hätten wir
zulammen...
-tzt 'schäumend« Flüsse, belebt von bronzesarbenen Wollust der kurzen Morgenkühle genügen.
Menh vom liche
Seeke des Pferdes.
Von AlbrechtSchaesser.
Mexiko vom Zugfenster aus.
Von G«rardo Lindner.
Allein der Mensch sieht es nicht, wie es ist, sondern als Gleichnis seiner selbst und bedingt es mit fimb: .
Es stampfet aus den Boden und ist feurig mit Kraft und zeucht Geharnischten entgegen.
Es spottet der Furcht und erschrickt nicht und fleucht vor dem ^Dft Tracht' im Dasein des Pferdes wird durch mannigfachen Glanz
hätte er i . brechen gesunden. — - _
Strenge gerichtet werden. .-nnhen die Gläser und warteten, bis der
Die beiden Parlamentsrate erhoben d 1 rQme «ch zusam- junge Herr de Nointel m.t ihnen anstoßen werbe. ein
men, die Gläser klangen und d H iebrneckte er Blut im Mund, lieh ff tf? u*l<S ,-»ft 6W< °d"->°ch>>«
”“l’s’n”rar'1 unter uns. der Knabe u»r und mn ?">»-" Tuten und ‘Tnhrtun träumte war nicht — längst bevor, oder ohne daß er je die Bekanntschift eines Rosses machte —, mit einem Hengst beritten, der ihm tteu war wie er selbst seinem Stern, heldenhaft stark und uhn, ihn hm- traaend durch Feuer und tausend Gefahren, — ganz zu schweigen v allen Märchen und Rittersogen, die tausendmal in der Phant«s'e wiederholt von Roh und Reiter wimmelten, unzahlbar und unaufhörlich. An mein erstes Pferd erinnere ich mich aus einer Zeit vor dem Lesenkonnen. in einer vorgelesenen Geschichte muhte es am Ende senesopservalen Lebens erschossen werden, aber es sprang zu Tode getroffen auf, um dortbin au taumeln, wo es (einen Herrn wußte, und zu verbluten, von feinen, nein, meinen Armen umschlungen und bitter beweint; ein unersetzlicher Verlust. Auf hölzernen Wiegenkusen stand, aber ein hellbraunes, echtes, lebendig — mir heute noch! — riechendes Fell hatte das nächste, und unvergessen blieb mir die dwielichtstunde, in der 'ch an (einem Haste hing, totwund von einer meverschmerzboren Kränkung und chmerzensselig ihm versichernd, dah ich an ihm den Freund habe, den einzigen auf der Erde, der mich verstand.
Lebenswirklich erschien bann erst ein halbes Menschenalter (pater die indische Stute von arabischem Blut namens Mimose, ich weih nicht durch welche Zufälle bis an den Rand der Nordsee verschlagen, um alle angeborene Siebe zum Pferd in mir lebendig und wißend werden zu lassen. Wenn ich in ihren weichen Gangen —, nein, wenn *4 “"“ttenb an keinem Regen ihrer Gliedmaßen, sondern nur an der Veränderung und an der Bewegung der Dinge umher mein Vorwartskommen bemerkte, beim unendlichen' Hinjagen mein Körper mir in den ihren schwand, so erfuhr ich das ewige Vielerlei, das auf aller Erde Lust und Ruhm aller Reiterei ist: die Erhöhung über den Boden in die Lüste, das Vogelhaste, die Verfchmelzung von Leid mit Leib und zugleich die geistige Erhöhung durch die Beherrschung. .
Aber von solchem Schimmer im Menschentroum ist zu dem wirklichen Pferd nichts gedrungen. Nichts auch davon, dah ber Oermane fernen höchsten Gott mit ihm beritten machte unb es durch ihn heiligte, auch dem Gotte geopfert starb es seinen kleinen, ihm kaum bekannten Tod. Unter dem Namen Santata ging es mit dem Buddha in feine Sage em, unb als Pegafos erhielt es Flügel an seine Flanken mäst als ob es ihrer bedurft hätte, um dadurch mehr zu werden sondern als Zeichen, dah der vieles Wissende, der sinnlich immer geistige Grieche auch die Geistigkeit wußte, die der Schnelligkeit und Raumuberwindung mne- wohnt. Wir aber entdecken hier einen Vorzug des Rosses, der es zu uns über jedwedes andere Tier erhebt. Denn auch die beste Gabe die das uns nächste unter den Tieren, die der Hund uns bietet. Geselligkeit, die uns erheitern und trösten kann, bleibt eine Angelegenheit des Gemütes unb bleibt baher zurück hinter ber fruchtbaren, wirksamen Verdunbenheit, hinter bem Anteil bes Pferbes an ber Entwicklungsgeschichte des Men- (chen. Zu Roh find die grohen Wanderungen der Volker, der germanischen und skandinavischen Stämme wie nachmals der Burgunder und 2ongo- "barden, der Hunnen und Goten, der Normannen und Sachsen geschehen und nur durch bas Roß möglich geworden. Zu Roß zogen die Kaiser und ihre Heere ihrer Sehnsucht zum goldenen eüben noch auch bas Rotz trug bas Kreuz unb bas Roß eroberte unendliche Lander für den Koran. Im Wagen und auf Rosses Rücken lernte ber Mensch zu reifen, überwand die Fremde, fand er sich Freunde unb fand wieder zurück zu den Getrennten, es wurde zu Land sein Schiff, es überwand für ihn wrenzen, Ströme, Ebenen, Gebirge. Ihn auf seinem Rucken leiblich erhöhend, erhöhte es ihn auch geistig, auch seelisch, machte ihn freier unb kühner, machte ben Reiter ritterlicher, ja, es schuf biefe Tugenben, bie — heute vielleicht vergeßen oder barbarisch scheinend — doch einmal lugenben waren, bie wir unter ben ritterlichen verstehen. Größe ist allemal Große, unb Höhe allemal Höhe: weil wir geistig find, kann uns nichts ungetftig fein. Geistig ist auch ber Raum unb geistig uns darum bas Pferd, das uns hochtragend zuerst ihn zu verneinen half, unb so Iahrtausenbe lang, bis wir lernten, uns selber anders zu helfen. m£ v e
Heute heißt es freilich: das Pferd ist tot, es lebe die Pferdekraft!
ffin Tier iu lieben ist leichter als einen Menschen zu lieben; es ver- XÄ'JÄM •“»?• K»”l* t.lm des Löwenbändigers. . , ...
Es mag lein daß ber Mensch vom Pferbe gesehen wirb, aber nicht wirb und "ge'hK^Die"'Gemeinschaften Mensch "und Pftrd ist leiblich, ZLKrs ä" ä fir-s s
? :n np hilft im* ^Bilbuiui der Beziehung jd)on früh,
ff SM
bestimmt Das Pferd ist geschaffen zur Flucht, aber ber Reiter schafft es um zum Bleiben. ,
Das Verhängnis bes Pferbes ist schlimm. Vor den Wagen gekannt meint es vorwärts gehend dem Zwang und der Last zu entkommen, aber Kwäna und L^st hasten ihm an, und es muß dabei bleiben. Dies ver- önbertM emCg niemals, es ist heute noch j° wie es uranfangl.ft» war; niomnic; hnf hns Pferd IM menlchlichen Dienst etwas anderes getnn als L Gegenteilein/s Wiä7ns Mit d7m Seitpferd ist es nicht anders. Der wilde Mustana, dessen Rücken zum erstenmal vom Reiter berührt wird, stürmt davonwenn er, sich krümmend, Zuerst mit allen Vieren empor- Ivrinat so ist das noch nicht ber Wille zum Abwerfen ber Saft, fondern nur bie natürliche Eroberung auf ben Schreck unb den Druck oon oben, unb erst wenn bie Flucht sich nutzlos erweist, versucht er willentlich das Mittel des Schüttelns unb Bäumens. Aber auch gebrochen gezähmt unb ergeben in bas unabänberlid) Unentrinnbare würbe das Pferb (ich> me- mals vom Fleck bewegen, wenn nicht noch immer in ihm ein dumpfer Slang nachhallte aus dem erstickten Trieb, zu entkommen.
Das Rind dient freßend unb weih nicht wozu,, aber nicht leidend, braucht es auch nicht zu wissen. Der Hund dient und weih wozu: um bem Herrn zu dienen. Aber auch bas Pferd bient in solch einem Maße, daß es Assen müßte, unb b°ch weiß es nichts Cs weiß bag°gen w°h! daß es frei fein möchte, unbelastet (ein unb laufen; aber bie Bürde >st ewig, unb es darf feiten laufen, unb es muß stehen, wenn es erschrickt unb ,ebe Faser in ihm es in (eine Natur, in die Flucht reißt, unb es bars niemals laufen, wann unb wohin es möchte. Das Pferb hat feinen Willen unb (eine Freiheit aufgegeben wie der Hund; aber es hat dafür nichts
Zwei statuenhafte Soldaten mit aufgepflanztem Bajonett stehen au bem weichen Säufer im Mittelgang bes Schlafwagens. Wie beruhigend! Bahnräuber gehören heute noch zu dem .Lande der Generale unb ber Revolutionen". Nur ihre Devise wechselt, etwa „Nieder mit den Grin- gos!" (Nordamerikaner!) „Zum Schutze ber Kirche!" „Gegen die Wieber- wahl!" „Für bie Landaufteilung!"
Das weiße Kopfkissen ins offene Fenster gelegt, Morgenzigarette, draußen rollt sich der Film Mexiko ab in ber Stunbe vor Sonnenaufgang, bie bie schönste ist in den Tropen. Die Betten im amerikanischen Pullman- wagen liegen nicht quer, sondern in der Fahrtrichtung, und so hat man (ein herrliches Aussichtsbett. Dor Tau unb Tag hat man sich gewaschen und rasiert; bie Waschsrage im Schlafwagen ist recht primitiv behandelt, noch nicht einmal gleichwertig unseren gewöhnlichen V-Zugwagen. Nun wird's lebendig im „Aguas Calientes". So heißt mein Wagen. Grotz gemalt ber Name auf beiden Seiten des Waggons. Jeder Schlafwagen Amerikas hat feinen Namen, wie das Schiff zur See. Wolken von Puder und Düften strömen hinter den grünen Friesledervorhängen hervor. Rührend einfach bie ganze Sache im Vergleich zum Luxus ber getrenriten Abteile im beutschen Schlafwagen. Mehr als bie Morgentoilette ber Glut- äugigen lohnt aber ber Blick auf Felsstürze, Maisfelber, Viehweiden au, saftgrüne Zuckerrohrfelber, büfteren Urwald, fauber gereihte Kafieepflan- zungen. Ties unten (er ......hrmuefarbener
Menschen, welche die !
I-W-X". «-»! »UI “fff tos<E8u"%lod>t«n
ta XÄTX*
schob ben beiben Nointels ges J unü" entartetes Paris diefen ber Glorienschein zerstört werbe, mit “ _ gc|eiert hat. Niemals
Cartouche als Helden — undich w iß ck Zerworfenen fahnden müßen, "ätten üS Ä
^"Nichts" bekommen? Orden und Titel möchte ick sagen, nämlich die Anerkennung von Eigenschaften, bie es zwar nicht hat, die aber der ™ ‘ ihm als glänzende zuschreibt: Stolz, weil seine edle Gestalt,
äigel emporgezogen, Stolz auszubrücken scheint. Aber bie natur» jaltung des Pferdehalses ist lässig schräg: Kops und Hals im stumpfen Winkel wie s)als und Rücken. Das nackte Pferd steht träumerisch da und läuft locker und entspannt hin; auch die Freude an Lauf und Freiheit läßt es nur die Füße, aber niemals ben Kopf Heben, sondern den wirft nur ber Schrecken zurück. Mut ferner, — aber es ist so scheu unb schreckhaft noch heute wie ber niemals gezähmte Hirsch. VZaftenlos ist es allein zum Rennen gebaut unb kennt Verteidigung nur durch Flucht. Erschrickt es unter bem Reiter, so fährt es zufammen, wirft sich zur Seite, springt an — lauter Zeichen, bie sein Fluchtverlangen tunbtun, aber durch seine schöne und mächtige Gestalt wirken sie auf den Zuschauer so, als entsprängen sie einer Kühnheit, unb sein entsetztes Auge scheint von Kampflust zu flammen. Ausdauer, die hat es wohl, lieber Gott, dafür ift es ein Pferd unb kein störrischer Ochs; fein Wille ist gebrochen unterm Sattel, in den Sielen — gefangen ist es unentrinnbar, was bleibt ihm übrig/ als ausdauernd zu fein? Auch den Ehrgeiz, den es hat, teilt es mit anderen Tieren.


