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8.5.1933
 
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Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger

Jahrgang <955 Montag, -en 8. Mai Nummer 35

Du mein Vaterland.

Bon Detlev von Llkfencron.

Es schillert um mich glänzend bunt Gefieder, Im Palmrvald lärmt der Affen luftig Heer, Der Indianer stützt di« schlanken Glieder Auf's Rohr, und starrt mit mir hinaus ins Meer.

Und krastooll hebt ein Adler seine Schwingen Und dreht in blaue Fernen sich empor. Als wollt er trotzig in den Himmel dringen Und siegend einziehen durchs Sternentor.

In höchsten Höhen, Adler, mußt du stehen. Es schlägt dein Flügel an das Weltendach, Du mußt mein liebes Vaterland nun sehen, Ach, send' ihm Grüße, heiße Grüße nach.

Der Abend will das Hüttendach behüten, Wo ruhelos im Dorf die Schwalbe zieht: Die Kinder lärmen, und in Apfelblllten Singt eine Drossel noch ihr einfach Lied.

Die Bauern hängen schläfrig auf den Pferden, Still heimwärtskehrend vom gewohnten Pflug.

In Wiesentiefe dampft es aus der Erden Und über ihnen schwimmt ein Kranichzug.

Mein Vaterland, könnt ich in deinen Feldern Nur einmal hören noch der Sense Schnitt, Und durch das welke Laub in deinen Wäldern Noch einmal rascheln hören meinen Schritt.

Der Held.

Erzählung von Wolfgang Goetz.

Copyright 1933 by I. L. A., Wien.

Warum Oswin, der siebente Sohn des Seifensieders Kuntze in Wur­zen, unter die Soldaten gegangen war, bleibt unerfindlich. Wahrschein­lich war er Werbern der Königlichen Majestät von Polen und Kurfürsten von Sachsen in die Hände gefallen, doch ist es auch möglich, daß die gute Seele von seinem wackeren Vater als untauglich zu jeglichem Beruf, geschweige denn zur Seifensiederei, befunden worden war.

Sie hatten ihn zur Reiterei getan; da es aber keiner seiner Vor­gesetzten verantworten konnte, ihn mit dem Säbel wild herumstochern zu lassen, und es eine unverzeihliche Fahrlässigkeit gewesen wäre, ihm einen Karabiner auch nur von fern zu zeigen, so machten sie ihn zum Kesselpauker. Was ihm an geistigen Gaben abging, das war ihm an Ebenmaß des Leibes zugemessen, und ohne Zügel zu reiten vermochte er auch ganz brav. So paukte er denn lustig einher, wirbelte die Schlegel mächtig durch die Luft und ließ feinen lammfrommen Schimmel artig tänzeln, daß der dänische Gesandte es nicht verschmähte, bei Tafel den feschen Kerl zu einer reizvollen Arabeske in seinem Hymnus auf die kursächfifche Armee nach stattgehabter Parade auszunutzen. Der Kur­fürst freute sich dieses Wortes und wiederholte es gegen den General, der nichts Eiligeres zu tun hatte, als dem Obersten fein Gefallen aus- zufprechen. Und fo ging es hinab, bis das Wort auch zu Oswin drang. Er befoff sich an diesem Abend heidenmäßig und war ein sehr glück­licher Mensch.

Oswin Kuntze in seinem Ueberinut hatte aber leider zweier Mächte vergessen: des Königs von Preußen und der Götter. Diese mögen von alters her nicht, wenn es einem Menschlein zu wohl ist, und jener wußte nichts von Oswin Kuntze, und es ist mit Gewißheit anzunehmen, daß dieser Umstand, selbst wenn er zu feiner Kenntnis gelangt wäre, ihn nicht gehindert hätte, der Kaiserin Maria Theresia den Krieg zu er­klären.

Es läßt sich denken, welcher Unmut über Oswin Kuntze kam, als es hieß, daß man ausreiten solle und er Abschied nehmen mußte von Diederikchen, Cölestinen, Jeanettchen und besonders von der vollbusigen Dame Clymene, die, einer wandernden Truppe angehörig, ihre Gunst dem Kesselpauker in besonderem Maße zugewandt hatte. Als das Regi­ment ins Feld ritt, paukte Oswald so gewaltig, daß der dänische (Be­laubte dem Kurfürsten ins Ohr raunte: Furios! und seinem Heere den Rranz der Siegesgöttin prophezeite. Es war aber nicht Kampfesmut, der Oswin beseelte, vielmehr nannte er die Pauke links feines Sattels Friederich, die rechte Maria Theresia und keilte tüchtig auf beide los, denn er war politisch von großzügiger Parteilosigkeit.

Für Oswin ging alles zu schnell. Es hieß plötzlich, man müsse eine Bataille annehmen. Und die Offiziere schrien mit gezogenem Degen, man solle sich brav halten und Honneur einlegen. Die Pferde zappelten, weil es in der Luft rumorte und die Trompeter gar so infernalisch bliesen. Es war ja gewiß pläsierlich anzufehen, wie jetzt die Infanterie ganz steinern unter dem Gerumpel und Geguäke der Flötedufen und Trom­meln mit angefaßtem Gewehr losrückte und wie bei dem Gelärme in der Luft, ganz unhörbar, sich hier eine Rotte umlegte und dort, über der sich die andern wieder schloffen. Aber dies Schauspiel währte nicht lange. Denn auf einmal fetzte sich die Kavallerie in Bewegung, ohne daß Oswin einen Befehl vernommen hätte, und nun ging es los, gar nicht mehr wie bei der Parade, sondern hurriburr, daß man schon sehr achthaben mußte, wenn man nicht vom Sattel segeln wollte. Es gefiel Oswin noch minder, daß mitten unter feinen Leuten Burschen mit schwarzgefärbten Gesichtern unter hohen Blechhülsen auftauchten mit kleinen spitzen Schnurrbärtchen und Bajonette gegen seine Kameraden hielten. Kaum hatte er aber gesehen, wie seinem Leutnant über den wei­ßen Rock ein rotes Bächlein lief, da wurde die ganze Welt braun und ihm fo übel, daß er Dinge beging, deren er sich nur in feiner atterfrühe- ften Kindheit beflissen hatte. Wenn das Mißgeschick ganz unerträglich wird, fo folgt das Glück auf dem Fuß. Es machten nur wenige Augen­blicke vergangen fein, als er sich ganz allein mitten zwischen den Kerls mit den berußten Gesichtern und den Blechhülsen auf dem Schädel und den kleinen Zwirbelbärtchen sah. Einer van ihnen war sogar fo frech, ihm in die Zügel zu fallen und ganz laut zu brüllen:

fjab dir man nich fo, Männeken, mach Feierabend, du hast jenuch gepaukt!"

Er merkte, daß er in Gefangenschaft geraten war, und das erschien ihm dach weitaus als die beste Lösung dieses verzweifelten Falles. Der Freche führte fein Pferd ganz freundlich vorwärts und erkundigte sich gemütlich nach diesem und jenem, bot ihm von feinem Tabak an, und bald waren sie recht befreundet, fo daß Oswin seinen anfänglichen Zorn gar nicht mehr begreifen konnte.

Aber da tarn ein Offizier quer über den Acker gelaufen und brüllte

Oswins Führer zu, jede Muskete fei notwendig, er solle sich in die

Bataille scheren, der Sachse würde schon allein seinen Weg finden.

Nun war Oswin allein, nur auf dem Ackerrain lag ein Toter, zu

dem er betrübt heranritt, und wo er kurz und einfach über die Ver­gänglichkeit alles Irdischen philosophierte, wie das besonders gern Leute tun, bei denen es mit dem Ende noch gute Weile hat. Nach geschlossenem Frieden konnte er der Dame Clymene, wenn sie noch in Dresden auf­trat, jedenfalls aber Cölestinen, Diederikchen und Jeanettchen mancherlei erzählen. Doch wie er sich die Rede zurechtkramte, entdeckte er, daß er im Grunde nichts zu berichten habe, als den vielen Krach und Knall, und er beschloß, diesem Mangel abzuhelfen und sich noch einiges anzu­sehen, was er hier hinter den preußischen Linien ohne besondere Gefahr ganz wohl konnte.

Es war aber recht wenig zu erkennen, als hier und da ein Blitzen und einige hüpfende schwarze Pünktchen, die wohl Menschen sein mußten und die gewöhnlichen Gegenstände einer Landschaft, wie Felder und Bäume, auch ein paar Häuser und Berge in der Ferne. Näher heran­reiten mochte er nicht, wiewohl er bann etwas mehr und besser gesehen hätte. Doch verzichtete er lieber auf seine ruhmreichen Erzählungen, im Notfall würde ihm schon allerlei einfallen. Dagegen sah er jetzt, wie die schwarzen Pünktchen größer wurden und größer.

Da aber tauchte entsetzlich schnell hinter dem Kamm eine unendlich lange Reihe auf. Blaue Gesellen mit ponceauroten Aufschlägen, und Oswin war im Zweifel, ob die Trompeten fo mörderisch schmetterten ober bie blanken Pallasche, die über ben dreieckigen Hüten in der Lust blitzten, Im Nu war sein Schimmel herumgerissen, rechts und links tobte es vorbei, der Boden krachte auf, daß die Erdsplitter gegen Oswins Pauken polterten wie gejachterte Wortfetzen gegen seine Trommelfelle, und schon sah er die Täschchen an den Bandelieren auf den blauen Rücken Hüpfen und das Schlagen der wütenden Roßfchweife.

Das mochte feines Schimmels Kampflust reizen, kurz, der gute Gaul galoppierte hinter den Tollköpfen her. Oswin vermochte ihn nicht zu zügeln. Und in hilfloser Angst sah er sich schon im Gemetzel. Er dachte nicht nur an sich selbst, ihm hatten die Blauen so gut gefallen, wie sie herankarriolten in Schweiß und Schaum, daß es ihm betrüblich erschien, wenn die Tapferen nun auch so böse Aengste durchwachen sollten, wie er noch vor kurzem. Und es kam ihm ein vorzüglicher Gedanke, der zum mindesten feinen Schimmel zu schleunigem Gehorsam veranlassen mußte. Er schlug Relraite. Retraite schlug er wie besessen, und wummerte und bummerte, daß Maria Theresia einen Riß bekam und Friedrich völlig verstimmt wurde.

©ein Schimmel blieb denn auch stehen und vorne sah Oswin bie Blauen stutzen. Einzelne wandten sich und riefen einander zu. Zwei Dutzende aber sprengten sogar eine Strecke zurück und kehrten erst