Sine Stimme ist:Fauste, praepura te!", eine häßliche Stimme. Weg, I Alp denkt der Doktor und er sieht nur noch, wie des Zwergleins Aerm- chen nach dem Hals der Mutter langt. _...

@5 schwimmt wieder über dem Spiegel, Tücher wallen, bunte Tücher voller Blumen. Dann ist da eine Tür, aus der Menschen drangen. Zwerg- ^^^til^ist^Hätschelhans", sagt die Alte.Da kommt die Madame Schonemann. Charmiert, meine teuerste Rätin!" ruft sie,

äußerst charmiert, Sie zu sehen. Mon Dieu, und der Mousje Wolsgang, o groß nein, so groß! Geht schon in die Puppenkomodie!

Das'Zwerglein reißt den Hut herunter und küßt der Aon die. Hand Der Degen starrt rückwärts hoch.Und was macht das Lilychen. fragt ^^uken find wieder und Becken und opalen .f^roimnits über bem Glas. Lilychen?dröselt der Doktor Faust. Narretei! Lllithchen, heißt es. ^^'t^nte^Ekte^das^orn. Ein Uhr fang die versoffene Stimme des ^ODer^Doktor erhob sich. Hab ich geschlafen, murrte er so wird's im Bette noch besser gehn. Er gähnte. Der Turm aus dem Traum fiel ihm ein der ihm so bekannt geschienen hatte. Er setzte sich hoch und bedachte. Er hatte Glück, da ihm bald einfiel: der Frankfurter Dom war es gewesen.

Nun konnte er wirklich schlafen, und so lächelte er sich hinein ms Neblige. Das närrische Zwerglein hatte ihm gefallen.

Als Auerhahn ihn am Morgen weckte, war er traurig, benn man träumt nicht durch die Tage, und so dumm die Nachtgeb,lde sind, sie laßen eine Sehnsucht zurück und eine sanfte Klage. Er malte den Arm des Ca­sars Nero mit bem gebieterischen Zepter sauber unb ruhig zu Enbe.

Als er in ber folgenben Nacht roieberum mit bem Grafen von Wert­heim Erlaucht Siebzehner trank, weil ber römische Tyrann über alle Maßen sürchterlich erschienen war, brüllte ber Graf, em Halbgott weile Unt®ere®raf 'batte sich erhoben unb stützte sich wuchtig auf ben nassen Tisch.Dein Name", schrie er,Fauste, bem Name wird bauern, fo= ICm®,Solange es Ochsen gibt", ergänzte ber Doktor Faust, boch erschrak er ein wenig ob seiner Grobheit. '

Aber ,Topp!" brüllten Erlaucht, ließen sich aus ben Stuhl fallen unb patschten mit ben flachen Hänben in ben veschütteten Wem. So einen guten Witz hatten ber Herr lange nicht gehört. Der Doktor lachte aber nicht, sonbern stierte trübe vor sich hm, was jeboch Erlaucht gottlob nicht bem®ebauedid)erroeiie war bamit ber Höhepunkt bes Abends erreicht, benn gleich barauf würbe bem Doktor übel, obschon er gar nicht viel ge= ,nlDa5 verbroß ben Grafen höchlich, benn am nächsten Tage reifte ber Doktor, weil man in Bayreuth auf ihn wartete.

Odyssee in Asien.

Von Sven Hedin.

Am 27. Februar 1932 erreichte Dr. N o r i n, begleitet von bem jungen chinesischen Botaniker Mr. Liou, Parken!) in Ostturkestan, wo er mit Nils A m b o l t unb besten Assistenten zusammentraf, bem jungen, fähigen Rusten Vorotnikoss. , ....

Am *9 März brach bie vereinigte Expebition nach Kargalik aus, wo man zwei Wochen blieb, um bie Ausrüstung zu vervollstänbigen. Nur V o r o t'n i k o f f ging eigene Wege, ber mit einer kleinen Karawane vor­aus geschickt würbe zum Norbsuße bes Karakorumpasses, um bork eine meteorologische Station anzulegen, bie als Stützpunkt für Norins unb A m b o l t s Höhenmestung im norbwestlichen Tibet bienen sollte. V o - rotnikosss Ausrüstung war für mehrere Monate berechnet, unb er blieb bis in ben Juni hinein bei ber Arbeit auf feinem Posten.

Am 23. März brachen Norin unb Arnbolt nach ben Hochgebieken auf. Ihre Karawane zählte 28 Diener unb 150 Tragtiere, zur Hülste Esel ber Rest Pserbe unb Maultiere. Der Proviant war für einen Felb- zug'von vier Monaten berechnet. Die wissenschaftlichen Instrumente be- beuteten ein erhebliche Last. So gehörte z. B. zur Penbelausrüstung eine Filzsurte, welche bie Tragkraft mehrerer Esel erforberte.

Nicht weniger als 50 Tiere wurden zum Transport ber Instrumente unb persönlichen Ausrüstung in Anspruch genommen, währenb alle übrigen Proviant für Mensch unb Tier trugen.

Am 9. April erreichten Norin unb Arnbolt Ak-tagh, bie Station Vorotnikosfs, unb brachen zwei Tage später roieber auf, in bem Arnbolt ben Großteil ber Karawane auf bem großen Wege über ben Karakorum-Paß zum Dolet Bek ölbi führte, ber ©egenb, von wo aus ich im Jahre 1906 nach Tibet einschwenkte. Dann folgte er meiner alten Route zum Aksachin, ben er Anfang Mai erreichte.

Norin hingegen ging ostwärts, übergüerte ben vor etwa 60 Jahren von ber Expebition Forfyth entberften Paß Kara-tagh unb zog von bort weiter zu bem Fluß Karakafh barya, den er verfolgte, bis er wieder mit 21 m b o 11 zufammentraf. nr .

Bei der lleberfdjreitung des Karakorum-Pastes war Ambolts Karawane, wie alle ihre Vorgänger, durch Kälte, dünne Luft unb schlechte Weibe übel zugerichtet worben. In Kizil jilga trennten sich bie beiben schwebstchen Forscher roieberum auf kurze Zeit. Norin ging gegen Norb- often vor burch absolut unbekannte Gegenben zum Fuß bes Kuen-lun, von wo er eine neue Durchguerung nach Süben unternahm, bis er zu- rückkehrenb am 5. Mai Arnbolt roieber traf, unb zwar bei bester Ge- sunbheit. Aber von seinen 140 Tieren hatte Arnbolt 42 verloren, unb täglich sortierten Sturm unb Kälte neue Opfer. Norvin hatte mit einer ganz kleinen Karawane von 10 Mauleseln operiert.

Als Norin und Ambo 11 am 5. Mai in Aksai-chin zusammentrafen, war ber Maisvorrat völlig enchöpft, unb bie geschwächten Karawanen­tiere starben beshalb in großer Zahl. Um bie stärksten zu retten, würbe

Ber'

würbe. _ , .

Norin hatte nun bloß ben Koch Wang, Muhammed-Akhun und drei Karawanenleute bei sich. Sie wohnten alle sechs in einem ge­meinsamen Zelt. Anfangs folgte man Ambolts Route zum Kizil-Iilgn- Von dort aus wählte Norin einen südlicheren Weg unb ging bann ostwärts, inbem er meiner Route von 1908 folgte. Arn Tsaka-tfo trafen sie eine Schaskarawane, bie mit Salzlasten auf bem Wege war. Emer Der drei Karawanenleute Norins schloß sich bieser an. Schon bevor man Di Ling-zi-tang-Ebene erreichte, fand man die Spur einer Karawane, Die aus Eseln und Schasen bestand, und man fand einen Lagerplatz mit Konservenbüchsen und anderem, was auf einen Europäer hinwies. JJW

täglich Brot gebacken, womit sie gefüttert wurden. Die Tiere waren Ti- bets kärgliches, rauhes Care-Gras nicht gewöhnt, bas außerdem einen ganzen Winter getrocknet war unb feinen Nährwert verloren hatte. N o fin beschloß, nach Osten burch Norbtibet zu reisen, so weit sich bas nut einer kleinen Karawane tun ließ, bie aus 6 Dienern, 13 Mauleseln, 2 Werben, 20 Eseln unb 560 Kilogramm Mehl unb Reis bestaub. Seme Absicht war, mit Mehl unb Reis bie Tiere so lange rote möglich aufrecht au erhalten unb bann Verbinbung mit ben Oasen an ber Norbse.te bes K'hun-lun in ber Gegen!) von Kapa unb Cherchen zu suchen unb bort

brach Norin auf unb nahm auch Herrn Liou mit Sie passierten ben Sübftranb bes Lake Lighten, wo fie in einem Lager (1896) bes englischen Forschungsreisenben Capt. Wall b y Hufeisen, Munition unb pulverisierte Stearinlichter fanben. Nach 15 Tagen befanben sie sich in, Westen bes Neshil-köll. So weit hatten sich bie Tiere ganz gut ge­halten. Nur ein Maultier war gefallen. Aber ber Reisvorrat war auf- gebraucht unb bas Mehl muhte rationiert werben.

Ater dog Norin nach Narben ab, um bem Sübfuß einer mächtigen, ben K'un-lun parallelen Kette zu folgen, bie ich 1906 aus ber Entfernung beobachtet hatte. In fünf Tagesmärschen sahen sie nicht einen Grashalm unb würben täglich von schweren Schneesturmen Enbe Mai be­lästigt. 15 Tiere fielen. Um nach Weibe zu suchen, beschloß Norin, fübroärts zu meiner Route von 1906 zu gehen, wo ich voneinem Dorabo für bas nördliche Tibet" sprach. Dabei passierten sie einen kleinen. Se-, ber vorher nur von Capt. (Römlings mbischem Topographen (19 3) gesichtet worben war. Hier war bie Weibe leiblicf), unb man blieb brn Tage Vom See ging bie Reise weiter nach Subosten unb Osten. Nach zwei Tagesmärschen muhte roieberum eine Menge Sachen in einem neuen Depot hinterlegt werben. Im Norben setzte sich b,e gewaltige Schneekette stänbig nach Osten zu fort, bie mit Norins schlechten Tieren unter keinen Umstänben forciert werben konnte N o r , n marschierte bes­halb weiter nach Osten in ber Hoffnung, eine Lucke in ber großen Kette i-u finben. Am 5. Juni war er im Norben bes Norbenbes vom Rawhngs Lake Markham, bei meinem Lager 35. Er hatte nur noch Mehl für einige wenige Tage, unb bie Tiere mußten beshalb auf ihre Mehlratwn ver­zichten; ba sie nicht mehr weiter konnten, würben sie erschossen. Norin blieb baher keine anbere Wahl, als zu versuchen, bie Schneekette im Norben zu bezwingen, unb burch einige der Quertaler, die von der Süd­seite des K'un-lun hinab zum Tarimbecken führten, sich zu einer der Oasen am Nordfuße des K'un-lun durchzuorbeiten.

Am 9. Juni lagerte man wieder auf der sterilen Kiesebene, die sich im Süden der Schneekette ausdehnt. Neun Maultiere und drei Esel waren alles was von der Karawane übrig war, aber auch diese Veteranen waren Todeskandidaten. Hier muhte also der Rest des Gepäcks in einem Depot Nr. 3 zurückgelaffen werden. Unter anderem wurde der Theodolit kassiert der bis jetzt immer von einem Mann getragen wurde, außerdem das Zelt unb bie Hälfte ber Betten. Mit Hilfe bes Stativs für ben Eß­tisch unb zwei Stöcken würbe bas Skelett eines provisorischen Zeltes ge­baut in bem Norin unb Liou in ben Nächten Schutz fanben. Sa tämpften sie sich acht Tage nach Narben vor, ohne einen Grashalm zu (eben unb alle Tiere, außer einem Maultier und einem Esel, verendeten, lieber einen unerwartet leichten, aber hohen Pah wurde die Schneekette überquert Auch auf ihrer Nordfeite dehnte sich eine endlose Hochebene aus unb weit in ber Ferne würbe ber schneebebeckte Hauptkamm des K'un-lung gesichtet. Ueberall lag Schnee von ben Nieberschlagen der letz­ten Tage am 11. Juni. , , «

Am 18. Juni wurde das Goldvorkommen Kan butaf erreicht, wo etwa fünhia Ost-Turkestaner in Höhlen wohnten unb Golb aus ben Konglo­meratbetten wuschen. Zu biefer Zeit bestaub ber ganze Proviant aus un­gefähr einem halben KilogrammTalkan" (gerostetem Mehl). Don den Arbeitern konnte man einen Antilopenfchenkel und etwas Brot kaufen. Etwas anderes war nicht zu bekommen, da die Goldwäfcher selbst schlecht versehen waren unb brei ober vier Tagereisen zu ben nächsten festen Wvhnplätzen in ber Stabt Kara fai hatten. Für zehn Dollar konnte N o rin 7 Kilogramm Mais kaufen, den die beiden überlebenden Tiere er­hielten, ein Maultier und ein Esel.

Eine Tagereise weiter das Tal hinunter wurde Weide gesunden und ein Standlager angelegt. Unter einem hervorragenden Felsblock stellten sie ein paar Stangen auf, die mit Filz von den Betten bedeckt wurden, und in dieser Unterkunst brachten Norin und Liou eine Woche zu.

Nach einigen weiteren Reisewochen erhielt Norin plötzlich vom Gouverneur in Keriya, wo man ihn sestgehalten hatte, den Befehl, weiter nach Kathan zu reifen. Aus dem Wege von Keriya nach Khotan, der fünf Tage erforderte, wurde Norin von einer Militäreskorte begleitet. Am 15. zluguft kam man dort an. In Khotan wurde Norin einem Verhör über feine Reife unterworfen, fein Gepäck wurde untersucht und 13 Kar­tenblätter beschlagnahmt, was im Paß vermerkt wurde.

In Khotan wohnte Norin bei dem Aksakal der englischen Kaufleute und mietete von ihnen 28 Pferde, die fein Gepäck unb feine Sammlungen nach Leh tragen sollten. Außerbem hatte er die von Wang gekauften Tiere, etwa 30 Pferde, Maultiere und Esel. Die gemieteten Tiere wurden mit Proviant und Futter beladen, während die eigenen leichte Lasten trugen. Norin bekam ein neues Visum, und eine Eskorte von vier Mann, von welchen zwei ihn zur britischen Grenze begleiteten, zum Steinmai auf dem Karakorum-Passe, der am 14. September erreicht