Ausgabe 
9.10.1933
 
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Oer Teppich -es Himmels.

Neue Forschungen über die Milchstraße.

Von Dr. Erwin Kossinna.

JÜBcn» Sie Zeit Ser Hellen Sommernächte vorüber ist und die Abende wieder länger und dunkler werden, spannt sich bei klarer Lust das zartschimmernde Band der Milchstraße über den Sternen­himmel. Keine Jahreszeit ist zur Beobachtung dieser überirdischen Naturerscheinung so geeignet wie der Herbst. Nur muß man sorg­fältig alle störenden Lichtquellen vermeiden, wenn man mit freiem Auge die Mckchstraße über das ganze Firmament von den Stern­bildern des Fuhrmann und Perseus im Nordosten bis zum Adler und Schutzen im Südwesten verfolgen will. Gerade die hellsten Teile der Milchstraße, tut Schwan, Adler und Schild des Sobieski, stehen zu Beginn der Dunkelheit hoch am Himmel, also beson- ders günstig. Die große, langgestreckte Sternwolke im Schwan zwischen den hellen Sternen Deneb und Albireo befindet sich dann nahe dem Zemt; an ihrem westlichen Rande funkelt die bläulich­weiße Wega. J

Ist der Anblick der Milchstraße für das freie oder nur durch em Opernglas unterstützte Auge schon von erhabener Schönheit, so steigert sich dieser Anblick im Fernrohr ungemein und erreicht auf der photographischen Platte die höchste Pracht. Der kürzlich verstorbene Direktor der Heidelberger Sternwarte, Professor Max Wolf, dessen photographischer Himmelsatlas berühmt geworden ist, schildert die Milchstraße als eine prachtvolle Sternlanöschaft, ern reiches Gewebe glitzernder und strahlender Diamanten auf dunklem Samtteppich. Hell leuchtende Sterne, schwache Lichtchen bis herab zu den eben zu ahnenden Fünkchen sind in bunter Man­nigfaltigkeit in den Teppich gestickt. Wir erhalten den Eindruck, als ob das mattschimmernüe Band der Milchstraße sich in unmetz- barer Ferne hinter den helleren Fixsternen herumschlänge. Die Photographie hat uns mit der außerordentlich verwickelten Struk­tur der Milchstraße bekannt gemacht. Auf einem Drittel ihres Umfanges, nämlich vom Schwan bis zum Zentauren, ist sie in zwei Arme gespalten, die nebeneinander herziehen und durch dunkle Wolken getrennt werden. Diese kosmischen dunklen Massen blenden das Licht der hinteren Sterne ab wie ein Vorhang. Die Milchstraße ist also auch hier ein einheitlicher, in sich geschlossener Ring. Neven tiefschwarzen Sternleeren, die wie Löcher wirken, aber ebenfalls dunkle Wolken sind undKohlensäcke" genannt werden, gibt es Anhäufungen der Sterne zu großen Wolken von besonderem Glanz sowie leuchtende Nebelmassen von riesiger Aus­dehnung. Der bekannte Orionnebel ist nur eine Verdichtung viel weiter ausgedehnter Nebelmassen. In neuester Zeit ist es gelungen, Entfernung und Größe einiger heller Sternwolken zu bestimmen. So ist die über 300 000 Sterne umfassende Scutum- wolke im Schild des Sobieski 9000 Lichtjahre von uns entfernt und besitzt einen Durchmesser von 1140 Lichtjahren (1 Lichtjahr = 10 Billionen Kilometer). Man hat ferner die photographischen Aufnahmen mit dem direkten Anblick verglichen und gefunden, daß das zarte Lichtband im wesentlichen von den Sternen 14. und 15. Größe herrührt, die rund 2000ma! schwächer sind als die klein­sten, mit bloßem Auge erkennbaren Sterne. Es ist also eine enorme Anzahl schwächster Sterne, welche das Bild der Milch­straße erzeugen. Irgendwelche Veränderungen des Anblicks der Milchstraße in historischer Zeit sind nicht festzustellen. Die genaue Beschreibung, die Ptolemäus, der berühmte griechische Geo­graph und Astronom, vor fast zwei Jahrtausenden entwarf, stimmt mit dem heutigen Bild in allen Einzelheiten überein.

Generationen von Astronomen haben versucht, den Bau des Milchstraßensystems zu enträtseln. Nach H e rs ch e l, der als erster systematische Sternzählungen an verschiedenen Teilen des Him­mels unternahm, haben namentlich Struve, Argelander, Seeliger und Kapteyn großzügige Untersuchungen über Bau und Gestalt unseres Sternsystems burchgeführt. Aber man kam trotz riesiger Vermehrung des Beobachtungsmaterials nur langsam, gewissermaßen schrittweise vorwärts, und auch heute noch gehört die Aufgabe der Entschleierung des Milchstraßen­systems zu den größten und schwierigsten Problemen der mo­dernen Astronomie.

Der holländische Astronom Kapteyn organisierte die umfas­sendste statistische Untersuchung unseres Sternsystems, indem er nach einem einheitlichen Plan 206 ausgewählte Felder des Him­mels bis zu den schwächsten Sternen herab durch zahlreiche Stern­warten erforschen ließ. Das Ergebnis dieser sich über mehrere Jahrzehnte erstreckende Arbeiten war kurz folgendes: Das Milch­straßensystem hat die Form einer flachen Linse, deren Durchmesser etwa 60 000 Lichtjahre, deren Dicke rund 10 000 Lichtjahre beträgt. An seinem Aufbau sind etwa 47 000 Millionen Sterne beteiligt. Ihre Verteilung ist zwar im einzelnen ziemlich unregelmäßig, im Durchschnitt aber nimmt die Sterndichte von der Erde aus nach allen Richtungen hin ab. Die sehr verschiedene Sterndichte in den einzelnen Teilen des Milchstraßenringes deutete jedoch darauf hin, daß wir uns nicht im Zentrum desselben befinden, wie man früher angenommen hatte. Die Sternöichte ist nämlich im Sternbild des Stiers am geringsten, im Schützen am größten. Hier zeigen auch die Kugelsternhaufen eine auffällige Konzen­tration. Aus dieser eigentümlichen Sternvertcllung konnte vor wenigen Jahren der amerikanische Astronom S e a r e s die Stel­lung 5er Sonne genauer ableiten. Er fand, daß unsere Sonne sich in beträchtlicher Entfernung vom Zentrum der Milchstraße be­findet: dieses ist in der Richtung auf das Sternbild des Schützen W suchen.

Die Ansicht von Seares erfährt nun eine wichtige Stütze farrS öern holländischen Astronomen Oorth aufgestellte, t« Deutschland namentlich durch Professor Bottlinger geförderte Rotattonstheorte. Diese Theorie gründet sich auf die Bewegung öer. Sterne tut Raum und zieht daraus Schlüsse auf die Größe und den Bau des ganzen Systems. Danach beschreiben die Sterne um den im Sternbild des Schützen gelegenen Kern kreisähnliche Ellipsen tut K ep le r schen Sinne. Wie bei der Bewegung der Planeten um die Sonne wird demnach die Geschwindigkeit der

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enger ihre elliptischen Bahnen sind. Im Kern stehen die Sterne außerordentlich viel dichter als in der Umgebung der Sonne. Das Zentrum des Milchstraßensystems entspricht durchaus dem Hellen, stark verdichteten Kern vieler Spiralnebel. Die Entfernung der Sonne vom Zentrum beträgt nach vorsichtiger Schätzung etwa 16 000 bis 20 000 Lichtjahre. Infolge dieser stark exzentrischen Stel­lung der Sonne liegen die Grenzen der Milchstraße in der Rich- tung des Stiers und Fuhrmanns bereits in 10 000 Lichtjahren Entfernung, in der entgegengesetzten Richtung zum^Schntzen und Skorpion hin aber erst in 50 000 Lichtjahren Abstand. Die Sonne und die benachbarten Fixsterne bewegen sich mit einer Geschwin- dlgkett von 300 Kilometer in der Sekunde gegen das Sternbild des Schwans. Ihre Umlaufszeit berechnet sich auf 200 Millionen pWe. gür öen Beobachter, der jetzt im Herbst den Abenöhtmmel betrachtet liegt also öer Kern des Milchstraßensystems nahe dem südwestlichen Horizont, während unsere Bewegung durch de« Raum «ach dem im Zenit stehenden Hellen Fixstern Deneb ge­richtet ist. Die ungeheuer lange Umlaufszeit öer Sterne macht es sofort verständlich, warum das Bild der Milchstraße während einiger Jahrtausende so gut wie unverändert bleibt.

Der sicher sehr Helle Kern des Systems, eine gewaltige An­häufung von vielen Millionen Sonnen, ist unfern Blicken durch ausgedehnte Dunkelwolken leider größtenteils entzogen. Was nun oie Abweichungen öer Sternbahnen von der Milchstraßenebens betrifft, so entfernen sich die absolut sehr Hellen weißen Sterne £°iUru6ent Spektraltypus, das heißt öie Helium- und Wasser- stoffsterne, nur sehr wenig von der Mittclebene. Sie bilden ein System von nur 300 Lichtjahren Dicke, das außerordentlich schmal tft im Verhältnis zum Durchmesser von 60 000 Lichtjahren. Die Sterne vom Sonnentypus sowie die Hellen, gelben und roten Riesen werden in einer Schicht von 1500 Lichtjahren Dicke an- getroffen. In diesem größeren zweiten System ist die Hauptmenge aller Sterne der Milchstraße vereinigt. Der Rest umfaßt Sterne, o/LmetS?UI$ besondere physikalische Eigenschaften, eigentümlichen Lichtwechsel und große Eigenbewegung am Himmel auffallen. Ihre Bahnen stnd stark gegen die Mittelebene der Milchstraße geneigt, von der sie sich daher sehr weit entfernen. Sie sind gewissermaßen dte Außenseiter und bilden ein drittes System von mehr als 20 000 Lichtjahren Dicke. Da ihre Zahl aber gering ist im Ver­gleich zu den übrigen Sternen, tragen sie nur wenig zum Aufbau der Milchstraße bei. Auf Grund der neuesten Forschungen läßt sich zusammenfassenü sagen: Die Hauptmenge öer Milchstraße rotiert in einem schmalen Raum von 60 000 Lichtjahren Durch­messer und nur 1500 Lichtjahren Breite, bildet also ein System, daß im Verhältnis 1:40 abgeplattet ist. Dem entspricht auch das Bild öer Milchstraße am Himmel. Obwohl wir uns innerhalb des Milchstraßenringes befinden, erscheint dieser nur als ein schmales Band. Aus großer Entfernung betrachtet, würde unser Stern­system daher einem Spindelnebel gleichen, das heißt einem Spiral­nebel, auf dessen Außenkante wir blicken.

Ob das Milchstraßensystem wirklich öie Form einer Spirale besitzt, ob es gar öie Vereinigung von mehreren Spiralnebeln zu einem Nebelhaufen darstellt, wie Shapley meint, ist aber noch ein großes, ungelöstes Problem. Jedenfalls bildet unser Sternsystem die gewaltigste Anhäufung von Sonnen, öie wir kennen und übertrifft an Größe die andern fernen Sternsysteme, z. B. den Andromedanebel, ganz erheblich. Läßt sich zwar die Ge­samtzahl der Sterne des Milchstraßensystems wegen der dunkle» Nebel kaum feststellen, so kann man aber doch aus der An­ziehungskraft, welche alle Sterne zusammenhält und zu gemein­samer Rotation um den Kern zwingt, seine Gesamtmasse mki einiger Sicherheit berechnen. Sie ergibt sich zu rund 100 000 Mil­lionen Sonnenmassen.

Oer Mann, der mit dieser Zeit fertig wird.

Roman von Walter Julius B l o e m sGDS.).

sFortsetzung.)

Damals, in seiner Grünkramzeit, beschäftigte er sich in bösen Stunden damit, daß er im Hause seiner Mutter herumputzte wie ein Dienstmädchen. Die alte Badewanne durch chemische Zauberei in eine neue verwandeln, uralten Anstrich vom Schmutz befreien, den erblinöeten Lack schlechter Möbel mit geheimnisvollen Mitteln polieren, das tat er damals. Rosemarie sitzt den Nachmittag bei ihm und steht ihm zu, wie er experimentiert, als gäbe es kein böses Enöe, eine neue Rasierkreme bemüht er sich zu mischen, die nicht nur den Bart aufweicht, sondern die zuvor das Wasser auf dem Rasierpinsel enthärtet; fo etwas hat er schon zusammenge­braut, aber es greift noch ein wenig die Haut an.Die Leute haben ja keine Einfälle, und wenn die Zeiten schlecht werden, dann geht man eben in schöner Eintracht zugrunde. Ich geriet in München in ein abgelegenes Lokal, hundert Schritt vom Rathaus, wunderbares Essen, winzige Preise, kein Mensch kannte es. Ich würbe zehn gutaussehende Damen und Serien anstellen, sie be- kämen besonders präparierte Schuhsohle», die bei jedem Schritt eine Schrift auf den Asphalt stempeln, eine SchriftFolgen Sie