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heiteren Glanz einer unbeschwerten Zeit so stark, daß sie UNL wohl, wie etwa ein Rokokozimmer, als Zeiterscheinung unendlich beglücken, ohne daß wir aber anders als in geschichtlicher Einstellung ihnen nahen können. Das „Veilchen" 3. B. (Ein Veilchen auf der Wiese stand), ist ein entzückendes Gedicht, aber es wird keinem einsallen, die Empfindungen des Liedes als eigene wirklich selber beim Zertreten einer Blume nachzu- fühlen. Endlich empfinden wir in einer dritten Gruppe, wie etwa der „Johanna Sebus" oder „Ritler Kurts Brautfahrt , die Nahe der alten Bänkeliänqerballoden, der Volksballade, aus der ,a unsere zeitgenössische Ballade hervorwuchs, so stark, datz sie uns nicht ,0 ergreifen können wie die besten Stücke Theodor Fontanes, der Agnes Wiegel, der Annette
So bleiben von den dreißig Balladen etwa ein Dutzend ädrig, deren Goldglanz noch heute leuchtet wie am ersten Tage und wohl auch noch glänzen wird, wenn Goethes Romane und Dramen d,e Patina der Jahrhunderte angesetzt haben. Denn das letzte, was von einem Achter unmittelbar nachfühlbar bleibt, ist immer das Gedicht, — Verse des Alkaus und der Sappho, Gedichte Walthers von der Vogelwe.de sind ewig schwcht- hin, sind so, als ob sie heute geschaffen wären und werden so noch in '""unbesthreiblich "herrlich der „Fisch er‘\ unerhört, gewaltig der .König von Thule", prachtvoll die Schilderungen des ..Totentänze s", meisterhaft der „Zauberlehrling ,,und dann das größte Wunderwerk: „D e r G 0 t t u n d d > e B a , a d e r e . Bei Goethe ist nicht wie bei Schiller die Handlung als solche die Hauptsache, und selten ftnoen wir bei ihm („Braut von Korinth", „Der vertriebene Gras ) °ine.leidenschaftliche Spannung, eine verblüffende Losung unlösbar scheinender Schürzung. Gerade in seinen besten Werken ist die Handlung nur wichtig als Trägerin von Gedanken und Empfindungen. Der ..F'^r — das 1 t das Verführerische, Lockende des Wassers, nicht etwa der Unglucksfall eines Ertrinkenden. Der .König von Thule" — das ist der herzzerreißende Abschied des Greises vom Allerletzten, das ihn an die Erde bindet, dem Becher der Jugendgeliebten, und damit von dieser Liede und den Seligkeiten des Lebens selber. Der „Totentanz" wäre als Vorgang allzu einfach, sein Gehalt liegt in der schaurigen Verbindung von dem Grausigen der Gerippe mit dem Lächerlichen weltlichen Tanzes, irdischer Eitelleiten. Jeder von uns kennt das, wie mitten im Grausigen das Lächerliche sich einmischt das völlig Unpassende, — wir wenden hier heute meist die Worte? das Skurrile, das Barocke an. Und dann die beiden großen Balladen, die „Braut von Korinth" und der Mahadoh, 'N denen Weltanschauungen zusammenkrachen wie begegnende S eme. Wie ost wohl I hat in den letzten anderthalb Jahrhunderten ein bitterer Mund gestöhnt.
Keimt ein Glaube neu, Wird ost Lieb und Treu Wie ein böses Unkraut ausgerauft, I wie oft wohl ist als ein heiliggewordenes Sinnbild und Jnditd, ja, als I Ausdruck ganzer Gedankenverbindungen unseres tiefsten Bewußtseins der I Schluß der anderen angeführt:
Unsterbliche heben verlorene Kinder Auf feurigen Armen zum Himmel empor!
Goethes Balladendichtung gibt nicht wie die Schillers: Handlungsgedichte, sondern Gedankendichtungen, besser noch Gehalt-Dichtungen.
I Im letzten Jahre seines Lebens schrieb er „E i n Wort für )un g t I Dichter" nieder, einen kurzen Aussatz, in welchem er verlangt, daß I ein Dichter „von innen heraus" wirken müsse, mdem^ er — gebärde er I sich wie er will —, immer nur jein Individuum zu -tage fordern wird. I Und dann folgen die wundervollen Worte: „Ich kann es meinen lungen I Sreunben nicht ernst genug empsehlen, daß sie sich selbst beobachten I müssen auf daß bei einer gewissen Fazilität des rhythmischen Ausdrucks ste doch auch immer an Gehalt mehr und mehr gewinnen Poetischer I Gehalt aber ist Gehalt des eigenen Lebens." ^std zum „Faust notierte I er einmal die Worte „Gehalt bringt die Form mit sich. Form ist nie ohne
tiefer Gehalt ist es, der den Kern aller Goetheschen Balladen ausmacht So wichtig war er ihm, daß einige dieser Gedichte — ich denke an die Wandelnde Glocke" und den „Schatzgräber , — geradezu Lehrgedichte" Unterweisungen, Predigten zu werden scheinen, d.h. Gedichte, deren dichterischer Wert saft hinter ihrem Lehrwert zurucktriit.
Freilich dürfen wir es uns nicht so denken, als ob etwa der Dichter ÄÄÄ »SVÄ'S ‘«Ä ~ S'ÄÄ: W» SnA
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Zauberlehrling" schreiben, der gewiß eine lehrhafte Seite hat, und sich doch aanz spielselig, schilderungstrunken in der Darstellimg der immer aewaltiqer anschwellenden Wasser ergeht, so scheint im „Totentanz das Rippen0 und Klappern der wackelnden vertrackten Gerippe dem Dichter "''Mille« Balladen"find Gestalt, Goethes Balladen. Gehalt, Schiller fniiuh mehr an die Spannung der Moritaten auf Jahrmärkten °n, Goethe tnUrE. „Th;.“1 uralte Iirweite Dolksballade, die im Grunde wohl meist ^rkste' vom ^thos^bewegt,^ aber'"es"ift* bcT"tfjm mehr "e^Rmu/der
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065sä"wird Gm'ih7'iu"seinen Balladen ebenso wie in 'einem gesamten Werke mehr und mehr nicht nur der Dichter, sondern der Leiter, der Tröster, der Herzog unseres Volkes, der dem gequälten Herzen ooran- I ziehende Führer.
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diesem Erinnerungsjahr üblich ist, nur mit ... .. . an Goethe, Preisungen über Goethes Werkberichtet der ve | g s daß
dem unerbittlich wahrhastigen, in der übelste 1 J ... Auswirkung, ihm das Wunder Goethe in feineren ter ■etgi Jen ^Wirrung
Goethe hat in feiner Gedichtsammlung nur brech 8 uinätfift die laben bezeichnet. Von diesen falkn.für unf-r-n Geschmack ^nächst Re aus, welche in der Art kleiner Singspiele 3m fl ,p in^. Junggesellen mit einer Rose, eines Edelknaben mit etner Cutterin, emes ^ungg mit dem Mühlbach, einer Zigeunerin mit einem ^nglmg, ES^^ derers mit einer Pächterin in wundervoll leichter - Rokokko, den geben. Auch in einigen weiteren Dichtungen fühlen mir das jwtotro,
I »arsiellung eine seltsame, überirdische Ruhe des Vergangenseins in feine । geaenwart und sein Leben schöpfte. Und so auch in unteres.
3n Weimar ist man mitten in der Anschauungswelt der großen Dichter nferes Klassizismus und erkennt verehrend, wie schlicht sie den Raum, las Dasein die Formen und die Symbole sahen, die doch in ihrem Wort ler Ausdruck des Höchsten und Tiefsten im Menschenleben geworden sind.
An den Mond.
Don I. W. von Goethe.
Füllest wieder Busch und Tal Still mit Nebelglanz, Lösest endlich auch einmal Meine Seele ganz.
Breitest über mein Gefild
Lindernd deinen Blick, Wie des Freundes Auge mild I
lieber mein Geschick.
Jeden Nachklang fühlt mein Herz Froh und trüber Zeit,
Wandle zwischen Freud' und Schmerz
In der Einsamkeit.
Fließe, fliehe, lieber Fluß!
Nimmer werd' ich froh, So verrauschte Scherz und Kuß, Und die Treue so.
Ich besaß es doch einmal, Was so köstlich ist!
Datz man doch zu seiner Qual
Nimmer es vergißt!
Rausche, Fluß, das Tal entlang, Ohne Rast und Ruh, Rausche, flüftre meinen Sang Melodien zu,
Wenn du in der Winternacht
Wütend überschwillst, Oder um die Frühlingspracht Junger Knospen quillst.
Selig, wer sich vor der Welt Ohne Haß verschließt, Einen Freund am Busen halt Und mit dem genießt,
Was, von Menschen nicht gewußt
Oder nicht bedacht,
Durch das Labyrinth der Brust Wandelt in der Nacht.
Goethe als Balladendichtek.
Von Börries Freiherrn von Münchhausen.
Das erste uns erhaltene Gedicht Goethes schrieb er als achtjähriger Junge"anInen .Echaben-en Grospapa", ""d da- 'etzte chr.e er wenige Tage vor seinem Tode als Einschnst in em ®uiä. «ete^„2 Ä unb ffier alter hindurch hat der, ttotz Shakespeare und Dante trotz Kant und Luther aröfcte uns bekannte Geist Reim und Tonfall („Rhythmus ) bes «eoums als'Aus'druck seines tiefsten Innenlebens nötig S-M w.e den Atem. Um im Bilde zu bleiben; Fast ebenso häufig hat er mi fernen «nnen u'n brürfe einaeatmet und darqestellt, wie er aus feinem unericyopwG.en, nie genug zu bestaunenden Inneren Gedanken a u s g e a t m e t und ich-


