Ausgabe 
27.3.1933
 
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Haffael.

in «n ift eiaentlich nur das e ne von Wicyngren: uuB »

Raffael ift ru einem der Elemente geworden, auf denen bie hohe Menschheit lebt, er zeitlosfort; as eine Sonn am> H.mm d K^,

ich. L-------- ,

den, und schon zu Ende bie1

Nun?"

Ich hab' sie der Alten gegeben "

Was sagte die Alte?" .n >

Es wäre zuviel: die Frau Bürgermeisterin hatte diesen Morgen ja schon ein Paar geschickt."

Guts" dalbte ich:so merkt sie nichts.

In der nächsten Tanzstunde trug Lore die neuen Handschuhe: ich weiß nicht ob die meinen oder bie von der Bürgermeisterin, aber sie lagen wie angegossen um das schlanke Handgelenk-, und nun sah keine vor­nehmer aus als Lore in ihrem dunkeln Kleide.

Die Lehrstunden gingen nun ihren ebenen Lauf. Nachdem die Mazurka einqeübt war. kam ein'Coittretanz an die Reihe, in welchem ^rit} unb Lore zusammen tanzten. Ein Verhältnis bicfer zu den andern Mädchen

3U3Sbirhm sammeln sich wie in einem Brennpunkt alle Tendenzen der italienischen Malerei, die umbrische und bolognesijche Art der Perugino und Francia, die slorentinische der Masaccio und Fra Bartolomeo: von Leonardo lernt er und von Michelangelo, bildet sich als Bau­meister an Bramante und Peruzzi. Und diese Anpassungs ahigkett diese geniale Schmiegsamkeit, die sich mit höchster Schopjerkrast und starker Eigenart vereinigen, sie erklären die sonst unbegrestliche Fülle seines Schassens, machen seine Kunst zum Inbegriff alles Wiindervollen, was der italienische Dolksgeist heroorgebracht, und lassen auch 1°.?'° unge­heure Volkstümlichkeit begreifen, die er, wie fein anderer Künstler vor ihm und nach ihm, errungen. Freilich hängt damit auch das ^emmme und Weiche zusammen, das seinem Wesen ausgeprägt ist. Seiner Kunst ist eine gewisse Sanftheit und Zartheit eigen, eine Süße unb Reise, wie sie ber Ausgleich aller Seelenkräfte verleiht, etwas Ueberirdisch-Derklartes und Paradiesisches, fastzu schön" für uns ringende Erdenk,oder.

Diesesschlechthin Vollkommene" der Rassaelschen Kunst, das sie zur Schwärmerei mancher Epochen gemacht hat, hat ihr auch die scharfe

* Friedrich Silcher. der schwäbische Dolksliedsammler und Komponist, gab einige Hefte ausländischer Melodien mit deutschen Texten heraus.

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höre, kann ich immer nur an sie denken.

(Fortsetzung folgt.)

Zum 450. Geburtstage des großen Malers.

Von Dr. Georg Kuhn.

Nickt als einen Maler schlechthin wollte der Kunsthistoriker Hermann (Brimm fRaffael den er neben Goethe am meisten geliebt hat, und

r'e 'E?was kleine Gnädige", rief die Mutter meines Freundes komm ""L7ie klecksLme^mußt?h7rL>r"?nbsi7d<>7'ä dos mit der Schnei-

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rierle einen Schritt.Mamsell Lore wird wohl die größere fern , sagte

NUch^einer Weile wurden die Paare formiert. Ich war ber zweite in der Reihe ber Knaben, unb Lore wurde meine Dame. Sie 'ache te a s nJihre fianb in meine legte.Wir wollen sie um und um tanzen! sagte - b unb wir hielten Wort. Es sollte zunächst eine Mazurka emgeubt wei- - * "'»(er ersten Lehrstunde, da eine lour nicht gehen wollte klopfte unser alter Maestro mit dem Bogen aus den Geigendeckei: ^Kleine Beauregard! Herr Philipp' Machen Sie emmal vor! und wah­rend er bie Melobie zugleich geigte unb sang, tanzten wir. E. war keine Kunst mit ihr zu tanzen, ich glaube, es hätte niemandem mißglücken ännen aber der alte Herr rief ein begeistertesBravo!" nach dem an­dern unb bie wackere Frau Bürgermeisterin lehnte sich vor Behagen Llnb weit zu^M in ihren Sofa, Ivo sie seit Beginn bes Unterrichts als aufmerksame Zuschauerin Platz genommen hatte. .

^riiulein Charlotte war meinem Freunbe Fritz als Partnerin zuge fallen unb ihr lebhaftes Wesen schien, wie ich gern bemerkte, ihn balb eine anfängliche Begeisterung für bie Schneibertochter vergesie^ zu mw dien Da ich die letztere aber letzt gewissermaßen als mein Eigentum betrachtete so war ich eifersüchtig aus die Schönheit und Eleganz meiner Dame, unb ein verweilender Blick ihrer tadellos gekleideten Neben'ulslenn dem meine Augen gefolgt waren, hatte rmch belehrt daß die Beschützer des schönen Mädchens dennoch eines nicht genügend bedacht hatte. Die Handschuhe waren zu groß für diese schmalen Hande: sie waren osseimur °"1lm andern Mmgen, sobald ich aus der Klasse kam., ließ es mir keine Ruhe mehr Ich machte mich über den Schrank, worin meine blecherne Sparbüchse aufbewahrt wurde, unb grub und schüttelte so lange, bis ich aus dem Spalt einen harten Taler neben ber roten Tuchzunge hervor­gearbeitet hatte. Dann rannte ich in einen Kaufladen ,Zch wollte kleine, weihe Handschuhe!" tagte id) nicht ohne Beklommenheit.

Der Labendiener warf einen sachverständigen Blick auf meineflnnb. Nummer sechs!" meinte er, während er die Handfchuh-Schacktel auf den Tisch stellte.Geben Sie mir Nummer fünf! bemerkte ich kleinlaut

Nummer fünf? Wird wohl nicht paffen! Und er machte Anstalt, die Handschuhe über meine Hand zu spannen.

Es stieg mir siedendheiß ins Gesicht. Sie sollen nicht für mich, sagte id) unb bebanertc mehr als jemals den Mangel einer Schwester, auf d id) den Handel hätte bringen können. Aber uh roar cntju-ft von den nen­nen Handschuhen mit den weihen, seidenen Bändchen die mm vor nur ausgebreitet lagen. Ich kaufte zwei Paar, und bald'nachdem uh den Laden verlassen, hatte ich einen Jungen von der Strabe auffleftWjt. Bring' das an die Lore Beauregard", sagte ich. .einen Gruß von der Frau 'Bürgermeisterin, hier wären die Handschuhe für die Tansttundel Unb bann bring' mir Bescheid. ich warte hier an ber Ecke auf dich.

Nach zehn Minuten war ber Junge wieder da.

ZMWWSW ZMWHWS -MLWSWMWrz vollkommen war! einzelne treffliche Nachkommen haben genähert,

i .r «rreirht hat ihn niemand. So stellten sie den Mozart hin, als etwas Un7rr7ichLebs ck kr Mchik. Unb fo in der Poesie Shakespeare. Ich me.ne

|,,r b^r/')7nturen bas große Angeborene ber Natur. .

I Als solch ein seliger Geist aus bem Himmelreich ber Schönheit wird Raffaels Lichtgestalt weiter durch die Jahrhunderte schweben, omehesten ' vergleichbar mit einigen andern vom flanz der Jugend und Lrebever.

Härten Schöpfern harmonischer Anmut, mit Prax11 e l e s unb ! zart. Als Weltmacht offenbart er sich nid)t nur burd) b'esen unzerstor Lren Gehalt feines Schaffens, fonbern auch daburch, baß In ihm ber

Ausdruck ecker ganz großen Kulturepoche, ber Hochrenaissance am rem= ft en unb reichsten verkörpert ift. Die Verschmelzung bes d)rtft(i^en unO antiken Ideals, die diese Zeit erstrebt, ist in seinen Werken zurWir l'ch- keit geworden, unb stets wirb man in .hm den Malerischen ^°t>epun(t öer italienifdien Kunstentwicklung verehren, wie in P h i d i a s bie reifste Frucht des antiken plastischen Gestaltens, in Mozart die IBoUenbung ber Musik des 18. Jahrhunderts. Raffael gleicht einem jener,'"aiestatische , Jrucktbarkeit und Segen weithin verbreitenden Strome, in den sich die ! Gewässer von allen Seiten ergießen, um ihm Brette, Fülle, Klarheit

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um den alten Tanzmeister, der -naen Scholaren entgegennahm.

im Saale aus und ab . . unroejt der Tür und

unb sich sogar nicht um sie flimmerten

meinte lick inbeifen nicht Herausstellen: nur mit ber tätigen Jenni. welche Me ältefte unbrnieid) glaube, die klügste von ihnen war, fah ich sie ein

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