Ausgabe 
15.3.1935
 
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Die Hochzeiisfuh.

Roman einer jungen Liebe von Joses Magnus Wehner. Copyright 1928 by Georg Müller Verlag 21®., München.

(Fortsetzung.)

Sie weckte niemand und schlief, nachdem sie sich mit gutem Grund gesagt hatte, der verscheuchte Mensch werde nicht wiederkehren, wenigstens in dieser Nacht nicht. 2lls sie am nächsten Morgen dem Vater alles erzählte, lachte der und verspottete sie mit ihren Freiern, die ihr auch in der Nacht keine Ruhe ließen. Dann aber wurde er ernst. Drohend ging er vor der Tochter zurück und sprach aus der Entfernung:Hüte dich! Wenn du mir noch mehr Unglück bringst..."

Er vollendete den Satz nicht. Die Sonne brach hell ins Zimmer und Friedrich beschloß, sich in den nächsten Tagen einen Hund zu kaufen, der an Stelle des eben verstorbenen wachen sollte. Birge aber ging in ihre Kammer hinauf und schrieb einen Brief an Otto. Es war eine schwüle Nacht, eine von den letzten des Juli. Sie teilte ihm ihre Be­fürchtungen mit und fragte zum ersten Male nach Bertold. Sie bestellte ihm sogar einen Gruß, strich ihn aber sofort wieder durch, so, daß er mit einiger Mühe noch zu lesen war. Als sie ihn am nächsten Tage unter irgendeinem Vorwande zur Post brachte, lag auch ein Brief von Otto für sie bei ihrer Vertrauten; sie las ihn auf dem Heimweg. Es standen absonderliche Dinge darin. Noch einmal war von Annas Tod die Rede und von seiner Wirkung auf Bertold. Er habe sich, so schrieb Otto, fast völlig von der Menschheit zurückgezogen. Er mache oft einfame Spazier­gänge, ohne die Freunde, und suche den Tod des Mädchens, an dem er sich doch einige Schuld beimesse, durch harte Einsiedelei zu büßen, ob Birge kein Trostwort für ihn wisse? Bei den nächsten Sätzen erschrak die wandelnde Leserin heftig. Otto schrieb, es sei nicht ausgeschlossen, daß sie alle drei bald Soldaten werden müßten. Der österreichische Thronfolger sei ermordet worden, und Deutschland werde wahrscheinlich an der Seite seines Bundesgenossen zu Felde ziehen. Wenn sie eine gute Botschaft für Bertold habe, möge sie doch unverzüglich schreiben...

Als Birge diese Sätze gelesen hatte, geriet sie zum ersten Male seit langer Zeit aus der Fassung. Sie sah Bertold als Soldaten in den wilden Krieg tziehen und sah ihn sollen. Sie lief eilends zurück, lieh sich ihren Brief noch einmal geben und schrieb hinein, sie könne es sich rächt denken, daß sie Bertold nicht noch einmal sehen solle, ehe er ins Fcld ziehe. Er solle es doch möglich machen, vorher auf den Berghof zu kommen, geradewegs zu ihr. Er möge sich nicht vor dem Vater fürchten, er fei doch fein Pate, und sie werde dafür sorgen, daß er gut aufgenom­men werde ... Diesen Brief warf sie ein.

Zu Haufe erzählte sie sofort dem Bater, man rede unten im Tale von einem drohenden Krieg. Friedrich sprang erregt auf: Krieg, das war seine Sache. Er schielte nach der Trommel, die seit ihrem letzten Lied wie verflucht an der Wand hing. Das Kalbfell glänzte im Sonnenlicht. Birge fuhr fort, da werde es doch manchen Soldaten geben, vielleicht müsse auch Hans fort, ebenso wie ihr Bruder.

Schadet nichts", begehrte da der erregte Alte auf,Soldaten müssen sein. Wir werden es schon schaffen, Birge, wie?"

Ich habe keine Angst", bestätigte Birge und überlegte, wie sie die Rede auf Bertold bringen könne und plötzlich sagte sie:Und wenn dein Pate als Soldat heraufkommt und will Abschied von dir nehmen, bann können wir ihn auch nicht so fortschicken. Wir müssen ihm doch etwas mitgeben!"

Freilich, freilich", polterte Friedrich fort.Warum läßt er sich über­haupt nicht mehr sehen, der Teufelskerl? Richte ihm nur etwas zu­sammen!"

Birge fiel ein Stein vom Herzen. Sie verschwand sofort in der Küche. Friedrich aber redete den ganzen Tag vom Krieg.

Birge konnte in dieser Nacht nicht einschlafen. Ihr Herz war von Bangigkeit erfüllt. Sie träumte von nichts anderem, wenn sie die Lider nur halb schloß, als von blutigen Schlachten. Die schwüle Lust lag schwer auf ihrer Brust; auch durch das geöffnete Fenster drang keine Kuhle. Dazu ging jemand unten auf der Straße dauernd auf und ab wie ein Posten. Birge sah undeutlich, daß es Hans war. Sie machte Licht und hörte kurz darauf, wie er ihren Namen rief. Sie lehnte sich aus dem Fenster, und als sie sah, daß er feinen Hund bei sich hatte, rief sie Ant­wort und fragte ihn, ob die Russen schon im Lande seien, weil er ihr Haus bewache. Der Bursche aber versetzte sehr ernst und gemeßen, das wisse er nicht. Er habe aber ein verdächtiges Geräusch in Friedrichs Scheune gehört, auch der Hund habe gebellt, und er überlege sich seit einer Stunde, ob er nicht Friedrich wecken solle, damit si? einmal gemeinsam nachsähen. .

Als sie ihn so reden hörte, lief siedende Angst über Birges Rucken.

Sie wandte sich um und sah Treue, die Katze, an der Tür stehen und gegen den Pfosten springen. Sie riß die Tür auf. Dor dem ®ang= fenfter funkelten die Sterne. Der Hof lag schwarz. Eben wollte sie wieder in die Kammer zurück und den verliebten Wanderer beruhigen, da sah sie eine Flamme aus dem Scheunendach fahren. Sie rieb sich die Augen, rüttelte am ©angfenfter, daß eine Scheide zu Boden klirrte und sog den bitteren Geruch des Brandes ein. Sie fah noch Hans in den Hof springen er hatte unterdessen auch die Flamme gesehen bann rief sie gellenb burch bas fchlafenbe HausFeuer, Feuer!" und riß, nur notdürftig bekleidet, den Vater aus dem Bett.

Der weckte Kinder und Knechte. Birge machte Licht und die schlaf­trunkene Besatzung des Hauses taumelte, von den Flammen höllisch i beleuchtet, in den Hof. Man sah braune Gäule steil sich bäumen, sah die Kühe wie irr ineinandergeschoben den Stall verlassen. Die Knechte hieben wie wütend auf Schafe und Schweine ein, die ihre Arche nicht mit der Wiese vor dem Hause vertauschen wollten. Die Tauben saßen in Reihen auf dem schlohweißen Dach und kreisten um die Flammen, eine nach der andern. Alles schien besessen vom Rasen des Feuers, das wie eine Riesentrommel unaufhörlich donnerte. Unten im Tal läutete plötzlich eine Glocke, alle hörten sie, und jeder dachte:Zu spät!"

Einer der eifrigsten und besonnensten Retter war Hans. Er ließ

sich auch in dieser höchsten Not genügend Zeit. Während die übrigen sich mit dem Vieh und der Räumung des Erdgeschosses abgaben, flieg er die Treppe zu den Zimmern hinauf, die um Birges Schlafzimmerchen tagen. Stück für Stück trug er sorgsam hinab und verstaute es in einer Ecke des Gartens. Er schaufelte Korn ein und trug es in Säcken davon, er belud sich mit dem Inhalt der Kleiderschränke und schleppte sie wie ein Trödler durch den Lärm. Es gelang ihm sogar den Glasschrank, den er keuchend aus dem Rücken trug, zu retten. Ganz zuletzt schritt er feier­lich und vom Rauche hustend in Birges Schlafzimmer. Er umarmte die Decken und trug sie zärtlich in den Garten. Er soll sogar gelungen haben, als er unter dieser lieblichen Wolke einherging. Und während die Knechte Wagen und Maschinen donnernd durch den Hof zerrten, schleppte er die Milchtöpfe, die Brotlaibe aus dem Keller, angelte die Schinken und Würste ruhig aus dem Rauchfang und trug zuletzt Birges Bettstatt selber, nachdem er sie säuberlich auseinandergenommen hatte, in den Garten. Unter einem Birnbaum setzte er die Stücke wieder zusammen, legte Stroh, Leilach und Kissen hinein und verabschiedete sich mit einem Seufzer von feiner Ecke.

Als das Vieh gerettet, die Geräte geborgen waren, wälzte sich das Feuer auf das Wohnhaus. Erst jetzt dachte Birge an das Ihrige. Sie stand gerade am Brunnen und zerrte an der großen Hochzeitskuh, die durchaus nicht von der Stelle wollte. Sie meinte bald vor Zorn, wenn sic dachte, daß jetzt oben im Schrank ihre schönen Kleider verbrannten. Da trat Hans zu ihr und teilte ihr mit, indem er seine breite Rechte hinter sich in die Gegend fallen ließ, wo er feine Schätze aufgeftapelt hatte, sie brauche sich weiter keine Gedanken um ihre Sachen zu machen, er habe sogar ihre Holzschuhe in Sicherheit gebracht. Mit diesen Worten zog er die hölzernen Schuhe unter seiner Drillichjacke hervor, in der Absicht, sie im danebenstehenden Brunnen zu waschen. Da gab ihm Birge zum zweiten Male die Hand. Sie wußte nicht, was sie sagen sollte. Aber auch jetzt kam ihr die Hochzeitskuh zu Hilfe. Birge nahm die Kette, an der die Kuh hing, und drückte sie ihrem treuen Helfer in die Hand, und beide blieben am Brunnen stehen, bis das Feuer vorbei war.

Es wäre jetzt auch nichts mehr zu retten gewesen. Das Feuer schaffte sich Raum in gewaltigen Stößen. Es schmolz in den Keller hinab und zerfraß das Gebälk, es schleuderte Ziegel und Späne in Schwärmen über sich her, es warf sich jagend von Scheibe zu Scheibe die Fenster des gestreckten Hauses entlang, und wenn es eine Weile ruhte, um sich in die Starre des geduckten Opfers zu verwählen, dann fuhr es kurz darauf um so jauchzender wieder in die kochende Lust. Die Knechte standen zuletzt im ummauerten Hofe wie in einem Hochofen. Sie warfen die Jacken ab und arbeiteten mit nackten Schultern. Friedrich stand während des letzten Aktes unbeweglich unter dem erregten Gesinde. Er sah zu, wie die grüne Linde mitten im Hof langsam ihre Blätter verlor, bis sie, ein kohlschwarzes Gerippe, allein noch unter den feurigen Trümmern stand. Dann ging er in den Garten und kühlte sich im Grase. Er konnte die Verwüstung nicht mehr sehen.

Erst die Feuerwehr des Dorfes, die gegen Morgen auf dem ver­stummten Brandplatz erschien, brachte die Rede auf den etwaigen Brandstifter. Niemand hatte während der Nacht an eine Person gedacht, die das übermächtige Element entfesselt haben könnte. Friedrich rief Birge zu sich, die neben Hans und der Kuh bei den Geschwistern die Nacht verbracht hatte. Das Zwielicht kroch eben über das verschonte Backhaus im Garten.

Friedrich stand blaß und hager wie ein Siedler im fremden Lande da. Er deutete auf die Brandstätte, die wie ein kohlender Holzmeiler hinter Birges Rücken lag. Dann sprach er schwer:Das ist nun fort ... ja ... fort! Und nicht von ungefähr... Seit du groß bist, du, hat mich das Unglück nicht mehr losgelaffen. Ich will dich nicht mehr, Birge. Wir können uns nicht mehr vertragen, das spür ich, und das ist so. Da und er zog einen zerknitterten Geldschein aus der Tasche geh, ryohin du willst. Die Kuh habe ich dir verheißen, die kannst du mtt- nehmen. Mach's gut!"

Birge nahm das Geld nicht. Sie stand wie entseelt und starrte auf die schwarze Hand des Vaters, die den Geldschein hielt und ihr den Abschied geben wollte. Plötzlich drehte sie sich um, sie konnte den Vater nicht mehr sehen. Aber da blickte sie über die vom Morgenlicht flam­menden Häupter der Gefchwister hinweg auf die Brandstätte und auch hier konnten ihre Augen nicht ruhen. Da riß sie sich vom Boden und ging zu den Geschwistern. Die hielten alle zum Vater, und niemand sah sie an. Eins nach dem anderen vielmehr löste sich vom Brunnenrande und schlürfte zum Vater. Und endlich rief Friedrich auch den ahnungs­losen Hans, der am Hals der Kuh mit dem Schlafe kämpfte, zu sich, und Hans tappte verdutzt zu feinem Herrn. So stand Birge allein neben der Kuh. Die Zeit war ihr verloren. Als sie wieder aufblickte, fand sie den Garten menschenleer. Sie sah ihr Bett, vom Tau feucht, unter dem Birnbaum stehen, im grauen Grase lagen die Kleider.

Wie im Traume ging sie dorthin. Sie legte langsam und nachdenklich ihre verrußte Schürze nieder, dann nahm sie ihr schönstes Kleid und ihre besten Schuhe und kleidete sich im Backhause um, machte aus den übrigen Kleidern ein Bündel und verschnürte es sorgfältig. Als sie damit fertig war und nun vor ihrem Bette stand, hob sich Treue, die Katze, aus der warmen Decke, wo sie die Nacht über geschlafen hatte. Sie nahm das warme Tier an ihre zitternde Brust, ihr Kleiderbündel trug sie in der Linken, ging zur Kuh und sagte ihr:Komm!" Niemand sah den dreien nach, als sie in der ausgehenden Sonne den Berg hinab­schritten.

Friedrich nahm mit seinen Kindern und dem Gesinde stillschweigend vom Nachbarhause Besitz. Gegen Mittag aber kamen zwei Polizeileute und verhafteten Hans als Brandstifter. Friedrich sah ihn einen Augen blick schief an, als traue er ihm, der mit Birge zusammenhänge, auch dies zu. Er gab an, was er wußte, und bemühte sich nicht, für den völlig entsetzten Hans einzutreten, der denn auch abgeführt wurde

Die Leute im Tal wunderten sich sehr, als sie Birge mit der Kuh durch das Dorf ziehen sahen. Aber niemand wagte eine Frage an das Mädchen zu tun, bas so still und ernst vor dem Tiere e-nherqing; nie-