der Schmidtkonrad,he wird fdjom

Hab' nur Geduld", erwiderte

kommen."

an

freundes nicht vergessen.

.Schwätz emal von der Färb', die

VIII.

bin

Eck

Verantwortlich: Dr. Hans Thhriot. Druck und Perlag. Prühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei, 2i. Lange, Gietzen.

t tt tt-i"

heilen.

Grübeln, verdächtigen. Liebschaft. Haß. bevormunden. Im ungewissen.

leicht seine gliick-

Sie brach ab. Man sah's ihr an, das Bekenntnis war ihr nicht geworden.

Da der Franz schwieg, stand sie auf und legte die Hand aus Schulter.

Latz mich net im Strandel stehn-ff-f. Glaubst du etz, datz ich

Ain Spritzenhaus war ein Zettel angeschlagen, auf dem mit Blau- "stist gut leserlich geschrieben ftanb:

Heut abend 8 Uhr findet im Gasthaus ,Zum Lamm' eine Wähler- versammlung statt, wozu alle wahlberechtigten Ortsbürger eingeladen werden."

Die 'Aufforderung ging von den Parisern aus, das war allgemein bekannt.

Schon vor der festgesetzten Zeit satzen in der unteren Wirtsstube der Bornschorsch, der Schusterjakob und der Stoffel im Stiimpcheseck bei- sammen. Zu ihnen hatte sich der Salomon Levi gesellt, der mit Fellen handelte und nebenbei ein Spezereiwarengeschast betrieb. Er war unter ben Bauern wohlgelitten. Der Schalk guckte ihn! aus den Augen heraus, und er hatte immer ein paar gute Witze parat, die schallendes Gelächter erregten. Um die Wahlhändel kümmerte er sich nicht, weil er es mit

* Geld.

** toujours, immer.

*** den Vorzug.

schulz,aber manchem devon."

's kann Bürgermeister werden, wer will, die Steuern schasst ferne« net ab", sagte der Schreiner Maus vom Lindenplatz.

Die Steuern sein nötig", belehrte ihn der Möhlsheinrich.Stu müssen nur gerecht verteilt werden."

Du reicher Bannes mutzt's ja wissen", fuhr- der Eckschulz.auf.£>' fährst mit vier Ochsen, dein Bub' is majorenn und bezahlt kein' PenKinp Steuern. Mein Jung herentgegen muh für die paar Nickel bluten, die e> sich sauer verdient." ><-

Die reichen Bauern haben buschur" das Prä***", bemerkte ein alte« Holzmacher mit braunem, runzligem Gesicht.

Mach' du dich doch net mehlig", wandte sich der Möhtsheinrnt gegen ihn,du seist ja so dumm wie die Rächt"

(Fortsetzung folgt.)

lich sein?"

Wann's dein Glück is", sagte er leise,ich gunn dtr's von Herzen."

Aus dem Heimweg sann die Annegret den Worten des Blinden nach. Wo so ein Hatz in der Familie steckt, hatte er gesprochen, geht er ins Blut und erbt sich fort. Da war gewitz etwas.Wahres dran. Aber Zeit und Umstände änderten viel. Und widerlegte der Franz sich nicht selbst, da er gesagt hatte: die Menschen sind wlle verschieden, jeder will in seiner Art verstanden sein. Der Karl hatte keine Galle im Blut. Auch seine Mutter kam ihr freundlich entgegen. Ein Lächeln glitt über ihr Gesicht. Seiner Treuheit ungeachtet war der Franz hier doch ein wenig Partei. Wo sie gewann, befürchtete er zu verlieren Er kognte ohne Sorgen sein. Auch in der glücklichsten Eheschaft würde sie des Jugend­

entgelten lassen.

Du sprichst, wie du's meinst", entgegnete sie.In btr ist kein Falsch, das'weiß ich. Guck, Franz, wann du an mir was auszusetzen hast, sag's immer nur frei heraus. Ich sein net zimper. Etz über den Karl laß ich nix kommen. Der steht so hoch, datz keine Verbachtlichkeii zu ihm hinaüflangen kann. Und is fest in allem, was er denkt und tut. Und lätzt sich von keinem net bepfärnernf-f. Dem Backhausgeleier nach hätte die Leut' ehnder geglaubt, daß eine Kuh auf Stelzen geht, als daß der Karl und ich einig worden sein. Die Leut' reden gar viel, wann der Tag lang is. Das darf ein' net inschenieren. Ich will dir emal was im ge­heimen sagen. Daß der Karl sich so gut mit meinem Vater stellt, das red,en ich ihm am höchsten an. Mir tut er's zulieb. Guck, Franz, mein Vater is ein alter Mann. Wann er die Jahr retour guckt, hat er viel­leicht manches getan, was er heut net mehr tat. Am End' verhoppaßt sich jedes emal. 's is mein Vater. Und ich weiß, was ich ihm schuldig bin. Daß der Karl und ich.zusammengekommen sein, macht viel wieder glatt. Das hat unser Herrgott im Himmel gewollt."

Der Schäserphilipp meinte, man könne derweil einen Solo spielen Du seist net recht bei Trost", ranzte ihn der Heilmannshenner ----' x:? heut abend Trumps sein soll."

Ich wähl' den Alten wieder", erklärte der Schäfer.Der hat . meisten Schaf' bei der Herd'. Wann he denebig kommt, löst sich oro Schäferei auf, und ich verlier' mein Brot."

Der Melcher hat noch keinem zum Brot verholsen", ries der

Das läßt sich doch wieder ecken*."

"Guck'^Osprach Äe° Annegret, fid) auf einen Schemel niederlassend. Da is die Schulfrau. Dere ihr Leben hat an einem psadchen gehangen. Etz hat sie's gepackt. Sie is fieberfrei und nimmt auch wieder Rah- tUll935ne5 dann wirklich wahr?" fragte er sichtbar erfreut. ,

s is wahr. Gest' abend Hais der Spechtskarl, aus m Schulhaus 9ebe?troar das erstemal, daß sie den Namen des Liebsten in seiner Gegeiiwart nannte. Jetzt, schoß es ihm durch den Kops, mutzte er die Gelegenheit nutzen und sprechen.

Eine Weile schwieg er, bann sing er an:

Weil du gerat) den Spechtskarl genannt hast, will id) bog emal was mit dir schwätzen. Guck, Annegret, wann ich von emern schlecht denken soll, muß er schon arg verrüchtigt sein Die Menschen sind ,a auch all' verschieden. Was der eine alterniert, verlacht der andre. Und wie einer is, so tut er. Und will jeder nach seiner Art verstanden fein. Mir wird viel zugetragen. Kannst mir's glauben, mehr wie mir lieb is. Und entschnappt mir so leicht nix. Das Simelieren** wird unjereinem zur zweiten Natur. Daß der Spechtskarl nach dir geht, weiß ich schon lang. Und hab mid) gefragt, was dadebei herausspringen soll Gott soll mich behüten, daß ich den Karl oerklabaster'***. Ich setz den Fall, er tut net tanzen wie seine Mutter pfeift, und läßt sich net als Schuhspitzengucker brauchen, der Nachgang"** könnt' ihn doch gereuen. Dann wo so ein Hassertf in der Familie steckt, geht er ins Blut und erbt sich fort. Und hat «ft einer den besten Willen. Und kann net. Und 's reißt ihn mit, er weiß net wie. Meine Sag' is: Vorbedacht, was nach könnt' kommen, hat manchem großes Leib genommen. Der Acker, ben bu mit bem Spechtskarl pflügst, babrauf wirb schwerlich was Gutes wachsen.

Wahrenb der Franz also seine marnenbe Stimme erhob, saß bie Annegret regungslos ba. Hätte sonst jemanb im Dorf gewagt, sich in ihre Herzensangelegenheit zu mischen, sie wäre in Feuer unb Flamme geraten. Der Franz genoß besonbere Rechte. Bei bem floß olles aus treuem Gemüt. Unb wenn er ihr jetzt auch wehgetan hatte, sie burst's ihn nicht

keiner Partei verderben wollte. Beiläufig erwähnte er heut, er gedenke b°'",K^uzgeuütter"^r?ef der Bornschorsch,was willst du dann in dEjs ein Verwandtes von mir da gestorben", versetzte der Salomon, und ich bin von wegen der Verlassenfchaft ans Gericht bestell!.

Du sährst in einem Tag hin", sagte der Stösselich hab' sellemol vierzehn gebraucht. Dreiundsechzig am dritten $ mgfttag ts meine Lis beth mit ihren Leut' hingemacht, am 14. August sein ich abgedampsi Zuerst nach Köln, dernoch nach Lüttich. Da hat mir keins gesagt, daß ich umsteigen müßt'. Und fuhr statt nach Paris nack) Brussel Etz war guter Rat teuer, dann ich fjatt net genug Mops . In Brussel ging ich in eine große Kirch', da war ein Parrer. Dem zeigt ich mein Patz, ße schüttelt den Kopp und sagt':Je ne comprends pas Das hab ich babenad; noch oft gehört. Und mußt net, was es bedeuten sollt. Ich traf aber doch ein', de/hatt' ein Maul wie ein Advokall Und tat Deutsch und. Französisch durcheinanderschwätzen. Und bracht mich vor die Stadt unix mies mir, wo enaus zu dos Paris lag. Ich macht mich auf d.eLappen und dacht', unser Herrgott verläßt kein Deutschen net. Die Nacht hob ich unter Strohhausen und Hecken geschlafen. Und sein auch emal in. einem Haus eingekehrt, da war Hochzeit. Und krag so viel zu essen, ba® ich für ein paar Tag mein' Ranzen stoppen könnt. Eines Abends seia ich dann richtig nach Paris kommen. Und war em Spektakel, baß ich schier burmelig würd'. Und wollt' gleich wieder eraus. Auf einmal seh ich eins bie Straß' herunterkommen. Unb denk , den kennst du doch. IBid war weiß Gott der Hinkelsfauler aus der Mittelgaff. Gu n Abendl sank' ich, wie tut's dann? 's tut so, spricht er, hier heißtS die Obreit steif gehalten. Nu führt' er mich gleich bei meine Lisbeth. Das war eine Freud'!

Der Salomon lachte aus vollem Halse.

Was find dann die Franzosen eigentlich für Leut'?" fragte er.

Die sein ausklugiert", antwortete der Bornschorsch.Wer hat baiim bei "uns in ben sechziger Jahren schon an Straßenbampfwalzen gedacht? Kem Mensch. Ich hab' in Paris sieben Stuck laufen sehn. Vorwärts un» rückwärts. Die Gemiiteräser bogen um bie Ecken, baß ich Maul un«

Die Franzosen sein auch freiheitlich", gab ber Schusterjakob feine* Meinung kunb,und lassen fid) net soviel von der Polizei gefallen wir mir. Unb haben einen heißen Kopp. Wann eins Gall m fid) hat, Dir muß eraus. Darnach is alles gut."

, Die Hauptfach' war", sagte ber Bornschorsch,wir haben ein schon Stück Gelb verbieni. Ich halt' ben Monat meine achtzig, auch neunzii, Franken Unb war einer ba, ber schrieb sich Weller unb war aus Enz­heim. Der ging in eine Zuckerfabrik. Unb trug am Samstag (eine vierzig Franken nach Haus."

Der Stoffel wiegte ben Kopf hin unb her.Das war all recht gul unb schön. Wir sein aber boch sroh gewest, wie zum Rückmarsch gebla eil murb. Von bem Zores im Jahr 70 macht sich keins kein Begriff An ber belgischen Grenz' hieß es, bie Männer müßten retour, bie Weibsleut könnten weiterfahren. Um ein Haar, unb die Beamten hätten den Buckel voll gekriegt. Hernach haben sie uns doch durchgelassen. Am 24. Augu!« morgens um fünf hab' ich droben vom Wingertsweg zum erstenmal wieder uns' Kirchturm gesehen. Und hab geheult wie ein klein Kind.

Er ftanb auf, feine Bewegung zu verbergen, öffnete bas Fenster unio spuckte hinaus.

Es schlug acht. Der Wirt kam herein. Er hasste an biesem Abend et« gutes Geschäft zu machen unb ries:

Ihr Herrn, 's wirb Zeit!"

Der Salomon Levi brückte sich. Die übrigen gingen in bas Solche« hinauf, bas sich bereits zu füllen begann. Zumeist waren es Pariser, Die an ben langen, schmale,, Tischen sahen, boch waren auch Partelgangm bes Altbürgermeisters unb allerlei kleine Leute zur Stelle. Der Schwei - zersluis, ber ben Auftrag erhalten hatte, bie Versammlung zu leiten,, ließ aus sich warten.

Wo bleibt he bann?" fragte ber Brückenhannes.