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gbeen* feiner Wirksamkeit die Richtung geben würden. War er vor sechs Jofgren nach Rom als Repräsentant der norddeutschen Aufklärung ge- aangen, so kehrte er von jenseits der Alpen zurück nach Berlin als der ilegat einer neuen deutschen Bildung, welche ein anderes Wissenschaftsideal verfolgte, als die in der Mehrzahl noch dem Geist des 18. Jahrhunderts zugewandten Mitglieder der Akademie: „Hier in der lieber- Mirdung der Spannung zwischen den ihn bewegenden Ideen und der Wirklichkeit, die er als zu bewältigende Aufgabe vorfand, liegt Wilhelm i>on Humboldts einzigartige geschichtliche Sendung."
3n deutschen Dörfern an der Wolga.
Bon Josef Ponten.
Da wohnen diese Deutschen in den stillen, stillen Dörfern, auf dem sahen Bergufer diesseits; auf dem flachen Wiefenufer jenfeits der Wolga, and hier bis in die Kirgifenfteppe hinein. Niemals fah ich fo stille Dörfer. Aus der weiten russischen Ebene strömt Stille in sie ein, und Jle selbst antworten mit Stille. Da gibt es keine Wälder, aus denen !lxtschlag tönt, nur einiges Buschwerk, ziemlich entlegen von den Behausungen; kein Berg ist da, von dem der sympathische Lärm eines Dorfes widerhallt; in den Dorfstraßen kommt kein Echo auf von Fuhrwerk oder Viehgebrüll, denn die Häuser sind niedrig und die Straßen iehr breit, russisch breit, das weite Land erlaubt es, und die Feuers- tefafgr macht es für die holzerbauten Häuser ratsam; die Straßen find ücht befestigt, nicht gepflastert oder makadamisiert, die Wagen fahren füll in der staubigen mulmigen Erde; in den breiten Straßen liegen sie weiträumigen Gehöfte, an Raum ist ja kein Mangel, es wohnen beit weniger Menschen auf der Siedlungssläche als auf der gleich großen Fläche eines unserer Dörfer; nicht alle Dörfer besitzen eine Kirche, fo daß geläut der Glocken oft fehlt, und haben sie eine Kirche, so haben sie leinen Pfarrer, der Pfarrer kommt von Zeit zu Zeit aus dem Nachdar- lorf — was man fo in Rußland „Nachbardorf" nennt; und sie haben leine Schenke, aus der Sonntags Singen und Gegrohle tönt, keine Wein-, leine Bier-, keine Branntweinfchenke, nicht einmal eine Teestube fauch fein Wirtshaus, in dem man unterkommen könnte), und keine Schützen- toiefe, von woher es Sonntags fo luftig knallt; und hätten sie Teestube, Vranntweinfchenke und Schützenwiese — obgleich diese Deutschen zum größten Teil von geräuschvollen Rheinländern und deutschen Westlän- inschen abstammen, mir scheint, sie sind ziemlich phlegmatisch geworden, sielleicht hat der Charakter des ebenen Landes mit feiner Schwermut unb Melancholie doch den Charakter dieser deutschen Menschen beeinflußt and ein wenig gewandelt.
In einzelnen deutlichen Zügen sind sie unleugbar Russen geworden. Hre Häuser sind russische, ihr Grundriß, ihre Architektur, ihr Schnitz- Oert an Fensteren, Giebeln und Hoftoren, alles ist fo wie in den russi- ichen Dörfern. Das kommt wohl daher, daß den Einwanderern in den sechziger Jahren des achtzehnten Jahrhunderts von der russischen Regierung und durch russische Beamte Häuser erstellt wurden, die Regie- iungsvorsorge wird den Stil bestimmt haben. •
Nicht einmal Kaufläden habe ich in den Dörfern, in denen ich war, refehen, die Wirtschaft jedes einzelnen scheint sich selbst zu genügen, iuch Hufschmiede, Stellmacherei und Wagnerei, die in keinem deutschen Dorf in Deutschland fehlen, erinnere ich mich nicht gesehen zu haben. Die Hausfrau bereitet mit ihren Tächtern zusammen im Sommer d,e Vor- läte für den Winter vor, auf den Dächern werden im langen heißen öteppenfommer Aepselfchnitzel und alle Kernfrüchte getrocknet, Tabakblätter hängen in Girlanden, die Arbufen (die Wassermelonen) werden u Hause für den Brotaufstrich eingekocht, und in jeder Familie scheint »an den Frauen das Brot selbst gebacken zu werden. Im achtzehnten Jahrhundert wird es in Deutschland kaum anders gewesen fein, mir cheint, diese Deutschen dort draußen sind in ihrer Abgeschiedenheit von ter Welt auf der Wirifchastsstuse des achtzehnten Jahrhunderts ftehen- jeblieben. . . ,
Die Dörfer heißen meist nach den Führern der Auswanderertrupps. Eg gibt also sonderbar anmutende Dorfnamen. Ich war in den Dottern „Müller" und „Stefan". ,, ... _
Die Männer arbeiten auf den Feldern. Sie säen, sie mähen, sie traten und dreschen — Dreschtennen und Scheunen sah ich keine, die „Frucht" wird draußen vor dem Dorfe in hohen Mieten aufgestapelt und °°Nur die Kirchen in den Dörfern sind fremdländische Gebilde In einem russischen Kirchdorf ist die Kirche ein byzantinisch-russischer Bau, blockig nit Kuppeln besetzt, die meist grün und bisweilen go bfarben sind, und I die Kreuze darauf sind mit Ketten als Windstützen gehalten; nebenan steh ler Glockenturm oder der (offene) Glockenstuhl. Zwar auch lrt' ^eutJ?)en Dorfe schwingen die Glocken nebenan in kunstvoll und statisch abgenützten offenen Stühlen, mag fein, daß die auch aus "bauten türme der Kirchen nicht stark genug für Gewicht und die Schw'ngungs- nechanik der Glocken sind. Aber der Turm selbst ist etn regelrechter Eurm westländischer Formung, blockig in sich Dequngenben Stockwerken dichtet, die mit einer kleinen grünen Kuppel oder Zwiebelhaube W*e6en und das Ganze endet in einem freistehenden vergoldeten großen prote- Itantitoen Kreuze (ich war nur in protestantischen Dörfern).
Mit großen schwarzen, in die Achsel g eich einem Knüppel ^3 9 - llemmten Gesangbüchern, auf welche einfache große Kreuze "i Gold lufgedruckt sind, pilgern die Gläubigen zum Gottesdienst wahrend des Nürmischen Geläutes, das die Dorfbuben °uf dem offenen Sstihl mit Kraft und luftiger Hingebung veranstalten. Die Weiber betreten die Kirche sofort, von den Männern aber nur die alten, die lungeren treten iraußen auf der Treppe zusammen zu einem (onntagltd)en ®emeinöe^ : datier. Sie sind mit altertümlichen schwarzen Kleidern angetan und tragen große runde typische altmodische Bauernfilze, die wir f “)
ron alten Bildern her kennen ober Kappen mit Schirm; es fotlen atte > essische Typen sein, eine Kappenfabrik soll sich gleich nach ber Em- öanberung in einer benachbarten Stabt zur Herstellung b - > Pf ! edeckung aufgetan haben. Ganz selten trägt em Bauer im la g
einmal russische Filzstiefel, die meisten aber echte schwarze hohe gewichste Schaftstiefel. Die an den Männern vorbeifchreitenden Frauen und Mädchen sind mit weiten steifen Rocken unb mit Kopftüchern bekleidet, die Frauen in Dunkel ober Schwarz unb nur die Mädchen in bunten grellen Farben, auf welche russische Sitte mag eingewirkt haben. Aber da kommt der Pfarrer aus dem Pfarrhause hergeschritten im schwarzen Kittel mit Beffchen, ober er kommt auch angefahren aus bem Sprengel« borf, ober es schreitet auch nur ber Schulmeister aus dem Schulhause her, der an Stelle des Pfarrers den Gottesdienst heute besorgt — auch die Männer treten auf knarrenden Stiefeln über die knarrenden Holztreppen und die Dielen des Vorplatzes in die Kirche, die Türen schließen sich hinter dem Schulmeister, das Geläute verstummt, unb von drinnen tönt der schrille Gesang des weiblichen Teils ober bas Evangelium und eine Erbauungspredigt aus einem Buche des vorlesenden Schulmeisters.
Für gewöhnlich ist das einzige, was man in den Tagesstunden beim Wandern durch ein deutsches Dorf an der Wolga sieht, das ungehemmte Herumtreiben und sehr natürliche, durch keine Zuchtwahl geregelte Treiben der Schweine von der Rasse der Borstenschweine, die morgens die Höfe verlassen und abends in ihre Ställe heimkehren. Hühner und Gänse gehen in Familien spazieren, Kinder spielen mit den Schweinen ober mit Altersgenossen — aber alles gedämpft, still, irgendwie fern, fast mythisch.
„Seid ihr aus Deutschland, wirklich und wahrhaftig aus Deutschland, du kommst ganz richtig aus Deutschland?" fragen einen in fast biblisch einfacher Rede die Männer, wenn sie abends vom Felde hereinkamen und auf den Bänken wie alten Bauernkalendern entfliegen, mit großen glänzenden Knöpfen auf den Röcken und mit alten wunderlichen Filzhüten ober Tellermützen auf ben Köpfen. „Wie ist es denn in Deutschland? Nun ja, die Deutschen, die sind tüchtig! (Man hat eine grenzenlose Achtung vor Deutschland.) Ihr habt euch ja rasch wieder emporgearbeitet, wir hier sind noch nicht fo weit." Sie sprechen in ziemlich reinem Deutsch, der Tonfall unb bie bialektische Färbung sind ganz unverfälfcht, man kann heute noch bie Nachkommen von ben Moselanern, von Hessen, pon Pfälzern, von Schwaben unterscheiben. „Kommst du (trauliches Du!) aus Berlin? Du kommst nicht aus Berlin? Aus München? Wo ist das, München? Auch in Deutschland? Und vom Rhein bist du, sagst du? Gevatter, der Mann aus Deutschland sagt, wir stammen auch vom Rhein. Ist das dort, wo die Burgen stehen? Habt ihr heuer guten Wein? Was machst du hier? Land und Leute sehen?
So reden sie, reden auch untereinander in reinen deutschen Stammes« sprachen, nur die Wärter für Maße und Gewichte, wie Werst und Pud, sind natürlich russisch, aber auch für „Eimer", für „Besen" unb gewisse Geräte gebrauchen sie russische Wärter. Die Alten unter ihnen haben das Wort, die Jüngeren schweigen, denn es gibt noch Patriarchentum und Autorität, und sie reden langsam unb schwerfällig, und sind wohl auch mißtrauisch, es sind alte Kalenderbauern. Und sehr schwer ist es, sie ein wenig auszuholen über ihre Familien, ihr Leben, ihre wirtschaftlichen und politischen Ansichten, über ihre Erlebnisse in Kriegs- und Revolutionszeiten. Obgleich mich nur bas rein Menschliche an ihrem Leben und Dasein interessiert unb ich die politischen Dinge nehme, wie sie sind, fo ist es doch eine Arbeit, wie wenn ich Wasser aus einem tiefen Steppen» brunnen heraufzuwinden hätte. Und einer der Alten, der mir seinen Hof und feine Wohnung, wo in ber Sommerküche fein Weib eifrig schaffte, zeigte — nachher hak er sich meinem Wirte gegenüber geäußert, ich könne vielleicht ein Kommunist aus Moskau fein, der ins Dorf gekommen fei, um zu erfahren, wo noch etwas zu holen fei. O du guter Kalenderbauer!
Oas ^äbniein der sieben Aufrechten
Novelle von Gottfried Keller.
(Fortsetzung >
Dieser Vorschlag wurde angenommen und die Verhandlungen geschloßen. Sogleich aber nahm Frymann von neuem die Rede und trug vor: „Nachdem wir nun das Allgemeine erledigt, werte Freundel fo erlaubt mir noch eine besondere Sache anzubringen und eine Klage -u führen, deren freundliche Beilegung wir nach alter Weife gemeinsam betreiben wollen. Ihr wißt, wie unser lieber Mann, der Chäpper Hediger, vier Stück hübsche muntere Buben in die Welt gestellt hat. welche mit ihrer frühen Heiratslust die Gegend unsicher machen! Drei haben denn auch richtig schon Weib unb Kinb, obgleich der älteste noch nicht siebenundzwanzig Jahre zählt. Nun ist noch der jüngste da, eben zwanzigjährig und was tut der? Er stellt meiner einzigen Tochter nach und verdreht ihr den Kops! So sind diese besessenen Heiratsteufel all« bereits in den Kreis der engeren Freundschaft eingedrungen und drohen, dieselbe zu trüben! Abgesehen von ber zu großen Jugenb ber Kinder qestehe ich hier mit Offenheit, daß eine solche Heirat gegen meine Wunsche unb Absichten geht. Ich habe ein umfangreiches Geschäft unb ein beträchtliches Vermögen; barum suche ich mir, wenn es Seit ist, einen Tochtermann, welcher Geschäftsmann ist, ein entsprechen!,?? Kapital hinzubringt unb die großen Bauten, welche ich im Sinn habe, fortfuhrt; denn ihr wißt, daß ich weitläufige Bauplätze angekauft habe und der lieber,«ugung bin, daß sich Zürich bedeutend vergrößern wird. Dein Sohn aber, guter Chäpper, ist ein Regierungsschreiber unb hat nichts, als bas spärliche Einkommen, unb wenn er auch hoher steigt, so wirb dies nie viel größer werben, unb seine Rechnung ist ein für- allemal gemacht Mag er babei bleiben, er ist versorgt, wenn er gut haushalt; aber eine reiche Frau braucht er nicht, ein reicher Beamter ist em Unsinn ber einem anbern bas Brot vor bem Maul roegnimmt: zum Faulenzen aber ober zum Präbein eines Unerfahrenen gebe ich mein Gelb oolienbs nicht her! Dazu kommt noch baß es gegen mein Gefühl geht, bas alte bewährte Freundschaftsverhältnis mit Chäpper in -uv Verwandtschaftswesen umzuwandeln! Was? mir sollen uns mit Familien- verdrießlichkeiten und gegenseitiger Abhängigkeit beloben? Nein, ihr Mannen, bleiben wir bis zum Tobe innig oerbunben, aber unabhängig ooneinanber, frei unb unverantwortlich in unfern Hanblungen unb nichts


