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das Delirium tremens präzis und lakonisch bezeichnet. „Den FMen ZU trinken geben“, nennt man im Französischen den Zustand eines voutg Betrunkenen, der in einen so schweren Schlaf verfallen ist, daß er die Flobstiche nicht spürt. Den Abscheu des Trinkers aber vor allem „Gänsewein" kennzeichnen die beiden Ausdrücke für „Waffertrinken : „Frosche in den Magen bekommen" französisch, deutsch aber viel rätselhafter: „Läufe bekommen".
Oie pariser.
• Roman von Alfred Bock.
(Fortsetzung.)
Wallenfels machte seinen Eintrag in das Protokollbuch und berichtete dann weiter.
„Die vorige Woch' fährt bei der Schachtelmarie ihrem Yäusi ein Weibsmensch vor. Staatsmäßig erausgeputzt. Die Marie weih gar net, was der fürnehme Besuch zu bedeuten hat. Und guckt sich die Augen aus. Auf einmal kreischt sie: .Himmlischer »ater, die Borte! 1 's war richtig ihr' Dortel, die vor zwei Jahr' ausgerückt is, Und bracht' auch ein Kind mit. Und tat ganz großartig, langt ein Zehnmarkstück aus ihrem feinen Täschchen und spricht zu ihrer Mutter, sie sollt' Fleisch holen und sollt' ein gut Essen machen. Die Schachtelmarie hati' ihr Lebtag noch kein Zehnmarkstück in den Händ' gehabt. Und läuft weg wie burmelig. Abends haben sie zusammen gegessen. Die Nacht legt’ sich die Marie oben in ihr Gekriech. Wie sie den andern Morgen herunterkommt, is di« Dortel fort. Ihr Bllndelchen hat sie aber bagelaffen."
Er hielt inne, schneuzte sich und schloß. „Nu is die Marie bei mir gewest. Sie spricht, sie wär' net in der Lag', das Kind zu ernähren. Und wär' auch zu aberleibig **, daß fie's bei sich behalten könnt'. Was meint
ihren Eigennamen zugestanden. Die Kröte, die Spinne die !Wanze, das । (inö die eigentlichen Parias des Tiergeschlechts, auf die sich die ganze Wut des angeekelten und erschreckten Menschen ergossen hat, wahrend her Svatz der Floh der Fuchs mit mehr Humor behandelt werden und die ©^allgemeinen arg verhaßte Schlange durch Märchen und Sage mit einem verklärenden Schein umwoben wird. Auch der Teufelsglauben des Mittelalters wird auf manche Tiere übertragen, auf den Fuchs, den Kuckuck ( Hol dich der Fuchs, der Kuckuck!"), die Schlange. Die Franzosen haben eine besondere Vorliebe für die Ratte, die ihnen gar possierlich und niedlich vorkommt, während sie Deutschen und Engländern ™mger appetitlich erscheint. Wohl oder übel haben wir aber die halb iron sch, halb schmeichelhaft gemeinte Bezeichnung der „Ratten auch für unsere Heinen Ballettmädchen übernommen.
Mit den wissenschaftlich festgestellten Eigenschaften der Tiere nimmt >er Volksmund nicht fo genau, obgleich >m allgemeinen eine sehr scharfsichtige Beobachtung vorwaltet. Den ungewöhnlich klugen Kranich behandelt ^man ungerechterweife als ein ganz dummes Tier, wahrend die geistig beschränkte Wachtel im Italienischen zur Bezeichnung eines sehr lel,lauen Menschen dient. Aus der plumpen Eule haben die Alten den Voael der Minerva der Weisheit und der Wissenschaft gemacht, wahrend Üch die modernen Sprachen Über die Beschränktheit dieses Vogels ganz einig finb S Sonnendem und alle Freude hat sich dagegen au d e luftigen singenden Boten des Frühlings, Schwalbe und Lerche, gesammelt die in den Sprachen besonders beliebt sind. I
Die wichtigste Aufgabe der Tiere in der Sprache ist es nun wie bereits erwähnt wurde', in mannigfachen Variationen gewiße gehler od I ä SÄ»«« erscheinen die Dinge weniger peinlich, m w'werer Beleuchtung - st , inhirfinloaie eines Volkes von hohem Interesse, die Zahl uno -an MsS." £< »U =.r|ol».n. M.» 6« m»°ch<
Aufklärung über die Leidenschaften der Nationen finden.
Wir wollen hier aus der Fülle der Beispiele nur zwei häufig durch WUMM &s WMM beim Frosch, von Ä Hirns
„nicht ganz normal sein . Die I ) verglichen Nicht anders ist es
werden hier mit den bugfenben Srof ) ■ bcr Franzose von
SÄwrÄnÄ'ÄaÄS «-»Ich-» I* * - TÄ*»»«'»» ÄÄSÄ.'B Gestörten mit dem fliegen, Flattern, ch , ' bjc jnl Deutschen ge= Seiner unruhiger Tiere De^I,c^?na J)a^tte ’ er Ratten im Kopf" bräuchlichen Redensarten ' mnaef Käser Raupe, Spinne,
auch im Französischen), nut Mucke, Gr Ue Vogel, Kaser, ^a p^P Schmetterling. Der Pariser, sagt- v Zimmerdecke" ist nicht richtig Dache" (ebenso: „Er hat Spinnen unt bc5 Unglücklichen ebenso
im Oberstübchen) und meint, bafj °1S, [f ~ Engländer hat sich bie SÄ Ä“s ’UU’
nennt ben bierseligen Kumpanen w h ch> „ h ^nzwurm, so gibt
„Käfer" hat, hat, emen Rausch. Gibt es einen ^a,^i pQQr @läs=
es auch einen „Hungerrmirm , ber nu französischen Argot heißt
chen Schnaps unschädlich gemacht wirb. deutschen Sprich-
baher trinken: „ben Wurm toten . - •) Armen sticht, wenn
wmt. hat ber Durstige emen Igel.mße.be, beeb^ wie ein
er nicht trinkt. Daraus ist bie ^ebenso t ' baf)er nennt man
Igel". Einen großen Durst sagt man be @ier zeigt auch ber
einen matfern Trinker '^arentrunken . . B Rausch" bebrütet.
Wolf, weshalb im Spanischen das Wort „Wolf aua;i „ ’ (-n S1)n0,
Auch der Fuchs ist im Endchen Zeinen äußerst festen
ni)m für Trunkenheit, vielleicht weil Meister . Qgen Sprachen
und schweren Schlaf hat ganz wie e> . • t)eDor,Ugte Symbol
aber mit Ausnahme der französischen ist d,Ast^d^ 5 nur der
der Trunkenheit. Im englischen Makros s g 6q59 gefäh. aus dem Rausch, sondern auch das berautoenbe t J ^Ähnlichkeit bes man trinkt, „Affe genannt. %ul). J lrutcr Unfug treibenben, „viehisch" Betrunkenen mit bem st^stsucht g - 2 ausgefallen sein,
heftig geftitulierenben und ©rimaffen , aefübrt habe, ist nicht Daß bie Vorliebe für Alkohol ZU der S-i ' ^nbe Gang bes Trunkenen anzunehmen. Die Aehnstchkeit, bie der sch kommt in ber italieni-
mit ber eigentümlichen Gangart der Krable h bic A^bben". Die schen Rebensart zum Ausbriick: „Er geh Ich f ggfer fymboli-
unangenefjmen Folgen bes Rausches b verkörpert. („Unter ben
fieren, finb dem Engländer in der e Ratte ^"(Englifri)Cn
Rasten fein" = Kater haben.) „Er sieht ^olren , i
ihr dadezu?"
„Daß der Schachtelmarie ihr' Tochter fo eine Eckewischern worden is , sagte der Schiwwerkäsper, „dadrüber darf man sich weiter net wundern. Die Alt' war in ihrer Jugendheit auch nix nutz. Und der Appel fällt net weit vom Stamm."
„Soviel ich von bere Sach' versteh'", gab der Schmelzersluis feine Meinung kund, „wird die Gemeind' für bos Kind sorgen müssen. Man könnt' vielleicht erst emal sehen, ob ebbes*** freiwillig zusammenkommt.“ „Babberlababb!" warf der dicke Balthes dazwischen und lachte vor sich hin.
„Für so einer Schnippel ihr Kind geb’ ich kein' Penning! ereiferte sich ber Iörgheinrich.
Die Mehrzahl ber Anwesenben ließ ein beifälliges Murmeln Horen.
„'s breht sich babrum, wo ber Schachtelmarie ihr’ Dortel steckt", übernahm ber Bürgermeister wieder bie Führung ber Debatte. „Wann ich bas erausfrieg’, jein wir bas Kinb los. Bis bahin Hots die Gemeind auf den Schultern, bas steht fest. Ich hab' mich berroeil nach einer Kostfrau umgegurft. Und fein soweit mit der Schneiderslene in der Mühlgasf einig worden. Die verlangt neunzig Mark das Jahr."
Der dicke Balthes fand die Forderung zu hoch, und der Iörgheinrich stimmte ihm bei.
Gegen die beiden wandte sich der Schmidtkonrad:
„Gelle, wann das arm’ Wurm verhungert, das fcheniert euch net!
„Wir brauchen uns deswegen net zu zänken", beschwichtigte Wallenfels den Aufgebrachten. „Die Schneiderslene is eine ordentliche Frau, und bas Kind is da gut aufgehoben. Ich werd' noch emal mit ihr schwätzen. Vielleicht, daß fie’s doch ein wink billiger tut. Ich leg die Sach
| den Herrn wieder vor."
Die Versammlung hatte nichts dagegen emzuwenden, und der Vor- sikende konnte den vierten Punkt der Tagesordnung, „die Mauseplage , zür Erörterung bringen. Dem Uebel zu steuern, hatte der Schiwwerkäsper seine Aecker mit ben Worten umgangen: „Für mich das Brot, für die Mäuse den Tod, im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes!" und hatte seitdem eine Abnahme des Ungeziefers feft- I gestellt Der Bürgermeister bemerkte, er habe das Mittel noch nicht probiert, er halte sich an vergifteten Weizen. Sein Vorschlag, eine größere I Menge davon zu beziehen, wurde denn auch ohne Widersprach an» I $en®be über ben letzten unb wichtigsten Gegenstanb ber lagesorbnung, ben Neubau bes Schulhauses", verhanbelt würbe,^suchte der Bürgermeister unter den vor ihm liegenden Papieren em schreiben des Kreis- amts hervor. Obwohl er sich Mühe gab, ruhig zu erscheinen, zitterten
I seine Hände doch ein wenig.
Ich hab' ein’ Brief vom Kkeisamt kriegt", begann er. „Dadnn heißt’s, wann uns’ neu Schulhaus Zustand kam, wollt die Regierung achttausend Mark geben. Wie ich gesinnt sein, das wißt ihr. Ich mocht^ die Gemeind' vor der Ausgab’ bewahren. Etz sprecht ihr euch emal aus.
I 's w eine harte Nuß", ergriff der dicke Balthes als erster das Wort, aber ’s hilft nix, wir müssen sie knacken." . „ f
" Der Möhlsheinrich, der als Mitglied bes Gemeinderats die Regel
I hach hielt- Schweigen ist besser als Reden", fühlte sich bemüßigt, seinem
I aste' Pausen. Verwegen brauchen wir, weiß Gott, kein Schulhaus zu ^"Jäckermunddidjehl-!“ brach der Schmelzerluis los. »Die Pausen fein I nätia Und sein genau vorgeschrieben. Ich kann fo ein Gedratsch gar net hören Ueberhaupt, wer ebbes gegen die Schul schwatzt, ber is mit dem Dummbeutel gefloppt. Oder stellt sich eso. Wer soll dann den Menschen I bie Augen aufmachen, roann’s die Schul' net tut - Das ßemn hat .ei
* Dorothea.
* * schwach.
* ** etwas.
sacre nom de Dieu.


