Achter
1
inb tm er mit Zweites r bann einem
nal ein
U inen-
°n non ’tftange ’S lket log.
ür men
Sätet in
ote und - Er zu ent- Treppe
oten bie
b’s bad) »schienen id.
»eute ist en beine : ichanie gen und
idje, um
ellgrünes rne aus, es fremb
um ihrer Ze große inj groß hte nach, int habt, gleichen chen dem ch Beim oollte |ie jie etwas Ibenbftal gar nicht Ich h°b
I in dem irchhalte?
ich bitte 'sich Derben habe jarmonit» >ank, und ft* ommt die
S* i°l e* ertem b>° hotte am gget-n irenhattee- rklich iiberschn", »äs «u*
der M n auf ® her erste" Zerfr^ w K;
Post ° und ist» rsteiner""'
SiehenerZWilienbMer
Unterhaltungsbeilage zum Siebener Anzeiger
_________ 1 ", — = . —!=■
Jahrgang 1955 Freitag, den 15. März ___________Nummer 21
ismauer
Oie entflammten Bilder.
(Eine Geschichte zum Heldengedenktag.
Von Friedrich Wilhelm Heinz.
«chr kannte. . .
Das Klirren der Haustürscheibe am Nebeneingang des einzigen Lichtspieltheaters der schlafenden Kleinstadt verschluckte der hallende - tdflag der nahen Turmuhr, die dröhnend die zweite Morgenstunde «wogte. Die Tür ließ sich von innen öffnen; Günther stand mit klopfenden Herzen in einem schmalen Gang und begann, sich übttaus vor- „tag auf Strümpfen und Fußspitzen vorwärts zu tasten. Erste Tur: Gc.tenausgang des Zufchauerraumes, zweite Tür: der primitive Wasch- ttim, dann eine Nische: der Stand der Schokoladenverkauferm, nun «toa noch fünfzehn Schritte, dann Halbrechts die eifcrne Wendeltreppe^ bie zum Vorführraum hinaufführte, hier würde er finden, was er sich Kn Ziel gefetzt hatte.
Oer Tod fürs Vaterland. -
Von Friedrich Hölderlin.
Du kömmst, o Schlacht! schon wogen die Jünglinge hinab von ihren Hügeln, hinab ins Tal, , •
wo keck herauf die Würger bringen, sicher ber Kunst unb bes Arms; doch sichrer
kömmt über sie die Seele der Jünglinge, denn die Gerechten schlagen wie Zauberer, und ihre Vaterlandsgesänge
lähmen die Knie den Ehrelosen.
O nehmt mich, nehmt mich mit in die Reihen auf, damit ich einst nicht sterbe gemeinen Tods!
Umsonst zu sterben, lieb' ich nicht; doch lieb' ich, zu fallen am Opferhügel
fürs Vaterland, zu bluten des Herzens Blut, fürs Vaterland — und bald ift's gefchehn! Zu euch, ihr Teüern! komm' ich, die mich leben lehrten und sterben, zu euch hinunter!
Wie oft im Lichte dürftet' ich euch zu sehn, ihr Helden und ihr Dichter aus alter Zeit!
Nun grüßt ihr freundlich den geringen
Fremdling, und brüderlich ift's hier unten;
und Siegesboten kommen herab: die Schlacht ist unser. Lebe droben, o Vaterland, und zähle nicht die Toten! Dir ist, liebes! nicht einer zu viel gefallen.
Das Ereignis, von dem ich erzählen will, begab sich ein knappes Achrzehnt nach Kriegsende, eben zu der Zeit, als die ersten, noch aus wirklichen Frontaufnahmen zusammengestellten. Weltkriegsfilme liefen. Sir Ort bes Geschehens ist eine norddeutsche Kleinstadt, die eine jener sichtlichen Schulen aufweift, die auch während der Uebergangsjahre in jjiltung, unb Geist von Lehrer- und Schülerschaft nicht zu verleugnen 1 rr: mochte, daß hier einst eine königliche Kadettenanstalt die Jungmann- sch.ift des Landes für den Dienst an Staat unb Nation erzogen hatte.
Der breizehnjährige Tertianer Günther v. B. hatte am letzten Ferien- l-ze feine Mutter zur Bahn begleitet. Als bie schmale Hand mit jem flatternden Tuch in der Dampfwolke des ausfahrenden Zuges oer- fchwand, warf sich ber Junge kurz herum und nahm ben Weg zurück Jit Stadt. Keinem der teilweise viel älteren Kameraden fiel die seltsame krtrücktheit seiner sonst so überaus wachen und gegenwärtigen Augen | «uf, niemand, der ihm begegnete, wurde auch gewahr, wie sich das lradengesicht abwechselnd spannte unter einem harten unb kühnen sitschluß unb wieder löste in einem sehnsuchterfüllten Nacherleben bes «lßu kurzen mütterlichen Besuches.
Die Flucht aus dem Schlafsaal in die herbstlich laue Septembernacht i fei nicht schwer. Günther o. B. erkletterte die hohe Umfassungsmauer mir Hilfe einer Handwerkerleiter, die er bei sinkender Dunkelheit im 8rräteschuppen ausgekundschaftet hatte, dann blieb er eine Sekunde lang tiilings auf ber Mauer sitzen unb horchte in die Runbe. Es blieb alles M. Langsam zog er bie Leiter hoch, um sie auf ber anderen Seite ldinso vorsichtig herunterzulassen und nun selber Schritt für Schritt i >ach unten, in die unsichere Schwärze der Nacht zu tun. Die Leiter ließ «mther angelehnt stehen, um sich den Rückzugsweg zu sichern. Dies : «115 geschah aus einem weniger überlegten, als gefühlsmäßig rich- ’ tzm handeln, das, nachdem es einmal beschlossen war, kein Hindernis
Der enge Raum war angefüllt mit einer stickigen, schwülen Lust. Ein schmaler Lichtschlitz warf zwar ein hin- und herzitterndes Rechteck als »Widerschein der einzigen Straßenlampe gegen die Wand, die paar eingefangenen Strahlen reichten aber nicht aus, um das Gewirr von Gegenständen und Apparaten zu erhellen. Günther tastete umher: glatte Kästen, eckig und rund, Rollen schwer unb leicht, ein schmaler Tisch mit Papieren unb Zetteln, ein Gestell, das offenbar den Vorführungsapparat trug, nichts von dem, was der Zweck dieses nächtlichen Besuches war.
Günther wog die Rollen und Kästen mit der Hand, er suchte nach ihrem Verschluß, er öffnete ein paar der Behältnisse, und begann mit der Hand in ihrem Inhalt herumzuwühlen. Er riß ihn heraus, es fühlte sich glatt und kalt und schmal an, Günther biß in Trotz unb jäher Freude die Zähne zusammen: der Film! Er ringelte sich um seine Beine, floß durch seine Finger, wurde gar nicht alle, der ganze Boden mußte schon von ihm bedeckt sein. Da entglitt bie Blechrolle den hastig hantierenden Fingern, die Nacht verstärkte das scheppernde, klirrende Geräusch: Günther stand erstarrt mitten im Gewirr aus Zelluloid und Gestänge und lauschte hinaus aus den Gang. Schlurften da nicht Schritte? Nahte es da nicht leise von Füßen, die sich näher schoben? Erklang da nicht ein unterdrücktes Flüstern?
Der Junge griff um sich. Er bekam eine Kurbel zu fassen, er schwang sie über sich, er fühlte in sich die tödliche Entschlossenheit zu jeder Tat, er würde diesen Raum nicht eher verlassen, bis er das Bild, bas er
suchte, in seiner Tasche trug ...
Aber es blieb still auf dem schmalen Gange. Wieder zerrten die Hände, wieder mühten sich die Augen, die Dunkelheit zu durchdringen, wieder floß es kalt unb glatt durch die Finger. Da schoß es begreifend durch das junge Hirn: Unmöglich, dies alles mitzuschleppen. Aber die Streichhölzer! Wozu hatte er sie sich besorgt? Er mußte suchen und sichten und finden und dann abtrennen ober herausreißen, das eine Bild, das Bild, das er für zweier Sekunden Dauer hatte aufleuchten sehen, das Bild, das feine Mutter ...
Das erste Streichholz verlöschte. Der Lichtschein des zweitem diente dazu, zuerst einmal die Beine und den Körper aus bet aufgliffcrnben Schlange bes Filmstreifens zu lösen, und diese wenigen Augenblicke, die das Schicksal dem Jungen Günther v. B. noch gewährte, sollten seine Rettung sein. Denn nun begann das eigentliche Suchen. Der schwache Lichtkreis des Zündholzes fiel auf eine sinnverwirrende Folge von schmalen Bildchen, die aneinanderhingen unb von benen immer bas eine genau bas Gleiche zu zeigen schien wie bas vorige. Man mußte das flackernde Streichholzstämmchen schon dahinter halten, um ungefähr erkennen zu können, was die Bilder Wiedergaben: marschierende Soldaten, sonderbare Zeichnungen von langen Eisenbahnzügen, Landkarten, Bäume, bie mitten aus der Erde wuchsen und statt der Laubkrone eine schwarze Wolke trugen, höhlen, darinnen die Soldaten hockten, Kanonen und Flugzeuge, dünn wie die Libellen am Himmel ... weiter, weiter, weiter, Günther suchte ein ganz besonderes Bild, rascher glitten die Streifen, Zündholz und Zündholz verschwelte, alle Sinne waren so geschärft auf ein Ziel, auf ein Wollen, daß die Ohren gar nicht vernahmen, wie jetzt nun tatsächlich Schritte sich näherten und leise Stimmen einen flüsternden Widerhall sanden an den winkelreichen Ecken bes Ganges.
Ein neues Zündholz flammte auf. Es warf einen milden, goldenen Schein von rückwärts auf eine Gruppe von Soldaten, auf eine ausmarschierende Kolonne, an deren Spitze, kaum erkenntlich in Umriß unb Gesichtszügen, eine einzelne Gestalt schritt: aufrecht, schlank, bie Stirn vom Helm zur Hälfte verdeckt...
Günthers Augen füllten sich mit Tränen einer furchtbaren Erschütterung, aus Freude und Schmerz. Er hielt das Streichholz näher bagegen, er suchte burch den nassen Glanz vor seinen Augen jede Einzelheit des winzigen . Bildes zu durchdringen, er war enttäuscht und doch gleichzeitig beglückt, er verlor eine Sekunde lang den halt und führte das kleine holzflämmchen unmittelbar an den Filmstreifen heran, Auge, Bild unb Flamme nur durch wenige Zentimeter getrennt. Da flammte das Bild bes Vaters auf, großer, strahlender, sieghafter, als es auf der Leinwand geschehen war, da loderte ein Flammenbaum empor, da schossen wirbelnde und knatternde Flammenschlangen durch die Lust des engen Raumes, eben, als die Tür aufgeriffen wurde und, mit dem glühenden hauch der pulvergleich aufgeflammten Filmstreifen, den Wächtern ein Junge in die Arme geworfen wurde, in dessen geschwärztem, blutendem, brennendem Gesicht die Kunde und der Ausdruck eines unfaßbaren Geschehens stand.
Am nächsten Morgen, dem ersten Schultag nach den Ferien, bat Günthers Direktor dessen Klassenlehrer zu sich. „Was ist Günther v. B. für ein Schüler?" Der Lehrer, noch nicht von den Geschehnissen der Nacht unterrichtet, antwortete arglos: „Er ist nicht ber Beste in meiner Klasse, aber vielleicht ber Tiefste unb Reifste und Innerlichste bei aller unbekümmerten Frische." Der Direktor darbte ci”en Augm' 'ick nach u-d jagte bann mit leiser Stirne: „Unfaßbar! Günther v. B. ist heute nacht


