ftarttm gespielt als mit Papierpuppen In England wird 1463 bereits tp jhmon hnht'n fid) nur lv-en'iae Ein^eik'arte'N, kein -gcl'NZtes Spt»'Sl er halfen^ Mer die schnell wachsende Verbreitung erforderte bald eine t lliaere Herstellungsart. Zunächst griff man zur Materei mit Patronen, uMddurchdenHoiüchn-itt, später auch durch den Metallstich Mtrö t i Äb«" ™ Deutschland entwickelte sich bald ein HiihSr Handelszweig, dessen Mittelpunkt Ulm war. Der Rat von Benedia sah sich im Jahre 1441 zu einem Erlass veranlaßt, der. che v netianischen Kartenerzeuger gegen die deutsche Konkurrenz schützte. Heute sind Altenburg, die Skatheirngt, und Stralsund tw wichtigsten Rutschen Herstellungsorte. Die Figuren aus den Spielkarten haben im , Lause der Jahrhundert« manche Ilmwandlung erfahren, che «>chnei- dcnchte wohl während der französische» Revolutwn, als sie durch po.i- tische Allegorien im Zeitgeschmack ersetzt wurden. Sie konnten sich aber ebensowenig behaupten wie die von üapoleon an ihre totelte gZetzten Karten, zu denen der berühmte Maler David -di-e Entwürfe
Die Spielkarten, die als Kinderspiel ihren Einzug gehalten hatten, entwickelten sich bald als ein Glücksspiel, das das bis dahin bevorzugte Würfelsviel in der Volksgunst immer mehr verdrängte. Di« Kirche und der Staat der dann später durch di« Kartenstouer -aus der neuen Leidenschaft Stutzen zu ziehen verstand, zogen frühzeitig mit heftigen Verordnungen gegen das Spiel zu Feld. Schon 1397 wurden in Deutschland wie in Frankreich allgemeine Verbote erlassen, wahrend sich di« Synode von Oangres 1404 ausdrücklich gegen das Kartenspiel der Geistlichen ivaiidte Am 5. Mai 1423 schleuderte der heilige Bernhard von Siena eine flammende Philippika gegen die Glücksspiele von den Stufen der Kirche St Petrowius in Bologna und veranlaßte die Menge, ehre Spielkarten, Würfel, Schachspiele herbeizub ringen, die auf öffentlichem Platze verbrannt wurden. Ein ähnlicher Fall ereignete sich wenige Jahre später in Paris Interessant ist der in verschiedenen Ländern, z. B. in der Bretagne und Dänemark, von der Geistlichkeit unternommene Versuch, das Kartenspiel, das sie nicht ausrotten kannte, der Kirche und dem Labe Gottes -dienstbar zu machen; in Linderform überlieferte geistliche Auslegungen -des Spiels, die bis in den Ausgang des Mittelalters zurückreichen, beweisen das ebenso wie die noch zu Beginn unseres Jahr- himderts in Tiroler Kapellen neben den Heiligenbildern in einem Beutel- djen aufgehängten geistlichen Spielkarten; aus ihnen zog sich der Hilse- unb Trostbedürftige einen guten Rat in Form einer Karte.
Verbote und Ablenkungsversuche vermochten aber nicht, den Siegeszug des Kartenspiels als weltliches Vergnügen auszuhasten. Alle Stände wurden gleichermaßen von der Spielletdenfchaft ergriffen, in der elendesten Kneipe wurde ihm ebenso gehuldigt wie in den Salons, und mit vollem Rechte konnte Voltaire im Jahre 1760 au Mad. du Def- funt schreiben: „Die Karten füllen alle Mußestunden der sog. guten Gesellschaft von einem Ende Europas bis zum andern." Und ein Voltaire von heute könnte, den Triumphzug des Bridge-Spiels in den letzten Jahrzehnten erwägend, dieselben Worte sagen.
Das Meer und die Kohle.
Aus der Urgeschichte der Erde.
Von Dr. Emil Carthaus.
Daß mir in den Steinkohlen den schwarzen Diamanten, wie man sie wegen ihres hohen Wertes für die Industrie und die ganze Volksrvirt- idyaft mit Recht genannt hat, auf natürlichem Wege verkohlte Pflanzen- rcfte vor uns haben, darüber besteht' kein Zweifel mehr. Ebenso ist man zu ider Erkenntnis gekommen, daß die Pflanzen, aus denen sich di-e Steinkohlen unter Luftabschluß durch überlagernde Erd- und Gesteinsmassen oder auch unter Wasserbedeckung gebildet haben, meistens an «der Stelle gewachsen sind, an der durch ihre allmähliche Anhäufung in auf- ein-anderfolgen-den Geschlechtern die Kohlenflöze «ntftauben. Da die Geologen Aehnliches in den Torfbildungen unserer -europäischen Moore sahen, wo -eine Psl-anzengeneratian auf der anderen heranwächst und sich die abgestorbenen Generationen -unter Luftabschluß nach und nach in formlose braune oder braunschwarze Massen verwandeln, die sich mit der Zeit immer mehr der Braunkohle nähern, so glaubte man allgemein, auch die Entstehung der Steinkohle aus Sümpfe "oder Moore der Steinkohlen- und Karbonzeit zurückführen zu müssen. Gerade die deutschen Geologen haben, sich stützend auf die wissenschaftlichen Ausführungen von Prof. P o t o n i e, bis in die jüngste Zeit hinein diese Ansicht vertreten, während unter den englischen besonders der Präsident der Geologischen Landesanstalt von Großbritannien, Sir Archibald Geikie, sckzon feit Jahrzehnten darauf hingewiesen hat, daß unter anderem als solche erkennbare Ueberreste von echten Moortieren, wie beispielsweise von Gonliatiten, entschieden dafür sprechen, daß die Pflanzen, aus denen sich die Steinkohlen bildeten, in Moorwasser vegetiert haben müssen. Zur Erklärung dieser auf den ersten Blick überraschenden Tatsache weifen die englischen Geologen auf die „tidalforest" oder Gezeitenwälder tropischer und subtropischer Meeresküsten hin, die bei uns unter dem Namen Mangroven- -oder Rhizophorenwälder bekannt sind. Dies« merkwürdigen Wälder bedecken an der flachen, sozusagen unmerklich in di-e Sundasee tauchenden Dstküste der Rieseninsel Sumatra eine Fläche von 1000 Quadratkilometern. Ihr Boden ist vom Meerwasser völlig durchtränkt und wird nach der See hin fuß- ja stellenweise mehrere Meter hoch von ihm bedeckt. Landeinwärts besteht der Mangrovenwald aus salz- lieb-eiiben, bis 20 Meter hohen Bäumen und auffallend weit ausladenden Wurzeln, in feinem dem Meer zugekehrten Teil vorwiegend aus Rhizo- phoren. Es sind das zehn bis fünfzehn hoch aufragende Bäume aus hochentwickelten Pflanzengeschtechlern, die auf sehr merkwürdigen Luftwurzeln oder Wurzelstühlen ruhen, tote ragen so hoch über den Meeresboden -empor, wie sich das Wasser zur Zeit der Flut über ihnen erhebt.
Dieses eigenartige Wurzelwerk, wie auch das einiger anderer Bäume der Mangr-ovcnwäld'er erinnert uns in seinen anatomischen und bi-ologischen Verhaltnissc-n ganz aufsallend an -das der Schuppen- und Sicgelbaume — Lepidodendren und Sigillarien — der Steinkohlenflora.
Hätten unsere Geologen Gelegenheit gehabt, fid) davon -ein Bild zu machen, wie in dem, ein höchst unliebsames Dickicht und Wurzelgewirr bildenden Meeressumpfwäldern oder „Diüalsorests" unausgesetzt dw Bildung -einer ticfschwarzen, an brennbaren Bestandte-ilen sehr reichen erui.-gen Masse vor sich geht, so würden sic sicherlich di« Steinkohle schon lange aus eine an b-aumsörmige Pflanzen sehr reiche Flora zurückgeführt hab-en, die nicht, wie die torsbi-ldenden Pflanzen von heute, in Sußwafsersu-mpsen des Festlandes vegetierte, sondern in dem -salzdurchtränkten Boden der Meeresküste selbst. Bon diesem Gesichtspunkt aus wird man es erflarlidj finben -daß gerade die Kaibonperiode di« Hauptbilbu-ngszeit der Stern« kahlen' war. Trat fi-e, ebenso wie die geologische Tertiärzeit dadurch rn der Erdgeschichte besonders hervor, daß in ihr die Erdrinde dort, wo fte fidi schon über den Meeresspiegel erhoben hatte, außerordenllch hauf.gen Biegungen und Senkungen unte-rworsen nxi-r, so mußte das wel mehr als in anderen Erdzeiten zu Strandbildun-gen führen, deren Boden einer nach Art der Mangrovengewächse im Meerwasser vegetierenden Flora allnstige -Leben sbodingungen bot. Man sieht das noch -heute im ganzen indischen Archipel bis nach Reu-Guinea hin. Ramentlch m feinem Westen ihn Gebiet -der großen Sunda-Jnfeln, -ist der Meeresboden in langsamer unausgefetzter Auf- und Abwärtsbewegung begriffen, und es gibt wohl kaum eine andere Gegend der Welt, wo di« M-angrovenwa-lde» eine so große Verbreitung besitzen. Dort geht denn auck) noch heute die Bildung von tiefschwarzer, strukturloser Mineralkohle an sehr vielen Stellen und an der Dstkllst« von Sumatra sogar in sehr großem Maßstäbe vor sich Hierbei fallen aber -ebenso wie bei der Bildung -der Stein- kohlen der geologischen Vorzeit gerade di« wechselnden Hebungen und Senkungen der Erdrinde sehr ins Gewicht. Erst -t-ain-n tritt nämeich em« bis Mr Entstehung von wirklicher Steinkohle oder anthrazi-tischer Stem- kohle kührende Anreicherung des Kohle-nstoffs in den am Boden der Mangrovenwä-lder sich bildenden bituminösen «rtugen Mass« ein, wenn fie infolge von Senkungen der Ufe-rrogion, in der sie sich abgelagert haben, von tonigen oder auch f-antt-g-en Ablagerungen der her-c-in-b-rechen-den M-eeresfl-ut üb-erdeckt und auch b-ei später eintretenden Hebungen der Erdrinde von der Luft abgeschlossen bleibt. Sielst man dod) -daß alle Steinkohlenflöze zwischen ton-i-ge und sandige Schichten «i-nge-l-ag-ert sind. Erscheint dieses überall wiederkehrende L-a-gerungsv-erhältnis der totem- kohlen b-ei der Annahme, daß sie sich n-ach Art unseres Torfes aus Sumpf- oder Moorpflanzen des Festlandes gebildet haben, schon recht -gesucht, so müssen wir diese Annahme überhaupt fallen lassen -der Tat- fache gegenüber, daß sich in heißen Klimoten überhaupt kein« Torfmoore bilden können. Geht doch hier die chemische Zersetzung der letzteren sehr schnell vor sich. 9iun läßt aber der gonge Charakter der in der Steinkohl-enformation begrabenen Pflan-zenreste, na-mentlid) der haushoch emporgewachsenen Lepidodendr-en, Sigellarien und -der als C-ala- mi-ten bezeichneten urtümlichen tzti-ese-nfck)-ackstelha-l-me deutlich erkennen, daß sie in einem sehr warmen K'i.-ma Herangewachsen sind. Ab-er n-uht das allein: die umwallten Spaltöffnungen der Blätter dieser -und noch ver< schieden-er anderer Pslanzen-typen der Steinkohlenflora weisen u-n-imder- -I-egb-ar darauf -hin, -daß sie sich der Hauptsache nack) aus Pslanzen zu- fammen-gesetzt hat, die n-icht, wi« die Heute -das Festland bedeckenden, an die atmosphärischen Riede-rschläge oder üb-erbaupt an Süßwasser gebunden waren sondern statt dessen Meerwasser in sich aufnahmen. Das in diesem enthaltene Kochsalz kann nämlich vom Ps-l-anzenkörper nur bis zu einer gewissen Menge -ausgenommen werden, weil es sich in ihm an den Wänden seiner Gefaste abfetzt; di-e-se aber, wenn die Pflanze nicht ab- sterbe-n soll, nicht -allzu sehr beengen darf. Sich mit Meerwasser krankende Pslanzen oder Halophyten müssen -deshalb -eb-enso wie die, di-e in einem sehr trockenen Klima wachsen sHerophyten), -den Wasserverlu-st -bei ihrer Atmung auf ein möglichst geringes Maß zu b-esd-ränken suchen. Die Db-erbaut ihrer Blätter i-ft deshalb verdickt, -und di-e zum Atem der Pflanze -di-e-nenden Spaltöffnungen sind an der Db-erf-lädje entweder ausfallend vertieft oder durch mikroskopisch kleine wallartige Erhöhungen -gegen Verdunstung des Wasser möglichst geschützt.
Gerade diese, auf die Halophyten und Herophyten beschränkte Eigentümlichkeit in der Dlattbildung -derseniigen Kan-b-onpfl-anzi'n, die vornehm lich das Material zur Bildung der Steinkohlen abgegeben haben, hätte jenen Geologen zu -denken geben sollen, die nicht von de-m Gedanken ließen, -daß -die Steinkohlen, ebenso wie der Torf in Mooren und Süßwassers iimpsen vorgebildet, im Laufe der geologischen Vorzeit zu Braunkohlen und dann zu Steinkohlen geworden seien. Schon vor mehr als zwanzig Jahren bin ich auf Gru-nd meiner umfassenden geolog-scheu Untersuchungen im Indischen Archipel dieser Ansicht in Wort und schüft entgegentreten. Läßt sich doch namentlich auf Sumatra die Steinkohlen- b-ildung, wie sie wirklich vor sich gegangen i-ft, -in allen ihren Stadien deutlich «rs-ehen bis zur vollständigen Umwandlung in Steinkohle. So unter -anderem in -dem Umbiii-en-Felde, in -einem über sechs Meter -mächtigen, Millionen Ton-nen Kohle enthaltene» Flöz. Wohl bemerkt hat die Bildung dieser, -in -ihrer Heizkraft Ruhrkohle von mittlerer Güte gleich- kommenden Steinkohle, ebenso wie auch die einiger anderer Steinkohlen« -arten niederer geographischer Breiten, erst in der Tertiärzeit -ihren Anfang genommen. In den mehr den Polen genäherten Gegenden -mußten -die den tropischen Mangrovenmälbern von heute -in so vielem ähnlichen Meeressumpfwälder (Tidalforests), damals wegen der weiter und weiter fortschreitenden Abkühlung des K'imas verschwinden, obgleich, wie gesagt, -die gesteigerten, unausgesetzten Bewegungen der Erdrinde mährend der Tertiär-ze-it vielfach günstige Bodenverhältnisse für solche in die Meeresflut reichenden Strondwälde-r darb-oten. An die Stelle der Ste-inkolst-en- b-Hbun-g trat infolgedessen in höheren geographischen Breiten die Torf- u nd Braun kohlenausbildung.
verantwortlich: Dr. HanS Thyrivl. — Bruck und Verlag: Brühl'sche Universitäts.Buch. und vteindruckerei. A. Lange, Gießen.


