Stück hieß überhauptAm Grabe der Mutier" und das Gras des Grabhügels war die verschlissene Roßdecke vom Angeringer.) Als es Licht wurde, ging ein gAvßes Schneuzen und Schnauben an.

Sebastian hatte auf dem Heimweg (eine Hand in die Veronikas ge­schoben. Er redete nichts, und als sie an bie " " '' *

der Sebastian wohnte, seufzte er nur:Mein