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Unterhattungrbeilage zum Eietzener Anzeiger

Zahrgang (952

Zreitag, den 3. )uni

Nummer 42

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Von Äax Mell.

inb großen Bilder an, mit denen die Wände vollhingen und welche die

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nit ihren Darstellungen nichts gemein und es konnte nicht aus dem An- liB einerVerlobung", wie man in den 'Alpen vom Gelöbnis sagt, hier­an gestistet sein. Ich betrachtete es mit wachsender Teilnahme. Die liguren standen wohl etwas steif darauf und verrieten, daß der Maler t ner bäuerlichen Welt angehört halte; allein es war keine, die nicht i*r Eigenleben verraten hätte; ihre Augen glänzten mit Gewalt aus den Gütlich und besonders gezeichneten Gesichtern, aus Gewandung und Ge- i*t sprach Phantasie, und im ganzen lebte ein heimliches und starkes ilichterisches Empsinden, so daß ich mir das Bild als eine schöne und er-

euenbe Begegnung vor dem Auge noch manchmal wiederholte, als ich

schwarzen Haar und Bart und den glühenden schwarzen Augen, durch seine einsamen Berggänge auch in stürmischen Nächten und im Winter, und nicht zuleßt mit seinen lauten heftigen Selbstgesprächen vielen Leuten unheimlich wurde. Dennoch, wer etwas malen lassen wollte, kam

hereinstürzende Wasserflut, ein wildes Ge­ren immer mit einer Wahrheit gemalt, die und als einmal ein Kind vor dem Drachen, Zeorg gemalt hatte, jämmerlich zu schreien und meinte, nun habe er's getroffen. Das iir die Leute ja nicht schrecklich genug auf» !i erlangte er ihre ganze Zufriedenheit. Nur hrie ober die Deifaltigkeit in der Glorie, die I thronen pflegten, meist etwas kümmerlich b entfernt, und man meinte ihrer nicht recht s sah geradezu aus, als ob jemand versucht am des weiteren hinzu, daß der Maler auch flegle, mit denen er vortrefflich neue Farben chl eigentlich Gold machen wollte; und es erdacht hegten, ob er es nicht mit finsteren

zier immer uuueie uie,e wefiuiteu ui piuu^uyeii yuiuen uv, ui» lepie Figur jedoch malte er nicht den Tob, sondern grausenerregenden An» sehens, den Teufel und schrieb darunter: Ich hole euch alle.

Der Bauer kam, nachzusehen, wie sein Bild geraten wäre; und et brachte seine Enkelkinder mit, die ihn auf dem Kirchgang zu begleiten pflegten und die er bei jenem ersten Besuch vor der Tür hatte warten lassen. Da sie nun das Bild, das sie wohl kannten, prangend von bunten Farben vor sich ausgestellt sahen, schrien sie auf in Lust, weil es so schön geworden, und in Freude, weil sie so etwas auf ihrem Hof haben sollten. Der Großvater, zuerst erschrocken, lachte, daß er es ihnen recht gemacht, und hielt seinen weißen Kopf unbedeckt, wie in der Kirche, ganz nahe vor jede einzelne Figur und die Unterschrift. Die Jugend zeigte mit vielen Ausrufen auf jede einzelne Gestalt; sie sprachen über eine jede, und der jüngste Bub sagte mit strahlenden Augen, der Soldat gefiele ihm am besten, so schön wären sein Schnurrbart, seine Pluder­hosen und sein Gewehr; der zweite Bub meinte, ihm gefiele wohl bei Papst am 'besten, und wandte den Blick nicht von der dreifachen Krone, obschon diese etwas matt geraten war. Der dritte war ein naseweiser junger Bursch, der den Dirnen schon nach den Waden [ab, und dem ge­fiel das Mädchen am besten, weil es recht rund sei und so rote Backen habe. Das kleine Mädchen, das ein wenig scheuen Wesens war, sagte, ihm gefiele der Arzt am besten in seinem schwarzen Talar. Der Groß unter aber nickte vor sich hin und sagte, der Bauer wäre doch am schönsten anzusehen, der ernähre alle, und sie sollten nur bauen und brav bleiben. Alle aber waren sie einig darin, daß ihnen der B»»mt:

wcaaiien zu tun patte, mit denen er etwa in Venedig ein Bündnis geschlossen;' denn in den welschen Städten kam vielerlei vor, was den Leuten im Gebirge nicht gefiel. Jene Machte hätten ihm für ihre Hilfe bei feinen Arbeiten wohl gar zur Bedingung gemacht, die heiligen Ge­stalten auf den Bildern ganz klein und unscheinbar zu lassen, während die Nachstellungen, die sie den Menschen bereiteten, großartig an den Wanden der Sirdje zu sehen wären. Die Vernünftigen aber meinten, die Bilder würden doch geweiht und da entflöhe alles Böse, das sich etwa einschliche; und man hätte keinerlei schlimme Zeichen wahr­genommen. »

Eines Sonntags in der Fastenzeit, als die Messe gerade aus war, kam ein alter Gebirgsbauer zu dem Maler, zog ein ganz mürb ge­wordenes und schon in mehrere Teile zerfallenes Blatt aus der Tasche, entfaltete es, die 'Augen ganz nahe dazu führend, denn er sah schon sehr schlecht, und breitete es dem 9)1 aler auf den Tisch aus. Der Maler be­trachtete es und sprach:Das ist ein Kupferstich, was wollt ihr damit?" Der Bauer meinte, das Bild hielte nicht lange mehr aus; er möchte aber, daß es auf dem Hofe bleibe, fo wie er es ererbt habe, und ob er es ihm neu machen könnte. Der Maler entgegnete, er könnte es ihm nur auf Holz und in Farben malen, ob er damit einverstanden wäre -Unll^ch^^^^^^^^^^^esdam^^^datw^af^^e^va^r^s

Neigen.

Bon Emanuel von Bodmann. Hier will ich bleiben, mitten im Walde, Strecke mich in den Sonnenschein,

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usdrucksweise der Türken- und Peft-Zeit,5<arntneri|a)er xan» Unrärft", und da ich es nachfchlug, erfuhr ich über jenes Bild die fol- S nbe Geschichte.

Vor Jahren, bald nachdem ein auffälliges Wunder den Zulauf der Wallfahrer nach diesem Kirchlein wieder einmal erhöht hatte, kam ein Unger Mensch, Kind dieses Landes, von mehrjähriger Wanderschaft nieder heim. Er war in der Fremde Maler geworden, hatte viel gesehen "»d etwas gelernt. Sein Vater hatte ein unweit gelegenen Bergwerk mit betrieben und ihm Haus und kleines Vermögen hinterlassen. Ob I "er Kunst wurde der Ankömmling mit Achtung aufgenommen, es lmben sich Gelegenheiten, daß er seine Geschicklichkeit zeigen konnte und l-a,n wußte von ihm bald weit ins Land hinein. 'Nun erwies sich mit der daß dieser Mann und die Leute nicht recht zusammenpaßten. Am c wtshaustisch, an dem er sich anfänglich manchmal einfand führte er s: chfahrende und schnell aufbrausende Reden, die verrieten, daß er viele Mae auf Erden verachtete, die bei andern in Ansehen standen, von [ !*er Kunst aber eine stolze Meinung hatte, die wieder die andern nicht ' len konnten, worüber sie, wenn sich dies unbeholfen äußerte, von ihm die lächerlichsten Patrone auf der Welt hingestellt wurden. So stieß s, Ze den ab, der sich ihm genähert hatte, und die etwa zu Anfang daraus "«acht waren, daß er ihre heiratsfähigen Tochter vor Augen bekäme, litten in ihrem Beginnen bald eine Abweisung solcher Art, die sie kaum 'Jen in begründende Worte fassen können, die sie aber nie verziehen /' keine Freundschaft um ihn; und wie die Jahre gingen, kam es daß er sich immer mehr abschloß, daß er mit feinem dichten

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In einem hoch in den Bergen gelegenen Wallfahrtskirchlein in , ! ärnten, dessen Ruf übrigens über die nächsten Talgoüe kaum hinaus- islag lf;- Hang, sah ich einmal zu kühler Rast auf einer Wanderung die kleinen

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unfehlbar zu ihm. Es gab nämlich etwas ganz Besonderes, das die Menlcben au ihm ton Wenn er auf Verlobungsbildern oder sonstigen e oder große Gefahren ober etwelche Un- , PICW then bie immer wirklich zum Fürchten aus