Ausgabe 
15.4.1935
 
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icien verziert waren. Schon damals wurden sie als Uebertreibungen ; ««brandmarkt, was allerdings nicht hinderte, daß sie um f o mefjr

««ahmt und übersteigert wurden.Item da gingen auch die ellenlangen ij (riebet an den schuhwen an", klagt ein Chronist aus jener Seit, unb e

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Bei den Germanen finden wir ebenfalls die einfache Sandalensorm mit den gekreuzten Bändern zum Festhalten vor, und der Gebrauch der «igentlichen Schuhe verbreitete sich erst in der Zeit Karls des Graften. Damals wird sogar schon rühmend erwähnt, daß die Schuhe ganz genau lassend für den rechten und den linken Fuft, ja für bre ve^hiodenen Zehen gearbeitet werden. Nachdem erst einmal die Sandalen und Waden, linden überwunden waren, bürgerte sich die neue Fußbekleidung schnell ein, und bald hatten sich schon die ersten Modetorheiten entwickelt, her Zeit des Rittertums und des Minnesangs konnten die einfachen tformen nicht mehr genügen, und es bildete sich ein schlankes und spitzes Schuh- nert heraus. Später kamen die langen Schnabelschuhe auf, die in der fyarbe des Beinkleides getragen wurden und die häufig reich mit Stlcke-

Kltertums, ob sie nun aus bin,en«, Holz- oder leinwandartigem Gewebe «der ans Holz hergestellt waren, hatten Sandalensorm. Bei den Persern ind Medern gab es schon Lederschuhe, die um so farbiger gehalten und im fo reicher mit Gold und Edelsteinen besetzt waren, je höher der Rang ihres Trägers war. Die Parther waren die ersten, die purpurfarbenes über gerbten, das aber nur für das Schuhzeug des Königs und der löchsten Würdenträger verwendet werden durfte. Auch in Griechenland nuft das Gerben von Schuhleder schon früh weit verbreitet gewesen bin. Eine alte Ueberlieferung berichtet, baft Horner seine Verse zuerst lern Gerber Tychius vorgelesen habe, unb Sokrates soll sich mit dem Berber unb Leberschneiber Simon von Athen häufig in seiner Werkstatt unterhalten haben. Den Sklaven war bas Tragen von Schuhen verboten, L galt als ein Vorrecht der Freien. Die Römer, die zuerst nur eine recht nnsache Fußbekleidung gekannt hatten, übernahmen spater die feiner «usgebilbeten Formen, die sie bei den von ihnen unterworfenen Volkern wrsanden. Bei ihnen entwickelte sich dann aus der Sandale die Pan- insfel- und die feste Schuhform; Plinius bezeichnet geradezu den Schuh­macher Boethius als den Erfinder der Schuhe, aus denen im Lause der Zeit die verschiedenartigsten Ausführungen hervorgegangen sind Auch ier Militärstiesel der alten Römer war anscheinend nach der Art einer Sandale gebaut, seine Befestigung reichte jedoch hoch bis zu ben Schen- kln. Die Sohle hatte keinen Oberschuh unb war meistens mit kleinen Nägeln beschlagen. Bei ben Solbaten, bie auf der Trajanssaule dargestellt fnb, lassen sich viele Einzelheiten erkennen, unter anderem, baß ben Iruftrüden kein Leber bedeckt und daß die schmalen Riemen mehrfach um icn Fuß herumgehen und das Schienbein oberhalb des Knöchels zwei- nal umschlingen. Aehnlich ist auch die Fußbekleidung der römischen Kne- cer auf dem Triumphbogen Konstantins abgebildet, woraus geschlossen »erden kann, daß sich diese Art des Soldatenstiefels im Römischen Jm- l perium durch zwei Jahrhunderte hindurch ziemlich unverändert er-

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Lästerung des göttlichen Wortes zu erachten. Diese Ungetüme hatten häufig eine ungewöhnliche Länge, die Schnäbel wurden dann nach o en ««bogen unb an den Knien befestigt. Der Stutzer trug an den Schuh- fPitzen Schellen, die oft größer waren als unsere Di,chglocken und die bei j.-bem Schritt ein liebliches Klingeln ertönen ließen. Selbst die strengen Oleiberorönungen der städtischen Behörden konnten gegen diese Aus­wüchse nur wenig ausrichten. Schließlich aber wurde doch festgesetzt, daß Tur die Prinzen Schnäbel von zwei Fuß (60 Zentimeter) haben burften, lie Adeligen mußten sich mit Spitzen von einem Fuß, und die Burger- I chen von einem halben Fuß begnügen. ,

Die Mode gefällt sich aber nun einmal in Gegensätzen; im sb Jahr- l'unbert tauchten die breiten Schuhe auf, die man Entenschnabel oder dchsenrnaul nannte. Daneben beherrschte in den Zeiten der großen Kriege im 16. und 17. Jahrhundert der Stulpstiefel das Feld, der die Verne weit und faltig mit seinen umgetrempelten Schäften mächtig umfchwt- brte. Die Bedürfnisse nach zieriichern Schmuck flüchteten sich damals in iie zarten Spitzenkrausen, mit denen das schwere harte Leder emgesatzl gn-urbe. Der feine Stöckelschuh Ludwigs XIV. vertrieb bann bie rauhen

Reiterstiefel aus ben Salons, unb nun begann sich auch am Schuh die ganze Tändele! des Rokoko zu entfallen. Die Damen- unb Herrenfuß- betleibung wurde mit samtenen Schleifen, seidenen Rosetten, mit Spitzen, Edelsteinagraffen und kostbaren Schnallen verziert. Mit Stöckelschuhen aus Damast wurde häufig ein verschwenderischer Luxus getrieben, unb bie Schuhmacher bieser Zeit entfesselten bei ber Herstellung dieser Schuhe mit den hohen Absätzen, die den Fuß recht klein erscheinen ließen, oft einen wahren Farben- unb Schmuckrausch. Man färbte sogar Sohle unb Absatz, rot, doch dursten Schuhe mit demtalon rouge nur vom Adel getragen werden. Die Revolution fegte diese Mode mit so vielen Bräu­chen und Sitten des alten Frankreich fort, und ber flache Schuh setzte sich burch. Er regierte runb vier bis fünf Jahrzehnte, bis er allmählich wieder mit niedrigen Absätzen versehen wurde, die nach einiger Zeit höher und höher wurden und bald an die Farmen des 17. und 18. Jahr­hunderts erinnerten, ein Beweis dafür, daß sich die Entwicklung ber Mobe in einem Kreislauf vollzieht und daß wir in ihrem Bereich auch in dem Allerneuesten immer wieder das Alte entdecken können.

Die Mutter bei der Wiege.

Von Matthias Claudius.

Schlaf, süßer Knabe, süß und mild! Du deines Vaters Ebenbild!

Das bist du; zwar dein Vater spricht, Du habest seine Rase nicht.

Rur eben itzo war er hier Und sah dir ins Gesicht Und sprach; Mel hat er zwar von mir. Doch meine Rase nicht.

Mich dünkt es selbst, sie ist zu klein, Doch muh es seine Nase fein; Denn roenn's nicht seine Nase wär', Wo hältst du denn die Nase her?

Schlaf, Knabe; was dein Vater spricht.

Spricht er wohl nur im Scherz; Hab' immer seine Nase nicht Und habe nur sein Herz!

Das Fähnlein der sieben Aufrechten.

Novelle von Gottfried Keller.

(Fortsetzung.»

Endlich wurde das Ding dem guten Hediger zu bunt; er kratzte sich hinter den Ohren, und so eilig feine Arbeit war, zog er doch schnell ben Rock an unb rannte fort, ben Vater ber Sünberin aufzusuchen.Wir müssen aufpassen!" sagte er zu ihm,beine Tochter sitzt in dickster Herr­lichkeit bei meiner Alten, und es ist mir ein sehr verdächtiges Getue, du weißt, die Weiber sind des Teufels."

Warum jagst du den Aff nicht fort?" sagte Frymann ärgerlich.

Ick [ortjagen? das werd' ich bleiben lassen, bas ist ja eine Staats- Hexe! Komm bu selbst unb sieh nach!"

Gut, ich komme sogleich mit unb werbe bem Kinb angemessen be- beuten, was es zu tun hat!"

Als sie aber hinkamen, fanden sie statt des Fräuleins den Scharf- fchützen, der feine grüne Weste aufgeknöpft hatte und sich das aufgehobene Gebäck und ben Rest des Weines um fo besser schmecken ließ, als ihm die Mutter beiläufig mitgeteilt hatte, Hermine würde diesen Abend wieder einmal auf dem See fahren, da es fo schöner Mondschein und schon vier Wochen her fei, feit sie es getan.

Karl fuhr um fo zeitiger auf den See hinaus, als er mit dem Zapfen­streich, den die Zürcher Trompeter in himmlischen Harmonien ertönen lassen in schönen Frühlings- unb Sommernächten, wieder einrücken mußte. Es war noch nicht völlig dunkel, da er vor den Zimmerplatz kam; aber o weh, des Herrn Frymanns Bootchen schwamm nicht wie sonst im Wasser, sondern lag umgekehrt auf zwei Böcken, wohl zehn Schritte vom Ufer entfernt.

Sollte das eine Fopperei fein ober ein Streich von bem Alten? dachte er und wollte eben betrübt unb aufgebracht abfahren, als ber große goldene Mond aus den Wäldern des Zürichbergs heraufftieg und zugleich Hermine hinter einer blühenden Weide hervartrat, die ganz voll gelber Kätzchen hing. ...... -

Ich wußte nicht, baß unser Schiss neu angemalt wird , flüsterte sie, ich muft daher in deines kommen, fahr schnell weg!" Und sie sprang leichten Fußes zu ihm hinein und fetzte sich ans andere Ende seines Jagers, der kaum sieben Schuh lang war. Sie fuhren hinaus, bis sie jedem spähenden Blick entschwanden, und Karl stellte unverweilt Hermine wegen Ruckstuhl zur Rede, indem er dessen Worte und Taten erzählte.

Ich weiß", antwortete sie,daß dieser Monsieur mich zur Frau begehrt und daß mein Vater sogar nicht abgeneigt ist, ihm zu willfahren; er hat schon davon gesprochen."

Reitet ihn denn der Teufel, dick diesem Strolch und Tagdieb zu geben? Wo bleiben denn seine gravitätischen Grundsätze?"

Hermine zuckte die Achseln und erwiderte:Der Vater hat einmal die Idee, eine Anzahl großer Häuser zu bauen unb bamit zu spekulieren; bnrum möchte er einen Schwiegersohn hoben, ber ihm barin zur Hanb gebt, befonbers was das Spekulieren betrifft, unb inbem er für das Ganze besorgt ist, weiß, baß er seinen eigenen Nutzen förbert Er denkt sich cin gemeinschaftliches, vergnügtes Schaffen unb Spintisieren, wie er es gewünscht hätte mit einem eigenen Sohne zu teilen, unb nun scheint ihm dieser Herr das rechte Genie dazu zu sein. ,Dern sebll nickts', sagt er, ,als ein tüchtiges Geschäftsleben, um ein ganzer Praktikus m werden ' Bon seiner einfältigen Lebensart weiß ber Vater nichts, weil er nicht

In den Anfängen der menschlichen Entwicklung wird die Fußbeklei- jung kaum mehr gewesen fein als ein Stück Baumrinde ober Fell, bas man sich unter bie Sohle banb unb zum Bein hinauf fest verschnürte, tzs erforderte eine gewisse Geschicklichkeit, dabei die drückenden und rei­fenden Falten zu vermeiden, und diejenigen unter den Stammesgenosien, lie in der Anfertigung eines solchen primitiven Schuhzeugs eine beson- iere Tüchtigkeit bewiesen, dürfen als die Urahnen unserer Schuhmack)er ungesehen werden, wenn sich im allgemeinen früher auch jeder seine Kleidungsstücke selber herstelle. Die ursprüngliche Form des Schuhzeugs 1 par die Sandale, die es in den verschiedenartigsten Ausführungen gab, pie uns aus den Ergebnissen mancher Ausgrabungen bekannt geworden j[t Bei der Oessnung des Grabes von Tutanchamon fand man, daß die Irllfte dieses ägyptischen Königs mit goldverzierten «Sandalen bekleidet paren. Unter der aus dem alten Aegypten erhaltenen Fußbekleidung lefinden sich Stücke mit reichern Schmuck und Inschriften; einige sind aus tzopyrus oder Palmblättern verfertigt und in ben verschiedensten Farben gebleicht und gefärbt, sie dursten anscheinend nur von Königen und tzriestern getragen werden. Auch die Schuhe der anderen Völker des erii-nhnr foinmnnhnrftnpm (Wemebß

jn der Schuh drücke, von einem anderen, der nach unserer Meinung ächt gerade sparsam ist, behaupten wir, daß er auf großem Fuß lebe, mb einem trinkfesten Gesellen erteilen wir bas Zeugnis, daß er einen uten Stiefel vertragen könne. Unter den Angehörigen des ehrsamen ächuhmacherhandwerks, das im Mittelalter eine besonders geachtete Stellung einnahm, treffen wir die besten Geister der Nation, so Hans C, a d) s, derSchuhmacher und Poet dazu" war, ober ben Görlitzer «,leister Jakob Böhme, einen ber tiefgründigsten Denker der deutschen Nystik. Die Schusterkugel, jener hell-leuchtende Glasball, der die Strahlen ser Sonne einfängt und der früher in keiner Werkstätte fehlte, ist geradezu ium Sinnbild des Philosophierens über Gott unb die Welt geworden.