Ausgabe 
3.6.1935
 
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Nummer 45

Montag, -en 3. Juni

Jahrgang 1935

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Ich habe etwas auf dem Herzen, Otto", sagte er, druckte den Freund in einen Sessel und rückte dicht an ihn heran.Es geht alles nach Wunsch. Das Haus ist fertig. Es gefällt mir, und euch allen gefällt es auch. Elisa­beth ist so glücklich wie noch nie. Die Zukunft sieht auch gut aus. In zehn Tagen spätestens muß ich fort. Ich glaube sogar, früher. Eigentlich Telegramm jede Stunde. Lisa weiß das. Auch du

SietzeimZamilienbMer

Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger

sehr leise.

Hoffentlich!" antwortete Mira und sah einen Moment zu rhm auf. Er drehte sich um und ging rasch davon. Obgleich es noch r:-f y

Am Abend auf der Bühne wunderten sich die Kollegen über ihn. Er spielte matt und zerstreut. Die Souffleuse mußte auf der Hut sein, da er verschiedene Stichworte Überhörte. Erst vom dritten Akt ab verwuchs er wieder mit seiner Rolle und riß das volle Haus hin, wie am ersten Tag.

21.

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ROMAN VON FRIEDRICH EISENLOHR

Copyright 1933 by August Scherl C». m. b. <5V Berlin

(Fortsetzung.)

Aus Wiedersehen, Herr Thiele!" antwortete Grolrnan, der ebenfalls aufgestanden war, und ergriff die dargebotene Hand.

Ludwig ging um den Tisch herum und blieb dicht neben Mira stehen.

Ich werde dich hier anrufen!"

Tu das, Ludwig!"

Ich werde dich noch einmal sehen, bevor du wegfährst? sagte er

Als Thiele am nächsten Morgen im Hotel anrief, konnte er Mira nicht erreichen. Rur Aenne kam an den Apparat und entschuldigte ihre Kusine mit höflichen Redensarten. Sie sei in der Stadt. Zweimal ver- suchte er es noch, mit dem gleichen Resultat. Beim dritten Male nach ein paar Tagen teilte ihm der Portier mit, daß bie Samen abgereift feien. Wohin, wüßte er nicht. Vielleicht hatte er Befehl, die Adresse zu

war wütend und stürzte sich in die Arbeit, um alle bösen und erregenden Gedanken zu verdrängen. Die Umbauten in seinem neuen Haus am See gingen ihrer Vollendung entgegen. In den Raumen standen Tag und Nacht glühende Kohlenbecken, um das Austrocknen der erneuerten Teile zu beschleunigen. Man konnte mit der Einrichtung beginnen. Thiele war von morgens bis abends unterwegs und suchte immer neue Stücke aus, die Elisabeth oder ihm besonders gefte en

Jeden Abend stand er auf der Bühne des Deutschen Volkstheaters Sein Erfolg wuchs von Tag zu Tag, und Steinlen neb (ich befriedigt die Hände, wenn er die Kaffenrapporte der vollen Hauser kontrollierte Daß er die einträgliche Serie nicht ganz ausnutzen konnte berei te ihm keine Sorgen, da er die Entschädigung dafür langst in der Taiche hatte. Es war fein bestes Geschäft feit vielen Jahren.

Am achtzehnten März war das Haus am See im großen und ganzen fertig, und Thiele beschloß, den Einzug irn kleinsten Kreis nur mit seinen Intimen, zu feiern. So versammelten sich m dem neuen präch­tigen Speisesaal, aus dem ein Achter Färb- und Kohlengeruch nochm-ht ganz zu entfernen gewesen war, nach der Vorstellung Doktor Kern, der Bildhauer Martin (dessen Büste an der einen Schmalftite ihren besten Platz gesunden hatte), der Schriftsteller Hubert von Gerber.- Professor Bernau mit Inge Graf, Doktor Hartl und Billy um die festlich gedeckte Tafel. In einem schmiedeeisernen Kranz über der M'tte brannte em Dutzend hoher Altarkerzen, deren Licht verstärkt wurde vonbember mehrarmiaen silbernen Leuchter, die im ganzen Saal vertellt waren In dem hohen offenen Kamin verglühten mächtige Buchenschette von denen noch ein fri eher Stoß in der Ecke daneben aufgeschichtet war. In alten geschnitzten Stühlen widmeten sich die Gaste den

Speisen mzd Weinen und erhielten aus ihre bewundernden fragen von Elisab-th bereitwillige stolze Auskunft »ber den herrli-hen Gobelin an der Längswanb, über die zwei allen Meister in matten Goldrahme rechts und links vom Karnin und über lebe einzelne Kostbarkeit, auf öie ' r ^rllbeüb verlief in einer heiteren Harmonie und endete zum ersten­mal früh ohne die laute, lärmende Maßlosigkeit, d,e,bisher für alle Feste und Gelage bei Ludwig Thiele bezeichnend gewefenwar. Sogär

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Ludwig spürte, was in ihm vorging, und freute f sj«orte

heit Daß der Bildhauer nüchtern blieb, agte ihm mehr als alle Worte. ° Al-mansichnach dem Esten um Elisabeth an dem flackernden Kamm gruppierte, zog Ludwig den Doktor Hartl tn eine Ecke.

spätestens muß erwarte ich das Telegramn. --------

wolltest schon längst wieder heim nach deinem Dresden. Ich habe dich fast mit Gewalt hierbehalten, und jetzt habe ich noch eine große Bitte." Hartl schwieg abwartend.

Nenn mich meinetwegen einen verdammten Egoisten, der seine Freunde übermäßig in Anspruch nimmt! Das muß ich hinnehmen. Ich weiß auch, daß es sehr viel ist, was ich von dir verlange. Also höre zu: Lisa wird jetzt hier wohnen bleiben. Es ist natürlich noch längst nicht alles fertig, wenn es auch nach außen hin fo aussieht. Es mußte ein wenig zu schnell gehen. Sie wird also noch sehr viel Last und Arbeit damit haben, bevor sie zur Ruhe kommt. Aber gerade jetzt braucht sie Ruhe und Sayrmlung am dringendsten. In drei bis vier Monaten ver­mutlich wird der Prinz da sein. Ich aber muh fort und kann ihr nicht beistehen, wie bisher. Willst du mir und ihr noch ein paar Monate von deiner Zeit schenken? Willst du hierbleiben und ihr helfen, wie wir es beide bisher getan haben? Ueberteg es dir, Otto! Sag nicht gleich nein! Ueberleg dir erst, was es für mich heißt, zu wissen, es ist jemand da, wenn es schwierig wird für sie und sie leiden muß. Billy bleibt zwar auch da. Aber das genügt mir nicht. Sie ist ja im Grunde ein armer Teufel, der genug mit sich selbst durchzumachen hat. So, und nun sag ruhig, daß das eine gewaltige Verantwortung ist, die ich dir damit auf- bürden will, und eine rücksichtslose Zumutung! Aber es ist eben immer der nächste Freund, zu dem man in einer solchen Lage flüchtet."

Hartl schwieg noch immer. Er hatte Mühe, ruhig und nachdenklich zu erscheinen. Innerlich war er seltsam erregt von diesem Vorschlag, ob­gleich er ihn nach den ersten Worten Ludwigs erraten hatte. Mehrmals

hatte er den festen Entschluß gefaßt, seinen Aufenthalt abzubrechen und

nach Dresden zurückzufahren, nach Hause, wo seine Arbeit auf ihn

wartete Eine Arbeit, an die er seit Jahren nicht nur seinen Geist und

seinen Fleiß, sondern auch sein ganzes Herz gehängt hatte und die ihn rief in jedem Augenblick, in dem er hier allein war.

Trotzdem war er dageblieben und hatte sich in den Tumult mit hineinziehen lassen, den Ludwigs Erfolg und seine gesteigerte Geschäftig­keit ringsum entfachten. War es nur der Gegensatz dieser geräuschvollen und mitreißenden Lebendigkeit zu seinem einsamen und abseitigen Dres­dener Dasein, ber ihn sestgehalten hatte? Oder war noch em anderer Grund hinter seiner Nachgiebigkeit verborgen? Er wich der Beantwor­tung dieser Frage auch heute abend aus, indem er sich nach fernem eigenen späteren Urteil viel zu schnell und bereitwillig Ludwigs Wünschen zur Verfügung stellte.

, Wenn es so notwendig ist für dich und für Lisa, wie du es hrn- stellst und das scheint mir richtig zu sein, so kann ich nichts anbe- reS, 3d> 'hab "es gewußt, baß bu mich nicht im Stich lassen würbest!" rief' Thiele.Danken werbe ich bir erst, wenn ich wieder zurück bin. Dann werbe ich auch erst in ber Lage sein, es in ber gleichen groß­herzigen Weise zu tun wie bu heute. Also, bu bleibst einfach hier. Meine Zimmer stehen zu beiner Verfügung. Wenn bu Lust hast, laßt bu bir deine Bücher kommen, unb was bu sonst noch brauchst, und arbeitest hier ganz so, als seist bu bei bir zu Hause. Nur muht bu nur zwischen­durch aus Lisa aufpassen unb auf ben Prinzen. Unb nicht böse werben, wenn bich bas mehr Zeit kostet, als bu es jetzt glaubst!"

Nein, mein Lieber. Ich werbe bir nicht böse sein. Unb Lisa schon gar" nicht!" antwortete Hartl mit einem Lächeln.

Gut gut! Jetzt kann ich bir noch was anvertrauen. Ich habe ein paar Schulben gemacht. Den Krebit von Bernau mein ich nicht, auch nicht bie zehntausenb von Henschke. Das kommt roieber in Orbnung ohne Schwierigkeiten. Sowohl Bernau wie Henschke smb von Grunb aus an- staubige Kerle unb haben mich gern. Nein, ich hab ein paar Wechsel unterschrieben. Man hat es mir nahegelegh unb bas ist auch nichts Schlimmes. Natürlich auf fünf ober sechs Monate. 3d) roerbe bir bas Gelb bafür rechtzeitig von brühen schicken, bamit man Lisa nicht Damit überfallt Die Termine habe ich mir notiert. Es werben überhaupt noch allerhanb Rechnungen kommen in ber nächsten Zeit. Die weist bu bann einfach ab unb vertröstest bie Leute, bis ich bas Notige geschickt habe Dann hat Lisa ihre Ruhe unb braucht sich um all btefen Kleinkram nicht ,u fümmern. Sie ist barin ein wenig pebantisch unb macht sich leicht unnötigen Kummer. Du übernimmst bas unb läßt nichts an sie heran, was sie aufregen könnte, namentlich in ber entscheibenben Zeit, lieber die Einzelheiten können mir ja noch einmal ausführlich sprechen wenn es nötig ist. Vorläufig bank' ich dir herzlich für dein Ja! schloß Thiele und stand auf. .. . .. . .......