Ausgabe 
6.2.1933
 
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iaber anzupassen, müssen allerdings noch bedeutende Schwierigkeiten überwunden werden. Das Gleiche gilt auch für die homogene Signal- | rufnahme. Am meisten Kopfzerbrechen macht die sogenannte Registrier-

Verzögerung, das ist die Zeit, die zwischen der Aussendung und dem Smpfang ein und derselben Zeitsignale auf der gleichen Station vergeht. Sie wird durch die mechanische Trägheit der Apparateinzelteile und durch Me elektrischeAnschwingzeit" verursacht. Aber das gehört schon zu den Zachgeheimnissen der astronomischen Maßschneider unserer Erde.

Oer Maler Karl Spihweg.

Zu seinem 125. Geburtslage.

Von Dr. Paul Landau.

Karl S p i tz w e g war ein echtes Münchener Kind. Gar nicht weit non der Stelle, auf der der alte Peter, Münchens ehrsames Wahrzeichen ich erhebt, hat auch sein Geburtshaus gestanden, und der still zufriedene, Z behagliche Geist echt bayrischer Gemütlichkeit hat über seinem Leben wie über seiner Kunst gewaltet. Der Vater wollte nichts wissen von des Sohnes Neigungen zur Kunst; er ließ ihn Apotheker werden, und in der Münchner Hofapotheke hat der junge Spitzweg Lehr- und Provisor- phre verbracht. Lange Jahre hat Spitzweg Hinterm Ladentisch gestanden, iis zum achtundzwanzigsten, bis der Vater starb und ihm die Frei- 1 eitsstunde schlug, die verschwiegenen Wünsche seines Innern ans Licht at bringen. Das Behutsame, fein Abwägende, sorgsam Mischende, mit i tom der Apotheker seine heilsame Tränklein bereitet, ist ihm auch in Äner spätem Malarbeit eigen geblieben. Da hantierte er brummig und ach im Innern seelenoergnügt in seiner wunderlichen Werkstätte herum, Irichelte und kratzte wieder aus, bis endlich aus all den sonderbaren i Prozeduren unter Schimpfen und Stöhnen ein solch buntes blankes ILunderding von einem Bild fertig war, das dem grämlichen Meister i selbst ein befriedigtes Lächeln ablockte. Gern ist der Maler Spitzweg immer wieder eingekehrt in das krause und absonderliche Milieu seiner Lugendjahre, beim gemütlichen Herrn Prinzipal und dem gewichtigen 8 Provisor, bei den alten Dauern, den Dienstmädchen mit dicken Backen und den kleinen pausbäckigen Kindern, die als Kunden aus und ein» j z ehen, bei den Stelzbeinen und alten Mütterchen, die nachdenklich Der» »räumt auf der Bank sitzen und warten.

Als Spitzweg seine Malerlausbahn gewann, da hatte er schon sein Stoffgebiet gewählt und manche Skizze, manches sauber ausgeführte " Statt gezeichnet; er schloß sich an die alte Münchener Tradition an, die schon seit langem neben der offiziellen idealen Malerei blühte. Sein ngentlicher Lehrer war Eduard Schleich, mit dem er zum Studium : er Natur auszog und von dem er die gesättigt warme Beleuchtung der Landschaft lernte. Mit ihm hat er 1851 eine Studienreise nach Paris, London und Antwerpen gemacht; aber am liebsten wanderte er doch 1 urch die kleinen Städtchen, in denen sein Auge so viele entzückende Motive und eine aanz runde Welt des Schönen zu finden wußte, nach Nördlingen oder Dinkelsbühl, nach Meersburg oder Landsberg, vor allem t.ad) dem lieblichen Wunder Rothenburg an der Tauber, Überall dahin, do man auch heute noch ein etwas von seinem Geiste walten sieht, und - faß dann still in seinem Atelier, drei Stiegen hoch, wo die alten Giebel niteinander Zwiesprach halten und von wo man das weite Land und i ie blauenden Berge sehen kann, matte fleißig und unermüdlich vor sich in, schwer von seinen eigenen Leistungen befriedigt, stets bereit, mit dem Messer dreinzufahren und auszumerzen und von vorn anzufangen, und äoch ein Bild nach dem andern sich zur Freude schaffend und den Vielen, s ie ihn liebten und ehrten.

So hat er gemalt, bis er nicht weit entfernt war von dem Alter seines «tauchten Malerpatrons Tizian, und bann hat ihm der Tod den Pinsel aus der Hand genommen... Spitzweg lockte nicht das Rornantische Die seinen Freund Schwind. Wo er alte Einsiedler und Mönche, .verenspuk und Nymphentänze gibt, ist es nicht der Duft einer wunder- ramen Waldstimme, das Phantastische einer Vision, sondern das Behag- ich-Irdische, Traulich-Bersteckte einer eng umschränkten Existenz. In Spitzweg hat sich jene Einkehr der Romantik in der Wirklichkeit völl­igen, die schon Jean P am l in der Literatur vorweg genommen hatte. Es ist jene Uebergangszeit von Romantik zu Realismus, die wir heute d[sBiedermeier" bezeichnen. Die Dichter ließen ab von der unendlich weiten Wanderung nach der blauen Blume; sie blieben bei ihren Rosen- dcken im Hausgarten. Das hat auch Spitzweg in seiner Kunst getan. :n ihm lebte jene spezifisch münchnerische Kulturstimmung, die etwa W H R i e h l in seinen Schriften geschildert hat, da München noch viel non der Kleinstadt hatte. So begegneten sich seine persönlichen Eindrücke tritt den Kunsttendenzen der Zeit. .

Spitzweg machte Gegenstände zum Inhalt seiner Bilder, die vielfach Gehandelt wurden; er aber wußte sie innerlicher zu gestalten und mit tönern echten Hauch des Lebens, einem über alles Kleinliche hinweg- aagenben Zug des Ewigen zu durchdringen. Schon (ein erstes Bild ft dafür Beweis:Der arme Poet", der 1837 auf der Kunstaus- cllung großes Aufsehen erregte und heute in der Münchener Neuen Binakothek ist. Wie da der hungrige Dichter im Bett lingt in der kalten Dachkammer, in die es hineinregnet, unter dem roten Schirm, und Verse 'andiert, das könnte HolteisLorbeerbaum und Bettelstab" illustrie- i$n ober eine Posse von Nestroy; aber es ist weder sentimental noch ynisch gegeben, sondern mit einer humorvollen schlichten Güte, die trotz leinlichen Beiwerkes aus dieser malerisch reizenden Enge ausstrahlt. Das Sujet ist malerisch gesehen und gestaltet. Das ist es, was Spitzweg über !rine Zeitgenossen Hinaushebt und seine Bilder noch heute mit Heller mreude anschauen läßt. ..

Nicht die Inhalte machen die Welt Spitzwegs aus, nicht die stricken- !zen und lesenden Mönche, nicht die knickebeinigen Bürgersoldaten, nicht iäe Freuden und Leiden des Philisters. Was aus feinen Bildern uns iiitgegenlächelt wie ein Gesicht aus guter alter Zeit, bas ist die Der« f'ärenbe Wärme eines reichen Gemüts, die in Farben und Formen aus« -edrückt ist. Dieser Geist leuchtet aus der sauber blanken Nettigkeit des Wangen, aus dem bunten putzigen, überlegtgetläubelten" Kolorit, aus

dem eigensinnig krausen, drollig zierlichen Spiel und Gewirr der Linien, ruht in der spitzen feinen Art, wie die Figürchen und Gestalten in den Raum gesetzt sind, wie sie sich aus der Natur, aus der Gasse heraus­heben, liegt in den traulichen gehaltenen Tönen, in die die epheuumspon- nenen alten Gemäuer, die Türme, die freundlichen Dächer und Stabt- sllhouetten warm und weich gebettet sind, in dem hellblau lachenden Himmel mit den weißen Schäfchen-Wolken, dem heiteren Rahmen seiner Bilder, der bas neutrale Braun der Landschaft mit seinen bunten Tönen und Hellen Lichtern zur Einheit zusammenfaßt.

Spitzwegs Kunst ist nicht nur eine Freude für die Herzen, sondern auch ein Fest für die Augen. Vom Zeichnerischen, das er zunächst für dieFliegenden Blätter" mit ergötzlichem Humor des Striches übte, ent­fernte er sich immer mehr; immer wärmer und leuchtender wurden seine Farben, immer lockerer und leichter seine Harmonien, immer delikater die farbigen Akkorde. Unleugbar hat französische Kunst auf ihn gewirkt; noch stärker freilich der Kolorismus der alten Holländer. Für das farben­reiche Bukett feiner Bilder geben Brouwers glühende Farbenfinfo- nien am ehesten ein Vorbild. Der Wohllaut feiner Farben, die im Son­nenlicht spielende Helligkeit eines Waldinnern, die lockere Gelöstheit des Farden-Auftrags ist ihm jedoch von Franzosen, vor allem Diaz, dann den Meistern von Barbizon, wie Daubigny, übermittelt worden. Der beste Beweis für die Veränderung seiner Palette durch di« französische Reise ift fein herrliches,Frauenbad von Dieppe", das in feinem ganzen Werk vereinzelt steht. Wie hier von den feinsten Nüancen des Gelb, ®rüu und Weiß sich einzelne Töne von Blaurot und Rosa pikant abheben, das ist von einer an Corot gemahnenden Feinheit.

Spitzweg kennt überhaupt nicht die neutralen Töne, bie berühmte braune Sauce", die zu jener Zeit als Einheitston herrschte. Die Schat­ten hellt er durch rote Lichter, durch hellgrüne, btougraue Nüancen auf, mit kecken Farbenspritzern und Tupfen belebt er die Hintergründe durch rote, grüne, gelbe Flecke und stimmt die Farben auf das Feinste zu­einander. Am liebsten aber schwelgt er in vollen starken Akzenten, in Preußischblau ober Violett, in aparten Tönen von Ocker und Grün, und in seiner Leidenschaft für melodisch weiche Farben wird seine Süße sogar zur Süßlichkeit, wenn er sich in Skalen des Rosas ergeht.

An seinen Sonderlingen und Hagestolzen gefallen ihm vor allem tfjrä hellblau und blaßgrünen Röcke, die gelben und mattgrauen Hosen, die apfelgrünen Westen, die dunkelroten und orangefarbenen Schnupftücher. So erhalten seine Bilder etwas Geschmäcklerisches, Delikates, geben eine vollendete farbige Sinfonie. Ja bisweilen steigert sich das sogar zu einem juwelenhaften, unruhigen Leuchten und Schimmern, das die enge Alltags­welt in die Märchenlust von Tausend und eine Nacht taucht. Und bann mag es wohl geschehen durch das Wunder der Kunst, daß plötzlich der Philister zu einem verwunschenen Prinzen wird und der Maler der Kleinstadt zu einem mächtigen Zauberer...

Oas Mangobaumwunder.

Roman von Leo P e r u tz und Paul F r a nk.

Nachdruck verboten. Copyright by Albert Langen, Münchetz

(Fortsetzung.)

Da ist sie", sagte der Baron plötzlich leise, und im gleichen Augenblick erhob sich der plattgebrüdte Kopf der Schlange zwischen den grünen Blättern. Mit ruckartigen, blitzschnellen Bewegungen wand sich in der nächsten Sekunde die Tik Paluga zischend an der Reitgerte empor.

Schlagen Sie zul Jetzt! Schlagen Sie zu! ries der Baron halblaut. So. Nun ist's genug. Da liegt die Bestie. Genug jetzt, Doktor! Hören Sie auf! Sie prügeln mich ja wie einen Schulbuben!"

Dr. Kircheifen hatte wie ein Wütender mit seinem dünnen Bambus- stock auf die Schlange losgeschlagen und schlug noch immer weiter, jetzt aber auf des Barons Schienbein und Knie, denn die Tik Paluga lag zuckend in einem Winkel des Treibhauses, in den sie der Baron mit einem raschen Ruck seiner Reitgerte geschleudert hatte.

Der Arzt hielt inne. Er begann sich der maßlosen Aufregung zu schämen, die ihn, den jungen, starken Mann überwältigt hatte, während der Greis dort drüben wie der richtige Jäger kaltblütig und selbst- beherrscht geblieben war.

Ist sie tot?" fragte er erschöpft und außer Atem.

Die eine wäre erledigt", sagte der Baron ruhig.Aber ich wollte Ichwören, daß noch mehr von dem Ungeziefer in dem Untraut steckt. Nehmen Sie die Schaufel, Doktor, und nun los! Heraus mit Ihrer Mimosa pudica und wie das Zeug sonst noch heißt!"

Alle die kostbaren Urwaldpstanzen Ceylons, die seltenen Farne, die herrlichen Orchideen, der zierliche Zwergbambus, die blühenden Lianen, alles wurde erbarmungslos ausgerissen, und flog beiseite, wo es sich, nun wirklich totes und wertloses Unkraut, zu einem häßlichen Hausen Gestrüpps sammelte. Langsam kam unter der grünen Pflanzendecke bie rotbraune Erde des Treibhausbodens zum Vorschein.

Plötzlich warf der Baron seinen Spaten beiseite, und griff nach der Reitgerte,Achtung!" sagte er.Dort ist die zweite!"

In der Tat, von dem dicken holzigen Zweig der weinrot blühenden Liane hob sich der grünlich schillernde Leib einer zweiten Tik Palnga ab. Sie tag beinahe bewegungslos, nur der plattgebrüdte Kopf schob sich in langsamer, verdrossener Bewegung von rechts nach links.

Der Baron holte mit der Reitgerte aus.Ich treffe den Kopf! flüsterte er.Schlagen Sie sie gleichzeitig leicht auf den Leib. So jetztl He. du Bestie! Warst du in Teufelsnamen in Indien geblieben! Was hattest du in meinem Treibhaus zu suchen?"

Vorsichtig stieß der Baron mit dem Fuß die tote Schlange beiseite. Dann bückte er sich wieder nach dem Spaten; aber im gleichen Augen­blick stieß er einen Ruf des Staunens aus, und fuhr mit der Hand an seinen Kopf.

Wo ist mein Hut? Doktor, haben Sie mir den Hut vorn Kopf ge­rissen? Herr des Himmels! Dort oben schaukelt er!"

Mitten im Raum, wie von unsichtbaren Händen gehalten, schwebte der Hut des Barons. Ganz verdutzt blickte [ein Besitzer in die Höhe.