Jahrgang (952

Freitag, den 2. Dezember

Nummer 9H

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Es sang kein Star, kein Tauber, kein Bohnen. Man wagte es, etwas Neues zu bringen. Nach einem Vortrag überSachliches Wohnen'

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Kinder singen im Rundfunk.

Von K. R. N e u b e r t.

verveugen.

Der Direktor gab sich einen Ruck, schlug die hocken zusammen und machte erst dem Kartoffelfeld und dann dem Holzschuppen eine überaus höfliche Verbeugung. Als das erledigt war, sah er sich vor einer neuen Schwierigkeit und sagte verzweifelt:

Aber ich weiß doch nicht, wie man im Zirkus spricht!"

Du darfst norwegisch sprechen", gestattet« die Primadonna huldvollst.

Der Schwarze kann die Zirkussprache ja auch nicht!"

Sos", sagte der Direktor und knallte mit der Peitsche. Der Schwarze stand mucksmäuschenstill. Der Direktor mußte sich wohl oder übel beque­men, seinen Platz zu verlassen, zu dem Pferd hin zu gehen und ihm einige Klapse zu versetzen. Der Schwarze tat ein paar Schritte, dann gab er sich wieder mit Behagen der angenehmen Beschäftigung des Fressens hin.

Herr Direktor, Sie müssen ihn am Zügel nehmen und ihn im Kreis herumführen", sagte Miß Rosa.Und wenn ich mich erhebe und auf einem Bein stehe, mußt du das Publikum sein und klatschen und Blumen werfen."

Ich möchte auch ein bißchen Miß Rosa sein", versuchte Bübi.

Du bist auch nie zufrieden, nun kannst du schon gleichzeitig der Direktor und Publikum sein. Außerdem bist du doch auch tejne Darne.^,

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jX nach hinten, daß er stramm wie eine Leine war. ein mit der Angst:

krank werden oder sterben? Anning? Ich hab daß wir keinen Unfug machen."

«ortete Anning mit der ganzen Ueberlegenheit .'benjährigen Knirps.

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i Schwarzen genügend eingepinselt. Die Leim- Mutti nur nicht böse wurde. Aber, na, das war ibend sollte Großmutti ja kommen. Dann begann )sa zog ihr Kleid aus, schnellte ihre Schuhe von :. Dann gab sie der Leiter einen Tritt, daß sie is Reitkostüm bestand aus einem gestrickten Leib-

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Wenn sie schon lang« im Alltag leben...

'. wurde ein. St 5 Hörle,

SletzenerZamilienblötter

Unterhaltungsbeilage zum Eichener Anzeiger

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rektor und mußt in der Mitte stehen und kom» sich in die Höhe springe, bist du das Publikum d jetzt mußt du schrecklich ehrerbietig sein, Henn sa. Und dann mußt du dich vor dem Publikum

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Miß Rosa.

Von Barbra Ring.

Mutki, darf ich mal die Leimslasche haben?"

Bübilein kam in die Küche gestürzt, heiß, mit brennenden Backen und leuchtenden Augen. Er hatte nicht mal Zeit, die Tür zuzumachen. Mutti hatte eine Küchenschürze um und rührte einen gelben Teig mit lauter schwarzen Fliegen drin, es sollte sicher ein Korinthenkuchen werden.

Wer braucht denn den Leim?" fragte Mutti. Mutti war ost sehr miß­trauisch.

Anning muß ihn ganz notwendig haben", antwortete Bübilein und sah angestrengt auf den Boden. Anning hatte ihm streng eingeschärft, nicht so dumm zu sein".

Wozu braucht Anning denn unbedingt Leim?" fragte Mutti mit ihrer süßesten Stimme. Sie hatte mit AnningsBedürfnissen' schon die schlimm­sten Erfahrungen gemacht. Wenn Anning irgendwas besonders bedenk­lich erschien, wurde Bübilein immer vorgeschickt. Bübi antwortete nicht ei^wnX-iaiL lehr keaailen aus. Mutti konnte in seinem süßen Gesichtchen

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geschmiert, damit Miß Rosa nicht herunterfallen könnte dazu braucht« sie die Leimslasche. Es war dem Schwarzen nichts Neues, daß die Leiter gegen seinen Bauch gestellt wurde, wenn Anning reiten wollte, aber daß Anning da endlos stehen blieb, ihm etwas Kaltes über den Rücken goß und es dann mit einem Pinsel verrieb, das hatte er doch noch nicht erlebt! Er drehte den Kopf und fing an, mit dem Schwanz um sich zu schlagen.

fuiU mal keinen Schwanz fest", kommandierte Anning. Und Bübilein

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teig. Der Kuchen schmeckte eigentlich immer besser ehe er gebacken war. Fünfmal konnte Bübis Fingerchen in den Teig fahren, ehe Mutti wieder zurück war. n

Nun macht aber auch keine Dummheiten nut der Leimflasche , mahnte III

Aber nein, Mutti." Bübilein war mit einem Satz draußen aus dem Hof. Hinter dem Holzstall saß Anning mit aufgelöstem Haar auf einer Leiter.

Hasi du sie? ^sandte und streckte ihr seinen Schatz entgegen

Manchmal bist du doch zu gebrauchen", lobte Anning gnadig 'hol nun die Peitsche, und komm her." «re schleiften b,e Leiter zwischen sich her und zogen um den Stall auf die vorderste Koppel, wo der Schwarte" feftaebunben stand. Gestern waren Anning und Bübilein mit Vater im Zirkus in einem großen Zelt gewesen. Seith^ war Annings heißester Wunsch, so zu werden wie Miß Rosa. Miß Rosa stand auf einem Sein auf dem Pferderücken und sprang durch Reifen aus «eiden- papier Anning wußte ganz genau, daß ihr Wunsch erfüllt werden wurde weil sie doch abends gebetet batte:Lieber Gott, mach doch daß ich eine Kunstreiterin werden kann". Und der liebe Gott war doch so gut. jo gut, und es war so lange her, daß si.i unartig gerne en war er hatte doch wirklich keinen Grund, ihr diesen Wunsch Ä^Nerluck machen

Und nun wollte sie mit Dem Schwarzen den ersten Besuch machen. Vater hatte ihnen erzählt, das Zirkuspferd wäre mit irgendwas em

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gelang es ihnen, Miß Rosa los zu kriegen, aber das Resultat war, daß der Schwarze ganz mit feinen, rosa Wollhaaren bedeckt war. Nun begann die Angelegenheit doch besorgniserregenden Charakter anzunehmen. Der Unterrock sah schauderhaft aus. Und hoffentlich bekamen sie den Schwar­zen wieder in Ordnung, bis Großmutti abgeholt wurde. Aber anderseits konnten sie die Vorstellung doch nicht so plötzlich abbrechen, gerade in dem Augenblick, wo Miß Rosa springen sollte. Miß Rosa erhob sich einen Daumen breit vom Rücken des Pferdes und fragte ttiumphierend:Bin ich nicht schrecklich hoch gesprungen?"

Das Publikum trabte tapfer in der Sonnenhitze im Kreise herum, den widerstrebenden Schwarzen hinter sich herziehend. Der Schwarze sand es abscheulich. Wenn Anning ruhig auf seinem Rücken sah, ging es nach, aber daß sie nun anfing, aus ihm spazieren zu gehen, und rum­zuspringen, das war wahrhaftig zu viel! Wenn das so weiter gehen sollte, war er entschlossen zu streiken. Schließlich wollte man doch sein Futter in Ruhe und Frieden verdauen! Aus Miß Rosas Fragen antwortete das Publikum wahrheitsgemäß:

Ich hab gar nicht gefehn, daß du Überhaupt gesprungen bist."

Miß Rosa war aufs tiefste empört, wie eine wirkliche Primadonna, bereit Kunst nicht gebührend bewundert wird.

Jetzt paß gefälligst auf. Du mußt klatschen und Blumen werfen." Gehorsam bückte sich das Publikum und pflückte eine Hand voll Gras. Und Miß Rosa hüpfte abermals ein paar Zentimeter in di« Höhe.