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„Kaiserliche
>onne trunken,
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Gommerkied.
Von Hans Leif heim.
Kling auf, Musik der Grillen, Laß deine Saiten schrillen Das gläsernhelle Sommerlied, Laß aus den Wiesen steigen Im hohen Junischweigen Den Reigen zwischen Bühl und Ried.
Die Erde liegt versunken, Von heißer Sl— Umhüllt vom Ruch des Thymian, Es schwanken sacht die Dolden, Die Blüten weiß und golden, In vielverschlungner Sternenbahn.
Kreis zu übertragen.
Aber schon scheint sich der unerbittliche Tod rächen zu wollen für all den Prunk, dec seinem Wesen nicht entspricht. Das Zink, aus dem die
"'Gras Harrach beugt sich dieser, er fragt und fragt wort einen Spritzer Blut, der ihn mitten ms Gesich
Es starr'n die Weidenschossen Wie Kronen grün an Wassers Bord.
Es segeln hin die Bienen, Die Falter sonndurchschienen, Der Bach geht schimmernd immerfort. Der Grund liegt duftumslossen, die Weidenschossen
Kling aus, Musik der Grillen, Laß deine Saiten schrillen Das gläjernhelle Sommerlied — Wenn sich die Fluren neigen, Weht auf dein hoher Reigen, Der mit der Sommersonne zieht.
Das tausendjährige Merseburg.
Von Heinrich Ludwig Neuner.
3n dec Gcust der Herzöge.
Ein "kleiner Tropfen Blut quillt aus dem Munde Franz Ferdinands seine Augen weiten sich und verlieren jedes Ziel, seine Hande streicheln das Gesicht der zusammengesunkenen Frau: „Es ist nichts sagt er leise vor sich hin „es ist nichts." Wieder ein Tropfen Blut und noch einer, der btouejöaffenrod rötet s'ch^uf Brust, „es .st
00n e?ne7 Krankheit befallen, de/ bisher auch die Chemiker unserer Tage nicht zu trotzen vermochten. Verläßt man die Gruft und fallt der Blick rückwärts auf das schwarze Schild mit feinen zwei mahnenden Worten, so scheint es, als klängen sie nachdrücklicher in der eigenen er-
I regten Seele wieder.
Dorzeit.
Weder beginnt noch endet die Geschichte der Stadt mit der Existenz und den Höfen der Merseburgei^Herzöge. Sie waren lediglich, bei allen Verdiensten um die Schönheit der Stadt, Vertreter jener im 17. Jahrhundert besonders lebendigen, unseligen Kleinstaaterei. Der Herzog Georg von Sachsen-Merseburg verteilt noch zu Lebzeiten seine Lande unter seine vier Söhne, die damit eigene Herzogtümer errichten. Das Geschick ging aber hart mit ihnen um. Schon nach 90 Jahren waren drei dieser Neben.
wort einen «prmec ou», u« - Besicht trifft. Da sitzt nun dieser verstummende Mann, der sich vor dem Tode nicht beugen will,aufrecht im Wagen und ist ein Herr, der mit starren Augen über die zu- fammenrennenbe, kreischende, tobende Menge hmwegblickt, da sitzt er, eine Hand auf dem Wagenfchlag, die andere auf dem Haupte der geliebten Frau, die vor ihm kniet und ihr Gesicht in seinem Schoße birgt, und ein dünner Faden Blut rinnt durch die zu ammengepreßten Lippen über den lichtblauen Generalsrock, über das goldene Blies hinunter bis
* W*. f KW 6.l.«nM.n«uf den Trittbrettern die Offiziere mit wutverzerrten Gesichtern und gezuckten Säbeln der Wafserwind weht die leichten Papagelfedern aus dem Gene- ralshut' des Erzherzogs auf und spielt mit dem Reiherbusch der Herzogln, das Gesicht des Grafen Harrach ist rot von Blut, fein Handschuh ist blutig, Menschen rennen neben dem unter seiner Last nur vorsichtig fahrenden Wagen her, Aerzte in Uniform, Aerzte in Zivil, die Augen starr, den Mund offen — sie wollen Helsen, sie wollen retten, sie wollen das Furchtbare aufhalten — sie wollen das Entsetzliche sehen mit ihren schreckens- gierigen Augen...
Im Kreuzfchiff des Domes zu Merseburg befindet sich der Eingang zur Gruft der Merseburger Herzöge. Dieser Eingang ist ein großes, selbständiges Portal, dem man kaum anzusehen vermag, daß es die Schwelle zum Reiche der Toten ist. Aber es ist kein Zweifel — über dem Portal und ihm zugehörig steht auf einer lebendig umrankten schwarzen Tafel mit lebhaft geschwungenen goldenen Settern das „MEMENTO MORI , das die Grenze zwifchen dem Leben und dem Tod kennzeichnen will. Dieses Por.al zur Gruft ist in einer Zeit entstanden, in der man gewillt schien, selbst den Tod mit lächelndem Antlitz darzustellen. Kräftige gewundene Sauten stehen auf reich verzierten Sockeln zu beiden Seiten der Tür, verzierte Pilaster flankieren tiefe Nischen, viele Ornamente schmücken den Türrahmen Engel in faltigen Gewändern überhöhen das dreiteilige Portal, während eine pausbackige Putte, auf einer goldenen Kugel sitzend, die Eingangstür krönt. Nur an zwei Stellen, und zwar recht nebensächlich dargestellt, wollen Totenschädel auf gekreuzten Knochen das memento mori veranschaulichen. _.. , L ...
Wer die Hand auf die schwere Klinke der metallenen Ture legt, ist im Begriff, hinunterzusteigen zu den letzten beugen fürstlicher Machtentfaltung in der tausendjährigen Stadt. In der Gruft find in schweren Zinkfärgen, 37 an der Zahl, die sorgsam einbalsamierten sterblichen Ueberreste der Merseburger Herzöge und ihrer nächsten Angehörigen aufgebahrt. Stand schon die Form des Portals zu seinem Sinn in würdigem Gegensatz, so begegnet in den Särgen selbst dem Beschauer ein Prunk, der seinesgleichen in Deutschland sucht. Mit einem Schauer der Ehrfurcht und einem nicht zu leugnenden Interesse geht man mit wenigen Schritten durch den völlig kahlen, gotisch-kreuzbogenüberwölbten Raum, und sieht auf die wenigen großen Särge der Fürsten und die vielen kleineren ihrer allzu früh verstorbenen Kinder aus einem, wie es scheint, wenig lebensfähigem Geschlecht, die die Gruft bis in den letzten Winkel füllen. Die Särge find mit buntbemalten Wappen, mit Bändern und Kronen, mit den verschiedensten Insignien fürstlicher Würden geschmückt. Die Herzöge - ' gut verstanden, Versailler und Dresdner Prunk in ihren kleineren
Die Geschichte des Merseburger Landes beginnt mit sicherem Wissen 4500 Jahre früher. Das Land an der Saale ist uralter Kulturboden. Der Hügel, der heute das Schloß und den Dom trägt war vorzeitliche Kultstätte. Zahlreiche Funde beweisen es. Die Vorgeschichte ließ sich in jeder Phase ihrer Entwicklung verfolgen. Den Slaven war der Hügel Mittel- vunkt Ihres reliqiöfen und politischen Lebens, „mefe (Zentrale) hießen sie den geheiligten Ort. Später tarnen germanische Völkerstamme wieder, die vordem im Lande waren, vertrieben die Wenden, fugten dem „meje die , bürg" hinzu, und wollte man im Hersfelder Zehentverzeichnis (Aus- gang des 9. Jahrhunderts) nachblättern, so fände man den Namen „Mefe- bürg" als die erste schriftliche Eintragung des Kamens, der in der deutschen Geschichte tiefen, vollen und reinen Klang Hal. Merseburg trat um die Wende des 9. Jahrhunderts in das Licht der deutschen Geschichte.
Stadt der deutschen Kaiser.
Das deutsche Erbübel der Zerrissenheit trat in Stadt und Burg Merse- bürg zeitig genug auf. Heinrich I. fühlte sich schon bald veranlaßt, die damals verschiedenen Herren gehörige Stadt zu einem Gemeinwesen zu vereinigen. Er ist der eigentliche Gründer der Stadt. Als dec gleiche Kaiser 933 die Hunnen bei Merseburg vernichtend schlug und der Stadt damit die äußere Freiheit gab, waren der Entwicklung die Tore geöffnet. Bald wurde ein Bistum gegründet, dem der Kaiser ebensoviel Land wie Rechte überantwortete. Heinrich II. weilte oft m der Stadt und hielt dort 1021 einen Reichstag ab, 22 Jahre später fand wieder ein Reichstag statt. Der Adel des Reiches traf sich hier. Es ging hoch her. Inzwischen war der Dom begonnen worden. Die Burg hatte Befestigungen erhalten. Die Macht der Stadt und des Bistums griff weit in die Lande. Kaiser Heinrich IV. vereinigte 1087 die Stände wieder zum Reichstag, 1152 hielt ! der neugewählte Kaiser Friedrich Barbarossa ebenfalls einen Reichstag ab.
Stabt der Bischöfe.
Merseburg hatte den Kaisern viel zu verdanken, viel aber auch den Bischöfen, die nicht nur geistliche, sondern auch weltliche Fürsten von weitreichender Gewalt waren. Der streitbare Eckehardt baute Merseburg zur Festung aus. Die Bischöse Gerhard von S ch r a p l a u, Friedrich v o n H o y m, Johann von Bose wirkten im Bistum, ftiftetm Spitaler und Stifte, stritten sich mit der Stadt herum, jahrzehntelang allein wegen eines Braurechtes, an dem den Bischöfen fehr-gelegen zu sem schien. Die Stadt wurde weiter befestigt und stark bestückt. So hielten sich die Bischöfe teils in gutem und teils in bösem Sinne immer wieder in der Erinnerung der von ihnen manchmal hart bedrückten Bürgerschaft.
Thilo von Trotha wirkte am längsten (nahezu 40 Jahre) >m Bistum. Unter seiner kunstverständigen Initiative wurde — nach dem Abbruch der kaiserlichen Burg — das Schloß erbaut, das sich heute noch in wesentlichen Teilen in der vom ihm gefchasfenen Form darbietet Aus allen Teilen Deutschlands kamen die Künstler herbei. Manches bleibende I Kunstwerk wurde geschossen. Des Bischofs Name ist untrennbar mit Merseburg verbunden.
Die fiunff im Dom.
Der Dom zu Merseburg ist heiliger Boden der Kunst. Mit Ehrfurcht betritt man schon den Vorraum. An einer der hohen Wände sieht man die mutmaßlich älteste deutsche Christusdarstellung, Christus am Kreuze, in Stein gehauen, die den Erlöser in primitivster, kindlicher, aber von tiefem Glauben erfüllter Form zeigt. Ein alter riesiger Kronleuchter, der noch nicht durch elektrische Kerzen entweiht ist, hängt vom hohen Gewölbe herab. Zur rechten Hand steht ein nun bald tausendjähriger Taufstein mit I vielen Figuren des Alten und Neuen Testaments geschmückt. Die Jünger Jesu sind nach damaliger Sitte auf den Schultern der Propheten dargestellt. Eine schöne Madonna fesselt die Aufmerksamkeit, ein dreiflügeliger Altar, Epitaphien, in die Wand eingelassen, eine alte Glocke und vieles andere sind ein eindrucksvolles Präludium für die Schätze, die der Haupt- raum des Domes birgt. . ...
Hocherstaunt steht man bann im Schiff. Eine vielfältig geschnitzte Kanzel schmiegt sich an einen der mächtigen Pfeiler, große und schone Altäre schließen die Seitenschiffe nach Osten ab, im Chor aber ptmngt der Hochaltar in Überschäumender barocker Pracht, so daß man sich m einer bayerischen Klosterkirche versetzt wähnte, wüßte man nicht, daß der Dom fast seit Luthers Zeit evangelisch ist. (Luther predigte zweimal hier!) Im Altarraum befindet sich das Grabmal Rudolfs von Schwaben, der im Kampf gegen Kaiser Heinrich IV. bei Hohenmölsen eine ^anO verlor und in Merseburg starb. Sein Grabmal ist eines der herrlichsten Bronzedenkmäler, das seinesgleichen nur in der Bernwardssäule im Dom zu Hildesheim hat. Der Bischof von Trotha hatte sich seinen Sarkophag, ebenfalls aus Bronze gegoßen, in Nürnberg bestellt. Auch in diesem Wert spricht unantastbare Kunst zum Beschauer. Der Sarkophag entstand tn der Werkstatt Peter V i s ch e r s. Er trögt das Relief des Bischofs. Einzigartiges Chorqestühl mit herrlichsten Schnitzereien befindet sich an Den Wänden des Altarraumes. Wohl kennt man die Stifter, aber des Künstlers Name ist unbekannt. , ,,
Der alte Kreuzgang neben dem Dom ist vollkommen erhalten uno birgt noch manches steingehauene Bildwerk. Der Kreuzgang ist em wett-


