leinen Hauptspaß im Blühen und Duften ur!° öercHlgJr j, darin kein glänzendes Zeugnis ausstellten. Einmal, so er,zählte der Buschur, findet. Auch die Wiesenblumen durften kaum ihren hockst। S «beim» i hatte sie dem Koufmann Witzenbacher in der Stadt einen Korb Eier mit

erbhrfen, vermittels Anlockung der Jnsekten^die Befruch g h 4^ | den Worten angeboten:Wann Ihr rat', wieviel Eier ich im Korb hat»',

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fuhren und dadurch den Blumenumsatz der Saison zu steigern, sondern

Oie pariser.

Roman von Alfred Bock.

(Fortsetzung.)

ich vermute, daß sie frivol und oberflächlich genug find, ihre schönen Farben und angenehmen Gerüche als Selbstzweck zu betrachten, wie ja auch der geistig so viel höher entwickelte Mensch, wenn er liebt, meist erst in zweiter Linie an die Erhaltung der Art zu denken pflegt. Kurz: alles, was nicht vollständig widerlich ist, wird ohne materiellen Zweck unternommen.

Und auch diese ziemlich verständige kleine Betrachtung wurde nicht deshalb ersonnen, weil Sie, sehr geehrte Redaktion, von mir einen Bei­trag haben wollten.

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Wasser."

Run wollen mir aber zum besonderen Verdruß aller Samumisten noch einen Schritt weitergehen und rundheraus erklären: Alles Wertvolle ist ledialich Spielerei, und alle menschlichen Betätigungen bleiben nur solange wertvoll als sie eine Spielerei sind, oder bekommen erst in dem Augen­blick einen Wert, als sie zur Spielerei werden. Dies zeigt sich schon im täglichen Verkehr. Alle höheren Menschlichkeiten, der sog. gute Ion, die Wohlerzogenheit, die gesellschaftlichen Formen sind völlig nutzlos und in vielen Fällen sogar völlig sinnlos. Es ist gänzlich ohne Nutzen und Sinn, auf der Straße, ohne daß man unerträgliche Hitze verspürt, plötzlich den Hut zu lüften; am Abend eine anders geschnittene Weste zu tragen als am Vormittag; einer Dame im Omnibus den Platz einzuraumen oder gar ein Gedicht auf sie zu machen; es ist ohne jeden praktischen Zweck, Personen zu sich zu Tisch zu bitten und mit ihnen Liebenswürdigkeiten zu wechseln; eine Welttheorie aufzustellen, Pferde und Hunde zu halten, Leinwand zu bemalen, Schmetterlinge zu sammeln, eine neue Philosophie zu stiften: all diese Beschäftigungen sind müßige Liebhabereien, und ihr Wert steigert sich mit dem Grad ihrer praktischen Zwecklosigkeit.

Was hingegen ist keine Spielerei? Ein Pfund Safe eintaufen eine Kanone zu laden, an der Börse zu spekulieren, ein Paar Stiefel zu reinigen und einen Wechsel einzulösen. Alle großen tiefen und neuen Dinge sind immer spielend gefunden worden. So verdanken zum Beispiel alle praktischen Erfindungen, von der Urzeit angefangen, ihre Entstehung höchst unpraktischen Beschäftigungen. Das Wurfgeschoß der Feuerstein, der Hammer, all dies war anfangs Spielerei. James Watt beooachtete zum Zeitvertreib einen summenden Teekessel, und infolgedessen hat die Erdoberstäche ihr Aussehen gänzlich verändert. Graf Mirabeau ein geist­reicher Schauspieler, der gut reden konnte und sich gern reden horte, hält eine Reihe von öffentlichen Deklamationsübungen, und das soziale Gebäude Europas geht aus den Fugen. Ein gutgelaunter älterer Herr namens Sokrates vertreibt sich die Zeit mit Aphorismen, ein ebensogut gelaunter Landsmann von ihm namens Plato macht daraus eine Reihe amüsanter Dialoge, und Bibliotheken schichten sich auf Bibliotheken wer­den auf Scheiterhaufen verbrannt. Bibliotheken werden als Makulatur verbrannt, neue Bibliotheken werden geschrieben, und hunderttausend Köpfe und Mägen leben von dem Namen Plato.

Der ernste Mensch hingegen erreicht ausnahmslos nichts. Er will das Leben zu einer verzinslichen Bankanlage machen, aber es geigt sich, daß nur tote Sachen Zinsen tragen. Er stellt sich 510r,I,*?.r®'n9e will ihnen ihren Sinn abfragen, aber sie drehen ihm belästigt den Rucken. Denn die Geheimnisse der Welt machen es wie die Kmder: vor einem ernsten, kalten, würdevollen Wesen ziehen sie sich ängstlich zurück und es ist nichts aus ihnen herauszubekommen. Die Kinder haben auch hier den ganz richtigen Instinkt: sie wissen, daß das Leben nicht ernst 's- und b - bandeln es als Spiel und luftigen Zeitvertreib Aber dann kommt die Schule und sagt:Ihr müßt ernst sein. Das Leben ist es auch Ander- leits heißt es aber immer:Nimm dir die Natur zum Vorbild deiner Lebensführung!" Nun, in der Natur wird nichts als Unsinn getrieben Die Schmetterlinge tanzen, die Käfer musizieren, der Pfau protzt mit seinem Rad, der Hahn benimmt sich gräßlich albern und der Affe hat nichts als Schabernack im Kopf. Die Katze spielt mit der Maus bevor sie sie frißt: ihr Spieltrieb ist stärker als ihr Hunger Und 'sh habe auch die niedrigeren Lebewesen, die Pflanzen zum Beispiel, sehr j ' $ '

daß es ihnen gar nicht darauf ankommt, etwas zu leisten - ich glaube daß einem Apfelbaum feine Aepfel ziemlich unwichtig find und daß er einen Hauptspaß im Blühen und Duften und derler zwecklosem^Unsinn

heil und würdigem Ernst, frei von seinen sonst gewöhnlich beliebten Scherzen." Man denke sich in die Situation: Zwischen Emser Depesche und allgemeiner Mobilmachung entwickelt der Kanzler des Norddeutschen Bundes dem König, dem Kronprinzen, dem Kriegsminister und dem Ches des Generalstabs die maßgebenden Gesichtspunkte, bleibt dabei vollkom­men ernst, macht nicht einen einzigen Witz, und der Kronprinz notiert diese auffallende Tatsache in sein Tagebuch. Hieraus geht doch wohl her­vor, daß es Bismarck im allgemeinen am nötigen Ernst gefehlt haben muß, was ihn aber nicht gehindert hat, das größte praktische Genie zu sein, das Deutschland seit Friedrich dem Großen hervorgebracht hat. Dem es übrigens auch am nötigen Ernst gefehlt hat. Von ihm sagt Maeaulay (dem mau hier die endemische englische Nationalkrankheit descant" zu­gutehalten muß):Er besaß eine Liebhaberei, die bei einem Knaben ver­zeihlich fein mag, die aber bei einem Manne von reifen Jahren und gutem Verstände, wenn er sich ihr gewohnheitsmäßig und voll Ueber- legenheit hingibt, saft unfehlbar auf eine böse Gemütsart schließen läßt. Dies war seine Freude an boshaften Streichen. Wenn ein Höfling eitel auf seine Kleider war, wurde ihm Del über feinen reichsten Anzug ge­schüttet. Hing er am Gelde, so wurde ein Trick ersonnen, durch den er gezwungen war, mehr zu zahlen, als er zurückbekam. Wenn er hypochon­drisch veranlagt war, wurde ihm eingeredet, er habe die Wassersucht. Hatte er sich fest vorgenommen, nach einem bestimmten Ort zu fahren, so wurde ein Brief fingiert, der ihn vor der Reife abschreckte." Mit diesen Dingen befaßte sich Friedrich der Einzige, während er im Begrifse stand, fein Heer zum schlagfertigsten und -kräftigsten, seine Verwaltung zur leistungsfähigsten und seinen Staat zürn gefürchtetsten im damaligen Europa zu machen. Und nun will ich, um das nüchterne Preußen nicht zu verlassen, nur noch Moltke nennen, dessen finsterer schweigsamer Ernst sprichwörtlich geworden ist. Als Bismarck Moltke Mitte Juni 1866 zu sich gebeten hatte, um ihm mitzuteilen, daß der König sich endlich ent­schlossen habe, den Operationen an der böhmischen Grenze eine kriege­rische Wendung zu geben, womit der seit mehr als hundert Jahren drohende große Entscheidungskampf endlich zum Ausbruch kam, drehte sich Moltke beim Verlassen des Zimmers noch einmal um und fragte Bis­marck, ob er schon wisse, daß die Dresdner ihre große Brücke gesprengt hatten Schade!" sagte Bismarck,die schöne Brücke! Wann ist sie denn gesprengt worden?"Gestern", erwiderte Moltke,aber nur mit

Gegen zehn Uhr kam der junge Sägemüller zum Vorschein. Er war von mittlerer Große. Aus breiten Schultern saß ein wohlgebildeter Kopf. Die Augen und ein Zug um den Mund erinnerten an den Vater. Das blonde Schnurrbärtchen war keck in die Hohe gezwirbelt. In Haltung und Miene prägte sich ein starkes Selbstgefühl aus. Die Hände in den Hosentaschen, schritt er über den Holzplatz und musterte die Stämmes die heut abgeliefert worden waren. Darauf wechselte er mit dem Rohnspeter ein paar Worte und zog sich wieder in seine Schreib- und.Wohnstube zurück. Diese hatte er nach seinem besonderen Geschmack ausgestattet. Au den Wänden hingen Geweihe, alte Wasfenstücke, ein StichDer Blumen Rache" und Photographien von Jagd- und Trinkgenossen. In der Nähe des Ofens stand ein mit grünem Rips bezogenes Sofa, davor ein Rauch­tischchen. Auf einem Bücherbrett sah man Schillers Werke, ein Kommers­buch, einen Katechismus für die Holzindustrie, ein Taschenbuch für junge Kaufleute und als Erinnerungen an das Gymnasium, das er bis zur Obersekunda besucht hatte, den Julius Caesar, Ciceros Reden und Homers Odyssee. Unter einer großen Hängelampe stand ein einfacher Schreibtisch, Ein paar polierte Rohrstühle, ein Regulator und ein golbner Spiegel vervollständigten die Einrichtung.

Der Philipp ließ sich auf dem Sofa nieder und zündete feine kurze, filberbetolagene Pfeife an. Er war in verdrießlicher Stimmung. Der ganze Kram hier widerte ihn an. So eine Sägemühle war ein erbärmlich Geschäft. Da lief man auf die Holzversteigerungen, wurde getrieben unb muhte noch froh sein, wenn man etwas bekam. An den Zwischenhändlern war nichts zu verdienen. Und nun der Absatz der fertigen Ware.; Die Bauhandwerker pumpten bis in die Puppen, gar manche Forderung wurde in den Schornstein geschrieben. Bei den Submissionen sprang wenig oder nichts heraus. Ein erbärmlich Geschäft! Vielleicht, daß der Mühle aufzuhelfen war, wenn man sie mit Dampf in großem Stile be­trieb. Davon wollte der Bürgermeister nichts wissen. Alles blieb im alten Geleise. Für einen Kerl, der etwas los hatte, war hier kein Platz. Seine Kräfte spüren und sie nicht brauchen können, das war das Schlimmste. Schanzen und schwitzen konnte jeder-Esel, auf die Kopfarbeit kam's an. Fünf Jahre lang hatte er die Bänke des Gymnasiums gedrückt, hatte Latein und Griechisch geochst, daß ihm die Schwarten krachten, hatte den Einjährigen in der Tasche gehabt, und war alles für die Katze gewesen. Er war kein Musterschüler, aber er war mitgekommen, Jura hatte er studieren wollen. Zum Landrichter Hütte er es mindestens gebracht, mög­licherweise auch zum Kreisrat. Und was war jetzt aus ihm geworden?! Ein Hälbling, nicht Fisch und nicht Fleisch. Daß der Vater ihn mitten aus feinem Studiengang gerissen, würde er ihm nie vergessen. Eher stürzte der Himmel ein, als daß solch hartköpfiger Bauer begriff, was es für eine Wohltat war, als gebildeter Mensch durch die Welt zu gehen. Daß der Alte ihn für das Studium bestimmt hatte, war Dicktuerei gewesen, weiter nichts. Nach feinem Abgang vom Gymnasium hatte er sich vor­genommen, das Flämmchen nicht erlöschen zu lassen, daß die Lehrer in ihm angezündet, und hatte zu seinen Büchern gegriffen. Bald aber fah er ein, daß sich sein Geschäft und Studieren nicht miteinander vertrugen. Und war eine Lustlosigkeit über ihn gekommen, aus der er sich nicht mehr aufraffen konnte. Und war alles in ihm verdorrt. Nur einem Vorsatz war jit treu geblieben, er hatte den Verkehr mit feinen ehemaligen Schul- Jameraben aufrecht erhalten. Mit den Dörflern wollte er keine Gemein­schaft haben. Ein Glück, daß er hier draußen hauste. In die Stadt roars nur ein Katzensprung. Dort hatte er feine besonderen Erfahrungen ge­macht. Bildung, hieß es, macht frei. Aber auch das Geld gab einem unter den Menschen Sicherheit. Seine Freunde hielten ihn für wohl­habend, Ja für reich. Des Finanzaspiranten Fuchs stehende Redensari war:Wallenfels, du lebst wie der reiche Mann im Evangelium, alle Tage in Herrlichkeit und in Freuden", und der Zivilingenieur Heilmänn, der nebenbei in Grundstücken spekulierte und in der Bürgerschaft eine Rolle spielte, hatte letzt geäußert:Herr Wallenfels, Sie und ich in Kompanie, wie könnten der Welt was zeigen." Der Plan war nicht übel. Der Heilmann hatte einen Zug ins Große. Er hatte ihn auch. Noch waren ihm die Hände gebunden. Kam Zeit, kam Rat.

Er erhob sich, klopfte feine Pfeife,aus und begab sich an den Schreib­tisch, auf dem das schöngebundene Hauptbuch lag. Seine Buchführung war' die denkbar einfachste. Er notierte die Geschäftsvorgänge auf Zetteln, um sie von diesen direkt in das Hauptbuch zu übertragen. Hilfs­bücher existierten nicht. Es konnte nicht ausbleiben, daß bei so mangel­hafter Einrichtung vielerlei verabsäumt und ein klarer Einblick in die Ge­schäftsführung erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht wurde.

In der Ächreibtischschublade suchte er unter einem Wust von Zetteln nach einem Beleg, als seine Wirtschafterin, die alte Berwel, den Kopf zur Tür hereinstreckte. Sie war eine Sechzigerin mit einem gelben, ver­schrumpelten Gesicht und seltsam kleinen, tiefliegenden Augen. Ehedem hatte sie die Botengänge in die Stadt besorgt. Sie stand mit aller Welt auf gutem Fuß. Nur einen Menschen haßte sie, den Buschur. Der hatte Geschichten über sie in Umlauf gesetzt, die ihrem Denkvermögen gerade

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