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Die Schlange war weg, die Gräser um ihn wehten im Wind. Die Sonne iäwebte zwischen den Bäumen. Wendel, das träumerische Kind, das früh ,, - gegangen war, die Ostersonne springen zu sehen, war allein.

..-ine große Klarheit stieg in ihm auf, wie er sie noch nie gekannt hatte.

Er wußte das arme Haus seiner Eltern. Er wußte das arme Leben h-r Menschen. Und er wußte, daß er sein Leben hingeben wollte im Helfen lie Not der Menschen zu wenden.

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Stine.

Roman von Theodor Fontane.

(Schluß.)

Als Waldemar sich's aber bewußt wurde sah er daß es Halbkreise waren die sich, erst enge, dann immer werter und gr ßcr J Stiefel'spitze hcrumzogen?Unwillkürliches Symbol memer umge. H l reise! Kern Abschluß, keine Rundung, kein Vollbringen . ..HawM ... Und wenn ich nun einen Querstrich Ziehe (und er zog h lo'mmt !>at das Halbe freilich seinen Abschluß, aber die rechte Rundung Ion .

| ''^solche Gedanken verloren, saß er noch eine Weile. Dann stand er | ruf und ging auf seine Wohnung zri. . .

Diese, gleich zu Beginn der Zeltenstraße, bestand aus einem> zwei I Ereppen hoch gelegenen Front- und Hinterzimmer, von I .. n hie Parkbäume des Krollschen Gartens dieses, auf ^asb'wachstne | As hart an die Spree sich hinziehende Vauitelle, sah. DaJ)Er°'jrmm | Dächer von Moabit und weiter links der grüne »aum der Iungfernhe'be. * Waldemar liebte diesen Blick, und so kam es daß -r das Zimmer dar

r schlief, zugleich zu seinem Wohn- und Arbeitszimmer gemacht und altdeutsches Zylinderbureau darin aufgestellt 5®- f ..ianlckite

Er hielt (im auch heute nicht in dem Vorderzimmer auf, vertauiwr« len engen Rock mit einem leichten Jackett und trat a" ü entfann sich Schlafzimmers. Die Sonne war im Niedergehen, und

enes Tages, als er, von Stines Fenster aus, dasselbe 1 ßin,

iild vor Augen gehabt hatte...Wie damals - sprach aeiunkeri .lnd er sah in die röter werdende Glut, bis endlich der Ball gesunren ->nd volle Dämmerung um ihn her war. .uh: a unb mit

Auf seinem Schreibzeug lag em kleiner Revolver, ö

Llf-nbeingriff. Er nahm ihn in die Hand und .sagte. p i .

ut es am Ende doch. Bei gutem Willen ist viel möglich; >mUemer bloßen Nadel", sagt Hamlet, und er hat recht. Aber ich kann e ) 6t

its wäre hier noch alles weh und wund oder doch e lL5aemäfeev Nein, ich erschrecke davor, trotzdem ich wohl sichle, daß 1 ickion soviel und Haldern,cher wäre. Doch was tuts! D.e Halderns d, mrr schon sovitt iu vergeben haben, werden mir auch das nach verzeihen labe nicht Zeit, mich über Punkte wie diese zu gramen.

Emmaus.

Von Paul Ernst.

Zwei Jünger gingen ihres Wegs nach Emmaus. Was sie gesehn, besprachen sie, und was dem Herrn in diesen Tagen war geschehn. sind wie sie redeten und sich besprachen, Jesus nahte da, tzoch daß er Jesus war, der Herr, von ihnen Berden Kerner sah. (r sprach:Was ist, davon Ihr sprecht, darüber Ihr so traurig seid? Sie sagten:Weißt nur du allein nicht, was geschehn zu dieser Zeit?" fr fragte:Welches?" Aber fie:Von Jefus das, der mächtig war tzor Gott und vor dem ganzen Volk in Wort und Taten wunderbar, Bie unsre Hohenpriester ihn auslleferten zum Kreuzestod;

Bit hofften, daß er Israel erretten würde aus der Not.

heut ist der dritte Tag, daß das geschehn. Da haben uns erschreckt Die Fraun der Uni ent, denn sie sahn heut früh, das Grab war aufgedeckt. Da sahn sie in das Grab hinein, da fanden sie, das Grab war leer, Doch saß ein Engel nebenbei. Der sprach:Seid froh, es lebt der Herr. Da sprach der Herr:Er war im Fleisch, war rntt Euch Jüngern ^ag und Da hat er Euch auf offner Hand sein Herz mit Lächeln dargebracht. (Nacht, J8te konnte leben denn der Herr! Er brachte einen Becher dar, Doch trunken war das ganze Volk, und Eurer Keiner durstig war.

Da konnte selbst er nicht verstehn, weshalb er war von Gott gesandt; Hott wollte reichen doch durch ihn den Menschen seine Vaterhand. Da war es nötig, daß zum Kreuz er von Euch Menschen ward erhöht, Sodaß von nun am Kreuz allein er vor der Menschen Augen steht;

l nd weil nun jedes Wort von ihm vom Kreuz gesprochen sie verstehn, Zweischneidig jedes Wort von ihm muß in der Menschen Seele gehn, heingläubge Ihr, war größer wohl die Qual, da ihn der Tod umfing, Lls da er sprechend zwischen Euch und lächelnd unverstanden ging ? Doch wie kann tot sein, der da lebt? Ihr Menschen lebt ja bloß durch Gott. .jnmBater kommt Ihr durch den Sohn. Zu dem kommt.Ihr durch, semenTod. ',-ichname wandelnd wärt Ihr nur, wenn Ihr nicht lebtet. Lebt Ihr nun, Wie könnt Ihr sehn da Gottes Sohn als Leiche ui dem Grabe ruhn.

Seit er am Kreuz gestorben ist, der Herr in Eurem Herzen lebt, Dus dem Ihr Eure ganze Welt mit allen Euern Dmgen webt. Sun lebt er in der ganzen Wett, in jedem Dinge lebt er nun, . Das, eh es war, im Herzen tief von allen Menschen mußte ruhn, Deii Stein nimm auf, zerschlage ihn, und Jesus findest dn 'M Stern, lind spalte Holz, und Gottes Sohn inmitten wird des Holzes sein. So sprach der Herr. Die Männer sahn zu Boden still und schritten aus. Da kamen sie nach Emmaus unb standen vor k>em Hcrbergshau». Da sprachen sie:Nun bleibe hier, weil es nun Abend werden will, Denn sieh, der Tag hat sich geneigt." Sie setzten sich und saßen stlll. Da wurde ihnen Brot gebracht. Da nahm der Herr zur Hand das Brot, Hub dankte Gott, unb brach bas Brot, bie Halste ledern ^un?er bot «eöfsnet war ihr Auge da; er sprach:Von nun, wenn Zwei und ^.rei vereint in meinem Namen sind, bin ich, sollt wissen Ihr, dab .

Da schauten sie. Noch eben war sein Auge da und seine Hand. ... Sie saßen starr vor Angst und sahn. Vor ihrem Blick der Herr verschwand.

Und er legte den Revolver wieder aus der Hand.

Zch muß es also anders versuchen", fuhr er nach einer Welle fort. Und schließlich, warum nicht? Ist die Blame denn gar so groß? Kaum. Es finden sich am Ende ganz reputierlidfe Kameraden. Aber welch«? Ich war nie groß im Historischen (überhaupt, worin?), und nun versagen mir di« Beispiele. Hannibal... Weiter komm ich nicht. Indessen er kann genügen. Und es werden gewiß noch ein paar fein." Während er so sprach, zog er eins der untern Schubfächer in seinem Schreibtisch auf unb Ke nach einem Schächtelchen. Als ers endlich hatte, fiel er wieder In adjtungen.Auch klein. Noch kleiner als das Spielzeug da. Und doch genug. Es ist eine Ersparnis aus alten Zetten her, und mein Vorgefühl war richtig, als ich mirs damals sammelte."

Bei diesen Worten stand er auf, stellte sich eine noch aus dem Süden mitgebrachte römische Campe zurecht und nahm, als er die vier kleinen Dochte derselben angezündet hatte, Kuverts und Briefbogen aus einer vor ihm liegenden Schreibmappe:

Dann schrieb er:

Mein lieber Onkel! Wenn Du diese Zeilen erhältst, find alle Wirr­nisse gelöst. Etwas gewaltsam. Aber das ist gleich. Es wird Dir obliegen, und jedenfalls bitte ich Dich darum, das Geschehene nach Groß-Haldern hin zu melden. Was ich über mich entschied, war, wie Du bei Eintreffen dieser Zeilen vielleicht schon wissen, jedenfalls aber sehr bald erfahren wirst, der Widerstand von ganz anderer und sehr unerwarteter Sette her. Und so kam, was tarn. Ick) klage niemanden an; ist wer schuldig, so bin ich es. Das gute Kind hatte nur zu recht, mich auszuschlagen; aber ich war nicht mehr stark genug, mich drein zu ergeben. Auf dem letzten Blatt meines Notizbuches hab ich über mein Erbteil von meiner Mutter Seite her verfügt. Ich hoffe sagen zu können, verfugt auch unter schuldiger Rücksicht gegen die Haldems. Ueberweise das Blatt an Justizrat Erb- tamm; er wird danach verfahren. Allerdings weiß ich, daß sie, der diese Festsetzungen zugute kommen und als ein Ausdruck meines Dankes gelten sollen, alles ablehnen wird; aber sorge dafür, daß ihr ein bestimmter Teil gesichert bleibt, auch gegen ihren Willen. Ein Wille kann sich andern, und es beglückt mich die Vorstellung, vielleicht noch einmal, unb wenn es nach vielen Jahren wäre, da helfen und wohltun zu können, wo mirs leider, wenn auch absichtslos, befchieden war, ein H°rz zu beschweren und ihm wehe zu tun. An meinen Vater schreib ich nicht; ich wünsche Auseinandersetzungen zu vermeiden. Meine Sache kann ich> in keine Gestern Hände (egen als in die Deinen, denn ich weiß wohl, mas ich, troß alledem unb alledem, an Dir hatte. So wenig Halbernsch ich vielleicht war, so wünsch ich doch in der Haldernschen Gruft zu stehen Dies mein letztes. Deiner freundlichen (Erinnerung bin ich gewiß. Deen Waldemar.

Er schob das Blatt beiseite, legte die Feder nieder unb fuhr sich über Aug und Stirn.

Und nun das letzte."

Und er nahm einen zweiten Bogen und schrieb:

Meine liebe Stine! Du wolltest den wetten Weg nicht mit mir machen, und so mache ich den weitern. Ich glaube, was Du tatest, war richtig, und ich hoffe, bas, womit ich nun ab schlöße, soll es auch sein. Es gibt oft nur ein Mittel, alles wieder in Ordnung zu bringen. Vor allem klage Dich nicht an! Die Stunden, die wir zusammen verlebten, waren vom ersten Tage an Sonnenuntergangsstunden, und dabei ist es geblieben. Aber es waren doch glückliche Stunden. Ich danke Dir für alle Freund­lichkeit und Liebe. Mein Leben hat doch nun einen Inhalt gehabt. -Ver­giß mich" - bas darf ich nicht sagen, es käme mir nicht von Herzen und Lär auch töricht, denn ich weih, Du wirst es nicht unb kannst es nicht So denn also: gedenke mein! Aber gedenke meiner freundlich und vor allem verzichte nicht auf Hoffnung und Glück, weil daraus verzichtete. Lebe wohl! Ich schulde Dir das Beste. Dein Waldemar.

Als er beide Briefe fuoertiert hatte, warf er sich in den Stuhl zurück, und die freundlichen Bilder, die dieser Sommer ihm gebracht hatte, zogen noch einmal an seiner Seele vorüber. So wenigstens schien es, denn er lächelte. Dann aber nahm er das bereit gestellte Schachtelchen und fdjob das Jnnenkästchen aus der äußeren Hulse heraus. Es ging schwer, und man konnte sehen, bah er lange daran gesammelt und immer neue Kap- stlchen hineingezwängt hatte. ,,Schlafpulver! Ja ich wußte bah eure Stunde kommen würde." Unb nun brach er bie Kapseln einzeln aitt und tat ihren Inhalt, langsam unb sorglich, in ein kleines, halb mtt 2B aff er aefütttes Rubinqlas.So, bas ist es." Und wahrend er das Glas hob und wieder niedersetzte, trat er noch einmal ans eiste rund Ja h hi naus. Der Mond, eine schwache Sichel, war aufgegangen und ishuttete sein Li ) über den Fluß und weit fenfeit desselben über tfelb und Wald.

Es ist hell genug ... Unb ich mag auch bie Lampe nicht brennen unb erst" gegen Morgen verlöschen unb verschwelen lassen, ctts hatt ich ab- geschlossen bei Rausch und Gelage. Mem Leben ein Bacchanal!

91 Unb er löschte die Lichter und trank. Und dann nahm er seinen Platz wieder ein und lehnte sich zurück unb schloß bie Augen.

16. Kapitel.

Den dritten Tag danach war von Mittag ab ein stilles aber rühriges Treiben auf dem Bahnhofe von Klein-Haldern. Eine dicht neben dem Stationshause befindliche Pforte wurde mit Tannenzweigen umwunden Oleander und Lorbeerbäume standen, eine Hecke bildend m Front und an dem Querbalken der Pforte hing ein großer Jmmortellenkranz dessen Oeffnunisdas Haldernsche Wappen zeigte. Hinter dem Stationshause hielten mehrere herrfdjaftlidje Wagen, die Kutscher mit einem Trauerflor um ben Hut in einem als Ausläufer des Perrons sich hinziehenden Gartenstreifen aber schritten ein Dutzend schwarzgekleidete Personen auf und ab, Dorf­leute von mittleren Jahren, unb sprachen ernst unb leise miteinander.

Drei Uhr dreißig kam der Zug. falbem", Klein-Halbern", riefen bic Schaffner unb öffneten ein paar Kupees, aus denen verschiedene Per­sonen ausftiegen: zunächst ein alter Geistlicher von besinderer Wurde, dem man seines Amtes unb seiner Jahre halber ben Vorrang gönnte bann ein Oberst mit seinem Abjutanten unb enblich mehrere resorbierte