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Unterhaltungsbeilage zum Giehener Anzeiger
Jahrgang <955 Freitag, den <0. Zedruär^ Nummer \2
Von Katzen.
Don Theodor Storm.
Vergangenen Mattag brachte meine Katze Zur Welt sechs allerliebste kleine Kätzchen, Maikätzchen, alle weiß mit schwarzen Schwänzchen. Fürwahr, es war ein zierlich Wochenbeltchenl Die Köchin aber — Köchinnen sind grausam. Und Menschlichkeit wächst nicht in einer Küche — Die wollte von den Sechsen fünf ertränken, Fünf weihe, schwarzgeschwänzte Maienkätzchen Ermorden wollte dies verruchte Weib.
Ich hals ihr heim! — Der Himmel segne Mir meine Menschlichkeit! Die lieben Kätzchen, Sie wuchsen auf und schritten binnen kurzem Erhobenen Schwanzes über Hof und Herd; Ja, wie die Köchin auch ingrimmig dreinsah, Sie wuchsen auf, und nachts vor ihrem Fenster Probierten sie die allerliebsten Stimmchen. Ich aber, wie ich sie so wachsen sähe, Ich pries mich selbst und meine Menschlichkeit. — Ein Jahr ist um, und Katzen sind die Kätzchen, Und Maitag ist's! Wie soll ich es beschreiben, Das Schauspiel, das sich jetzt vor mir entfaltet! Mein ganzes Haus, vom Keller bis zum Giebel, Ein jeder Winkel ist ein Wochenbettchen!
Hier liegt das eine, dort das andre Kätzchen, In Schränken, Körben, unter Tisch und Treppen, Die Alte gar — nein, es ist unaussprechlich, Liegt in der Köchin jungfräulichem Bette! Und jede, jede von den sieben Katzen Hat sieben, denkt euch! sieben junge Kätzchen, Maikätzchen, alle weih mit schwarzen Schwänzchen! Die Köchin rast, ich kann der blinden Wut Nicht Schranken setzen dieses Frauenzimmers; Ersäufen will sie alle neunundvierzig!
Mir selber! ach, mir läuft der Kops davon — O Menschlichkeit, wie soll ich dich bewahren! Was fang ich an mit sechsundfünfzig Katzen! —
„Mem Leben für d»e Tiere!"
Gespräche mit Paul (Kipper.
Von Ernst Seienburg.
Es gibt Menschen, zu denen ein Tier gehört, ein Stückchen Himmel und das braune Geleucht von freien Bäumen. Paul (Kipper, der 42jährige Schwabe, Schriststeller, Agitator, Syndikus einer viele Millionen umspannenden, wenngleich unsichtbaren Mensch-Tiergemeinschaft, hat sich am Rande des Berliner Grünewalds eine kleine Welt nach seinem Herzen erschaffen. Sitzt er vor seinem Schreibtisch, blond und blauäugig, mit jener kräftigen Mischung von Geist und Naturhastigkeit in dem frischen Gesicht, so können .feine Augen sich weiden an dem silbernen Graugrün der Kiefern, und so er bis tief in die Nacht über neue Arbeiten gebeugt ist, ist ihm auch für diese Stunden glücklichen Alleinseins ein Gefährte beigegeben: die riefenhafte Dogge „Senta". Wiewohl (Kipper, nach eigenem Bekenntnis, ein „Katzennarr" ist und nicht in erster Linie Hunde- freunö, fo waltet doch eine merkwürdige Liebe zwischen den beiden. Sie geht von dem rehfarbenen Hunde aus und zwingt den Mann in ihren Bereich, fo stumm und mächtig ist fie. „Senta liegt auf dem Rohhaarkiffen auf der Erde und blickt mich an, unbeweglich, unoerwandell. Ich spüre diesen Blick während ich schreibe, es ist etwas, das nicht Zärtlichkeit und Hingabe und Treue ist, was aus diesen feuchten, tiefbraunen herrlichen Augen entströmt, sondern ein wunderliches Gemisch aus allem, es muh wohl Seele sein." Bor wenigen Wochen noch lag Senta in den bayrischen Alpen bei einem Förster in der Hütte und grämte sich, wenn ihr Herr mit den vertrauten Jagdhunden in das grüne Holz zog. Es war kein 1 Zweifel, das Tier litt. Da erwarb es Eipper und nahm es mit in das kleine helle Haus am Grünewald. Nun möchte es danken und tut es auf feine verwunschene und den Menschen irgendwie beklemmende Art.
Mit einem so innerlichen Menschen wie Eipper über sein Leben zu sprechen, schließt die Sammlung zufälliger Daten aus. Aufgabe ist es hier, die Quellen sichtbar zu machen, aus denen feine Tierliebe fließt. Da zeigt es sich nun, daß diese überströmende und schöpferische Liebe für alles Kreatürliche in ihrem frühesten zartesten Ausbruch der Flucht vor den Menschen entsprang. Erinnerung ist da an eine gutgemeinte, doch allzu harte Erziehung. Ein scheues kleines Menschenkind drückt sich in dem Zoologischen Garten seiner Heimatstadt Stuttgart umher, jede freie i
Stunde, da sehen ihn die Wärter stehen mit seinem schmalen Gesicht und den ernsten Augen und die Tiere beim Namen nennen, wie man einen Freund ruft. Oftmals füttert der kleine Paul die Rehe und die Ponnys mit Johannisbrot, das ist sauer erworben durch heimliche Austrägerdienste bei einem Kolonialwarenhändler. Natürlich kommt solche Missetat heraus und seitdem müssen die täglichen drei Pfennige In eine Sparbüchse getan werden, und die Rehe mit den feuchten, glänzenden Schnauzen in Onkels Tiergarten warten vergeblich auf ihr Johannisbrot. Das hält der kleine Mensch einfach nicht aus, es geht über feine Kraft und auch über feine Prügelfurcht. Eines Tages öffnet er die verschnürte Schachtel und nimmt etwas von seinem Geld mit tausend Aengsten an sich und kauft von dem trockenen, süßen Brot für feine Tiere. Wiederum erfolgt harte Bestrafung, doch in alles Weh mischt sich das Gefühl bewiesener Kameradschaft.
Erinnerungen sind da ... ungezählt wie der Meisenschwarm dort über den Baumwipfeln und den Futterkästen, und sie kehren hurtig ein wie jene, wenn man fie ruft. Da schnurrt auch ein Katzentier graugeftromt und gravitätisch durch den Kindheitstraum. Und ein Großpapa ist da, er sitzt im Winkel mit seiner Zipfelmütze und ist ein gütiger alter Mensch. Einst las er das Kätzchen blutend und mit abgeknickter Rute von der Straße auf und vollbrachte an dem kläglich schreienden Findling Samariterdienste, wobei ein Lappen mit Gänseschmalz eine heilsame Rolle spielte. Das vergißt der Kater Peter nie. Jetzt holt er den Alten Tag für Tag von der nächsten Straßenecke ab und läßt sich durch bissige Straßen- hunde von seiner täglichen Gewohnheit nicht abbringen. Er gehört zu dem Alten mit der unanfechtbaren Verbundenheit, die nur Tiere kennen. Ist es kalt, fo springt er seinem Wohltäter auf die Schulter und legt sich um feinen Nacken wie ein wärmender Pelzkragen. Ja, so ist der Kater Peter und ist er später auch einäugig infolge eines Raufhandels in Sache Liebe und Ijat er auch einen abgeknickten Schwanz, so besitzt er doch eine Treue, die sich nicht bestechen läßt.
Erinerungen sind da ... gute und schlechte, lichte und düstere, aber die guten überwiegen, und es läßt sich frei über alles reden, wenn man ein Mann geworden ist mit einem Hellen Haus und einem Hellen Lebenswerk. Kleines Schicksal in einem großen kindlichen Lebenstraum: die Begegnung mit jener Dompteuse Claire Heliot, die sich in dem Stuttgarter Tiergarten vor einem geneigten Publico produziert. Es geht viel Gutes aus von dieser schönen Frau und viel Faszinierendes auch für das Paulchen, der nun eigentlich schon fast ein Paul ist. Wie liebevoll fie zu ihren Löwen ist: die Gelben aus der Wüste gehorchen ihrem nachtschwarzen Auge und dem leisesten Hauch ihrer tiefen, begütigenden Stimme. Und wie stark fie ist! Allabendlich trägt sie zum Schluß der Vorstellung Sascha, den mächtigen Löwen auf dem Nacken aus der Manege.
Da ist auch eine beklommene Viertelstunde in einem Stall der Zucht- stiere, zwischen die der kleine Paul gerät. Wie antike Götter wölben sich die mächtigen Leiber über ihm, monumental, beängstigend und großartig zugleich. Ein seltsamer Schauer streift den Kleinen, und er beginnt zu ahnen, daß Tiererkenntnis nicht zu Ende ist mit dem „Objett", sondern daß urweltliche, mystische Symbole in diesen Wesen schlummern.
Mit der Wucht des Bildnerischen stürzen diese Erkenntnisse auf ihn nieder, und es ist kein Zufall, daß sich zugleich der Maler in ihm regt und später in München praktische Betätigung findet. Tieren und Zirkus- menfchen — wie könnte es anders [ein — gilt auch hier die Sehnsucht feiner Gestaltung, und wiederum ist es eine jener „zufälligen" Begegnungen aus der Knabenzeit, die sich in dem Kunstschüler Eipper Geltung schaffen möchte: da waren einst rotbraune Gestalten in einer Stuttgarter Kirche, Indianer einer durchreisenden Truppe, Sioux-Indianer von Buffalo-Bill; fie schritten feierlich und schweigend zu dem Taufbecken, um hem Stammesjüngften die christliche Weihe angedeihen zu lassen. Dieses fremdartige und schöne Bild verließ den Knaben, der aus dem Braun- dunkel der Bänke mit grenzenloser Hingegebenheit dem Taufakt gefolgt war, keine Stunde feines Lebens, es wirkte in ihm fort und gab ihm in der Not feines jungen Daseins den seligen Mut, an eine Zukunft zu glauben, wo er groß und stark genug fein würde, um sich den Tieren und Menschen seiner heimlichen Liebe zu nähern.
Ein langer Weg zwischen Wollen und Können, zwischen Ahnung und Bewußtheit, zwischen Traum und Tat. Eippers Werdegang ist ein jahrelanger, pausenloser, leidenschaftlicher Kampf der „Berufung" gegen den , Beruf". Dieser führte ihn in den Buchhandel, in Brot, Sicherheit, Ansehen, Stellung, bürgerliche Garantie — jener zog ihn in jeder Stunde, in jedem Urlaub ifttnächtig zurück zu den Wunschbildern seiner Jugend: zu Tieren und Tiermenschen. Lange bevor Eipper ein Wort über Tiere schrieb, erfättigten seine klugen und warmen Augen sich in allen zoologischen (Bärten Europas an dem Reichtum eines fast unerschlossenen Lebens, und es wuchs das Begehren, dieser Welt eines Tages Mittler zu sein


